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Ratgeber Zeltmaterialien
Das Außenzeltmaterial muß wasser- und winddicht, aber nicht atmungsaktiv sein. Hohe Luftfeuchtigkeit und/oder schlechte Belüftung führt zwar zu Kondensation und Wasser sammelt sich an der Innenseite des Außenzeltes. Bei einer durchdachten Konstruktion des Zeltes ist das allerdings nicht tragisch, denn das Schwitzwasser läuft an der Innenseite des Außenzeltes herab. Bei zu flacher Konstruktion kann es allerdings auf das Innenzelt tropfen.
Für gute Außenzelte werden hauptsächlich Polyamid (Nylon) oder Polyester verwendet. Beide Materialien werden aber zusätzlich beidseitig mit verschiedenen Beschichtungen versehen, um für Zelte die gewünschten Eigenschaften wie Wasserdichtigkeit und Reißfestigkeit zu erhalten.
Welches Zeltmaterial gibt es für Aussenzelte?
Für das Aussenzelt gibt es eine Reihe an gängigen Zeltmaterialien. Wir haben für Dich die wichtigsten zusammengefasst:
Nylon
Das leichte Gewebe ist reiß- und scheuerfest, nässeunempfindlich und verrottet nicht. Allerdings ist das Material UV-empfindlich, was die Lebensdauer verkürzt. Da es etwas Feuchtigkeit aufnimmt, dehnt es sich bei Nässe.

Ripstop-Nylon
Bei dieser besonderen Gewebeart werden in regelmäßigen Abständen stärkere Fäden eingewebt, um die Reißfestigkeit zu erhöhen und die Dehnung durch Nässe einzuschränken.

Polyester
Dieses Material hat ebenfalls eine hohe Reiß- und Scheuerfestigkeit, es verrottet nicht, hat eine hohe UV-Beständigkeit und dehnt sich kaum bei Nässe. Allerdings ist es schwerer als Nylon und erzeugt bei Wind etwas höhere Flattergeräusche.

Baumwolle (Cotton)
Sie ist luftdurchlässig und schafft ein angenehmes Klima im Zelt. Bei Regen saugt sie das Wasser auf. ohne dass es durchtropft. Baumwolle und Mischgewebe brauchen nicht beschichtet zu werden. Allerdings ist das Gewebe sehr pflegeintensiv und muß immer wieder nachimprägniert werden. Baumwolle ist schwer und nicht so reißfest wie die Kunstfasergewebe. Im nassen Zustand hat sie ein Vielfaches des Gewichts, sie trocknet langsam und kann verrotten.

Gore-Tex
Das Material ist wind- und wasserdicht und trotzdem wasserdampfdurchlässig Einwandzelte). Allerdings funktioniert das Ganze nur, wenn ein Dampfdruckgefälle vorhanden ist. d.h., bei außen niedrigeren Temperaturen als innen. Steigt die Temperatur an, dann kondensiert die abgegebene Körperfeuchtigkeit an der Zeltinnenwand. Außerdem sind solche Zelte durch die notwendige spezielle Verarbeitungsweise entsprechend teuer.

Welche Beschichtungen für Zelte gibt es?
Für das Aussenzelt gibt es eine Reihe an gängigen Zeltmaterialien. Wir haben für Dich die wichtigsten zusammengefasst:
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Polyurethan
PU ergibt eine flexible und hochdichte Beschichtung. Die Nähte bei PU-Beschichtungen werden versiegelt, d.h. mit einem speziellen Tape verklebt. Zeltböden werden daher aus starkem Polyester- oder Nylongewebe gefertigt, das mit PU beschichtet wird. Allerdings muß die Beschichtung eine höhere Wasserdichtigkeit haben, als bei Außenzelten, weil der Boden durch das Körpergewicht zusätzlich belastet wird.
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Silikon
Diese hochwertige Gewebebeschichtung ist elastisch, knickstabil, kältebeständig und sehr langlebig. Sie erhöht die Weiterreißfestigkeit und UV-Beständigkeit und verringert die Wasseraufnahme und damit die Feuchtigkeitsdehnung des beschichteten Gewebes. Allerdings sind Silikonbeschichtungen teurer als PU-Beschichtungen. Bei der Verarbeitung müssen Nähte mit Silikon (Nahtdichter) nachgedichtet werden.
Weitere Beschichtungen für Zelte:
Die folgenden Beschichtungen sind Qualitativ schlechter und werden hauptsächlich bei billigen Zelten verarbeitet:
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PVC
Diese billige Beschichtung wird bei Kälte brüchig und löst sich schnell vom Trägermaterial ab. Durch den Chloranteil ist sowohl die Herstellung, als auch die Entsorgung nicht gerade umweltverträglich.
-
Acryl
Ist ebenfalls billig, bricht bei Kälte und löst sich schnell ab.
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Alubedampfung
Diese preiswerte Beschichtung verringert den Lichteinfall und verwandelt so das Zelt in eine Dunkelkammer, also nichts für Leute, die es gern hell im Zelt haben.
Innenzeltmaterialien
Gute Innenzelte werden heute meist aus unbeschichtetem Nylon oder besser noch aus Ripstop-Nylon hergestellt. Wie schon erwähnt, ist das leichte Gewebe reiß- und scheuerfest, nässeunempfindlich, trocknet schnell und verrottet nicht. Allerdings ist das Material UV-empfindlich, was die Lebensdauer verkürzt. Das verstärkte Ripstop ist unempfindlicher und stabiler.
Polyester und Baumwolle, bzw. deren Mischgewebe, werden kaum noch benutzt, weil sie schwerer sind.
Eine Besonderheit sind Innenzelte, die bis auf den Zeltboden fast vollständig aus Moskitonetz bestehen. Solche Zelte sind noch leichter, allerdings wegen ihrer Luftdurchlässigkeit und der damit fehlenden Isolierung auch nur in wärmeren Trekkinggebieten einsetzbar.
Weitere Infos über Zeltmaterial hinaus:
Ratgeber Zeltmaterialien
Das richtige Zeltmaterial entscheidet darüber, ob Du im Regen trocken bleibst, im Sommer nicht schwitzt und ob Dein Zelt nach drei Saisons noch steht oder reif für den Müll ist. Nylon, Polyester, Baumwolle oder Mischgewebe – jedes Material hat Stärken und Schwächen, und die passen nicht zu jedem Einsatz. In diesem Ratgeber erklären wir Dir, welches Zeltmaterial es gibt, welche Beschichtungen wirklich dicht halten, was die Wassersäule bedeutet und worauf Du bei der Kaufentscheidung achten solltest.
- Außenzelt muss wasser- und winddicht sein, nicht atmungsaktiv
- Hauptmaterialien: Nylon, Polyester, Baumwolle, Polycotton, Dyneema
- Beschichtungen: Polyurethan (PU) und Silikon sind hochwertig
- Mindest-Wassersäule: 1.500 mm (Außenzelt), 3.000 mm (Zeltboden)
- Gewebestärke wird in Denier (D) angegeben – je höher, desto robuster
- Kein Zeltmaterial ist für jeden Einsatz ideal – die Wahl hängt am Einsatzzweck
Zeltmaterialien im Überblick – die Entscheidungshilfe
Für alle, die schnell entscheiden wollen – die wichtigsten Materialien mit ihren Stärken und typischen Einsatzgebieten:
| Material | Gewicht | UV-Beständigkeit | Idealer Einsatz |
| Nylon / Ripstop | sehr leicht | gering | Trekking, Ultraleicht-Zelte |
| Polyester | mittel | hoch | Campingplatz, Familienzelte |
| Baumwolle | schwer | sehr hoch | Standzelt, Langzeit-Camping |
| Polycotton | mittel-schwer | hoch | Familienzelte, Vier-Jahreszeiten |
| Dyneema | ultraleicht | hoch | Expedition, Thru-Hiking |
Welches Zeltmaterial gibt es für Außenzelte?
Das Außenzeltmaterial muss wasser- und winddicht sein, aber nicht atmungsaktiv. Hohe Luftfeuchtigkeit und schlechte Belüftung führen zwar zu Kondensation an der Innenseite des Außenzeltes – bei einer durchdachten Zeltkonstruktion läuft das Schwitzwasser aber einfach herab. Bei zu flacher Konstruktion kann es auf das Innenzelt tropfen.
Für gute Außenzelte werden hauptsächlich Polyamid (Nylon) oder Polyester verwendet. Beide Materialien werden zusätzlich beidseitig mit verschiedenen Beschichtungen versehen, um die gewünschten Eigenschaften wie Wasserdichtigkeit und Reißfestigkeit zu erreichen.
