Blasen beim Wandern vermeiden und effektiv vorbeugen
Blasen beim Wandern am besten vermeiden durch gezieltes Vorbeugen
Gleich vorneweg: Gänzliches Blasenvermeiden am Fuß ist leider kaum möglich, denn auf langen Wanderungen wird sich früher oder später oft eine Hautblase bilden. Gerade während einer ausgedehnten Trekkingtour geraten die Füße ins Schwitzen. Diese feuchte Umgebung erzeugt Reibung und setzt der Haut zu. Aber du kannst dich vorbereiten, um Blasen vorbeugen zu können, unangenehme Schmerzen abzumildern und den Schaden am Fuß begrenzt zu halten.
Das Serum (die Flüssigkeit) in einer Blase schützt und heilt das geschädigte Gewebe. Rote Flüssigkeit in einer Blutblase bedeutet lediglich, dass Kapillaren im Bereich der Blase ebenfalls geschädigt wurden. Wichtig ist vor allem, dass du ihrer Entstehung aktiv entgegenwirkst.
Blasen entstehen beim Trekking vor allem an den Zehen, der Ferse oder als schmerzhafte Blase unterm Fuß, da hier die stärkste Reibung durch den Schuh entsteht. In diesem Artikel erfährst du, was du vor und während deiner Wanderung tun kannst, um Hautbläschen zu verhindern und wie du im Ernstfall Blasen am besten behandelst. Wir zeigen dir Hausmittel und Hilfe aus der Apotheke wie Blasenpflaster oder Anti-Blasen-Sticks.
Wie vermeide ich Blasen beim Wandern?
Die folgenden Tipps solltest du beherzigen, um deinen Fuß effektiv zu schützen:
- Passform und Einlaufen (Blasenprophylaxe): Die richtige Passform der Stiefel ist entscheidend. Neue Wanderschuhe müssen unbedingt eingelaufen werden. Achte auf eine feste Schnürung, denn wenn Wanderschuhe Blasen an der Ferse verursachen, liegt das oft an einem zu lockeren Sitz, der Hohlräume und damit Reibung begünstigt.
- Die richtigen Socken wählen: Vermeide Baumwolle, da diese Feuchtigkeit speichert. Nutze Synthetik-Materialien oder Merinowolle. Spezielle Anti-Blasen-Socken wie von Wrightsock nutzen eine doppellagige Konstruktion, um Reibung direkt im Stoff abzufangen.
- Dünne Socken als Unterzieher: Falls du keine speziellen Socken hast, können dünne Linersocken unter den eigentlichen Wandersocken helfen, Feuchtigkeit abzutransportieren. Wechsle feuchte Socken regelmäßig gegen trockene aus.
- Hotspots rechtzeitig erkennen: Sobald du Schmerz oder ein Brennen spürst: Pause machen, Schuhe aus und die Stelle kontrollieren. Ein rechtzeitig aufgeklebtes Tape oder Pflaster kann die Blasenbildung noch verhindern.
- Spezielle Blasenpflaster verwenden: Ein Gelkissen im Blasenpflaster schützt vor Scheuern und Druck. Viele Wanderer nutzen Blasenpflaster präventiv an bekannten Schwachstellen wie der Achillessehne, um erst gar keine Wunde entstehen zu lassen.
- Hautpflege mit Hirschtalg: Hirschtalg-Creme hält die Haut geschmeidig und wirkt wasserabweisend. Während Vaseline beim Wandern oft als kurzfristige Hilfe genannt wird, bietet Hirschtalg einen deutlich länger anhaltenden Schutzfilm gegen Reibung.
Hilfe bei Blasen am kleinen Zeh und zwischen den Zehen
Ein häufig unterschätztes Problem ist die Blase am kleinen Zeh oder Blasen zwischen den Zehen. Diese entstehen meist durch zu engen Druck in der Zehenbox. Ein bewährter Trick ist das Zehen tapen beim Wandern: Klebe gefährdete Zehen einzeln mit einem schmalen Streifen Sporttape ab, um die Hautoberfläche zu schützen. Achte darauf, dass das Tape faltenfrei sitzt!
Wodurch werden Blasen an den Füßen erzeugt?
Die Hauptgründe für die Entstehung von Blasen sind:
- Druck: Enge Stellen im Schuh, Sockennoten oder eine falsche Zehenstellung.
- Hitze: Hohe Temperaturen durch Wetter oder langes Gehen erhöhen die Reibungsempfindlichkeit.
- Feuchtigkeit: Feuchte Haut ist weich und reißt schneller auf.
- Fehlstellungen: Platt-, Hohl- oder Senkfüße verändern die Druckpunkte, was oft zu einer Blase am Fußballen führt.
Tipps zur perfekten Ausrüstung
Das richtige Schuhwerk
Schwere Lederstiefel oder Straßenschuhe sind oft Auslöser für Probleme. Moderne Wanderschuhe sind atmungsaktiv und transportieren Feuchtigkeit nach außen. Hochwertige Modelle, etwa von Meindl, bieten durch ausgereifte Schnürsysteme und Polsterungen einen hohen Schutz.
Einlegesohlen zur Optimierung
Bei schwerem Gepäck können Einlegesohlen den Tragekomfort erhöhen und die Feuchtigkeitsaufnahme verbessern. Sie minimieren das Rutschen im Schuh und schützen so besonders die Ferse vor Schmerzen.
Unterschätze niemals die Socken! Baumwolle verhindert die Zirkulation. Synthetische Stoffe schmiegen sich wie eine zweite Haut an. Anti-Blasen-Socken liegen im Trend und bieten die bestmögliche Schonung der Haut.
Weitere Tricks für unterwegs
- Lüfte Schuhe und Socken in jeder Pause gründlich aus.
- Nutze Anti-Blasen-Sticks, um einen Gleitfilm auf der Haut zu erzeugen.
- Füße tapen vor der Wanderung: Tape gefährdete Stellen wie die Fersenaußenkante vorbeugend.
- Getragene Socken beim Wandern: Ein echter Experten-Tipp! Socken, die bereits einmal getragen (und nicht frisch gewaschen) sind, sind oft weicher und schmiegen sich besser an den Fuß an.
- Zwei-Socken-Prinzip: Zwei Paar Socken übereinander (dünner Liner + dicke Socke) lassen die Reibung zwischen den Stoffschichten stattfinden statt auf deiner Haut.
Was tun, wenn die Blase bereits da ist?
- Nicht aufstechen: Geschlossene Blasen schützen vor Infektionen. Das Serum darunter ist der beste Heilbeschleuniger.
- Im Notfall (bei großen Schmerzen): Sterilisiere eine Nadel. Stich die Blase am Rand an und lass die Flüssigkeit vorsichtig ablaufen.
- Wundversorgung: Behandle die Stelle danach wie eine offene Wunde mit antibiotischer Salbe und einem stabilen Pflaster.
Quellen und Nachweise:
Last modified: 24. Januar 2026


Hi!
Noch eine Anmerkung und einen Tip:
Als Fetthaltige Salbe sollte man keine Vaseline o.ä. nehmen, sondern Salbe aus Hirschtalg (mit hohen anteil an diesem). Habe ich persönlich auf jeden Fall bessere erfahrungen mit gemacht.
Und beim Thema Socken: Auch wenn der eine oder andere die Nase rümpfen sollte: Frische Socken neigen ehr zur Blasenbildung als bereits getragene 😉
Meiner Meinung nach kommen alle Probleme und Schmerzen mit Wanderschuhen von schlechten Sohlen. Selbst bei Markenschuhen wie Meindl oder Lowa.
Ich ersetzte als erstes immer sofort die Sohle durch gescheite.
Hallo – guter Artikel!
Ich hoffe, ihr könnt mir einen Rat geben. Ich bin relativ neu im Wandern und habe Schmerzen an meinen 3 äußeren Zehen, besonders am rechten Fuß nach ca. 3 km. Es fühlt sich an wie blaue Flecken zwischen dem Zehenpolster und dem Fuß. Wenn ich meine Zehen in meinem Stiefel knirsche, geht der Schmerz für eine Weile weg, kommt aber dann zurück. Ich habe viele Stiefel ausprobiert (Hanwag, Meindl…) und es scheint bei allen Schuhen zu passieren, also denke ich, dass meine Füße das Problem sind und nicht die Stiefel. Ich habe auch andere Innersohlen ausprobiert, hat aber nicht geholfen 🙂
irgendeinen Ratschlag?
Hallo Bodo, wir empfehlen Ihnen folgendes:
Tipp 1:
Achten Sie darauf, dass Sie viel Platz im Fussraum Ihrer Schuhe haben. Viele Wanderer tragen weite Schuhe oder Stiefel, die größer als die normale Größe ist, weil die Füße beim Wandern anschwellen können. Wenn Ihre Zehen in im Schuh zu eng werden, kann es zu Durchblutungsstörungen und Reibung an der Schuhinnenseite kommen. Und umgekehrt, wenn Ihre Schuhe zu groß sind, kann das dazu führen, dass die Füße zu viel Platz haben und innen rutschen. Dass ist auch nicht gut. Sie können die Weite Ihrer Schuhe auch etwas verändern, indem Sie die Spannung der Schnürsenkel anpassen.
Tipp 2:
Manchmal reiben die Zehen aneinander, was Quetschungen oder Blasen verursachen kann. Sie können Ihre Zehen voneinander abschirmen, indem Sie sie mit Pflaster-Tape umwickeln.
Tipp3:
Da Sie Wander-Neuling sind, könnte es sein, dass Ihre Füße noch nicht genügend Zeit gehabt haben sich an die neuen Anforderungen anzupassen.
