Atmungsaktivität

Atmungsaktivität - was heißt eigentlich atmungsaktiv?



Gore Tex LogoDie Atmungsaktivität ist nicht bei allen Materialien gleich, sondern unterscheidet sich stark nach Qualität und Verarbeitung. Ein Verfahren um atmungsaktive Werte einer Membran oder Beschichtung zu ermitteln ist der MVTR-Test. Dieser Test ermittelt wie dampfdurchlässig das Material ist, das Ergebnis wird als Dampfdurchlässigkeit in Gramm pro Quadratmeter Stoff innerhalb von 24 Stunden angegeben (z.B. 3.000 g/m²/24h). Ein zuverlässiger Test atmunsaktiver Stoffe mit der man den MVTR Wert und die Atmungsaktivität von Bekleidung bestimmen kann.

Günstige Discounterware erfüllt oft nur die Mindestvoraussetzung von Atmungsaktivität (1.000 bis 1.500 g/m²/24h). Allerdings sollte Bekleidung, die bei längerer körperlicher Betätigung (sei es Arbeit oder Sport) getragen wird, mindestens eine Atmungsaktivität von 3.000 g/m²/24h mitbringen. Ab einer Atmungsaktivität von 5.000 kann man von guter Atmungsaktivität sprechen, ab 10.000 ist ist die Atmungsaktivität als sehr gut zu bezeichnen. Hochwertige (und zumeist auch teure) Bekleidung kann eine Atmungsaktivität von 15.000 g/m²/24h oder mehr erreichen. Zudem können zusätzliche Ventilationsöffnungen unter den Armen oder an den Seiten helfen den Klimakomfort zu verbessern.

Trotz der Fortschritte, die in der Verarbeitung von Membranen und Beschichtungen erreicht wurden, sind atmungsaktive Textilien, in denen man gar nicht mehr schwitzt, leider schon aus biologischen Gründen nicht realisierbar. Eine hoch atmungsaktive Jacke sorgt aber für ein deutlich besseres Wohlempfinden, schützt vor einem Hitzestau bei körperlichen Anstrengungen und hilft bessere körperliche Leistungen zu erzielen.

Was bedeutet eine Atmungsaktivität von 3000?


Es handelt sich dabei um den Moisture Vapor Transmission Rate (abgekürzt: MVTR Wert). Die Maßeinheit der Atmungsaktivität bei Textilien nennt man MVP. MVP gibt die Menge an Wasserdampf an, die binnen 24 Stunden durch eine 1 Quadratmeter große Fläche einer Membran geleitet werden kann. Wird also die Atmungsaktivität einer Skijacke oder Fleece mit 3000 angegeben, so kann innerhalb eines Zeitraumes von 24 Stunden 3 Liter (3000 Gramm) Wasserdampf je Quadratmeter verdampfen kann.Je höher dieser Wert ist, umso besser

Wasserdichte


Die ISO-Norm schreibt für wasserdichte Textilien eine Wassersäule von mindestens 1.300 mm vor. Das bedeutet, ein Rohr mit definierter Aufstandsfläche wird auf ein Stück des Stoffes gestellt und anschließend mit Wasser gefüllt. Dabei wird kontrolliert, ab welcher Wasserstandshöhe Wasser durch den Stoff dringt. Dringt also das Wasser erst bei einem Wasserstand von mehr als 1.300 mm durch, dann gilt er als wasserdicht.

Dieser Wert stellt allerdings die unterste Grenze dar, denn bereits bei größeren Schauern entsteht größerer Druck, sodass Wasser durch das Textil dringen kann. Outdoor Bekleidung sollte eine Wassersäule ab 3.000 haben. Die Top-Membranen renommierter Hersteller können sogar Werte von 20.000 mm Wassersäule erreichen. Dabei darf natürlich auch eine Regenjacke nicht auf Atmungsaktivität verzichten.

Die Membran auf der Beschichtung macht die Bekleidung erst atmungsaktiv und wasserdicht


Wasserdichte Textilien sind nicht von Haus aus wasserdampfdurchlässig und wasserabweisend, Erst die Membrane (wie z. B. Sympatex oder Gore-Tex)  und eine spezielle PU-Beschichtung schützt die Jacke und Outdoor Bekleidung vor Regen, Schnee, Nässe und Wasser. Spezielle Outdoor Waschmittel und Imprägnierer sorgen dafür, dass die Kleidung auch wasserabweisend bleibt. 
 

Membranen und Beschichtungen

Membranen sind dünne Material- bzw. Gewebeschichten, die Flüssigkeit (z.B. Regen) nicht eindringen, aber Gase (z.B. Dampfschweiss) entweichen lassen. Die bekanntesten Membranen sind Gore-Tex, Sympatex und Event. Gore Tex hat den Ruf in Bezug auf Wasserdichtigkeit die leistungsfähigste Membran zu sein, bei der Atmungsaktivität gilt wiederum die Event Membran als die Beste auf dem Markt.

Um den verschiedenen Einsatzanforderungen gerecht zu werden, verarbeitet man Membranen mit verschiedenen Trägermaterialien. So lassen sich entweder besonders leichte und dünne oder auch robuste und belastbare Textilien fertigen. Die Verbindung einer Membran mit einem Obermaterial bezeichnet man als Laminat.

