Was ist die GORE-TEX® Membrane? – Funktion, Aufbau & Einsatzbereiche

Gore-Tex Logo - Symbol für wasserdichte Outdoor-Kleidung

Gore-Tex ist eine hauchdünne Funktionsmembran, die wasserdicht, winddicht und gleichzeitig atmungsaktiv ist. Sie steckt in Jacken, Hosen, Schuhen und Handschuhen und gilt seit über 50 Jahren als Referenz für wetterfeste Outdoor-Bekleidung.

In diesem Ratgeber erfährst du, was Gore-Tex genau ist, wie die Membran funktioniert, was die neue ePE-Variante bringt, wie der Stand zur PFAS-Diskussion ist, wie du Gore-Tex richtig pflegst und welche Alternativen sich am Markt etabliert haben. Geschrieben aus Sicht eines Outdoor-Händlers, der seit 2004 Funktionsbekleidung in großen Größen verkauft – und in der Beratung täglich erlebt, wo Membranjacken praktisch funktionieren und wo nicht.

Du suchst Funktionskleidung in Übergrößen?

Wir führen Outdoor- und Funktionsbekleidung in großen Größen – darunter je nach Saison auch Modelle mit Gore-Tex oder vergleichbaren Membranen anderer Hersteller. Eine gute Anlaufstelle sind:

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Gore-Tex in Übergrößen – worauf du achten musst

Eine Gore-Tex-Membran macht eine Jacke nicht automatisch zur richtigen Wahl, wenn du Übergrößen trägst. Aus unserer Beratung wissen wir: Die häufigsten Probleme bei Membranjacken in großen Größen sind nicht Wasserdichtigkeit oder Atmungsaktivität – sondern Schnitt, Bewegungsfreiheit und Layering.

Schnittweite und Laminat-Effekt: Membranen werden zwischen Außen- und Innenstoff verklebt (laminiert). Das macht das Material steifer und schränkt die Dehnung ein. Eine 3-Lagen-Gore-Tex-Jacke in Größe 56 wirkt am Bauch deshalb schneller eng als eine elastische Softshelljacke in der gleichen Größe. Wer kräftig gebaut ist, sollte beim Anprobieren bewusst auf Brust-, Bauch- und Hüftweite achten – nicht nur auf die Konfektionsgröße.

Layering planen: Eine Membranjacke wird selten allein getragen. Darunter kommen Fleece, Daunenweste oder Funktionspulli – das braucht Platz. Wer eine Gore-Tex-Jacke kauft, sollte deshalb in der Praxis eine Größe größer wählen als bei einer reinen Sommer-Outdoorjacke, um Layering ohne Spannung möglich zu machen.

Ärmel- und Rückenlänge: Bei Übergrößen werden Jacken oft nur in der Weite vergrößert, nicht in der Länge. Ergebnis: Ärmel zu kurz, Rücken zu kurz beim Bücken. Bei Membranjacken ist das doppelt ärgerlich, weil Regen genau an diesen Stellen einläuft. Wir achten bei der Sortimentsauswahl bewusst auf Marken, die in großen Größen auch proportional verlängern – Maier Sports, Vaude und Schöffel gehören nach unserer Erfahrung dazu.

Atmungsaktivität bei stärkerem Schwitzanfall: Wer mehr Körpermasse mitbringt, produziert beim Wandern oder Skifahren auch mehr Wärme und Feuchtigkeit. Die Membran kommt damit grundsätzlich klar – aber sie braucht aktive Belüftungsöffnungen (Pit-Zips unter den Achseln, Mesh-Rückenöffnungen), um auf hohem Niveau zu arbeiten. Eine reine Gore-Tex-Jacke ohne Belüftungsreißverschlüsse ist für intensive Aktivitäten in Übergrößen oft die schlechtere Wahl.

💡 Gerhards Tipp: Wenn du unsicher bist, ob eine Membranjacke in deiner Größe wirklich passt, schick uns vor der Bestellung deine Körpermaße – Brustumfang, Bauchumfang, Armlänge. Ramona aus unserer Größenberatung gleicht das mit unserer Datenbank ab und sagt dir, welche Marke und welche Größe passt. Spart Retouren und Frust.

