Zuletzt aktualisiert am: 23. Mai 2026
Inhaltsverzeichnis (zum Aufklappen)
- Das Wichtigste im Schnellüberblick
- Was ist ein Kompass?
- Wie funktioniert ein Kompass?
- Magnetkompass und Kreiselkompass
- Wie ist ein Kompass aufgebaut? (alle Teile beschriftet)
- Die rote Kompassnadel – wohin zeigt sie?
- Kompass lesen und ablesen
- Kompass benutzen – Schritt für Schritt
- Kompass ohne Karte benutzen
- Wer hat den Kompass erfunden?
- Wie orientiere ich mich im Gelände?
- Weitere Möglichkeiten der Orientierung
- Video: Linealkompass richtig verwenden
- Welche Arten von Wanderkompassen gibt es?
- Mit Kompass und Karte unterwegs – Ausrüstung in Übergröße
- FAQ – Fragen und Antworten zum Kompass
Ein Kompass ist das einfachste und zuverlässigste Werkzeug zur Orientierung – er braucht weder Strom noch Satelliten und funktioniert auch dann noch, wenn Handyakku oder GPS-Empfang ausfallen. Auf dieser Seite erklären wir dir verständlich, wie ein Kompass funktioniert, wie er aufgebaut ist und wie du ihn richtig liest und benutzt – mit Schritt-für-Schritt-Anleitung und Praxistipps aus echten Touren.
Egal, ob du den Kompass für die Schule, für die nächste Wanderung oder als Notfall-Backup verstehen willst: Wir gehen vom Grundprinzip bis zur konkreten Anwendung im Gelände. Wenn du es eilig hast, findest du gleich darunter die fünf wichtigsten Punkte im Schnellüberblick.
Umgang mit dem Kompass – das Wichtigste im Schnellüberblick
5 Schritte für den richtigen Umgang mit einem Kompass – so stellst du ihn ein:
- Stelle sicher, dass die magnetische Nadel frei beweglich ist und halte den Kompass waagerecht.
- Richte die Kante des Kompasses auf Start- und Endpunkt aus.
- Drehe das Kompassgehäuse, bis der Orientierungspfeil und die Linien auf der Karte nach Norden (N) zeigen.
- Drehe Karte und Kompass, bis das rote Ende der Nadel auf die Nordmarkierung zeigt.
- Folge dem Richtungspfeil und halte die rote Nadel dabei auf der Nordmarkierung.
Was ist ein Kompass?
Ein Kompass ist ein Instrument zur Bestimmung der Himmelsrichtungen. Im Kern besteht er aus einer frei beweglichen, magnetisierten Nadel, die sich am Magnetfeld der Erde ausrichtet. Das rote Ende der Nadel zeigt dabei nach magnetisch Norden – und daraus lassen sich alle vier Himmelsrichtungen ableiten. (Der magnetische Norden weicht leicht vom geografischen ab – dazu gleich mehr.)
Erfunden wurde der Kompass nicht für die Freizeit, sondern für die Navigation auf See und zu Land. Bis heute ist er das wichtigste analoge Orientierungsmittel, weil er ohne Technik, Akku oder Empfang auskommt.
Übrigens, weil danach oft gefragt wird: Die Mehrzahl von Kompass lautet „Kompasse“ (in der Seefahrt auch „Kompasten“). Beide Formen sind korrekt, im Alltag wird fast immer „Kompasse“ verwendet.
Wie funktioniert ein Kompass?
Ein Kompass funktioniert über das unsichtbare Erdmagnetfeld. Vereinfacht gesagt: Die Erde ist selbst ein riesiger Magnet mit zwei Polen. Die magnetisierte Nadel im Kompass ist ebenfalls ein kleiner Magnet – und richtet sich entlang dieses Feldes aus. Das rote Ende zeigt dadurch zuverlässig nach magnetisch Norden.
Warum zeigt die Nadel nach Norden?