Übersicht über die verschiedenen Laminate:

  • Z-Liner
    Membran, Oberstoff und Futterstoff liegen separat und werden nur an Säumen und Bünden zusammengefasst. Das hat den Vorteil, dass das Textil viele Details und Taschen aufweisen kann. Allerdings kann dann Wasser in die Taschen eindringen und das Obermaterial kann durchnässen. Zudem ist die Membran oft anfällig für Reibung (z.B. durch einen schweren Rucksack).
  • S-Liner (Drop Liner)
    Membran und Futterstoff werden laminiert, der Oberstoff liegt separat. Vor- und Nachteile sind identisch zum Z-Liner.
  • 2-Lagen Laminat
    Membran und Oberstoff werden zu einem 2 Lagen(stoff) Laminat verbunden, wodurch auch die Taschen wasserdicht werden. Je nach Obermaterial sind 2 Lagen Laminate rucksacktauglich.
  • 2,5 Lagen Laminat
    Membran und Oberstoff werden laminiert, auf der Innenseite werden Abstandshalter (z.B. Polyesterprints) laminiert, die ein flächendeckendes und Aufliegen und Aufkleben des Laminats auf der Haut verhindern. Diese leichten Jacken sind allerdings nur bedingt rucksacktauglich.
  • 3 Lagen Laminat
    Futter, Membran und Oberstof werden zu einem 3 Lagen Laminat verbunden. Diese robuste Variante ist für Berg- und Extremjacken mit schwerem Rucksack geeignet.
  • Bodymapping
    Bodymapping kombiniert verschiendene Laminate an bestimmten Körperzonen (z.B. 3 Lagen an den Schultern, 2,5 Lagen am Torso). Diese Technologie wird vor allem bei hochwertigsten Winterjacken verwendet.

Beschichtungen

Beschichtungen sind mikroporöse Polyurethan-Bedampfungen, welche von innen an den Außenstoff aufgetragen werden. Microporös bedeutet das die Beschichtung mikroskopisch kleine Löcher aufweisst, durch die Dampf ausströmen kann. Die bekanntesten Beschichtungen sind Ceplex von Vaude, HyVent von The North Face oder Texapore der Firma Jack Wolfskin. Jede Firma verwendet eine eigene, vom Prinzip aber sehr ähnliche Beschichtung. Hier hängt die Leistungsfähigkeit vor allem vom technischen Prozess ab, bei dem die Beschichtung aufgebracht wird. Bei günstigen Jacken ist es meistens so, das die Abriebfestigkeit und die Dampfdurchlässigkeit aufgrund der einfachen Beschichtung geringer sind.

 

Die Faserquerschnitte erhöhen die Funktion
 
Der Faserquerschnitt (Cross Section) beeinflusst die Funktionalität des Stoffes. Chemiefasern werden durch Spinndüsen gepresst und können somit mit unterschiedlichsten Querschnitten hergestellt werden. Multilobale Querschnitte, also solche, die nicht rund oder oval sind, sondern mehrere Kanten aufweisen (wie etwa eine X- oder Y-Form), vergrößern die Faseroberfläche und unterstützen so die rasche Verdunstung von Feuchtigkeit. Hohlfasern speichern Luft im Inneren und verstärken damit die Wärmeleistung.
Gleichzeitig kann in den kleinen Kanälen Feuchtigkeit nach außen transportiert werden. Diese Hohlfasern können beispielsweise wie Makkaroni aussehen oder auch wie mehrere aneinandergereihte Kissen, Ein weiteres Plus an Funktion bieten texturierte Garne aus Chemiefasern. Sie erhalten im Spinnverfahren eine leichte Kräuselung. Dadurch können sich im verarbeiteten Stoff kleinste Luftkammern bilden, die für gutes Klimamanagement sorgen.
Diese DTY- (draw texture yarn) und ATY- Garne (air texture yarn) erhalten somit einen sehr natürlichen, trockenen Griff und glänzen nicht mehr so stark wie herkömmlich gesponnene Chemiefasern.
Zu guter Letzt können diese besonders konstruierten Garne auch noch mit zusätzlicher Funktion aufgeladen werden, indem beim Spinnprozess kleinste Partikel in die Fasern eingebracht werden, die sich im Gegensatz zu aufgebrachten Ausrüstungen nicht auswaschen. Besonderen Augenmerk haben mineralische Bestandteile oder auch Aktivkohle verdient, wie bei den bekannten Technologien von Singtex (S-Cafe), Nilit (Innergy), oder 37,5° (ehemals Cocona). Je nach Art der Mineralien können die Stoffe schlechte Gerüche bei atmungsaktiver Bekleidung eliminieren, Feuchtigkeit noch schneller nach außen leiten oder die Energie des Sportlers dank Ferninfrarot-Technologie steigern. Doch auch auf Stoffe und Fasern aufgebrachte Ausrüstungen sind in den reuen Kollektionen oft zu finden, allen voran das geruchsneutralisierende Polygiene, das dank Spray oder Waschzusatz immer wieder aufgefrischt werden kann.

Amtmungsaktivität gerade von Jacken spielt eine sehr große Rolle und wird das auch weiterhin tun. Mit atmungsaktiven Doppeljacken kann man noch zusätzlich ein Fleece ein oder auszippen sich noch besser an die Gegebenheiten anpassen. In der Beschreibung der Produkte von Renner XXL findest Du neben der Wassersäule auch immer den MVTR-Wert und wir hoffen, dass Du Dich nach unserem Artikel daran noch besser orientieren kannst.

Welche Stoffe sind wasserdicht?

Wasserdichte Stoffe, die zudem auch noch hoch atmungsaktiv sein sollen ist der Anspruch dem es gerecht zu werden gilt. Dafür gibt es heute jede Menge Kunstfasern, die beliebtesten und leichtesten sind Polyamide, Polypropylen und vor allem Polyester. Polyester (PU) ist extrem schnelltrocknend und nimmt zudem sehr wenig Feuchtigkeit auf. Kein Wunder, dass über 90% aller Funktionsjacken heute aus PU hergegestellt werden.

Hier ein noch Video wo Atmungsaktivität getestet wird: