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Befestigungstipps für Trekkingstöcke und Rucksack
Der Einsatz von Wanderstöcken wird von manchen noch immer als die „Senioren-Variante“ des Trekkings angesehen. Man kann sicherlich darüber diskutieren, ob man Wanderstöcke für jede Art des Trekkings benötigt, aber mit dem Alter hat dies absolut nichts zu tun. Ich selbst empfinde das Gehen mit Wanderstöcken im unwegsamen Gelände mit Gepäck als willkommene Erleichterung. Mit Wanderstöcken kann man leichter das Gleichgewicht halten, was im anspruchsvollen Gelände nicht zu unterschätzen ist. Auch bei Flussdurchquerungen findet man leichter Halt. Außerdem wird ein Teil der Belastung auf Beine und Rücken mit den Armen abgefangen.
Befestigungstipps für Trekkingstöcke - wie verstaue ich Skistöcke und Wanderstöcke?
Wenn man die Wanderstöcke und Trekkingstöcke dann zeitweise doch nicht braucht, stellt sich die Frage, wei man sie am besten verstaut. Viele Wanderrucksäcke haben dafür eine extra Vorrichtung, von der die Besitzer oftmals gar nicht wissen. Wir zeigen Euch, wie Ihr Eure Wander- und Trekkingstöcke sicher verstauen könnt:
1. Schlaufe am Rucksack suchen und einhängen

Der Trekkingstock wird zuerst unten eingesteckt. Bei Stöcken ohne Teller findet die kleine Schlaufe Verwendung, bei Stöcken mit Tellern die große Schlaufe.
2. Fixierung des Trekkingstockes

Der Stock wird mittels eines Klettgurtes fixiert. Dieser Klettgurt kann im Durchmesser verändert werden und ist somit auch für die Aufnahme mehrere Stöcke geeignet. Die Verwendung des Gurtes sichert dir zudem eine optimale, wackelfreie und sichere Befestigung deiner Stöcke am Rucksack.
3. Der Schaft wird nun mittels eines Klettgurtes gesichert.
Die Verwendung des Gurtes sichert dir zudem eine optimale, wackelfreie und sichere Befestigung deines Equipments am Rucksack. In Kombination mit der Schlaufe ist dein Gerät so befestigt, dass es selbst beim Abstellen des Rucksacks nicht hinderlich ist.
Zusätzliches Anbringen von Eisgeräten (z.B. einer Eisaxt) - 2 Varianten:
- Die kleine Schlaufe wird durch das Loch im Eisgerät geführt und dann mit einem Karabiner gegengesichert.
- Der Schaft des Eisgerätes wird von oben durch die große Schlaufe geführt und umgeschlagen.
Beim Skifahren: Wie bringe ich Touren-Ski zusätzlich am Rucksack an?
Wenn man in den Bergen unterwegs ist, dann natürlich auch gerne mit Ski und Snowboard. Daher könnt Ihr hier sehen, wie Ihr diese auch noch am Trekkingrucksack befestigen könnt.
Möglichkeit 1: Seitliches Befestigen

A: Jeweils ein Ski (Langlauf- oder Tourenski) ist links und ein Ski rechts anzubringen. Dazu wird der jeweilige Ski, mit dem Belag zum Rucksack, von oben in die untere seitliche Aufnahmeschlaufe geschoben, bis die Bindung auf der Schlaufe aufsteht.
B: Mit dem oberen Kompressionsgurt werden die Skier fixiert und festgezurrt.
Möglichkeit 2: Frontales Anbringen der Skier

C: Beide Skier zusammen werden von oben in die vordere untere Skifixierung eingeführt, bis die Bindung ansteht.
D: Jetzt wird der Gurt festgezogen.
E: Im zweiten Schritt wird die obere Steckschnalle um die Skier gelegt und festgezurrt (D). Dabei sollte die Steckschnalle direkt an der Schiebeschnalle fixiert werden.
Möglichkeit 3: Deckeltaschenfixierung

F: Die Skier werden bei geöffneter Deckelschnalle an den beiden dort befindlichen Zurrgurten fixiert.
