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20. September 2022 / Kommentare (0)

BMI – Ab wann Übergewicht und Adipositas?

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Der Body-Mass-Index (BMI) gibt Auskunft darüber, ob Übergewicht besteht. So lässt er sich berechnen: Die Körpergröße (in Meter) zum Quadrat nehmen, dann das Körpergewicht (in Kilo) durch den errechneten Wert teilen. Wichtig zu wissen: Der BMI allein ist nicht immer aussagekräftig.

Es zählt jeder Zentimeter

So können sehr muskulöse Menschen einen scheinbar kritischen BMI haben, jedoch aufgrund der schweren Muskelmasse und eben nicht wegen überschüssigen Fetts. Zudem sagt der BMI nichts darüber aus, wo sich das Fett im Körper befindet, also ob es am Bauch sitzt oder woanders. Sinnvoller ist es daher, zusätzlich den Taille-Hüft- Quotienten zu bestimmen. Dieser Wert gibt Auskunft darüber, ob sich relativ viel Fett am Bauch befindet, was als bedenklich gilt.

Es sind nur ein paar Zentimeter mehr oder weniger, doch sie entscheiden darüber, was als gesund und was als ungesund gilt: Die Rede ist von unserem Bauchumfang. Dort, rund um Taille und Nabel, befindet sich bei etwa der Hälfte aller Frauen und bei zwei Dritteln der Männer zu viel Fett.

So berechnet sich der BMI: Das Körpergewicht in Kilogramm wird geteilt durch die Körpergröße in Metern zum Quadrat.

Mit welchem BMI gilt man als übergewichtig?

Ab einem (BMI ) Body Mass Index von über 25 gilt man bereits als Übergewichtig.

 

Ab wann hat man Adipositas?

Die Menschen in Europa bringen zu viele Kilos auf die Waage. 60 Prozent der Erwachsenen leben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit deutlichem Übergewicht und Fettleibigkeit. In Deutschland sind Männer mehr von Adipositas betroffen als Frauen: Der Wert der Frauen liegt unter 50, der der Männer bei 65 Prozent. Besonders stark grassiert Adipositas unter jungen Erwachsenen zwischen 25 und 34 Jahren. Übergewicht und Fettleibigkeit hätten epidemische Ausmaße erreicht, heißt es im neuen „Europäischen Fettleibigkeitsbericht“ der WHO. Nur in den USA sei die Verbreitung unter Erwachsenen höher. In Europa gelten Menschen ab einem BMI von 25 als übergewichtig, ab 30 sprechen die Experten von Fettleibigkeit.

 

AUCH DIE GENE SPIELEN EINE ROLLE

Jeder Mensch kann Adipositas entwickeln, bei uns sind inzwischen auch zunehmend Kinder betroffen. Fettleibigkeit entsteht natürlich nicht über Nacht, sondern entwickelt sich über Jahre hinweg. Die Ursache: Dem Körper wird dauerhaft mehr Energie – also mehr Kalorien – über die Nahrung zugeführt, als er verbraucht. Diese überschüssigen Kalorien werden als Fett gespeichert. Neue Studien haben allerdings ergeben, dass auch die Gene eine Rolle spielen. Die Forschung dazu steht aber erst am Anfang. Die WHO teilt die Krankheit in eine Vorstufe und drei Schweregrade ein.

Die Vorstufe Präadipositas bewegt sich bei einem BMI zwischen 25 und 29,9. Patienten mit einem BMI-Wert zwischen 30 und 34,9 leiden an Adipositas Grad I. Die Leitlinie „Prävention und Therapie der Adipositas“ der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG) stuft das Risiko für Folgeerkrankungen hier als erhöht ein. Und die sind ernst zu nehmen: Fettstoffwechselstörungen, Diabetes, Arthrose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Probleme mit der Blase. Bei einem BMI zwischen 35 und 39,9 handelt es sich um Adipositas Grad II. Die schwerste Form der Adipositas beginnt ab einem BMI-Wert von 40. Mediziner sprechen dann von „Adipositas permagna“ oder „morbider Adipositas“. Bei einem BMI-Wert ab 40 leiden die Patienten zudem unter deutlicher Kurzatmigkeit und Gelenkschmerzen, außerdem schwitzen sie stark.

