Zuletzt überarbeitet am 29. September 2026 von der RennerXXL-Redaktion.
Im Winter sind die Wege ruhiger, die Luft ist klar – aber Fehler bei Kleidung und Planung wirken sich stärker aus als im Sommer. Wer falsch angezogen ist, schwitzt am Anstieg und friert in der Pause. Wer die Tageslänge unterschätzt, läuft im Dunkeln zurück. Dieser Ratgeber gilt für Tageswanderungen auf geräumten oder gespurten Winterwanderwegen und einfachen Wegen, nicht für alpine Touren. Du findest hier, was Du beim Wandern im Winter anziehst, welche Ausrüstung in den Rucksack gehört und worauf Du in großen Größen besonders achten solltest.
Das Wichtigste in Kürze
- Kleidung in Schichten: Funktionsunterwäsche, wärmende Zwischenschicht, winddichte Jacke.
- Keine Baumwolle direkt auf der Haut – sie bleibt nass und kühlt aus.
- Knöchelhohe, wasserdichte Schuhe mit griffiger Sohle, bei Eis zusätzlich Grödel.
- Thermoskanne, Stirnlampe, Ersatzhandschuhe und eine Rettungsdecke gehören immer in den Rucksack.
- Früh starten und vorher den Sonnenuntergang für Deinen Ort prüfen – im Dezember ist er vielerorts schon gegen 16 Uhr.
Unsicher bei der Größe? Wir beraten Dich: +49 8709 900 50 55 · service@outdoor-renner.de
Was ziehe ich zum Winterwandern an?
Beim Winterwandern wechselst Du ständig zwischen Belastung und Stillstand. Bergauf wird Dir warm, auf dem Gipfel oder in der Pause kühlst Du schnell aus. Eine einzige dicke Jacke kann das nicht ausgleichen. Deshalb funktioniert Kleidung in Schichten, die Du unterwegs an- und ausziehen kannst.
Das Schichtenprinzip
- Basisschicht: Liegt auf der Haut und leitet Schweiß weg. Merino, Kunstfaser oder ein Mix – nur keine Baumwolle. Welche Stärke bei welcher Temperatur passt, zeigt unser Ratgeber Thermounterwäsche für extreme Kälte.
- Zwischenschicht: Hält die Wärme. Typisch sind eine Fleecejacke, ein Wollpullover oder eine leichte Kunstfaser-Isolationsjacke.
- Außenschicht: Schützt vor Wind und Schnee. Bei trockener Kälte reicht oft eine Softshelljacke, bei Nassschnee oder Regen brauchst Du eine wasserdichte Jacke.
Nicht jede Tour braucht alle drei Schichten. Bei zügigem Gehen und Sonne reichen oft Basisschicht und Softshell. Was bei welcher Temperatur sinnvoll ist, erklären wir ausführlich im Beitrag Zwiebelprinzip im Winter.
Die richtige Hose
Für zügiges Gehen ist eine Softshellhose oft eine gute Wahl – bei Frost mit langer Funktionsunterhose darunter, bei milderen Temperaturen auch ohne. Gefütterte Winterhosen sind angenehm bei langsamen Spaziergängen, langen Pausen und großer Kälte, werden am Anstieg aber schnell zu warm. Was die Hosentypen unterscheidet, steht in unserem Ratgeber Winterwanderhose.
Kopf, Hände und Füße
- Mütze oder Stirnband: Eine Mütze gehört immer in den Rucksack, auch wenn Du am Start ohne losgehst.
- Handschuhe: Am besten zwei Paar – dünne Fingerhandschuhe für unterwegs und warme Handschuhe oder Fäustlinge für Pausen. Nasse Handschuhe wärmen nicht mehr.
- Schlauchtuch: Schützt Hals und Gesicht bei Wind und lässt sich schnell hochziehen.
- Socken: Wandersocken mit Wollanteil, dazu ein Ersatzpaar im Rucksack.
Winterwandern in großen Größen – worauf Du achten solltest
Typische Probleme in großen Größen: Die Jacke passt am Bauch, ist aber an den Schultern zu weit. Oder sie schließt, spannt aber, sobald Fleece darunter kommt. Beim Wandern fällt das doppelt auf, weil Du mehrere Schichten trägst und Dich viel bewegst. Diese Punkte entscheiden aus unserer Beratung heraus über Komfort oder Frust:
- Richtig anprobieren: Jacke mit Fleece oder Pullover darunter anziehen, Rucksack aufsetzen, Arme nach vorn und nach oben strecken, ein paar große Schritte gehen. Spannt es an Bauch, Rücken oder Oberarmen, ist sie für den Winter zu knapp.