Danach den Deckel schließen und auch ihn gut zuziehen.
Anbringen von Snowboards oder Schneeschuhen:

A: Das Boardstrap muss in die beiden unteren Skifixierungsschlaufen links und rechts am Rucksack eingefädelt werden. Bitte beachte, dass es sich bei dem Boardstrap um ein separates Zubehörteil handelt.
Nun werden das Snowboard oder die Schneeschuhe auf den Rucksack gelegt und die Steckschnalle wird unter der (Snowboard / Skischuh-) Bindung geschlossen.
B: Für einen optimalen Sitz können das Snowboard oder die Schneeschuhe noch mittels der oberen Steckschnalle fixiert werden.
Wie befestige ich meine Wanderstöcke am Rucksack richtig?
Hier seht ihr im Video, wie man seine Stöcke richtig am Rucksack anbringt:
Weitere Tricks und Tipps im Umgang mit Trekkingstöcken:
Der Wanderstock sollte teleskopierbar sein, sodass er beim Aufstieg auf Hüfthöhe reduziert und beim Abstieg auf Schulterhöhe ausgefahren werden kann. Ansonsten sollte er so klein zusammengesteckt werden können, dass er an die Seite des Rucksacks passt. Neben der Möglichkeit, die Stöcke zu teleskopieren, achten Sie beim Kauf auf das Gewicht (so mancher Carbon-Stock bringt es gerade mal auf 200 g) die Stabilität, die Bedienungsfreundlichkeit beim Teleskopieren und vergessen Sie nicht zu prüfen, ob Ihnen der Stock auch gut in der Hand liegt. Zusätzlich können manche Stöcke auch als Ein-Bein-Stativ für die Kamera genutzt werden.
Ähnliche und weiterführende Ratgeber bei RennerXXL
- Langlauf-Ski richtig waxen und pflegen
- Wie bereite ich Trink-Wasser richtig auf?
- Ratgeber Langlaufen

Wanderstöcke am Rucksack befestigen: Anleitung für alle Systeme
Der Einsatz von Wanderstöcken wird von manchen noch immer als die „Senioren-Variante" des Trekkings angesehen. Man kann sicherlich darüber diskutieren, ob man Wanderstöcke für jede Art des Trekkings benötigt, aber mit dem Alter hat dies absolut nichts zu tun. Ich selbst empfinde das Gehen mit Wanderstöcken im unwegsamen Gelände mit Gepäck als willkommene Erleichterung. Mit Wanderstöcken kann man leichter das Gleichgewicht halten, was im anspruchsvollen Gelände nicht zu unterschätzen ist. Auch bei Flussdurchquerungen findet man leichter Halt. Außerdem wird ein Teil der Belastung auf Beine und Rücken mit den Armen abgefangen.
Befestigungstipps für Trekkingstöcke – wie verstaue ich Skistöcke und Wanderstöcke?
Wenn man die Wanderstöcke und Trekkingstöcke dann zeitweise doch nicht braucht, stellt sich die Frage, wie man sie am besten verstaut. Viele Wanderrucksäcke haben dafür eine extra Vorrichtung, von der die Besitzer oftmals gar nicht wissen. Wir zeigen Euch, wie Ihr Eure Wander- und Trekkingstöcke sicher verstauen könnt.
1. Schlaufe am Rucksack suchen und einhängen

Der Trekkingstock wird zuerst unten eingesteckt. Bei Stöcken ohne Teller findet die kleine Schlaufe Verwendung, bei Stöcken mit Tellern die große Schlaufe.
2. Fixierung des Trekkingstockes

Der Stock wird mittels eines Klettgurtes fixiert. Dieser Klettgurt kann im Durchmesser verändert werden und ist somit auch für die Aufnahme mehrerer Stöcke geeignet. Die Verwendung des Gurtes sichert dir zudem eine optimale, wackelfreie und sichere Befestigung deiner Stöcke am Rucksack.
3. Der Schaft wird nun mittels eines Klettgurtes gesichert
Die Verwendung des Gurtes sichert dir zudem eine optimale, wackelfreie und sichere Befestigung deines Equipments am Rucksack. In Kombination mit der Schlaufe ist dein Gerät so befestigt, dass es selbst beim Abstellen des Rucksacks nicht hinderlich ist.
Eisgerät zusätzlich am Rucksack anbringen – 2 Varianten
• Variante 1: Die kleine Schlaufe wird durch das Loch im Eisgerät geführt und dann mit einem Karabiner gegengesichert.
• Variante 2: Der Schaft des Eisgerätes wird von oben durch die große Schlaufe geführt und umgeschlagen.
Thomas' Tipp zum Eisgerät: Ein Eisgerät gehört so am Rucksack, dass du es mit einer Hand lösen kannst, ohne den Rucksack absetzen zu müssen. Viele klemmen den Schaft nur in der oberen Schlaufe fest und machen dann die große Karabinerschlaufe drum – im Ernstfall fummelst du dann zwei Minuten herum. Besser: Karabiner nur zur Sicherung gegen Verlust, nicht als Hauptbefestigung. Die obere Schlaufe muss stramm sitzen. Auf alpinen Touren über 2.000 m habe ich das oft bei Kunden gesehen, die beim ersten Rutscher nicht schnell genug am Pickel waren. Probier dein System vorher in der Ebene durch, mindestens fünf- bis zehnmal, bis du es im Schlaf kannst.
Autor: Thomas Zitti, Alpin-Fachautor mit Schwerpunkt Hochtouren und Trekking über 2.000 m, E5-Alpenüberquerung 2014, GR20 Korsika 2016, regelmäßig Mehrtagestouren in den Bayerischen, Lechtaler und Ötztaler Alpen.
Wofür sind die Schlaufen am Rucksack?
Wer einen Trekking- oder Wanderrucksack zum ersten Mal in der Hand hat, sieht Gurte, Schnallen und Schlaufen, die erstmal sinnlos wirken. Sind sie nicht. Jede hat einen bestimmten Zweck. Wenn Wanderstöcke wackeln, die Isomatte schief hängt oder der Schlafsack unterwegs verloren geht, liegt es fast immer daran, dass die falsche Schlaufe benutzt wurde.
Die Befestigungspunkte im Überblick:
• Bodenschlaufen / Skifixierungsschlaufen unten seitlich – für Stockspitzen, Ski, Zeltgestänge.
• Kompressionsriemen seitlich am Korpus – ziehen das Packvolumen zusammen, halten lange Gegenstände.
• Gummischlaufe mit Kordelstopper oben seitlich – fixiert Stockschäfte mit verstellbarem Durchmesser.
• Stockhalterung bzw. Stow-on-the-Go am Schulterträger – Schnellbefestigung ohne Rucksack abzusetzen.
• Daisy Chain als umlaufende Schlaufenreihe – für Karabiner, Helm, Zusatzausrüstung.
• Expander / Bodenriemen unter dem Bodenfach – für Schlafsack, Isomatte, Zelt.
• Eispickelhalterung mit Karabinerloch – kleine Schlaufe unten, große Schlaufe oben für Eisgerät oder Axt.
Die Systeme unterscheiden sich je nach Marke deutlich. Deuter arbeitet mit Gummilasche und Kordelstopper, Osprey hat den Schulterträger-Zugriff erfunden, Ortovox denkt eher in Diagonal-Schnallen fürs Skigelände. Das Grundprinzip bleibt aber meist gleich: Spitze unten einstecken, Schaft oben fixieren. Die Ausnahmen sind reine Kompressionslösungen ohne Bodenschlaufe – da braucht der Stockgriff genug Reibung, sonst rutscht er durch.
Wenn die Stöcke trotz Fixierung wackeln oder rausfallen, liegt es meistens an drei Dingen: Die Spitze hat unten zu viel Spiel und findet keine Reibung an der Schlaufenwand, die obere Schlaufe ist zu weit eingestellt für den Stockdurchmesser, oder die Zugrichtung stimmt nicht – der Stock sitzt dann zwar im System, wird aber beim Gehen aus einer Richtung belastet, für die die Schlaufe nicht gedacht ist. Wie du das löst, steht weiter unten in der FAQ.
