Funktionswäsche

1. Allgemeines zur Funktionswäsche

Funktionswäsche ist die unterste Lage im sogenannten dreischichtigen Zwiebelprinzip. Sie liegt direkt auf der Haut und wird auch als Base Layer, First Layer oder 1. Schicht bezeichnet.

Die meisten Hersteller bieten unterschiedliche Funktionswäsche für die Sommer- und Wintermonate an. Nur Hochalpinisten tragen ihre Wäsche das ganze Jahr über, da bei einer Tour plötzliche Wetterumschwünge mit Stürmen, starker Sonneneinstrahlung, Schnee und Nebel keine Seltenheit sind.

Weniger extrem geht es beim Bergwandern zu. Bei dieser typischen Stop-and-go-Aktivität – nach einem schweißtreibenden Aufstieg folgt oft eine längere Pause am Gipfelkreuz – muss die Funktionswäsche spezielle Anforderungen erfüllen: Während des Aufstiegs muss die Wäsche kühlen, während des ausgedehnten Blicks in die Ferne muss sie wärmen.

Funktionswäsche für nur schweißtreibende Aktivitäten stellt geringere Ansprüche an die Wärmefunktion. Wichtiger sind hier das Feuchtigkeitsmanagement und die Kühlfunktion.

Innerhalb jeder Kategorie gibt es auch noch Untergruppen, die den individuellen Wärmebedürfnissen gerecht werden. Funktionswäsche in unterschiedlichen Materialstärken kommt diesen Ansprüchen entgegen, liefert aber auch Anhaltspunkte darüber, für welche Außentemperaturen sie geeignet ist. Oft wird die Materialstärke auf dem Produkt angegeben. Die Maßeinheit ist Gramm pro Quadratmeter bei nicht genähtem Stoff. Die Angaben variieren zwischen 65 und 400 g: Je höher die Zahl, desto dicker das Produkt und desto höher die Wärmeleistung.


Funktionswäsche – die wichtigsten Funktionen


Feuchtigkeit abtransportieren, die Körpertemperatur regulieren und dabei möglichst trocken bleiben – das sind die Hauptanforderungen an die Funktionswäsche. Unterschiedliche Materialien und ihre Eigenschaften sollen ebenso wie die Konzeption der Unterwäsche zu einem optimalen Körperklima und Wohlbefinden des Sportlers beitragen.

Beim Sport strengen wir uns so sehr an, dass wir schwitzen. Der Schweiß verdunstet auf der warmen Haut. Dabei entsteht Verdunstungskälte, die verhindert, dass unser Körper überhitzt. Legen wir nach einer schweißtreibenden Aktivität eine Pause ein und ist zu viel Feuchtigkeit auf der Haut oder in der Wäsche auf der Haut gespeichert, kühlen wir aus. Wir frieren.

Hersteller versuchen nun über unterschiedliche Wege die Balance zu finden. Allen gemeinsam ist, dass sie auf Stoffe verzichten, die sehr viel Feuchtigkeit speichern und nur sehr wenig abgeben, wie z. B. Baumwolle. Doch dann scheiden sich die Geister: Zwei grundsätzlich unterschiedliche Materialien kommen zum Einsatz – Chemiefasern und Merinowolle. Wer schnell fröstelt oder Stop-and-go-Aktivitäten betreibt, für den ist Funktionswäsche aus Merinowolle geeignet. Wer viel schwitzt und sich permanent anstrengt, sollte auf einen guten Feuchtigkeitstransport achten und Wäsche aus Chemiefasern wählen. Wer seine sportlichen Aktivitäten abwechslungsreich gestaltet, ist mit einem Material-Mix gut bedient.

2. Synthetische Chemiefasern


Bei Chemiefasern wird zwischen synthetischen und solchen auf Zellulosebasis unterschieden. Polyester, Polyamid, Polyacryl, Polyethylen und Polypropylen sind synthetische Chemiefasern, die für ein sehr gutes Feuchtigkeitsmanagement stehen. Aber nicht nur die Faserkonstruktion auch der Aufbau des Gestricks optimiert die Wirkung der Fasereigenschaften.

Manche Hersteller verstricken sogar zwei verschiedene synthetische Fasern, um die Vorteile von beiden zu nutzen. Die Innenseite des Stoffes nimmt dann die Feuchtigkeit auf und verteilt sie großflächig auf der Außenschicht, damit sie anschließend an die nächste Schicht abgegeben werden kann. Man spricht hier vom sogenannten Wicking-Effekt. Das Material selbst nimmt dabei kaum Feuchtigkeit auf. Die Haut fühlt sich immer trocken an.

Möchte man auch mit synthetischen Fasern die Funktion des Wärmens erzielen, müssen sie als Hohlfaser produziert werden. Der Luftkanal in ihrem Inneren wirkt isolierend, da Luft schlechte Wärmeleiteigenschaften hat. Zudem wird die Wäsche dadurch leichter.