- Länge: Eine Jacke, die über den Po reicht, hält Hüfte und unteren Rücken warm. Kurze Jacken rutschen beim Rucksacktragen leichter hoch.
- Ärmellänge: Mit Handschuhen und Zwischenschicht werden Ärmel gefühlt kürzer. Lieber etwas zu lang als eine kalte Lücke am Handgelenk.
- Bund der Hose: Ein teil- oder voll-elastischer Bund nimmt die lange Unterhose meist leichter mit auf. Probier die Hose trotzdem mit Unterhose darunter an.
- Beinlänge: Zu lange Hosen saugen sich im Schnee voll, zu kurze lassen Kälte an den Knöchel. Viele Winterhosen gibt es deshalb auch in Kurz- und Langgrößen.
Bei RennerXXL findest Du Winterjacken für Damen in großen Größen von 46 bis 58 und Winterjacken für Herren in Übergrößen, teils bis 8XL. Passende Hosen gibt es als Winterhosen für Damen und Winterhosen für Herren.
Schuhe, Socken und Grödel
Kalte oder nasse Füße beenden jede Wintertour. Für die meisten Winterwanderungen auf Wegen reicht ein knöchelhoher, wasserdichter Wanderschuh mit griffiger Sohle. Ob eine Membran sinnvoll ist, erklärt unser Beitrag Was ist die Gore-Tex-Membran?. Gefütterte Winterstiefel lohnen sich, wenn Du viel stehst oder bei starkem Frost langsam unterwegs bist. Welche Schuhe für welche Tour passen, zeigt der Ratgeber Schuhe und Stiefel fürs Winterwandern.
- Weite und Größe: Mit dicken Wintersocken braucht der Schuh etwas mehr Platz. Drückt er, wird der Fuß schlechter durchblutet und kalt. Breite Füße finden bei uns Wanderschuhe in Übergrößen und extra weit.
- Socken: Wandersocken mit Merino oder Wolle halten auch leicht feucht noch warm. Baumwollsocken sind im Winter tabu. Eine Auswahl findest Du bei unseren Wander- und Trekkingsocken.
- Grödel: Kleine Spikes zum Überziehen. Sie wiegen wenig und machen vereiste Wege und Forststraßen deutlich sicherer. Sie verbessern den Halt, schützen aber nicht vor Absturz und ersetzen in steilem Gelände keine Steigeisen.
- Gamaschen: Halten Schnee aus dem Schuh, wenn Du abseits geräumter Wege gehst.
Blasen entstehen im Winter genauso wie im Sommer – mehr dazu in Blasen vermeiden beim Wandern. Nach der Tour die Schuhe langsam bei Zimmertemperatur trocknen, nicht auf der Heizung. Wie Du Lederschuhe danach pflegst, steht in Wanderschuhe pflegen und imprägnieren.
Winterwandern Ausrüstung: die Packliste für die Tagestour
Im Winter ist der Rucksack etwas schwerer als im Sommer, weil Wechselkleidung und warme Getränke dazukommen. Diese Liste deckt eine normale Tagestour auf Wegen ab:
| Bereich | Das gehört dazu |
|---|---|
| Wärme | warme Zwischenschicht, trockenes Ersatz-Funktionsshirt, Mütze, zweites Paar Handschuhe, Ersatzsocken |
| Essen und Trinken | Thermoskanne mit Tee, energiereiche Snacks, Sitzkissen für die Pause |
| Orientierung | Offline-Karte auf dem Handy, Powerbank, Papierkarte und Kompass als Reserve |
| Sicherheit | Stirnlampe mit vollen Akkus, Erste-Hilfe-Set, Rettungsdecke, Wärmepads |
| Unterwegs | Wanderstöcke mit Schneetellern, Grödel, Sonnenbrille und Sonnencreme (Schnee reflektiert stark); bei Regen oder Nassschnee in der Vorhersage zusätzlich wasserdichte Jacke und Regenhose |
Handy und Powerbank verlieren bei Kälte schnell Akku. Trag beides in einer Innentasche nah am Körper, nicht außen am Rucksack. Wenn Du in tieferem Schnee unterwegs bist, lohnt sich ein Blick auf unsere Packliste fürs Schneeschuhwandern und die Tipps zum Schneeschuh-Kauf.