Welche Rucksackgröße und welches Volumen überhaupt zu deiner Tour passen, erklären wir im Ratgeber Rucksackgröße wählen – wieviel Liter für welche Tour.
Beim Skifahren: Wie bringe ich Touren-Ski zusätzlich am Rucksack an?
Wenn man in den Bergen unterwegs ist, dann natürlich auch gerne mit Ski und Snowboard. Daher könnt Ihr hier sehen, wie Ihr diese auch noch am Trekkingrucksack befestigen könnt.
Möglichkeit 1: Seitliches Befestigen

A: Jeweils ein Ski (Langlauf- oder Tourenski) ist links und ein Ski rechts anzubringen. Dazu wird der jeweilige Ski, mit dem Belag zum Rucksack, von oben in die untere seitliche Aufnahmeschlaufe geschoben, bis die Bindung auf der Schlaufe aufsteht.
B: Mit dem oberen Kompressionsgurt werden die Skier fixiert und festgezurrt.
Möglichkeit 2: Frontales Anbringen der Skier

C: Beide Skier zusammen werden von oben in die vordere untere Skifixierung eingeführt, bis die Bindung ansteht.
D: Jetzt wird der Gurt festgezogen.
E: Im zweiten Schritt wird die obere Steckschnalle um die Skier gelegt und festgezurrt. Dabei sollte die Steckschnalle direkt an der Schiebeschnalle fixiert werden.
Möglichkeit 3: Deckeltaschenfixierung

F: Die Skier werden bei geöffneter Deckelschnalle an den beiden dort befindlichen Zurrgurten fixiert. Danach den Deckel schließen und auch ihn gut zuziehen.
Anbringen von Snowboards oder Schneeschuhen

A: Das Boardstrap muss in die beiden unteren Skifixierungsschlaufen links und rechts am Rucksack eingefädelt werden. Bitte beachte, dass es sich bei dem Boardstrap um ein separates Zubehörteil handelt. Nun werden das Snowboard oder die Schneeschuhe auf den Rucksack gelegt und die Steckschnalle wird unter der (Snowboard- / Skischuh-) Bindung geschlossen.
B: Für einen optimalen Sitz können das Snowboard oder die Schneeschuhe noch mittels der oberen Steckschnalle fixiert werden.
Schlafsack am Rucksack befestigen
Der Schlafsack passt nicht mehr rein. Auf mehrtägigen Touren ist das kein Ausnahmefall, sondern Normalität – gerade bei Winterschlafsäcken oder Modellen in extra langen Größen. Er muss dann nach außen, möglichst trocken, tief sitzend und wackelfrei.
Bodenschlaufen nutzen – die erste Wahl: Die meisten Trekkingrucksäcke haben unten zwei Schlaufen. Schlafsack im wasserdichten Packsack quer darunter legen, mit Expander-Spanngummis über Kreuz einhaken. Schnell, sicher, wackelfrei.
Zurrgurte für schwere Schlafsäcke: Winterschlafsäcke mit über 1,8 kg Gewicht pendeln mit Expandern zu stark. Zurrgurte durch die Bodenschlaufen ziehen, fest anziehen, Riemenenden einstecken – sonst schlägt dir das freie Ende bei Wind gegen das Bein.
Seitlich anbringen – Notlösung: Tagesrucksäcke ohne Bodenschlaufen. Schlafsack längs an eine Seite, mit Kompressionsriemen fixieren. Nachteil: der Schwerpunkt kippt einseitig, bei jedem Schritt zieht der Rucksack zur Seite. Für länger als zwei Stunden ungeeignet. Wer einen Tagesrucksack mit integriertem Packsack-Fach im Deckelfach hat, packt den Schlafsack lieber dorthin – das Packmaß eines Daunenschlafsacks liegt komprimiert oft bei unter vier Litern.