Was ist Gore-Tex – einfach erklärt

Gore-Tex ist eine mikroporöse Membran aus expandiertem Polytetrafluorethylen (ePTFE), die zwischen Außenstoff und Innenfutter eines Textils einlaminiert wird. Sie enthält rund 1,4 Milliarden Poren pro Quadratzentimeter – jede einzelne ist etwa 20.000-mal kleiner als ein Wassertropfen, aber 700-mal größer als ein Wasserdampfmolekül. Genau dieser Größenunterschied macht das Material gleichzeitig wasserdicht und atmungsaktiv.

Erfunden wurde Gore-Tex 1969 von Robert W. Gore im Familienunternehmen W. L. Gore & Associates. Bis heute ist es der bekannteste Markenname für Funktionsmembranen weltweit – auch wenn die Begriffe „Gore-Tex“ und „Membran“ im Sprachgebrauch oft synonym verwendet werden, obwohl es längst Alternativen gibt.

Im Alltag begegnen dir verschiedene Schreibweisen: Gore-Tex, GORE-TEX, Goretex, Gore Tex. Gemeint ist immer dasselbe Material des gleichen Herstellers.

Wie funktioniert die Gore-Tex-Membran?

Das Funktionsprinzip ist auf den ersten Blick widersprüchlich: Eine Jacke soll Wasser von außen abhalten, aber Schweiß von innen entweichen lassen. Genau das leistet die Membran durch ihre Porengröße.

Funktionsweise der Gore-Tex Membran: Regen perlt ab, Schweiß entweicht nach außen
So funktioniert die Gore-Tex-Membran: Regen und Schnee perlen außen ab, Körperfeuchtigkeit entweicht als Wasserdampf nach außen.

Damit die Membran zuverlässig zwischen Regentropfen und Wasserdampf unterscheiden kann, wird sie nie alleine verarbeitet. Sie ist immer in einen Laminat-Aufbau eingebettet – also fest mit Außenstoff und gegebenenfalls Innenfutter verbunden. Man unterscheidet drei Bauweisen:

  • 2-Lagen-Laminat: Membran ist nur auf den Außenstoff laminiert, das Innenfutter hängt frei. Komfortabel, eher für Stadt- und Alltagsbekleidung.
  • 2,5-Lagen-Laminat: Membran wird mit einer dünnen Schutzschicht versehen. Sehr leicht und packbar – typisch für Notfall-Regenjacken im Rucksack.
  • 3-Lagen-Laminat: Außenstoff, Membran und Innenfutter sind fest miteinander verbunden. Robust, langlebig, abriebfest – die erste Wahl für Touren, Bergsport und Beruf.

Ein häufiger Irrtum: Die Wasserdichtigkeit kommt nicht von der DWR-Imprägnierung des Außenstoffs, sondern allein von der Membran. Die Imprägnierung verhindert nur, dass sich der Oberstoff vollsaugt. Wenn sie nachlässt, passiert Folgendes: Die Membran selbst hält weiterhin Wasser ab – die Jacke ist also nicht „undicht“. Aber: Der vollgesogene Außenstoff blockiert die Atmungsaktivität, weil der Dampftransport von innen nach außen zusammenbricht. Du bekommst das typische klamme, nass-kalte Tragegefühl, obwohl du eigentlich nicht durchnässt bist. Genau deshalb ist das Auffrischen der Imprägnierung so wichtig.

💡 Gerhards Tipp: Wenn dein Außenstoff nicht mehr abperlt, ist die Jacke noch lange nicht kaputt. Eine 30-Grad-Maschinenwäsche mit Funktionswaschmittel, anschließend kurz in den Trockner – das aktiviert die werkseitige Imprägnierung in den meisten Fällen wieder. Erst wenn das nicht mehr hilft, brauchst du ein Nachimprägniermittel.

Welche Gore-Tex-Varianten gibt es?

Gore-Tex ist nicht gleich Gore-Tex. Der Hersteller unterscheidet mehrere Produktlinien, die auf unterschiedliche Einsatzzwecke zugeschnitten sind:

  • Gore-Tex (Performance): Der Klassiker. Vielseitig, robust, wetterfest – die richtige Wahl für Wandern, Reisen, Alltag und gelegentliche Touren.
  • Gore-Tex Pro: Drei Lagen, besonders abriebfest, für extreme Belastungen. Berufseinsatz, Hochtouren, Bergrettung – dort wo die Jacke leiden muss.
  • Gore-Tex Active: Sehr leicht, sehr atmungsaktiv. Für intensive Aktivitäten mit hohem Puls – Trailrunning, schnelles Wandern, Skitouren.
  • Gore-Tex PacLite und PacLite Plus: Hochkomprimierbar, geringes Gewicht. Die typische Notfalljacke im Rucksack, die im Ernstfall ausgepackt wird.
  • Gore-Tex Infinium: Fokus auf Windschutz und Atmungsaktivität – nicht wasserdicht. Das ist der häufigste Verwechslungsfehler in der Beratung. Geeignet für Stadt, kühle Tage, Übergangsjacken.
  • Gore-Tex Shakedry: Membran liegt direkt außen, ohne Oberstoff – extrem wasserabweisend und leicht. Wird seit 2023 vom Hersteller schrittweise abgekündigt.