Der Grund ist das physikalische Prinzip „ungleiche Pole ziehen sich an“. In der Nähe des geografischen Nordpols liegt der magnetische Südpol der Erde – und dieser zieht den Nordpol der Kompassnadel an. Deshalb dreht sich die rote Nadelspitze immer dorthin. Der magnetische Pol liegt allerdings nicht exakt am geografischen Nordpol und wandert über die Jahre langsam. Erzeugt wird das Erdmagnetfeld vom flüssigen Eisenkern der Erde, der wie ein gigantischer Dynamo wirkt.
Geografischer und magnetischer Norden sind nicht dasselbe
Wichtig zu verstehen: Der magnetische Nordpol ist nicht identisch mit dem geografischen Nordpol. Diese Abweichung nennt man Missweisung oder Deklination. In Deutschland ist sie derzeit nur wenige Grad groß – für normale Wandertouren vernachlässigbar, bei präziser Navigation aber relevant. Da sich der magnetische Pol langsam verschiebt, ändert sich auch die Deklination mit der Zeit; den genauen Wert für deinen Standort liefern Online-Deklinationsrechner.
Wie funktioniert ein Kompass – einfach erklärt
Kurz für zwischendurch: Die Erde ist ein Magnet. Die Kompassnadel ist ein Magnet. Magnete richten sich zueinander aus – also dreht sich die Nadel immer in die Nord-Süd-Linie. Du musst nur noch ablesen, wo Norden ist, und kannst dich danach orientieren. Mehr Physik steckt im Grundprinzip nicht.
Genau das macht ihn zum verlässlichsten Notfall-Orientierungsmittel: Er arbeitet auch bei Nebel, Sturm oder leerem Handyakku – dann, wenn moderne Technik aussteigt.
Magnetkompass und Kreiselkompass – zwei Funktionsprinzipien
Nicht jeder Kompass arbeitet gleich. Grundsätzlich unterscheidet man zwei Funktionsprinzipien:
Der Magnetkompass
Das ist der klassische Kompass für Wandern, Trekking und Alltag. Seine magnetisierte Nadel richtet sich am Erdmagnetfeld aus und zeigt nach magnetisch Norden. Er ist sofort einsatzbereit, robust und braucht keine Energie. Wenn von „Kompass“ die Rede ist, ist fast immer der Magnetkompass gemeint.
Der Kreiselkompass
Der Kreiselkompass kommt ohne Magnetismus aus. Er nutzt einen schnell rotierenden Kreisel und richtet sich an der Erdrotation aus – dadurch zeigt er zum geografischen (nicht zum magnetischen) Nordpol. Er braucht allerdings einige Zeit, bis er sich eingependelt hat, und wird deshalb vor allem auf Schiffen und in der Luftfahrt eingesetzt, nicht beim Wandern.
Für die Praxis im Gelände ist also der Magnetkompass dein Werkzeug. Alles Folgende auf dieser Seite bezieht sich auf ihn.
Wie ist ein Kompass aufgebaut? Alle Teile beschriftet
Die Designs der Kompasse unterscheiden sich, aber alle besitzen eine magnetische Nadel, die sich am Erdmagnetfeld orientiert. Der Basis- oder Plattenkompass besteht aus diesen Bauteilen:
- Grundplatte: die durchsichtige Kunststoffplatte, auf der der Kompass sitzt.
- Richtungspfeil (Laufrichtungspfeil): der Pfeil auf der Platte, der vom Kompass weg in deine Marschrichtung zeigt.
- Kompassgehäuse (Kompassdose): die drehbare Dose, in der die Nadel liegt.
- Gradregler (Drehring): umgibt das Gehäuse und zeigt alle 360 Grad des Kreises an.
- Magnetnadel: die frei drehbare Nadel im Gehäuse – das rote Ende zeigt nach magnetisch Norden.
- Orientierungspfeil: der nichtmagnetische Pfeil (oft „Parkplatz“ der Nadel) im Gehäuseboden.
- Orientierungslinien: die Linien im Gehäuseboden, parallel zum Orientierungspfeil.
Die rote Kompassnadel – wohin zeigt sie?