Viele Neueinsteiger bekommen Fußschmerzen, weil ihre Füße nicht an all diesen „Stress“ gewöhnt sind. Aber (vorausgesetzt, es gibt keine anderen eklatanten Probleme in Ihren Schuhen) sollten sich Ihre Füße im Laufe der Zeit anpassen.
Ganz wichtig: die Füße trocken halten, also atmungsaktive Schuhe nehmen und vor allem gute Schuhe nehmen, Meindl, Lowa … alle billigen Schuhe sind einfach Mist
was ganz wichtig ist, dass man die Blase NICHT aufsticht. Dadurch kommen Bakterien in die Wunde und alles wird noch schlimmer.
so versorgt man Blasen richtig:
Wundspray oder Wundsalbe auftragen und dann Mullverband oder steriles Pflaster drauf
Bei Pausen die nass geschwitzten Socken auswechseln, hilft extrem, aber ich bin ein Vielschwitzer
Ich habe früher immer Blasen bekommen, egal welche Schuhe ich hatte, beim letzten Mal waren die Schmerzen dann so stark, dass ich barfuss weitergehen musste.
Und jetzt kommts: seit dem gehe ich nur noch barfuss in die Berge, ich habe inzwischen eine richtige Hornhaut weil ich auch sonst im Sommer immer nur barfuß gehe, fast immer wo ich gerade bin.
Ich steche immer die Blase auf, lasse aber die Haut dran. kann ich nur jedem empfehlen
einfach gescheite Socken verwenden dann gibt es auch keine Blasen. Wer mit Baumwollsocken in die Berge geht braucht sich nicht zu wundern, wenn er Blasen bekommt.
Ich habe einmal Hirschtalgcreme ausprobiert und das ganze hat schon was gebracht. Die Creme zieht schnell ein und die Füße werden daher weicher.
Meine Apothekerin schwört auf Zinksalbe
Bei mir hat der Umstieg von Meindl auf Lowa jegliche Blasen weggeblasen. Bein Bruder kommt aber mit Meindl besser zurecht, ich denke wenn die Schuhe auf den Träger perfekt abgestimmt sind gibt es da keine Probleme
einfach 2 Paar Socken verwenden und es gibt keine Blasen mehr. Und man spart sich die ganzen Sachen mit Blasenpflaster, Cremes usw.
ich habe mir neue schuhe von meindl gekauft und bekomme leider immer blasen an der ferse. Hat da jemand erfahrungen damit?
blasen vorbeugen geht am besten mit lange eingelaufenen Schuhen. Wenn die Wanderschuhe neu sind geht man sie am besten zu Hause ein, z. B. in der Arbeit tragen. Wenn die Schuhe dann sich an die Füsse angepasst haben, ist es wie eine zweite Haut und Blasen sind praktisch unmöglich
Immer Markensocken bzw. richtige Wandersocken kaufen, zb. Falke oder Meindl. Diese Socken haben die perfekte Zusammensetzung der Materialien die man zum Wandern braucht, z. B. Merinowolle, Polyester usw..
Einlaufen, einlaufen und einlaufen… und Spezialtipp: Feinstrumpfhosen als erste Schicht
meine Freundin schwört auf Hansaplast
in der Regel sind Blasen wieder nach einer Woche verschwunden
Ich hatte bis dato auch immer blasen´, die Tipps in dem Beitrag haben mir sehr geholfen, aber mir haben die Tipps die in den Kommentaren stehen auch sehr weiter geholfen.
Hallo,
Ich gehe aktuell den Oberschwäbischen Jakobsweg. Blasen bekomme ich immer an den Spitzen der kleinen Zehen… Schuhe sind nicht zu eng (die hab ich schon ausgetauscht). Bei der letzten Etappe (es war sehr schwül) hatte ich ein sehr unangenehmes Reibegefühl und auch eine Rötung an der Kante meiner Kompressionsstrümpfe (diese haben keine Spitze und enden am Zehenansatz).
Was kann ich tun um die „Belastung“ an dieser Stelle zu reduzieren?
LG Silvia
Danke für die tollen Tipps zur Blasenvermeidung beim Wandern! Besonders auf die Socken sollte geachtet werden. Socken aus Viskose halten die Füsse trocken und Baum-Wollsocken bewirken das Gegenteil. Da sind Blasen vorprogrammiert.
Und das hilft wirklich. Das kann ich mir ja gar nicht vorstellen. Ich hatte bis jetzt bei jeder Wanderung immer Blasen bekommen. Aber das hört sich tatsächlich vielversprechend an. Ich werde es den nächsten Ausflug mal so probieren…
Dankeschön für die Tipps und liebe Grüße
Bald geht’s auf zum Trekking Costa Rica und da wird wirklich viel gewandert und man braucht wirklich einen guten Schutz. Es ist schon unglaublich, was kleine Dinge für eine Auswirkung haben kann. Die Tipps von hier wird auf jeden Fall umgesetzt und ausprobiert, in der Hoffnung, dass es wirklich keine Blasen gibt.