VERHALTENSTHERAPIE KANN GUT HELFEN

Eine Rolle für Folgeerkrankungen spielt auch, wo im Körper das Fett sitzt. Bei einem erhöhten Anteil des Bauchfetts sprechen Mediziner von einer sogenannten abdominalen Adipositas. Das Bauchfett erhöht das Risiko für Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erheblich.

Aber Adipositas lässt sich heilen. Ein veränderter Lebensstil mit einer ausgewogenen Ernährung und regelmäßigem Sport baut das Übergewicht wieder ab. Es kommt dabei aber nicht darauf an, so schnell und so viel wie möglich abzunehmen. Radikal- und Blitzdiäten belasten den Körper eher, und vor allem tritt dann der sogenannte Jo-Jo-Effekt ein: Das Gewicht steigt, sobald der Patient sich nicht mehr nach der Diät ernährt.

Starkes Übergewicht ist nicht nur körperlich ungesund – auch die Seele leidet. Menschen mit Adipositas sind im täglichen Leben eingeschränkt, sie fühlen sich in ihrer Haut nicht wohl, und manchmal werden sie auch von ihren Mitmenschen angefeindet. Das Risiko psychischer Erkrankungen wie Angststörungen oder Depressionen kann dadurch erhöht werden. Abnehmen sollten die Patienten langsam und nachhaltig: fünf bis zehn Prozent des Ausgangsgewichts innerhalb der nächsten sechs bis zwölf Monate.

Das klappt natürlich nur dann, wenn die Veränderungen sich gut in den Alltag einbauen lassen. Vor allem darf der Genuss beim Essen nicht zu kurz kommen, sonst nützen die schönsten Vorsätze nichts. Das Essen muss schmecken, sonst fallen die Patientinnen und Patienten irgendwann in die alten und ungesunden Verhaltensmuster zurück. Eine Verhaltenstherapie kann helfen, den Teufelskreis aus ungesunder Ernährung, Gewichtszunahme und körperlicher Faulheit zu durchbrechen.

Abspecken ist sinnvoll

25 Prozent aller Erwachsenen in Deutschland gelten sogar als krankhaft übergewichtig – adipös, wie Experten dazu sagen. „Das ist ein großes Problem für die Gesundheit, denn Bauchfett kann Krankheiten wie Bluthochdruck oder Diabetes fördern und das Risiko für Schlaganfälle erhöhen“, erläutert Prof. Jens Aberle, Präsident der Deutschen Adipositas-Gesellschaft.

Anders als zu viele Kilo an Beinen, Hüften oder am Po, sitzt das Fett am Bauch nicht unter der Haut (subkutan), sondern legt sich in der freien Bauchhöhle direkt um die inneren Organe wie Leber, Nieren, Magen, Darm und Bauchspeicheldrüse. Ärzte bezeichnen es daher auch als Viszeralfett (von lateinisch „viscera“: die Eingeweide). „Bauchfett ist kein Energiespeicher, sondern eine tickende Zeitbombe für die Gesundheit, weil es Hormone und Substanzen produziert, die Entzündungen fördern und so das Immunsystem schwächen“, warnt Prof. Jens Aberle.

Das geringste Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch ungesundes Bauchfett haben Menschen mit einem Body-Mass-Index (BMI) zwischen 22 und 23, fanden Forscher der Uni Glasgow in Schottland heraus. Der BMI liefert jedoch nur einen Hinweis auf Übergewicht, sagt aber nichts darüber aus, ob beim Bauchfett bereits eine kritische Grenze überschritten ist. Das lässt sich am besten mit dem sogenannten Taille-Hüft-Quotienten bestimmen (siehe Kasten vorherige Seite). Es empfiehlt sich besonders für Frauen, diesen Wert mit Beginn der Wechseljahre im Blick zu behalten, weil sich durch die damit verbundene Hormonumstellung bevorzugt Fett in der Bauchgegend ansammelt.

Allerdings kann auch jemand, der schlank aussieht, zu viel ungesundes inneres Fett besitzen. Rund 40 Prozent aller Frauen und Männer, die laut BMI ein Normalgewicht haben, gehören dazu. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte man daher auch als schlanker Mensch regelmäßig die Werte von Blutzucker, Blutdruck und Blutfett untersuchen lassen – sie geben Hinweise auf das gefährliche Viszeralfett.

Wer auf Kohlenhydrate verzichtet, hilft dem Körper, Fett besser zu verbrennen!

BMI – Ab wann Übergewicht und Adipositas? Zuletzt aktualisiert: 20.09.2022 von

Last modified: 20. September 2022

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