Die wichtigste Grundregel beim Kompass lautet: Rot = Nord. Das rote (oft auch nur das stärker eingefärbte) Ende der Magnetnadel zeigt immer zum magnetischen Nordpol – egal, wie du den Kompass drehst oder hältst.
Bei vielen Kompassen ist das nördliche Ende zusätzlich mit einem kleinen „N“ markiert. Das weiße oder grüne Ende der Nadel zeigt entsprechend nach Süden. Das ist die häufigste Fehlerquelle bei Einsteigern: Wer versehentlich das weiße Ende abliest, läuft exakt in die falsche Richtung.
Was, wenn die Nadel zittert oder sich nicht einpendelt?
Eine Nadel, die nicht zur Ruhe kommt, hat fast immer einen von zwei Gründen: Entweder hältst du den Kompass nicht waagerecht, oder es gibt eine magnetische Störquelle in der Nähe (Metall, Auto, Smartphone, Stromleitung). Tritt ein paar Schritte zur Seite und halte den Kompass flach – dann pendelt sich die Nadel ein.
Kompass lesen und ablesen – so geht’s
Einen Kompass abzulesen ist einfacher als viele denken – wenn man weiß, worauf man schaut. Die Grundregel: Immer die Kompassnadel lesen, nicht den Kompasskörper.
Die Himmelsrichtungen ablesen
Der Gradring zeigt 0° bis 360°. Die vier Hauptrichtungen sind fest verteilt: Norden (0°/360°), Osten (90°), Süden (180°), Westen (270°). Das rote Ende der Nadel zeigt immer zu magnetisch Nord – unabhängig davon, wie du den Kompass hältst.
Die Marschkompasszahl ablesen
Die Marschkompasszahl ist der Winkelwert an der Visiermarke des Kompasses – also die Richtung, in die du marschieren willst. Sie wird in Grad angegeben (0 bis 360°) und am Gradregler eingestellt. Beispiel: Marschkompasszahl 45° bedeutet Nordost.
Schritt für Schritt: Kompassgrad ablesen
- Kompass waagerecht halten, Nadel frei schwingen lassen.
- Kompassgehäuse drehen, bis die Nordmarkierung mit dem roten Nadelende übereinstimmt.
- Den Wert an der Visiermarke (Richtungspfeil) ablesen – das ist deine aktuelle Blickrichtung in Grad.
Wie benutzt man einen Kompass? Schritt für Schritt
Für Orientierungsfragen werden sogenannte Peilkompasse (auch Bussolen genannt) verwendet. Drei Handgriffe brauchst du im Gelände immer wieder:
1. Karte einnorden
Stelle die Kompassdose auf 0° (Nord) und lege den Kompass am Kartenrand an. Dreh dich mit der Karte auf waagerechtem Untergrund so lange, bis die Nordnadel auf der Nordmarkierung der Dose einpendelt. Fertig – Kompass, Karte und dein Blick zeigen jetzt nach Norden.
2. Marschrichtung bestimmen
Lege die Kompasskante mit Richtung zum Zielpunkt an die Karte (von deinem Standort zum Ziel). Dreh dann die Kompassdose, bis die Nord-Süd-Linien im Gehäuseboden parallel zu den Nord-Süd-Gitterlinien (Meridianen) der Karte liegen und der Nordpfeil im Gehäuse nach Kartennorden zeigt – nicht an der Kartenschrift orientieren, sondern am Gitter. Die Marschrichtung liest du dann an der Visiermarke ab. Bedenke: Je länger die Distanz zum Ziel, desto ungenauer – peile lieber kürzere Etappen an. Wie du Gehzeiten realistisch berechnest, erklären wir in einem eigenen Ratgeber.
3. Marschrichtung in die Natur übertragen
Stelle die abgelesene Marschrichtung an der Dose ein und dreh dich am Stand so lange, bis die rote Nadel wieder auf der Nordmarkierung steht. Damit hast du deine Marschrichtung in die Natur übertragen. Bei sehr schlechter Sicht in Gelände mit wenigen Anhaltspunkten (z. B. auf Gletschern) hilft es, einen Partner als Sichtmarke vorauszuschicken.