Nylon (Polyamid)
Das leichte Gewebe ist reiß- und scheuerfest, nässeunempfindlich und verrottet nicht. Der Nachteil: Nylon ist UV-empfindlich, was die Lebensdauer verkürzt – und es nimmt etwas Feuchtigkeit auf und dehnt sich bei Nässe. Für leichte Trekkingzelte trotzdem das Material der Wahl, weil es pro Gramm am meisten Stabilität bietet.
Ripstop-Nylon
Bei dieser besonderen Gewebeart werden in regelmäßigen Abständen stärkere Fäden ins Gewebe eingewebt – das charakteristische Karomuster. Ergebnis: höhere Reißfestigkeit und weniger Dehnung bei Nässe. Wenn das Material doch einmal einreißt, stoppt der eingewebte Verstärkungsfaden den Riss. Bei modernen Ultraleicht- und Trekkingzelten Standard.
Polyester
Polyester hat ebenfalls eine hohe Reiß- und Scheuerfestigkeit, verrottet nicht, ist deutlich UV-beständiger als Nylon und dehnt sich kaum bei Nässe. Der Nachteil: Polyester ist schwerer als Nylon und erzeugt bei Wind etwas höhere Flattergeräusche. Für klassische Campingplatz- und Familienzelte ist Polyester heute das meistverwendete Material.
Baumwolle und Baumwollmischgewebe (Polycotton / Technical Cotton)
Reine Baumwolle ist luftdurchlässig und schafft ein angenehmes Klima im Zelt – im Sommer kühler, im Winter wärmer als Kunstfaserzelte. Bei Regen saugt sich das Gewebe voll, ohne durchzutropfen. Baumwolle muss nicht beschichtet werden, braucht aber regelmäßige Imprägnierung. Nachteil: Baumwolle ist schwer, wird im nassen Zustand noch schwerer, trocknet langsam und kann verrotten.
Baumwollmischgewebe (Polycotton) kombiniert die Vorteile beider Welten: die angenehme Klimaregulierung der Baumwolle mit der Robustheit und dem geringeren Gewicht von Polyester. Typische Mischungsverhältnisse liegen bei 65/35 oder 35/65. Bekannte Markenbezeichnungen sind Technical Cotton, TenCate Cotton oder Trailtex. Polycotton ist die erste Wahl für Familienzelte und Langzeit-Camping – langlebig, leise im Wind und ruhig im Klima.
Dyneema (Cuben Fiber)
Dyneema Composite Fabric – früher als Cuben Fiber bekannt – ist das teuerste und leichteste Zeltmaterial am Markt. Es besteht aus laminierten UHMWPE-Fasern (Ultra-High-Molecular-Weight-Polyethylen), die extrem reißfest und dabei federleicht sind. Dyneema dehnt sich praktisch nicht und ist von Haus aus wasserdicht. Der Haken: Der Preis. Ein Zwei-Personen-Zelt aus Dyneema kostet schnell mehr als 900 Euro. Einsatz fast ausschließlich bei Thru-Hiking, Expedition und ambitioniertem Ultraleicht-Trekking.
Gore-Tex und Einwandzelte
Gore-Tex-ähnliche Membranen sind wind- und wasserdicht und trotzdem wasserdampfdurchlässig – das ist die Basis für Einwandzelte. Allerdings funktioniert der Dampftransport nur bei einem Temperaturgefälle, also bei außen niedrigeren Temperaturen als innen. Steigt die Außentemperatur, kondensiert die Körperfeuchtigkeit trotzdem an der Zeltinnenwand.
Einwandzelte sind durch die aufwändige Verarbeitung entsprechend teuer und typischerweise im Expeditionsbereich zu finden – dort, wo jedes Gramm und jede Minute Aufbauzeit zählt. Für klassisches Camping und Trekking sind Doppelwandzelte (Außen- plus Innenzelt) praktisch immer die bessere Wahl.
Denier und Gewebestärke – was bedeutet 150 Denier?
Bei Zeltstoffen begegnet Dir regelmäßig die Angabe „Denier" (abgekürzt D oder den). Denier ist eine Maßeinheit für die Feinheit einer Faser: Sie gibt an, wie viele Gramm 9.000 Meter des Fadens wiegen. Je höher der Denier-Wert, desto dicker und robuster das Gewebe – und desto schwerer ist es auch.
