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21. März 2013 Comments (12) Allgemein, Anleitungen, Ratgeber

Umgang mit dem Kompass – wie benutzt man ihn richtig?

Die Chinesen hatten vor gut 3.000 Jahren schon eine Vorstellung von einem Kraftfeld, das die Erde umgibt. In Europa kennen wir die Kompassnadel seit dem 14. Jahrhundert.

Kompass verwenden

Den Kompass richtig verwenden… wir zeigen dir, wie es geht

Nachdem heutzutage schon jedes bessere Smart-Phone GPS-fähig funktioniert und es kaum eine Outdoor-Uhr ohne Kompass gibt, stellt sich natürlich die Frage, ob die Bussole im Rucksack nicht schon längst ein Relikt aus vergangen Tagen ist. Wir meinen ganz klar: nein! – und freuen uns, die wichtigsten Handgriffe der Bussole wieder in Erinnerung zu rufen. Vorweg: Als Kompass bezeichnet man an sich alle Modelle, die in irgendeiner Art und Weise die Nordrichtung anzeigen. Für Orientierungsfragen werden sogenannte Peilkompasse (auch Bussolen genannt) verwendet.

 

Richtungsweisend – Dein Peilkompass

Unsere Erde besitzt ein magnetisches Feld, das sich zu den Polen hin verdichtet. Eine freischwingende, magnetische Kompassnadel richtet sich daher in Richtung der Pole aus. Die magnetischen Pole (Magnetisch Nord) sind nicht unmittelbar identisch mit dem Durchstoßpunkt der Erdachse (Geografisch Nord).

BERGSPORT

Diese Abweichung in der Horizontalen wird Deklination genannt und kann bei einigen Modellen über Einstellschrauben korrigiert werden. Das Magnetfeld wirkt natürlich räumlich, das heißt, es gibt auch eine Abweichung der Nadel in der Vertikalen (Inklination). Diese Abweichung wird meist durch die Bauart korrigiert. Ebenso gibt es eine Abweichung der Nadel zur Nordrichtung der Karte (Gitter Nord – diese ergibt sich aus der verwendeten Projektion zur Herstellung der Karte) und wird mit Nadelabweichung betitelt, die Abweichung von Geografisch Nord zu Gitter Nord heißt Meridiankonvergenz, das soll uns aber nicht zu sehr beschäftigen. Wichtiger sind die häufigen Anwenderfehler wie das Verkanten der Nadel durch schiefes Halten oder die Arbeit in der Nähe von metallischen Störquellen (Devitation).

 

Video, wie man den Linealkompass richtig verwendet

Wie benutzt man einen Kompass? So wendet man sie an…

1- Karte einnorden

Wer die Karte nicht (mehr) nach natürlichen Gegebenheiten (s. AlIMountain 5|2012) einnorden kann, nimmt eine Bussole zu Hilfe. Dazu wird die Kompassdose auf 0° (Nord) eingestellt und direkt am Kartenrand angelegt. Nun drehen wir uns mit der Karte (auf einem horizontalen Untergrund) so lange, bis die Nordnadel an ihrem „Parkplatz“, der Nordmarkierung der Kompassdose, eingependelt hat. Fertig. Bussole, Karte und unser Blick sind nun nach Norden ausgerichtet.

2. Marschrichtung bestimmen

Zur Bestimmung der Marschrichtung wollen wir einen Winkelmesser oder Planzeiger verwenden. Dieser wird am Ausgangspunkt bzw. unserem Standort mit dem West-Ost-Band parallel zu einer Ortssignatur angelegt. Nun wird mit der Schnur das Ziel anvisiert und die Marschrichtung in Grad kann abgelesen werden. Bedenke: Je länger die Distanz zum Ziel, desto ungenauer. Daher besser kürzere Etappen anvisieren. Natürlich kann man die Marschrichtung auch mit der Bussole bestimmen. Dazu sind ein Lineal und ein Bleistift hilfreich. Wird die Bussole mit der Kante Richtung Zielpunkt angelegt, wird auch hier die Kompassdose so lange verdreht, bis die West-Ost verlaufenden Linien innerhalb der Kompassdose parallel zur Kartenschrift liegen. Die Marschrichtung kann dann an der Visiermarke abgelesen werden.

3. Marschrichtung in die Natur übertragen

Die abgelesene Marschrichtung wird nun an der Kompassdose eingestellt und man dreht sich so lange mit dem Kompass am Stand, bis wiederum die Kompassnadel mit der Nordmarkierung übereinstimmt. Somit hat man seine Marschrichtung in die Natur übertragen. Bei sehr schlechter Sicht und einem Gelände, das wenige Anhaltspunkte hergibt (z.B. Gletscher), ist es notwendig, mit aufwendigem Einweisen eines Partners die Richtung beizubehalten.