4. Standort bestimmen
Wenn du nicht mehr sicher weißt, wo du bist, hilft das Rückwärtseinschneiden. So gehst du vor:
- Such dir einen markanten Punkt im Gelände, den du auch auf der Karte findest (z. B. einen Gipfel, eine Kirche, einen Mast).
- Peile diesen Punkt mit dem Kompass an und lies die Marschkompasszahl ab.
- Rechne die Gegenrichtung aus (±180°) und trage diese Linie auf der Karte vom bekannten Punkt aus ein. Irgendwo auf dieser Linie stehst du.
- Wiederhole das mit einem zweiten bekannten Punkt – idealerweise im rechten Winkel zum ersten. Wo sich beide Linien schneiden, ist dein Standort.
Liegst du ohnehin an einer eindeutigen Linie der Karte (Weg, Bachlauf, Höhenlinie), reicht oft schon eine einzige Peilung, um den Standort festzulegen.
Kompass ohne Karte benutzen
Was tun, wenn die Karte fehlt oder durchnässt ist? Ein Kompass ist auch ohne Karte nützlich – du musst nur die Technik anpassen.
Grundprinzip: Marschrichtung halten
Bestimme zuerst die Richtung deines Ziels – z. B. „das Tal liegt südwestlich von mir“. Stelle diese Richtung (225° für Südwest) am Gradring ein und dreh dich, bis die rote Nadel auf der Nordmarkierung steht. Jetzt zeigt der Richtungspfeil genau zum Ziel. Such dir einen festen Punkt in der Ferne auf dieser Linie und lauf ihn an.
Rückweg sichern
Wer die Marschrichtung kennt, berechnet den Rückweg einfach: 180° addieren oder subtrahieren. Beispiel: Hinweg 45° (Nordost) ergibt Rückweg 225° (Südwest). Diese simple Regel kann in unübersichtlichem Gelände entscheidend sein.
Wichtig: Ohne Karte bekommst du nur eine grobe Marschrichtung, keine genaue Standortbestimmung. Wo genau du dich befindest und wie weit es noch ist, lässt sich erst mit Karte zuverlässig sagen. Verlass dich ohne Karte also nicht darauf, eine bestimmte Stelle punktgenau zu treffen – halte die Richtung und steuere ein großes, sicheres Ziel an (Tal, Straße, Bachlauf).
Wer hat den Kompass erfunden?
Frühe Formen magnetischer Richtungsanzeiger sind aus China bekannt. In Europa verbreitete sich der Kompass im Mittelalter – lange war er ein reines Navigationsinstrument der Seefahrt. Heute ist er fester Bestandteil jeder durchdachten Outdoor-Ausrüstung.
Auf üblichen Trekkingtouren, auf denen man einem sichtbaren Pfad folgt, genügt meist die Orientierung an Landschaftsmarken plus Karte. Auf vielen markierten Touren reicht das völlig aus. Aber es gibt den einen Fall, der jederzeit eintreten kann – und auf den man vorbereitet sein muss.
Heute steckt nicht mehr nur beim Technikfan ein GPS-Gerät im Rucksack. Trotzdem gilt: Akku und Empfang können ausfallen – der Kompass nicht. Deshalb gehört er als analoges Backup immer mit ins Gepäck.
Wie orientiere ich mich im Gelände?
7 Schritte, wie du dich im Gelände orientierst. Die übliche Herangehensweise setzt halbwegs gute Sicht voraus, eine Wanderkarte (am besten mit Höhenlinien) und zur Sicherheit einen Kompass. Vom Start an verfolgst du den Weg auf der Karte mit, damit du jederzeit weißt, wo du bist.
- Halte die Karte so vor dir, dass die sichtbare Umgebung darauf erkennbar ist.
- Norde die Karte ein: oberer Kartenrand nach Norden, bestimmt mit Kompass oder Sonne und Uhr.
- Such dir markante Punkte im Gelände – Täler, Flussläufe, Berge, Seen, Ortschaften oder Straßen.