Polyester kann auch in recycelter Form zu Funktionswäsche verarbeitet werden, ohne an Funktion einzubüßen. Voraussetzung ist, dass das eingeschmolzene Polyester vorher keinen chemischen oder mechanischen Behandlungen unterzogen worden war. Wie Sie später sehen werden, kann mit Polygiene ausgerüstetes Polyester ebenfalls recycelt werden.

Neben den genannten Vorteilen sind synthetische Chemiefasern sehr leicht, weich, formbeständig, strapazierfähig. Sie sind leicht zu pflegen und trocknen schnell.

Allerdings riechen sie sehr schnell unangenehm, wenn man sie länger trägt. Um diesen Nachteil auszugleichen, werden antibakterielle Verfahren eingesetzt. Größere Lüftungsöffnungen durch eine veränderte Stricktechnik ist eine Variante. Andere Hersteller arbeiten mit Silberionen, z. B. von Polygiene.


3. Schweiß und Silberionen - Gegen Stinken und Riechen

Eine Studie, die von Polygiene angestrengt wurde, belegt, dass 30 % der Kleidung entsorgt wird, nur weil sie auch nach der Wäsche nach Schweiß riecht. Über 90 % der Befragten gaben außerdem an, dass ihr Selbstbewusstsein geschwächt wird, wenn ihre Klamotten Schweißgeruch annehmen. Dementsprechend würden über 50 % der Interviewten mehr für geruchsfreie Kleidung zahlen.

Schweiß schützt unseren Körper. Er reguliert unsere Körpertemperatur. 2,65 Mio. Schweißdrüsen, davon 20 % an unseren Füßen, übernehmen diese Aufgabe. Unter extremen Bedingungen, z. B. in der Wüste, produziert ein Mensch zwei bis drei Liter Schweiß in der Stunde.

Frischer Schweiß ist geruchlos. Er bietet jedoch den idealen Lebensraum für geruchsbildende Bakterien. Diese zersetzen die Proteine und Fettsäuren des Schweißes. Erst dadurch entsteht der typische Schweißgeruch. Um diesen einzudämmen, müssen die Bakterien getötet bzw. das Bakterienwachstum verhindert werden.


Welche Rolle spielen Silberionen?

Oft werden Silberionen schon bei der Faserherstellung eingearbeitet oder als Silberfäden in den Stoff eingewoben. Silber gibt es aber auch als Ausrüstung, wobei Silberionen auf das fertige Garn aufgetragen werden.
Letztendlich können sie auch aufgesprüht und während des Waschvorgangs auf den Stoff aufgetragen werden. Polygiene-Produkte können in jeder Produktionsstufe, also von der Faserherstellung bis zu ihrer Veredlung, eingearbeitet werden.

Silberionen dringen dann in die Zellmembran der Bakterie ein und deaktivieren diese. Die Bakterie stürzt in sich zusammen. Die Bakterien der Haut, die sogenannte natürliche Hautflora, bleiben dabei unberührt, da das Silbersalz nur auf dem Gewebe verteilt wird.

In jüngster Zeit sind Silberionen in die Kritik geraten. Gemeint sind dabei allerdings die Silberionen, die so winzig sind, dass sie im Nanobereich liegen.
Ein Nanometer entspricht 10−9. Wissenschaftliche Studien belegen, dass Silberionen in dieser Größe die Haut durchdringen können und dabei die natürliche Bakterienflora der Haut schädigen.

Bei Ratten konnte nach der Aufnahme von Nano-Silber auch eine Schädigung der Lunge, bei Versuchen an Zellkulturen eine Schädigung der Stammzellen von Mäusen und Gehirnzellen bzw. der Leberzellen von Ratten festgestellt werden. Polygiene arbeitet von daher mit Silberionen, die mehr als 100mal größer als Nanosilberpartikel sind. Zu groß, um in die Haut einzudringen.

Neben dem Tragekomfort kommt mit Polygiene behandelter, geruchsfreier Funktionswäsche auch eine umweltfreundliche Funktion zu, da die Wäsche seltener gewaschen wird. Laut einer Studie ein wichtiger Umweltfaktor, da die Waschgänge eines Kleidungsstücks mindestens 65 % seines ökologischen Fußabdruckes ausmachen.

Ein weiteres Umweltargument ist, dass mit Polygiene behandelte Wäsche bei niedrigeren Temperaturen gewaschen werden kann.
 So wird weniger Energie, Wasser und Waschmittel verbraucht. Funktionswäsche aus Synthetikfasern hält überdies länger, da die Fasern von den Bakterien nicht mehr angegriffen werden können. Und wenn das Lieblingsshirt aus Polyester sein Lebensende erreicht hat, kann es trotz Polygiene-Ausrüstung recycelt werden.

Weil mit Polygiene ausgerüstete Funktionswäsche nicht nach Schweiß riecht, wird auch das Reisegepäck leichter. Man muss einfach weniger Wäsche mitnehmen.