• 15–30 Denier: Ultraleichtzelte, sehr dünn, vorsichtig mit Dornen und Ästen umgehen
• 40–70 Denier: klassische Trekkingzelte, gute Balance aus Gewicht und Robustheit
• 75–150 Denier: Familien- und Campingplatzzelte, deutlich stabiler
• 150+ Denier: robuste Bodenmaterialien, Expeditionszelte, Groß-Familienzelte
Begegnen werden Dir auch herstellereigene Bezeichnungen wie Texolan 30, Texolan 150 HQ, SG 30, Trailtex oder TenCate. Dahinter stehen jeweils konkrete Gewebearten mit definierten Denier-Werten und Beschichtungen – die Hersteller nutzen die Markennamen, um ihre Qualitätsstoffe zu kennzeichnen.
Vergleiche nicht nur den Denier-Wert, sondern auch das Gesamtgewicht und die Nahtverarbeitung. Ein 40D-Zelt mit doppelt verschweißten Nähten hält oft länger als ein 70D-Zelt mit geklebten Billignähten. Wer bei Ultraleicht-Zelten mit sehr dünnem Material unterwegs ist, sollte sich unseren Ultraleicht-Zelte-Test anschauen – da gehen wir auf die realen Praxiswerte ein.
Welche Beschichtungen für Zelte gibt es?
Kein Kunstfaser-Zelt hält ohne Beschichtung dicht. Das Grundgewebe wird daher ein- oder beidseitig mit einer Schicht versehen, die das Material wasserdicht macht. Zwei Beschichtungsarten sind in hochwertigen Zelten Standard:
Polyurethan (PU)
PU-Beschichtungen sind flexibel und hochdicht. Die Nähte werden versiegelt, also mit einem speziellen Nahtband verklebt. Zeltböden werden fast immer aus starkem Polyester- oder Nylongewebe mit PU-Beschichtung gefertigt – der Boden muss eine höhere Wassersäule haben als das Außenzelt, weil er durch das Körpergewicht zusätzlich belastet wird. Erkennbar an Angaben wie „PU 3.000 mm" oder „PU 5.000 mm" (= Wassersäule).
Silikon (Silnylon / Silpolyester)
Die hochwertigere Variante. Silikonbeschichtungen sind elastisch, knickstabil, kältebeständig und sehr langlebig. Sie erhöhen die Weiterreißfestigkeit und UV-Beständigkeit und verringern die Wasseraufnahme – damit auch die Feuchtigkeitsdehnung des Gewebes. Silikon ist teurer als PU, und Nähte müssen mit einem speziellen Silikon-Nahtdichter nachgedichtet werden. Für Trekking- und Bergzelte der Goldstandard.
- PVC: wird bei Kälte brüchig, löst sich schnell vom Trägermaterial ab. Durch den Chloranteil weder in Herstellung noch Entsorgung umweltfreundlich.
- Acryl: ebenfalls billig, bricht bei Kälte, löst sich ab.
- Alubedampfung: preiswert, verringert den Lichteinfall drastisch – das Zelt wird zur Dunkelkammer.
Wassersäule – wie wasserdicht muss ein Zelt sein?
Die Wassersäule gibt an, wie viel Wasserdruck ein Gewebe standhält, bevor Wasser durchdringt. Gemessen wird in Millimetern. Ein Zelt mit 3.000 mm Wassersäule hält Wasser bis zu einer Säulenhöhe von 3 Metern stand, bevor es durchtropft.
• Ab 1.500 mm gilt ein Stoff offiziell als wasserdicht (DIN-Norm)
• Außenzelt: mindestens 1.500 mm, empfohlen 3.000 mm oder mehr
• Zeltboden: mindestens 3.000 mm, besser 5.000–10.000 mm (wegen Druckbelastung durch Körpergewicht)
• Vier-Jahreszeiten- und Expeditionszelte: Außenhaut oft bis 10.000 mm, Boden bis 15.000 mm
Achtung bei der Praxis: Die Wassersäule sagt wenig über die Langlebigkeit aus. Beschichtungen altern, UV-Strahlung zersetzt Material, und Nähte sind die typische Schwachstelle. Ein Zelt mit 2.000 mm und sauber versiegelten Nähten hält im Dauerregen oft besser dicht als ein Zelt mit 5.000 mm und Billig-Nahtbändern.
Bei Familien- oder Standzelten auf dem Campingplatz reichen 3.000 mm Außenhaut und 5.000 mm Boden völlig aus. Mehr ist Marketing, nicht Schutz. Wichtiger: Vor jeder Saison die Nähte prüfen und bei Bedarf mit Seam Sealer nachdichten – das bringt mehr als 2.000 mm extra Wassersäule.