Planung und Sicherheit
Tageslicht und Gehzeit
Im Winter hast Du deutlich weniger Tageslicht als im Sommer – wann es dunkel wird, hängt von Datum, Region und Gelände ab. In Tälern und an Nordhängen wird es früher schattig. Dazu kommt: Im Schnee gehst Du langsamer. Rechne bei Schnee mit spürbar mehr Zeit als auf der Sommerkarte angegeben und plane so, dass Du spätestens eine Stunde vor Sonnenuntergang zurück bist. Wie Du Gehzeiten grundsätzlich berechnest, erklärt unser Beitrag Gehzeit beim Wandern berechnen.
Wetter, Wege und Lawinen
- Wetter prüfen: Neben der Temperatur zählen Wind und Sonne. Starker Wind fühlt sich deutlich kälter an, als das Thermometer zeigt.
- Geräumte Wege wählen: Viele Gemeinden und Tourismusregionen weisen eigene Winterwanderwege aus, die regelmäßig gespurt oder geräumt werden. Für den Einstieg sind sie ideal.
- Lawinenlage: In den Bergen vorher den Lawinenlagebericht der Region lesen, in Bayern beim Lawinenwarndienst Bayern. Lawinen können auch flache Wege unterhalb steiler Hänge erreichen. Gesperrte Wege sind tabu, und bei erhöhter Gefahr bleibst Du im Tal. Wie Du den Bericht liest, erklärt der Deutsche Alpenverein.
Umkehren ist kein Scheitern
Sag jemandem, welche Route Du gehst und wann Du zurück sein willst. Leg Dir vorher einen Umkehrzeitpunkt fest und halte Dich daran – auch wenn der Gipfel fast erreicht ist. Wer müde wird, macht im Schnee mehr Fehler als im Sommer.
Die 3 häufigsten Fehler beim Winterwandern
- Zu warm loslaufen – Du schwitzt, die Kleidung wird feucht, in der Pause frierst Du.
- Nur ein Paar Handschuhe – sind sie nass, gibt es keinen Ersatz.
- Zu wenig trinken – Durst ist bei Kälte schwächer, der Körper verliert trotzdem Flüssigkeit.
Häufige Fragen zum Wandern im Winter
Was zieht man beim Winterwandern an?
Kleidung in Schichten: Funktionsunterwäsche aus Merino oder Kunstfaser, darüber Fleece oder Pullover und außen eine winddichte Jacke. Dazu eine Softshell- oder Winterhose, Mütze, zwei Paar Handschuhe und Wandersocken mit Wollanteil.
Welche Ausrüstung braucht man zum Winterwandern?
Für eine Tagestour: knöchelhohe, wasserdichte Schuhe, Wanderstöcke mit Schneetellern, bei Eis Grödel, eine Thermoskanne, Snacks, Stirnlampe, Erste-Hilfe-Set, Rettungsdecke, Ersatzhandschuhe und -socken sowie eine Offline-Karte mit Powerbank.
Welche Schuhe braucht man zum Wandern im Schnee?
Auf geräumten oder festgetretenen Wegen reicht meist ein knöchelhoher, wasserdichter Wanderschuh mit griffiger Sohle. Bei tiefem Schnee oder viel Stillstand sind gefütterte Winterstiefel wärmer. Wichtig ist genug Platz für dicke Socken.
Braucht man Grödel zum Winterwandern?
Nicht immer, aber oft. Sobald Wege vereist oder festgefahren sind, geben Grödel deutlich mehr Halt. Sie sind leicht und passen in jeden Rucksack.
Bis wie viel Grad kann man im Winter wandern?
Mit passender Kleidung sind auch Temperaturen deutlich unter null gut machbar. Entscheidender als die Zahl sind Wind, Nässe und wie lange Du stehst. Bei starkem Wind und Nässe fühlt sich schon leichter Frost sehr kalt an.
Worauf muss ich bei Winterkleidung in großen Größen achten?
Probiere Jacken mit Zwischenschicht an, achte auf Po-Länge und ausreichende Ärmellänge und wähle Hosen mit elastischem Bund. Bei Winterhosen lohnt sich der Blick auf Kurz- und Langgrößen.


Wie kann man verhindern, dass die Wasserflasche bei Minustemperaturen einfriert? Gibt es spezielle flaschen?