Im Sportfachhandel gibt es neben Markenfunktionswäsche unterschiedlicher Hersteller, die mit Polygiene ausgerüstet ist, auch Produkte zur Nachbehandlung von Funktionswäsche, die ohne Polygiene auf dem Markt ist.

4. Merinowolle

Gegenüber Chemiefasern hat Merinowolle den Vorteil, dass sie geruchsneutral wirkt und wärmt, obwohl sie bis zu 30 % ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen und speichern kann. Erst nach und nach gibt sie diese dann an die nächste Schicht ab.

Trotz dieser Fähigkeit fühlt sich die Wäsche immer trocken an. Merinowolle ist die hochwertigste und feinste Schafwolle. Die Lebensbedingungen der Merinoschafe sind für die Qualität der Wolle entscheidend. Allerdings trocknet Merinowolle langsamer als z. B. Polyesterstoffe.

5. Mix aus Polyester und Merinowolle

Die Faser der Funktionswäsche von super.natural besteht aus einem Kern aus Polyester, der mit Merinowolle umwoben ist, sodass eine Helix-Struktur entsteht.

In der Faser werden so die Vorteile der Naturfaser mit denen der Kunstfaser vereint:

- Die Naturfaser absorbiert unangenehmen Geruch. Außerdem wirkt sie temperatur-regulierend und sorgt für einen natürlichen Tragekomfort.

- Der Polyesterkern macht die Faser schnell trocknend und widerstandsfähig. Das fertige Produkt kratzt nicht und ist formstabil sowie langlebig.

Die Funktionswäsche von super.natural aus einem Mix aus Polyester und Merinowolle ist maschinenwaschbar und trocknergeeignet.

Zusammenfassung der Vorteile der super.natural-Faser – ein Mix aus Polyester und Merinowolle

  • kratz nicht
  • riecht nicht
  • ist trocknergeeignet
  • ist schnell trocknend
  • ist voll waschbar
  • ist robust
  • ist formstabil


6. Chemiefasern auf Zellulosebasis


Neben den bereits genannten Fasern gibt es außerdem noch Chemiefasern auf Zellulosebasis. Der Ausgangsstoff dabei ist Holz, aus dem Zellulose gewonnen wird. Diese wird in einem chemischen Verfahren aufgelöst und in einem Nass-Spinnverfahren zu einem Garn gesponnen. Die Endprodukte heißen Viskose, Modal, Cupro und Lyocell, das auch unter dem Markennamen Tencel® bekannt ist. Lyocell-Fasern weisen eine besonders hohe Festigkeit und Fibrillen auf, die man sich als sehr kleine Härchen auf der Faser vorstellen muss. Über winzige Kanäle zwischen den Fibrillen kann die Feuchtigkeit besonders gut aufgenommen werden, wodurch das Bakterienwachstum deutlich reduziert wird. Synthetische Fasern können mit Chemiefasern auf Zellulosebasis kombiniert werden, um das Bakterienwachstum gering zu halten.

Wer ein Mix aus zellulosebasierten Chemiefasern und Merinowolle bevorzugt, möchte ebenfalls von den positiven Eigenschaften beider Fasern profitieren: Neben dem Effekt des Wärmens durch die Merinowolle möchte man auch den Kühleffekt von Tencel bei der Funktionswäsche haben. Die Oberflächenstruktur zellulosebasierter Fasern ist sehr glatt, was zu einem angenehmen Hautgefühl beiträgt. Außerdem können zellulosebasierte Fasern sehr viel Feuchtigkeit aufnehmen – bis zu 50 % mehr als Baumwolle – und auch sehr schnell wieder abgeben.


7. Vorteile einer guten Passform

Funktionswäsche sollte eng anliegen, aber die Bewegungsfreiheit nicht einschränken. Neben Chemiefasern, die selbst ein gewisses Maß an Elastizität aufweisen, wird dafür auch Elastan eingesetzt. Allerdings darf sein Anteil nicht zu groß sein, da es sehr schlecht trocknet. Bei weit geschnittener Funktionswäsche läuft das Feuchtigkeitsmanagement ins Leere, meinen einige Hersteller. Andere setzen gerade darauf, einen gewissen Feuchtigkeitsfilm auf der Haut zu halten, damit man dem Bedürfnis des Körpers nach Kühlung gerecht wird.
Ansonsten würde man immer weiter schwitzen und der Körper unnötig Feuchtigkeit und Mineralien verlieren. Wer diese Theorie verfolgt, arbeitet mit sogenannten 3D-Stoffen, die nicht plan auf dem Körper liegen, sondern nur über sogenannte Stege.

Im Herbst und Winter bieten sich für den Oberkörper T-Shirts mit und für wärmere Tage ohne Ärmel an. Eng anliegende Boxer-Shorts und Tights komplettieren die Funktionswäsche.

Wird mit Nähten gearbeitet, handelt es sich in der Regel um elastische Flachnähte, die auch aufgrund ihrer Platzierung nicht reiben und drücken, v. a. beim Gürtel oder Rucksack.