Innenzeltmaterialien
Gute Innenzelte werden heute meist aus unbeschichtetem Nylon oder besser noch aus Ripstop-Nylon hergestellt. Das Gewebe ist reiß- und scheuerfest, nässeunempfindlich, trocknet schnell und verrottet nicht. Es muss nicht wasserdicht sein – diese Aufgabe übernimmt das Außenzelt. Wichtig ist, dass das Innenzelt atmungsaktiv ist, damit Feuchtigkeit nach außen entweichen kann.
Polyester und Baumwolle werden im Innenzelt kaum noch verwendet, weil sie schwerer sind. Eine Besonderheit sind Innenzelte mit Moskitonetz-Anteilen – manche bestehen bis auf den Zeltboden fast komplett aus Mesh-Gewebe. Sie sind extrem leicht, aber durch die fehlende Isolierung nur in warmen Trekkinggebieten sinnvoll.
Welches Zeltmaterial wärmt am besten?
Die kurze Antwort: Baumwolle und Baumwollmischgewebe. Das dicke, natürliche Gewebe isoliert deutlich besser als dünne Kunstfasern und sorgt für ein gleichmäßigeres Zeltklima. In Polycotton-Zelten ist es im Sommer kühler und im Winter spürbar wärmer als in reinen Polyester- oder Nylonzelten.
Allerdings wärmt kein Zeltmaterial aktiv. Die gefühlte „Wärme" im Zelt kommt aus zwei Quellen: weniger Kondensation (Baumwolle nimmt Feuchtigkeit auf und puffert sie) und bessere Isolierung gegen Temperaturschwankungen. Wer im Winter zelten will, braucht trotzdem einen passenden Schlafsack und eine Isomatte mit hohem R-Wert – kein Zeltstoff der Welt ersetzt das.
Welches Material für welchen Einsatz?
Die richtige Materialwahl hängt am Einsatzzweck. Hier meine pragmatische Empfehlung:
• Wochenend-Trekking, Wanderung: Ripstop-Nylon, 40–70 D, Silikon- oder PU-beschichtet, Wassersäule 2.000–3.000 mm
• Ultraleicht-Touren, Thru-Hiking: Silnylon 15–30 D oder Dyneema, Minimalgewicht
• Campingplatz-Urlaub mit Familie: Polyester oder Polycotton, 75–150 D, Wassersäule 3.000 mm Außen, 5.000 mm Boden
• Langzeit-Camping, Dauerstand: Polycotton oder Baumwolle, hohe Grammatur, gute UV-Beständigkeit
• Winter- und Hochtouren: Silikonbeschichtetes Polyester oder Nylon ab 40 D, stabile Gestängekonstruktion
• Expedition, Extrembedingungen: Dyneema oder hochwertiges Silnylon, doppelwandig oder Einwandzelt mit Membran
Zelte für große Menschen – worauf beim Material achten?
Für große und kräftige Menschen spielt Zeltmaterial eine besondere Rolle, die in Tests oft übersehen wird. Denn: je länger die Innenzelt-Liegefläche, desto mehr Material hängt zwischen den Zeltstangen. Das hat zwei Konsequenzen: Erstens muss das Außenzelt straffer gespannt sein, um bei Wind nicht zu flattern. Zweitens ist der Druck auf Nähte und Zeltboden größer. Ein 110-Kilo-Mensch belastet einen 20D-Ultraleichtboden deutlich stärker als ein 70-Kilo-Durchschnittswanderer.
Meine Empfehlung für Menschen über 1,90 m oder mit höherem Körpergewicht: nicht unter 40 Denier beim Außenzelt und 70 Denier beim Boden gehen. Das kostet etwas Gewicht, zahlt sich aber in Langlebigkeit und echter Wetterfestigkeit aus. Wie Du die richtige Zeltlänge und Innenhöhe für Deine Körpergröße findest, haben wir ausführlich hier beschrieben: Das richtige 1-2-Personen-Zelt für große Menschen finden.
Häufige Fragen zu Zeltmaterialien
Nylon oder Polyester – was ist besser für ein Zelt?
Beides hat seine Stärken. Nylon ist leichter und reißfester, daher erste Wahl bei Trekking- und Ultraleichtzelten. Polyester ist UV-beständiger, formstabiler bei Nässe und daher ideal für Campingplatz- und Dauerstandzelte. Wer sein Zelt oft und lange in der Sonne stehen hat, fährt mit Polyester besser. Wer Gewicht spart, nimmt Nylon.