Aus der Praxis: Der mitgelieferte Baumwollbeutel von Schlafsäcken taugt zum Aufbewahren zu Hause, nicht für draußen. Ich stecke meinen Schlafsack immer in einen wasserdichten Kompressionspacksack oder einen Drybag – und zwar BEVOR er in den Packsack kommt, nicht „irgendwann unterwegs". Einmal nass und der Sack ist für zwei, drei Nächte unbrauchbar. Daunen verklumpen, Kunstfaser dämmt nur noch halb. Ich habe das einmal erlebt, als junger Kerl in Norwegen – eine Nacht reicht, danach macht man es lebenslang richtig.
Regen, Gebüsch, Bus: Schlafsäcke, die außen am Rucksack hängen, sind Verlustkandidaten. Im Bus streifen sie sich am Gepäckfach ab, im Wald bleiben sie an Ästen hängen, im Regen saugen sie Wasser wie ein Schwamm. Wenn irgendwie möglich: innen verstauen, Kleidung drumherum packen. Außen ist die zweitbeste Lösung, nicht die erste.
Wer noch einen Schlafsack sucht, der auch bei Körpergrößen über 1,90 m und breiten Schultern Platz bietet, findet in unserer Auswahl Schlafsäcke in XXL Übergrößen die passenden Modelle – das spart dir die Diskussion, ob er überhaupt reinpasst.
Stöcke außen am Rucksack oder im Rucksack? Die ehrliche Antwort
Die meisten Anleitungen tun so, als wäre die Außenbefestigung die einzige Lösung. Stimmt nicht. Wer ehrlich ist, gibt zu: Im Rucksack sind Stöcke meistens besser aufgehoben – vorausgesetzt, sie passen.
Außen befestigen ist sinnvoll, wenn die Stöcke häufig gebraucht werden (typisch im steilen Gelände, bei Flussdurchquerungen, auf Geröll), der Rucksack zu klein für Stockreinraum ist, oder die Tour stark wechselnd ist zwischen Gehen mit und ohne Stöcke.
Innen ist die bessere Wahl, wenn du lange Strecken am Stück gehst (Fernwanderwege, Jakobsweg, Alpenüberquerung), bei Regen unterwegs bist, im Wald mit niedrigen Ästen gehst, in Bus, Bahn oder Flugzeug umsteigst, oder wenn Kletterstellen kommen. Herausstehende Stöcke sind im Gebüsch eine Fangfalle – und bei einem Sturz können sie dich ernsthaft verletzen.
Mein Standpunkt: Ich pack Stöcke grundsätzlich in den Rucksack, wenn sie reinpassen. Außen hängen sie nur, wenn ich alle zehn Minuten ran muss. Alles andere ist Show. Faltstöcke sind der Grund, warum ich heute mit kleineren Rucksäcken unterwegs bin als früher – 35 cm Packmaß, passt ins Deckelfach oder in eine tiefe Seitentasche. Teleskopstöcke funktionieren auch, wenn man sie ganz zusammenschiebt, brauchen dann aber meist den Korpus.
Wanderstöcke am Rucksack befestigen: Marken im direkten Vergleich
Die Hersteller nennen ihre Systeme alle unterschiedlich, am Ende funktionieren die meisten nach einem ähnlichen Muster. Wo ich aber Unterschiede sehe, ist in Haltbarkeit, Bedienkomfort und wie sehr sich die Konstrukteure Gedanken gemacht haben. Hier mein persönlicher Stand nach 20 Jahren Outdoor-Handel:
Deuter – Gummilasche mit Kordelstopper oben, Bodenschlaufe unten. Nichts Spektakuläres, aber über Jahre bewährt und haltbar. Bei Aircontact- und Futura-Modellen zusätzlich mit dem seitlichen Kompressionsriemen sichern, dann bewegt sich gar nichts mehr.
Mein Fazit: Der verlässliche Standard. Für die allermeisten Wander- und Trekkingtouren eine sichere Wahl.