 

4. Standort bestimmen

kompass_benutzen Bei Dunkelheit oder fehlenden Anhaltspunkten geht ohne GPS leider fast nichts mehr, daher ist es wichtig, bei Unklarheit früh genug seinen eigenen Standort zu bestimmen (man weiß, wo man ist!). Dazu wird ein bekannter Punkt im Gelände anvisiert und die Nordmarkierung der Kompassdose mit der Kompassnadel eingependelt. Nun kann man die Marschrichtung zum bekannten Ziel ablesen. Am einfachsten ist es, nun den Planzeiger auf dem anvisierten Zielpunkt anzulegen und um 180° „zurückzuschauen“. Fachlich richtig heißt dieser Schritt „rückwärts einschneiden“. Irgendwo auf dieser Linie befindet sich der eigene Standort. Kennt man seine Meereshöhe (Höhenschichtenlinie) oder befindet man sich an einem Bachlauf, Weg oder sonstiger Liniensignatur der Karte, so erhält man durch das Schneiden der Linie mit der Signatur seine Position. Hat man ein zweites Ziel zum Anvisieren (idealerweise liegt dieses im rechten Winkel zum ersten Ziel), wiederholt man dieses „rückwärts einschneiden“ und erhält so jenen (Schnitt-)Punkt, an dem man sich befindet.

5. Welche Arten von Wanderkompassen gibt es?

  • Kartenkompasse
  • Spiegelkompasse
  • Plattenkompasse
  • Taschenkompasse
  • Prismenkompasse

Mehr zu diesem Thema:

 

12 Responses to Umgang mit dem Kompass – wie benutzt man ihn richtig?

  1. David sagt:

    Hallo,
    ich bin auch noch ein Freund der guten, alten Bussole. Auch wenn ich die Vorzüge des GPS-Gerät nutze, habe ich doch immer eine Karte und einen Kompass dabei. Technik kann ja auch mal versagen.

    Genau wie Jack Sparrow haben wir aber auch einen inneren Kompass. Und dieser bringt uns immer wieder auf den Kurs. Wir müssen nur ab und zu einen Blick darauf werfen.

    Gruß,
    David

     
  2. Martin sagt:

    heutzutage nimmt man da einfach sein iphone und packt sich ein app über kompass benutzen drauf!

     
  3. Woody sagt:

    In der digitalen Welt – wer braucht da noch einen Kompass?

     
  4. Franky sagt:

    Gerade im Wald ist nicht immer GPS verfügbar.
    Nicht jeder hat ein Smartphone mit App.
    Wenn man kein Akku hat, hat man kein Kompass.

    Kompass ist günstig und einfach zu bedienen!

     
  5. Merten sagt:

    welche Kompass Apps gibt es denn… habe nix gefunden

     
  6. Franko sagt:

    ich hab in der Schule noich gelernt, wie man sich ohne Kompass zurecht findet: wo Moos an den Bäumen wächst ist Norden oder mit der klassischen Armbanduhr

     
  7. Gast sagt:

    Am besten einen Kurs machen, wie man mit Karte und Kompass am besten umgeht. Viele Händler bieten sowas vor Ort an.

     
  8. Gast sagt:

    es gibt ein gutes Buch zu diesem Thema: > Wolfgang Linke „Orientierung mit Karte, Kompass, GPS“

     
  9. admin sagt:

    Noch zur Info: Der DAV bietet regelmäßig Kurse und Vorträge dazu an. Einfach in eurer Sektion nachfragen!

     
  10. gast sagt:

    Schöner Artikel. Den richtigen Umgang mit dem Kompass weiß heutzutage keiner mehr. Wahrscheinlich nehmen die jungen Leute dafür heutzutage nur noch ihr Handy. Bei der Bundeswehr hat man damals noch richtig gelernt, wie man Karte und Marschkompass richtig verwendet.

     
  11. Armin sagt:

    Klar nehmen die Kids heute lieber eine App. Ich finde es dennoch wichtig die Verwendung eines Kompass zu lernen. Ich persönlich mag es auch lieber Karte und Kompass in der Hand zu haben, da kann auch nicht der Akku leergehen

     
  12. Andrea sagt:

    Mir ist es letztens in neuem Ausreitgelände passiert, das ich im Forst die Orientierung verloren habe. Meine App hat total versagt, weil sie ein update bekommen hat. Google maps ist im Wald unbrauchbar. Ich bin dann immer gerade aus, bus ich an den Waldrand gekommen bin. Von dort konnte ich mich orientieren und wieder zurück reiten. Nach 2,5 std statt geplanter 1 std hab ich wieder in den Stall gefunden, mit grosser Mithilfe meines Ponys. Obwohl das Gelände auch für sie neu ist, hatte sie die bessere Orientierung. Ich habe jetzt eine neue, bessere App und zusätzlich einen einfachen Kompass zur Sicherheit, falls die Technik versagt.

     

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