Baumwolle oder Polyester – was ist für ein Zelt besser?
Baumwolle bietet besseres Zeltklima und natürliche Temperaturregulierung, ist aber schwerer und pflegeintensiver. Polyester ist leichter, pflegeleichter und sofort wasserdicht, dafür weniger komfortabel im Hochsommer. Für Familien- und Langzeit-Camping ist Polycotton (Mischgewebe) meist die beste Kompromisslösung.
PE oder PVC – was ist besser für Zelte und Planen?
PE (Polyethylen) ist das heute übliche Material für einfache Zeltplanen und Bodenplanen – leicht, preiswert, UV-beständiger als PVC. PVC wird bei Kälte brüchig und ist ökologisch kritisch. Für Zeltböden und Partyzelte ist PE die modernere Wahl, PVC findet man noch bei sehr günstigen Modellen.
Was bedeutet 150 Denier bei einem Zelt?
150 Denier (150 D) beschreibt die Feinheit bzw. Dicke der Einzelfaser. Je höher der Wert, desto dicker und robuster das Gewebe. 150 D ist deutlich robuster als Ultraleicht-Material mit 20 D, aber auch schwerer – typisch für Familien- und Campingplatzzelte.
Welche Wassersäule sollte ein Zelt haben?
Für Außenzelte mindestens 1.500 mm, empfohlen 3.000 mm oder mehr. Für Zeltböden mindestens 3.000 mm, bei Camping mit Wohnausstattung eher 5.000 mm. Vier-Jahreszeiten-Zelte können bis 10.000 mm Außenhaut haben – für normales Camping ist das überdimensioniert.
Ist ein Einwandzelt besser als ein Doppelwandzelt?
Für Expeditionen und Schnellaufbau in extremen Bedingungen: ja. Für klassisches Camping und Trekking: nein. Doppelwandzelte haben besseres Kondensationsmanagement, sind günstiger, robuster und vielseitiger. Einwandzelte lohnen sich fast nur bei Hoch- und Wintertouren, wo Aufbauzeit und Gewicht entscheidend sind.
Was ist Polycotton beim Zelt?
Polycotton ist ein Mischgewebe aus Baumwolle und Polyester. Es kombiniert die natürliche Klimaregulierung und Robustheit der Baumwolle mit dem geringeren Gewicht und der UV-Stabilität von Polyester. Bei Familienzelten und Standzelten heute der Qualitätsstandard.
Wie lange hält ein Zelt?
Das hängt stark vom Material und der Pflege ab. Hochwertige Polyester- oder Polycotton-Zelte halten bei regelmäßiger Imprägnierung und trockener Lagerung 10–15 Jahre. Ultraleicht-Nylonzelte erreichen meist 3–5 Saisons intensiven Einsatzes. Die größte Schwachstelle ist fast immer die PU-Beschichtung, die nach einigen Jahren hydrolysiert.
Fazit: Zeltmaterial richtig wählen
Das perfekte Zeltmaterial gibt es nicht – nur das passende für Deinen Einsatz. Für klassisches Camping mit der Familie ist Polycotton oder Polyester in mittlerer Grammatur meist die beste Wahl: robust, langlebig, gutes Zeltklima. Für Wanderer und Trekker zählt jedes Gramm: hier kommt Silikonbeschichtetes Ripstop-Nylon ins Spiel. Wer extreme Ansprüche an Gewicht und Leistung hat, landet bei Dyneema oder hochwertigen Silnylon-Geweben.
Egal welches Material: Die beste Beschichtung bringt nichts, wenn die Nähte nicht versiegelt sind. Und die höchste Wassersäule hilft nicht, wenn das Zelt zu klein für Deine Körpergröße ist. Fragen zur passenden Zeltgröße, zu Markenstoffen oder zur Pflege – melde Dich gern bei uns. Wer Zeltstangen braucht oder eine Reparatur plant, schaut am besten in unseren Zeltstangen-Ratgeber oder direkt in die Kategorie Zeltstangen.
Über den Autor
Gerhard Renner ist Inhaber von RennerXXL und seit über 20 Jahren spezialisiert auf Outdoor-Ausrüstung für Menschen in großen Größen. Als aktiver Camper mit eigenem Caravan kennt er die Anforderungen an Zeltmaterialien aus der Praxis – und weiß, worauf es bei längeren Touren und größeren Liegeflächen wirklich ankommt.