- Wähle mindestens vier bis fünf solcher Punkte in verschiedenen Himmelsrichtungen.
- Peile über deinen vermuteten Standort die Landmarken an und finde sie auf der Karte wieder.
- Bei Abweichungen korrigierst du deinen vermuteten Standort entsprechend.
- Wiederhole das, bis du dir über deinen aktuellen Standort sicher bist.
Häufiger Denkfehler: „Die Nadel zeigt nach Osten, also muss ich nach Osten gehen.“ Falsch. Um deine Richtung zu finden, drehst du den Gradring, bis Nordmarkierung und Orientierungspfeil mit dem nördlichen Nadelende übereinstimmen. Erst dann liest du am Ende des Richtungspfeils deine Marschrichtung ab.
Welche Möglichkeiten der Orientierung gibt es?
Die Nordbestimmung ist die wichtigste Grundlage. Du kannst sie mit dem Kompass machen – oder dir die Natur zunutze machen.
Norden in der Karte
Auf Landkarten ist Norden meist oben oder durch einen Nordpfeil gekennzeichnet. Der Unterschied zwischen geografischem und magnetischem Nordpol heißt Missweisung. Auf topografischen Karten findest du sie am Kartenrand verzeichnet.
Nordbestimmung mit Uhr und Sonne
Eine grobe Notfallmethode für die Nordhalbkugel: Richte den Stundenzeiger einer Analoguhr auf die Sonne. Halbiere den kleineren Winkel zwischen Zeiger und der Zwölf – diese Linie zeigt nach Süden, gegenüber liegt Norden. Bei Sommerzeit die Uhr gedanklich eine Stunde zurückdrehen. Genau ist das nicht, aber im Notfall reicht es, um die ungefähre Richtung zu finden. Auf der Südhalbkugel sind Nord und Süd vertauscht.
Nordbestimmung mit den Sternen
Der Polarstern zeigt auf der Nordhalbkugel zuverlässig nach Norden. Du findest ihn, indem du die Hinterachse des Großen Wagens fünfmal verlängerst. Auf der Südhalbkugel hilft das Kreuz des Südens: dessen Längsachse 4,5-mal in Richtung Fußende verlängern – der gedachte Punkt markiert Süden.
Schattenmethode ohne Uhr und Kompass
Steck einen Stab senkrecht in den Boden und markiere die Schattenspitze. Wird der Schatten am kürzesten, steht die Sonne im Süden (Nordhalbkugel), der Schatten zeigt nach Norden. Alternativ zwei Schattenpunkte (vormittags und nachmittags) verbinden – das ergibt die Ost-West-Linie. Die Methode ist genau genug für den Notfall, aber zeitaufwendig.
In den Tropen zwischen den Wendekreisen funktionieren die Sonnenmethoden nur eingeschränkt, weil die Sonne kaum nach Norden oder Süden ausschlägt. Dafür steht sie hier vormittags im Osten, nachmittags im Westen.
Video: Linealkompass richtig verwenden
Der richtige Umgang mit einem Linealkompass, anschaulich erklärt:
Welche Arten von Wanderkompassen gibt es?
Neben der Unterscheidung Magnet- vs. Kreiselkompass gibt es bei den Wanderkompassen verschiedene Bauformen:
- Plattenkompasse: der Klassiker fürs Wandern – Nadel auf durchsichtiger Grundplatte, ideal zum Kartenlesen.
- Spiegelkompasse: mit Klappspiegel zum gleichzeitigen Anvisieren und Ablesen, sehr präzise.
- Prismenkompasse: robuste Peilkompasse für genaue Richtungsmessung.
- Taschenkompasse: kleine, einfache Modelle für die schnelle Richtungsbestimmung.
- Kartenkompasse: auf das Arbeiten mit der Karte ausgelegt.
- Digitalkompasse: als App auf Smartphone oder Smartwatch – praktisch, aber von Akku und Sensor abhängig.
Wie funktioniert der Kompass auf dem Handy?