Beim Kauf lohnt sich der Blick aufs Etikett: Steht dort nur „Gore-Tex Infinium“, ist die Jacke nicht regenfest – auch wenn der Name suggeriert, es handle sich um die klassische Variante.

Gore-Tex ePE – die neue, PFC-reduzierte Membran

Seit der Saison 2022/2023 stellt Gore seine klassische ePTFE-Membran schrittweise auf einen neuen Membrantyp um: die ePE-Membran aus expandiertem Polyethylen. Sie funktioniert nach demselben Prinzip wie die alte Variante – mikroporös, wasserdicht, atmungsaktiv – wird aber mit deutlich reduziertem Einsatz fluorierter Substanzen hergestellt. Erste Modelle gibt es bei Marken wie Patagonia, Salomon, Adidas Terrex und Arc’teryx.

Was du zur ePE-Membran wissen solltest:

  • In unabhängigen Tests vergleichbar mit der klassischen ePTFE-Membran bei Wasserdichtigkeit und Atmungsaktivität – nicht identisch, aber in der Praxis ebenbürtig.
  • Leichter und dünner als das klassische Laminat – ePE-Jacken wiegen typischerweise rund 10–15 % weniger.
  • Geringere PFAS-Belastung in Herstellung und Endprodukt. Die DWR-Außenimprägnierung wird parallel ebenfalls auf PFC-freie Varianten umgestellt – dieser Prozess läuft markenabhängig bis Ende 2025.

Wer auf Nummer sicher gehen will, achtet im Produkttext explizit auf den Hinweis „PFC-frei“ oder „PFAS-free“ – idealerweise sowohl für die Membran als auch für die Imprägnierung.

Ist Gore-Tex gesundheitsschädlich? Der Stand zur PFAS-Diskussion

Eine der häufigsten Suchanfragen rund um Gore-Tex betrifft nicht die Funktion, sondern die Gesundheit. Hintergrund: Die klassische ePTFE-Membran und ältere DWR-Imprägnierungen gehören zur Stoffgruppe der per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS), die in der Umwelt extrem langlebig sind und für die seit 2023 ein EU-weites Beschränkungsverfahren bei der Europäischen Chemikalienagentur ECHA läuft.

Wie ordnet man das ein? Wir sind keine Mediziner, sondern Händler – deshalb hier die offiziellen Einschätzungen:

  • Das Umweltbundesamt stuft PFAS als Umwelt- und Gesundheitsrisiko ein, sieht den Hauptpfad der Belastung aber bei Trinkwasser, Lebensmitteln und Produktionsabwässern – nicht primär beim Tragen fertiger Bekleidung.
  • Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) beschreibt PTFE in fertigen Verbrauchsprodukten als chemisch stabil, weist aber auf Risiken bei Erhitzung über 360 °C hin – ein Szenario, das beim Tragen einer Outdoor-Jacke nicht auftritt.
  • Problematisch sind nach aktueller Forschungslage vor allem Herstellung und Entsorgung der Materialien – genau das war der Auslöser für die Umstellung auf ePE-Membranen und PFC-freie Imprägnierungen.

Heißt für die Kaufentscheidung: Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, greif zu Produkten mit dem Hinweis „PFC-frei“, „PFAS-free“ oder zur ePE-Variante. Wer eine ältere Gore-Tex-Jacke besitzt, muss sie nach aktuellem Stand der Behörden nicht entsorgen.

Dieser Inhalt ersetzt keine medizinische Beratung. Bei konkreten gesundheitlichen Sorgen wende dich bitte an Fachpersonal.

Wofür wird Gore-Tex verwendet?