Osprey – Stow-on-the-Go – die beste Idee der letzten 15 Jahre bei Rucksäcken. Eine elastische Schlaufe am Hüftgurt, eine Gummilasche am Schulterträger. Du steckst die Stöcke im Gehen weg, ohne abzusetzen. In Kraxelstellen, Klettersteigen oder bei häufigem Wechsel ein massiver Gewinn.
Mein Fazit: Wer viel im technischen Gelände unterwegs ist, sollte das mal ausprobieren. Wer nur auf breiten Wegen geht, braucht es nicht.
Vaude – Bodenschlaufe und elastisches Gurtband mit Klettverschluss oben. Vorteil: Klett passt sich dem Stockdurchmesser flexibel an, auch bei Faltstöcken. Nachteil: Klett leiert nach drei bis vier Jahren aus, besonders wenn Sand oder Dreck reinkommt.
Mein Fazit: Solide für Einsteiger- und Mittelklasse-Touren, nicht mein Dauerläufer.
Jack Wolfskin – Seitentasche unten, elastischer Kompressionsriemen oben. Griff in die Tasche, Riemen um den Schaft. Einfache Handhabung, auf Tagestouren ausreichend.
Mein Fazit: Einstiegsfreundlich. Für schwere Rucksäcke über 50 Liter nicht die beste Wahl.
Mammut – Kompressionsriemen-System, teils mit Ice-Tool-Halterung. Die Trekkingstock-Befestigung ist nicht der Schwerpunkt der Marke – Mammut denkt eher in Alpin-Richtung. Für Wanderrucksäcke funktioniert das klassische Schema: Seitentasche unten, Riemen oben.
Mein Fazit: Top-Qualität im Material, beim Stock-System andere Marken durchdachter.
Ortovox – Freeride und Skitour. Stöcke werden diagonal über den Rucksack geschnallt (A-Frame oder Diagonal). Für reine Wandertouren fast überdimensioniert. Wer im Winter unterwegs ist, bekommt das beste System am Markt.
Mein Fazit: Spezialist. Wer nur wandert, braucht das nicht. Wer Skitouren geht, kauft genau das.
Decathlon (Quechua / Forclaz) – Bodenschlaufe und elastische Gummischlaufe oben. Bei Forclaz-Trekkingmodellen auch Kompressionssystem mit kompletter Seitenverzurrung. Preis-Leistung stimmt, die Systeme funktionieren genauso wie bei Premium-Marken.
Mein Fazit: Für Einsteiger, Gelegenheitstouren und als Zweitrucksack völlig ausreichend. Für sehr intensive Dauerbelastung würde ich eher zu Marken greifen, die auf jahrzehntelange Trekking-Nutzung ausgelegt sind.
Rucksack für große Menschen: Balance, Schwerpunkt und Hüftgurt
Je schwerer der Träger, je breiter die Schultern, je größer der Bauchumfang – desto wichtiger wird die Gewichtsverteilung am Rucksack. Das ist keine Theorie, sondern Praxis. Wer bei 120 kg Körpergewicht einen 15-kg-Rucksack mit außen baumelnden Stöcken, Schlafsack und Isomatte trägt, merkt nach der fünften Stunde, dass Balance kein Nebenschauplatz ist. Für XXL-Träger gelten bei der Befestigung von Ausrüstung andere Regeln als für Normalgrößen.
Hüftgurt-Länge bei kräftigem Bauch: Die meisten Standard-Rucksäcke decken Bauchumfänge bis etwa 130 cm ab, einige XL-Modelle gehen bis rund 145 cm. Wer darüber hinaus geht, braucht entweder einen Rucksack in großer Größe oder eine Hüftgurt-Verlängerung. Einige Hersteller bieten diese als Ersatzteil an – bei anderen Modellen lohnt sich ein Blick auf Zubehör-Shops. Ohne passenden Hüftgurt trägst du die gesamte Last auf den Schultern. Das halten selbst trainierte Rücken keine vier Stunden durch.
Schulterbreite und Stow-on-the-Go: Bei breiten Schultern sitzen die Schulterträger-Schlaufen anders, als es der Hersteller geplant hat. Die Osprey Stow-on-the-Go-Halterung funktioniert bei Trägern mit sehr breiter Schulter teils ungünstig, weil der Stockgriff dann in den Oberarm drückt. Wer in großen Größen kauft, sollte das vorher im Laden testen – oder nach Rucksäcken suchen, deren Schulterträger explizit verstellbar oder in V-Breite ausgelegt sind.
Lange Rücken und Rückenlänge: Wer über 1,90 m groß ist, braucht ein verstellbares Rückensystem. Die meisten Trekking-Rucksäcke der gehobenen Klasse bieten das an. Ohne passende Rückenlänge verschiebt sich der Schwerpunkt nach oben – das lässt dich im unwegsamen Gelände wackeln, und Außenbefestigung verstärkt den Effekt. Der Schwerpunkt kippt dann bei jedem Schritt.
Typische Rückmeldungen aus unserem Kundenservice:
• „Mein Hüftgurt schließt nicht" – meistens ist der Rucksack eine Nummer zu klein gewählt oder die XL-Hüftgurt-Variante nicht angefragt worden.
• „Die Schulterträger drücken" – in vielen Fällen sitzt der Rucksack zu hoch, die Rückenlänge ist nicht korrekt eingestellt, oder die Last liegt zu 80 Prozent auf den Schultern statt auf der Hüfte.
• „Nach einer Stunde schmerzt der untere Rücken" – typisch, wenn außen zu viel hängt und der Schwerpunkt zu weit von der Wirbelsäule weg sitzt. Besonders bei XXL-Trägern mit ausgeprägter Bauchpartie ein häufiges Thema.
Was ich empfehle: Für XXL-Träger gilt: Lieber fünf Liter mehr Rucksackvolumen und alles innen verstauen, als einen kompakten Rucksack mit Außenbefestigung. Jedes Kilo, das außen hängt, wirkt wie Hebel am Körper – bei kleineren Trägern fällt das kaum auf, bei großen Größen spürst du es nach zwei Stunden in der Schulter. Wer bei uns eine Beratung per Mail oder Telefon macht, bekommt deshalb als Erstes die Frage: Welche Körpergröße, welcher Bauchumfang, welche Rückenlänge? Dann kommt die Rucksack-Empfehlung. Nicht andersrum.
Weitere Tipps im Umgang mit Trekkingstöcken
Der Wanderstock sollte teleskopierbar sein, sodass er beim Aufstieg auf Hüfthöhe reduziert und beim Abstieg auf Schulterhöhe ausgefahren werden kann. Ansonsten sollte er so klein zusammengesteckt werden können, dass er an die Seite des Rucksacks passt. Neben der Möglichkeit, die Stöcke zu teleskopieren, achten Sie beim Kauf auf das Gewicht (so mancher Carbon-Stock bringt es gerade mal auf 200 g), die Stabilität, die Bedienungsfreundlichkeit beim Teleskopieren und vergessen Sie nicht zu prüfen, ob Ihnen der Stock auch gut in der Hand liegt. Zusätzlich können manche Stöcke auch als Ein-Bein-Stativ für die Kamera genutzt werden.
Häufige Fragen zur Befestigung am Rucksack
Warum wackeln meine Wanderstöcke trotz Fixierung?
Drei Gründe sind häufig: Die Spitze hat unten in der Bodenschlaufe zu viel Spiel – dann nur eine Spitze einstecken, die Schlaufe im Achter verdrehen, zweite Spitze rein. Das erhöht die Reibung zwischen Stock und Schlaufe. Oder die obere Gummilasche ist zu weit eingestellt – Kordelstopper nachziehen, bis es klemmt. Oder der Schaftdurchmesser passt nicht zum System – bei sehr dünnen Carbonstöcken hilft ein zusätzlicher Klettgurt oder ein Kabelbinder, damit die Zugrichtung stabil bleibt.
Was mache ich, wenn mein Rucksack keine Stockhalterung hat?