Der digitale Kompass im Smartphone nutzt einen Magnetometer-Sensor, der das Erdmagnetfeld misst – das Prinzip ist also dasselbe wie beim klassischen Kompass. Wichtig: Der Handysensor muss ab und zu kalibriert werden (meist durch eine Acht-Bewegung) und reagiert empfindlich auf Magnethüllen und andere Elektronik. Als Backup im Gelände bleibt der mechanische Kompass deshalb die verlässlichere Wahl – er kennt keinen leeren Akku.
FAQ – Fragen und Antworten zum Kompass
Wie funktioniert ein Kompass einfach erklärt?
Die Erde ist ein riesiger Magnet, und die Kompassnadel ist ein kleiner Magnet. Beide richten sich zueinander aus, deshalb dreht sich die Nadel immer in die Nord-Süd-Linie. Das rote Ende zeigt nach Norden (genauer: nach magnetisch Norden), daran liest du alle Himmelsrichtungen ab.
Woher weiß der Kompass, wo Norden ist?
In der Nähe des geografischen Nordpols liegt der magnetische Südpol. Ungleiche Pole ziehen sich an, also wird das Nordende der Kompassnadel dorthin gezogen. Deshalb zeigt die rote Nadelspitze immer Richtung magnetisch Norden.
Welches Ende der Kompassnadel zeigt nach Norden?
Das rote Ende, es zeigt nach magnetisch Norden. Häufig trägt es zusätzlich ein kleines „N“. Das weiße oder grüne Ende zeigt nach Süden. Merksatz: Rot zeigt nach Nord.
Wie liest man einen Kompass ab?
Halte den Kompass waagerecht und dreh die Kompassdose, bis die Nordmarkierung mit dem roten Nadelende übereinstimmt. Der Wert an der Visiermarke zeigt dann deine aktuelle Blickrichtung in Grad an.
Wie lautet die Mehrzahl von Kompass?
Die Mehrzahl von Kompass lautet „Kompasse“. In der Seefahrt ist auch die Form „Kompasten“ gebräuchlich. Im Alltag wird fast immer „Kompasse“ verwendet.
Welche Arten von Kompassen gibt es?
Man unterscheidet nach Funktionsprinzip Magnetkompass und Kreiselkompass. Bei den Wanderkompassen gibt es Platten-, Spiegel-, Prismen-, Taschen- und Kartenkompasse sowie Digitalkompasse als App.
Kann man einen Kompass ohne Karte benutzen?
Ja. Du stellst die bekannte Richtung zum Ziel am Gradring ein, drehst dich bis die rote Nadel auf der Nordmarkierung steht und folgst dem Richtungspfeil. Den Rückweg findest du, indem du 180 Grad addierst oder subtrahierst.
Wie funktioniert ein Kompass auf dem Handy?
Der digitale Kompass nutzt einen Magnetometer-Sensor, der das Erdmagnetfeld misst – dasselbe Prinzip wie beim mechanischen Kompass. Der Sensor sollte regelmäßig kalibriert werden und reagiert empfindlich auf Magnethüllen und andere Elektronik.
Mit Kompass und Karte unterwegs – die passende Ausrüstung in Übergröße
Kompass und Karte sind nur die halbe Miete – wer im Gelände peilt, Karte einnordet und unterwegs immer wieder ablesen muss, braucht Kleidung, die mitmacht. Aus der täglichen Beratung wissen wir: Beim Kartenlesen und Anvisieren hebst du ständig die Arme, gehst in die Hocke, greifst in die Tasche. Wenn dann der Schnitt am Bauch spannt oder die Ärmel zu kurz sind, wird jede Pause zur Geduldsprobe.
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Quellen und weiterführende Informationen
- GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung – Erdmagnetfeld, Deklination und Deklinationsrechner für deinen Standort
- Wikipedia: Kompass – Geschichte, Aufbau und Funktionsweise (inkl. Magnetometer im Smartphone)
- Wikipedia: Deklination (Geographie) – Unterschied zwischen magnetischem und geografischem Norden
Hallo,
ich bin auch noch ein Freund der guten, alten Bussole. Auch wenn ich die Vorzüge des GPS-Gerät nutze, habe ich doch immer eine Karte und einen Kompass dabei. Technik kann ja auch mal versagen.