Gore-Tex steckt überall dort, wo Wetterschutz, Atmungsaktivität und Tragekomfort gleichzeitig gefragt sind. Die typischen Einsatzbereiche:

  • Jacken: Regenjacken, Outdoorjacken, Skijacken, Bikejacken – mit Abstand der größte Einsatzbereich. Auch in unserem Sortiment findest du Modelle im Bereich Regenjacken in Übergrößen.
  • Schuhe: Wander-, Trekking- und Winterstiefel, Laufschuhe. GTX im Schuh hält den Fuß bei Pfützen, Regen und Schnee trocken, ohne ihn schwitzen zu lassen.
  • Hosen: Regenhosen, Skihosen, Bergsteigerhosen – in Kombination mit verschweißten Nähten ein echter Wetterschutz.
  • Handschuhe: Halten Hände bei Schneefall und Regen trocken – wichtig vor allem im Bergsport und beim Skifahren.
  • Schutz- und Berufsbekleidung: Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienste – überall dort, wo Wetterschutz dauerhaft funktionieren muss.
Wanderschuhe von Lowa und Meindl mit Gore-Tex Membran
Viele Schuhhersteller wie Lowa, Meindl und Salomon setzen auf Gore-Tex.
💡 Gerhards Tipp: Ob du Gore-Tex wirklich brauchst, hängt vom Einsatz ab. Für trockene Sommerwanderungen reicht oft eine günstigere PU-beschichtete Jacke. Für Mehrtagestouren, Skifahren und Berufseinsatz im Freien rechnet sich die Membran dagegen schnell – sie hält bei guter Pflege viele Jahre, in der Beratung erleben wir regelmäßig Jacken, die nach 8 oder 10 Saisons noch im Einsatz sind.

Wie pflege ich Gore-Tex richtig?

Funktionskleidung mit Membran braucht regelmäßige Pflege, nicht Schonung. Schmutz, Hautfett und Waschmittelreste setzen sich in den Mikroporen fest und blockieren die Atmungsaktivität. Eine verschmutzte Jacke schwitzt – das wird in der Beratung oft mit „Undichtigkeit“ verwechselt.

Waschen: 30–40 °C in der Maschine, mit flüssigem Funktionswaschmittel (z. B. Nikwax Tech Wash oder Holmenkol). Kein Weichspüler, kein Bleichmittel, keine Pulverwaschmittel.

Trocknen: Im Wäschetrockner bei niedriger Temperatur. Die Wärme reaktiviert die DWR-Imprägnierung – das ist gewollt und steht so auch in den offiziellen Pflegehinweisen von Gore.

Imprägnieren: Erst wenn das Wasser nach dem Waschen nicht mehr abperlt. Dann mit Spray oder Imprägnierwaschgang nachbehandeln. Detailliert beschreiben wir das im Wasch- und Imprägnier-Ratgeber für Outdoor- und Skijacken.

💡 Gerhards Tipp: Der häufigste Fehler in unseren Beratungen: Kunden waschen ihre Funktionsjacke jahrelang gar nicht, weil sie Angst haben, die Membran zu beschädigen. Das Gegenteil ist richtig. Eine verschmutzte Membran funktioniert nicht – also: ruhig regelmäßig waschen, einfach mit dem richtigen Waschmittel.

Welche Marken verarbeiten Gore-Tex?

Die meisten großen Outdoor- und Schuhmarken verwenden Gore-Tex in mindestens einem Teil ihrer Produktlinie – oft parallel zu einer eigenen Membran-Technologie. Aus unserer Erfahrung in der Übergrößen-Beratung sind besonders relevant:

  • Meindl – Wander- und Bergschuhe (siehe Meindl-Größentabelle)
  • Lowa – Trekking- und Wanderschuhe
  • Maier Sports – Funktionsjacken und Hosen, in großen Größen mit verlässlichem Schnitt
  • Vaude – Funktionsjacken und Hosen, auch in größeren Damen-Konfektionen
  • Schöffel – ausgewählte Modelle mit Gore-Tex, parallel zur Venturi-Eigenmembran
  • Jack Wolfskin – einzelne Linien mit Gore-Tex (Großteil mit der eigenen Texapore-Membran)
  • Salewa – Bergsteigerbekleidung und Schuhe
  • Ziener – Skihandschuhe und Skijacken

Weitere Marken mit Gore-Tex-Modellen am Markt: Mammut, The North Face, Salomon, Arc’teryx, Norröna, Hanwag, Scarpa, Mountain Equipment, Peak Performance.

Gibt es Alternativen zu Gore-Tex?