Seitentasche plus Kompressionsriemen funktioniert bei 80 Prozent aller Rucksäcke, auch bei welchen ohne offizielle Stockfixierung. Wenn auch das fehlt, zwei oder drei Kabelbinder an die Daisy Chain oder an die Schulterträger. Griff nach oben, Spitze nach unten gesichert, damit du beim Versorgen nicht in die Spitze greifst.
Meine Stöcke fallen beim Gehen immer raus – woran liegt das?
Meistens daran, dass nur die obere Schlaufe benutzt wird und die untere leer bleibt. Die Spitze muss zuerst unten Halt finden, der Schaft oben ist nur die zweite Sicherung. Wenn das nicht reicht, ist der Durchmesser der Bodenschlaufe zu groß – dann mit Klettband oder einem Stück Leukoplast den Stock an der Eintrittstelle etwas aufdicken, dann sitzt es fester.
Halten Kabelbinder dauerhaft am Rucksack?
Für Transporte in Bus, Bahn oder Flugzeug sind fest angezogene Kabelbinder eine der sichersten Lösungen überhaupt. Für die Wanderung selbst taugen sie nur bedingt – du kannst sie nicht mehr lösen, ohne sie zu zerschneiden. Besser: Klettgurt oder Gummispanner, die auch wiederverwendbar sind.
Wie befestige ich einen Schlafsack außen am Rucksack?
Wenn irgend möglich: erst versuchen, innen zu verstauen. Wenn nicht: Schlafsack in wasserdichten Packsack, dann quer unter das Bodenfach, mit Expander-Spanngummis oder Zurrgurten durch die Bodenschlaufen fixieren. Baumwollbeutel vom Hersteller ersetzen – der hält keinen Regen aus.
Wohin gehört die Isomatte am Rucksack?
Längs oder quer unter das Bodenfach, mit Expandern fixieren. Selbstaufblasende Matten passen meistens rein, klassische Schaumstoffmatten sind zu sperrig und gehören fast immer nach außen – am besten quer unters Bodenfach, damit der Schwerpunkt nicht kippt. Bei sehr großen Matten auch senkrecht an der Seite, dann aber gegengewichtig packen.
Darf ich Wanderstöcke im Handgepäck mitnehmen?
In der Regel nein. Wander- und Trekkingstöcke – auch Teleskop- und Faltstöcke – gelten nach den europäischen Sicherheitsbestimmungen als potenziell gefährliche Gegenstände und müssen ins aufgegebene Gepäck. Einzelne Airlines oder Sicherheitskontrollen handhaben es unterschiedlich, verlass dich aber nicht darauf. Am Rucksack verzurren, zusätzlich mit Kabelbindern sichern, fertig.
Wie fixiere ich Faltstöcke am Rucksack?
Faltstöcke lassen sich auf 30 bis 40 cm zusammenlegen und passen damit in fast jede Seitentasche oder in das Deckelfach – der beste Ort überhaupt. Wer sie trotzdem außen transportieren will: Kompressionsriemen oder Gummischlaufe mit Kordelstopper. Bei sehr kurzen Faltstöcken die Schlaufe im Achter verdrehen, damit sie festsitzen.
Stören die Stöcke beim Gehen oder beim Absetzen des Rucksacks?
Nur, wenn sie zu weit oben überstehen. Die Spitzen sollten nicht höher als der Deckel des Rucksacks sein, sonst piken sie dir in den Nacken oder hängen an Zweigen. Wer mit zu langen Stöcken unterwegs ist, dreht sie kopfüber – Griff nach unten in die Bodenschlaufe, Spitze nach oben sichern. Dann ist auch das Absetzen im Gras sicher, weil die Spitzen nicht im Dreck stecken.
Ähnliche und weiterführende Ratgeber bei RennerXXL
• Langlauf-Ski richtig waxen und pflegen
• Wie bereite ich Trink-Wasser richtig auf?
• Ratgeber Langlaufen
Autor: Gerhard Renner, Inhaber RennerXXL GmbH & Co. KG, seit über 20 Jahren Spezialist für Outdoor-Ausrüstung in großen Größen.