Genau wie Jack Sparrow haben wir aber auch einen inneren Kompass. Und dieser bringt uns immer wieder auf den Kurs. Wir müssen nur ab und zu einen Blick darauf werfen.
Gruß,
David
heutzutage nimmt man da einfach sein iphone und packt sich ein app über kompass benutzen drauf!
In der digitalen Welt – wer braucht da noch einen Kompass?
Gerade im Wald ist nicht immer GPS verfügbar.
Nicht jeder hat ein Smartphone mit App.
Wenn man kein Akku hat, hat man kein Kompass.
Kompass ist günstig und einfach zu bedienen!
welche Kompass Apps gibt es denn… habe nix gefunden
ich hab in der Schule noich gelernt, wie man sich ohne Kompass zurecht findet: wo Moos an den Bäumen wächst ist Norden oder mit der klassischen Armbanduhr
es gibt ein gutes Buch zu diesem Thema: > Wolfgang Linke „Orientierung mit Karte, Kompass, GPS“
Noch zur Info: Der DAV bietet regelmäßig Kurse und Vorträge dazu an. Einfach in eurer Sektion nachfragen!
Schöner Artikel. Den richtigen Umgang mit dem Kompass weiß heutzutage keiner mehr. Wahrscheinlich nehmen die jungen Leute dafür heutzutage nur noch ihr Handy. Bei der Bundeswehr hat man damals noch richtig gelernt, wie man Karte und Marschkompass richtig verwendet.
Klar nehmen die Kids heute lieber eine App. Ich finde es dennoch wichtig die Verwendung eines Kompass zu lernen. Ich persönlich mag es auch lieber Karte und Kompass in der Hand zu haben, da kann auch nicht der Akku leergehen
Mir ist es letztens in neuem Ausreitgelände passiert, das ich im Forst die Orientierung verloren habe. Meine App hat total versagt, weil sie ein update bekommen hat. Google maps ist im Wald unbrauchbar. Ich bin dann immer gerade aus, bus ich an den Waldrand gekommen bin. Von dort konnte ich mich orientieren und wieder zurück reiten. Nach 2,5 std statt geplanter 1 std hab ich wieder in den Stall gefunden, mit grosser Mithilfe meines Ponys. Obwohl das Gelände auch für sie neu ist, hatte sie die bessere Orientierung. Ich habe jetzt eine neue, bessere App und zusätzlich einen einfachen Kompass zur Sicherheit, falls die Technik versagt.
Hier noch ein paar Antworten auf viele Fragen die wir bekommen haben:
F: Woher weiß ich, auf welchen Pfeil schauen muss: weiß oder rot?
A: Der Rote. Manchmal enthält die rote (magnetische) Nadel auch einen kleinen „N“ -Buchstaben, was „Nord“ bedeutet.
F: Welchen Pfeil sollte ich folgen?
A: Derjenige Pfeil, der sich auf sich selbst bewegt, ist der Pfeil, der auf den magnetischen Norden zeigt.
F: Woher weiß ich, aus welcher Richtung der Wind kommt?
A: Dreh dich so, damit der Wind dir ins Gesicht bläst. Benutze den Kompass, um herauszufinden, in welcher Richtung du dich befindest. Das ist die Richtung, aus der der Wind bläst.
F:Spielt es eine Rolle wo ich stehe, wenn ich einen Magnetkompass anwende?
A:Solange kein Metall in deiner Nähe ist, ist es egal, wo du stehst.
F: Mein Kompass hat einen roten Pfeil mit „Norden“ drauf, aber da ist eine Blase im Kompass. Was mache ich damit?
A: Zentriere die Blase in ihrem Kreis. Dies zeigt an, dass der Kompass waagerecht ist, um sich genau zu bewegen.
Ich habe meine Position anhand einer Karte, wie finde ich die GPS-Koordinaten an meinem Standort? Google Maps zeigt das an, aber nicht für meinen Standort.