Ja – und sie sind oft günstiger bei vergleichbarer Funktion. Die wichtigsten Alternativen:

  • Sympatex – deutscher Hersteller, PVC- und PTFE-frei, recycelbar. Gilt als nachhaltige Alternative.
  • eVent – ähnliche ePTFE-Technik, oft direkter atmungsaktiv ohne PU-Beschichtung.
  • Texapore (Jack Wolfskin) – Eigenmembran in mehreren Varianten (Eco, Pro).
  • Ceplex (Vaude) – Eigenmembran in mehreren Stufen.
  • Venturi (Schöffel) – Eigenmembran, gut für Alltag und Wandern.
  • Dermizax – nicht-poröse Polyurethan-Membran, sehr dehnbar.

Eine ausführliche Übersicht über Funktionsmembranen findest du in unserem Ratgeber zu Funktionsbekleidung mit Membran.

💡 Gerhards Tipp: Im Übergrößen-Segment ist nicht die Membran das Problem, sondern der Schnitt. Bei Maier Sports, Vaude und Schöffel funktionieren große Größen nach unserer Erfahrung verlässlich – egal ob die Membran von Gore oder vom Hersteller selbst kommt. Wichtiger als das Membran-Label ist, dass die Jacke an Bauch, Brust und Ärmel wirklich passt.
Langläufer in atmungsaktiver Gore-Tex-Bekleidung bei winterlichen Bedingungen
Bei aktiven Wintersportarten wie Langlauf oder Skitour zahlt sich die Atmungsaktivität der Membran besonders aus.

Die Geschichte von Gore-Tex

Mikroskopische Ansicht der Gore-Tex Membran Struktur mit Mikroporen Gore-Tex wurde 1969 von Robert W. Gore entwickelt – zufällig. Beim Versuch, Polytetrafluorethylen (PTFE) zu strecken, brachen ihm die langsam gedehnten Stäbe immer wieder. Aus Frust riss er eines davon mit einer schnellen, ruckartigen Bewegung – und das Material dehnte sich plötzlich um über 700 % aus. Dabei bildete sich eine mikroporöse Struktur aus rund 70 % Luft.

1970 brachte die Familienfirma W. L. Gore & Associates das Material unter dem Markennamen Gore-Tex auf den Markt. Heute, über 50 Jahre später, ist Gore-Tex weltweit verbreitet, in dutzenden Varianten verfügbar und steht mit der ePE-Membran an einem Wendepunkt der Materialgeschichte.

Häufige Fragen zu Gore-Tex (FAQ)

Was bedeutet Gore-Tex?

Gore-Tex ist der Markenname einer mikroporösen Funktionsmembran des US-Herstellers W. L. Gore & Associates. Sie wird in Outdoor-Bekleidung, Schuhen und Handschuhen verarbeitet und ist gleichzeitig wasserdicht, winddicht und atmungsaktiv. Der Name selbst hat keine Bedeutung im engeren Sinn – „Gore“ steht für die Erfinderfamilie, „Tex“ für Textil.

Ist Gore-Tex wirklich wasserdicht?

Ja. Die Membran hält dauerhaft eine Wassersäule von typisch 28.000 mm oder mehr aus – das entspricht 28 Metern Wassersäule und liegt damit weit über der EN-Norm für „wasserdicht“ (1.300 mm). Wichtig: Auch die Nähte müssen verschweißt sein, sonst tritt Wasser durch die Stichlöcher ein.

Ist Gore-Tex atmungsaktiv?

Ja. Die Membran lässt Wasserdampf (Schweiß) nach außen entweichen, weil die Poren rund 700-mal größer sind als ein Wasserdampfmolekül. Wichtig zu wissen: Atmungsaktivität funktioniert nur, wenn innen warm und außen kühler ist. Bei voller Sonne und Hochsommer stößt jede Membran an ihre Grenzen.

Wie lange ist Gore-Tex wasserdicht?

Die Membran selbst bleibt nach Herstellerangaben über die gesamte Produktlebensdauer wasserdicht. Begrenzend ist meist der Außenstoff bzw. die DWR-Imprägnierung. Mit regelmäßiger Pflege halten Gore-Tex-Produkte typischerweise 5–10 Jahre, oft länger.

Was ist der Unterschied zwischen Gore-Tex und Gore-Tex Infinium?

Gore-Tex Infinium ist nicht wasserdicht. Es bietet Windschutz und Atmungsaktivität, ist aber für klassische Regenwehr nicht ausgelegt. Wer eine Regenjacke sucht, sollte zur klassischen Gore-Tex-Linie greifen (oder Pro, Active, PacLite). Infinium passt eher für Stadt, Übergangsjacken und Wind-Aktivitäten.