Karte und Kompass benutzen, ist ein so grundlegend beim Wandern und Trekking, dass es eines der ersten Dinge sein sollte, die man lernt, bevor man in die Wildnis aufbricht.
toller Artikel. Ja, es stimmt, ein Kompass ist eine sehr wichtige Sache, die man nie vergessen sollte, wenn man im Freien zeltet.
Ich wünschte, jeder, der nur mit GPS unterwegs ist, sollte das lesen und ein wenig üben. Bin heute wieder nach Köln mit dem Auto gefahren und hab gemerkt, dass ich eigentlich voll abhängig vom Navi geworden bin.
Da stimme ich zu. Die Grundlagen des Wanderns beinhalten Kompass und Karte
hab mich letzten herbst beim pilze sammeln verlaufen, der gute plastik kompass für 3 euro hat mich gerettet.
Ich bin oft mit meinen Pfadfinder Kids unterwegs (9-12J). Fast alle haben ein Handy, sind aber absolut begeistert wenn sie lernen mit Karte und Kompass um zu gehen.
Übrigens eine der Lehreinheiten bei den Pfadfindern.
Ich finde auch, bevor man überhaupt ein GPS anfaßt, sollte jeder lernen, mit dem Kompaß umzugehen. Und zumindest einen leichten und einfachen auch mitnehmen, wenn’s nach draußen geht. Denn Elektronik ist empfindlich und in der Regel halten die Akkus gerade bei GPS-Peilungen nicht lange. Und wer mit Karte und Kompaß richtig umgehen kann, versteht wenigstens vom Grundsatz her, wie Orientierung funktioniert. Letzten Endes macht’s auch mindestens soviel Spaß wie Geochaching mit GPS…
Zum glück gibt es die Seite, jetzt weis ich endlich wie man dieses Ding benutzt 🙂
Vielen Dank für diesen informativen Blogbeitrag! Heutzutage ist es eine Kunst, einen Kompass richtig zu bedienen und sich im Gelände ohne elektronische Hilfsmittel fortzubewegen. Schade eigentlich!
Liebe Grüße
Elisabeth Fischer
Am besten einen Kurs machen, wie man mit Karte und Kompass am besten umgeht. Viele Händler bieten sowas vor Ort an.
Kundenanfrage per Mail,
Hallo, ich war letzte Woche mit meinem Mann im Allgäu wandern und wir haben uns trotz Karte und Kompass einmal kurz verlaufen. Ich habe den Kompass richtig eingenordet, aber als ich die Marschrichtung übertragen wollte, hat die Nadel plötzlich woanders hingezeigt als erwartet. Mein Mann meinte, ich hätte den Kompass zu nah an seiner Uhr gehalten. Kann das wirklich sein? Und wie weit muss man Metall eigentlich weghalten?
—
Hallo und danke für Ihre Frage – das klingt nach einem klassischen Fehler, den viele beim ersten Mal machen und der sich danach nie wiederholt!
Ihr Mann hat vollkommen recht. Eine Armbanduhr, besonders mechanische oder solche mit Stahlgehäuse, kann die Kompassnadel tatsächlich ablenken – manchmal um mehrere Grad. Das reicht auf längere Distanz, um spürbar vom Kurs abzukommen.
Als Faustregel gilt: mindestens 10–15 cm Abstand zu Armbanduhren, Gürteln mit Metallschnallen und Smartphones. Bei starken Störquellen wie Trafostationen oder Metallzäunen sogar noch mehr.
Am sichersten ist es, den Kompass immer mit ausgestreckten Armen vor dem Körper zu halten und bewusst zu prüfen, ob sich in unmittelbarer Nähe Metall befindet – bevor man die Nadel abliest.
Für Ihre nächste Allgäu-Tour: einfach kurz innehalten, Abstand zu Metall schaffen, Kompass waagerecht halten, Nadel einschwingen lassen – dann klappt es zuverlässig.
Viel Spaß auf der nächsten Tour!
Gerhard von Outdoor-Renner