Ist Gore-Tex krebserregend?

Behörden wie das Umweltbundesamt und das Bundesinstitut für Risikobewertung sehen das fertige PTFE-Material in Verbrauchsprodukten als chemisch stabil und beim normalen Tragen als unkritisch an. Die kritische Debatte um PFAS bezieht sich vor allem auf Herstellung, Umweltbelastung und Entsorgung. Gore hat 2023 deshalb die PFC-reduzierte ePE-Membran eingeführt. Wer auf Nummer sicher gehen will, greift zu Produkten mit „PFC-frei“- oder „PFAS-free“-Hinweis.

Welche Alternativen gibt es zu Gore-Tex?

Die wichtigsten Alternativen sind Sympatex (deutscher Hersteller, PTFE-frei), eVent, sowie Eigenmembranen wie Texapore (Jack Wolfskin), Ceplex (Vaude) und Venturi (Schöffel). Funktional sind sie oft gleichwertig, preislich häufig günstiger.

Wie wasche ich Gore-Tex?

Bei 30–40 °C mit flüssigem Funktionswaschmittel, ohne Weichspüler. Danach im Trockner bei niedriger Temperatur trocknen oder bügeln (Bügeleisen auf Stufe „Wolle“, Tuch dazwischen) – die Wärme reaktiviert die werkseitige Imprägnierung. Erst wenn Wasser nicht mehr abperlt, neu imprägnieren.

Wo wird Gore-Tex hergestellt?

Die Membran selbst wird von W. L. Gore & Associates produziert. Verarbeitet zu Jacken, Schuhen und Hosen wird sie ausschließlich von lizenzierten Markenherstellern in zertifizierten Produktionsstätten. Jedes Gore-Tex-Produkt durchläuft Wasser- und Funktionstests, bevor es verkauft werden darf.

Quellen

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Gerhard Renner Geschäftsführer
Seit 2004 bin ich in der Outdoor-Branche tätig und habe es mir zur Aufgabe gemacht, hochwertige und funktionelle Kleidung für Menschen mit besonderen Passformanforderungen anzubieten. Als Geschäftsführer von RennerXXL und ausgewiesener Experte für Übergrößen lege ich besonderen Wert darauf, dass unsere Produkte optimal sitzen und unseren Kunden maximalen Komfort bieten – egal ob beim Wandern, Skifahren oder Radfahren. In meiner Freizeit bin ich selbst gerne in der Natur unterwegs und schätze vor allem die beeindruckende Landschaft Südtirols. Diese Leidenschaft inspiriert mich jeden Tag, unser Sortiment mit höchsten Ansprüchen an Funktionalität und Qualität weiterzuentwickeln. Gerhard auf XING | Gerhard auf LinkedIN

8 Kommentare zu „Was ist die GORE-TEX® Membrane? – Funktion, Aufbau & Einsatzbereiche“

  1. Danke für den ausführlichen Artikel. Mich würde noch interessieren, wie lange so eine Gore-Tex Membran hält.

  2. RennerXXL Magazin Redaktion

    Hallo Doreen,

    Gore-Tex Materialien halten ewig. Ich würde sagen mind. 10 Jahre. Aber achte auf die regelmäßige Pflege und Imprägnierung der Jacken und Hose, mind. 2x im Jahr!
    Grüße,

    Andy vom RennerXXL Team

  3. Wow das hört sich ja wirklich vielversprechend an, ich hab auch sogar was gelernt in dem Blog von euch. Ich muss auch sagen das ganze hört sich schon fast zu gut an, gibt es auch irgendwelche Nachteile von Gore Tex?

  4. Hallo Ashle,

    das ist Ansichtssache, Gore-Text ist Marktführer und die Membrane kann auch einiges.

    lg
    Das RennerXXL Team

  5. RennerXXL Magazin Redaktion

    Hallo Zenai,

    danke für deinen Kommentar!
    die alten Membranen von Gore-Tex waren in der Tat bedenklich. Seit 2022 macht Gore nun pfc-freie Membranen
    lg
    Das RennerXXL Team

  6. Noch was… Ich sehe oft, dass Gore-Tex überschätzt oder falsch eingesetzt wird. Die Membrane ist top – aber nur, wenn man sie wirklich passend zum Einsatzgebiet auswählt.

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