Spreizfuß-Senkfuß-Hohlfuß-Plattfuß – Passform Probleme bei Schuhen

Schmerzende Füße nach ein paar Stunden, Druck unter dem Ballen, Zehen die vorn anstoßen – Fußfehlstellungen wie Spreizfuß, Senkfuß, Knickfuß, Hohlfuß und Plattfuß sind häufiger, als man denkt. Viele Füße entsprechen nicht exakt der „Normform“.

Die wichtigste Erkenntnis aus über 20 Jahren Größenberatung vorweg: Bei den meisten Problemfüßen brauchst Du mehr Weite, nicht mehr Länge. Wer zur größeren Schuhgröße greift statt zur breiteren Weite, verschiebt das Problem nur. Direkt unten findest Du die Schuhwahl je Fehlstellung – die ausführliche Erklärung der einzelnen Fußformen kommt danach.

Wichtig vorab: Wir sind Passform- und Schuhprofis, keine Mediziner. Bei Schmerzen oder einer ausgeprägten Fehlstellung gehört der Fuß in die Hände einer Orthopädin oder eines Orthopäden – dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Diagnose, sondern hilft Dir bei der richtigen Schuhwahl.

Welche Schuhe bei welcher Fehlstellung?

Das ist die Frage, die uns am häufigsten erreicht. Es gibt nicht „den einen“ Schuh, aber für jede Fehlstellung gibt es klare Merkmale, auf die Du achten solltest. Was Spreiz-, Senk-, Knick-, Hohl- und Plattfuß genau sind, erklären wir weiter unten – hier zuerst die schnelle Orientierung:

FußformWorauf es beim Schuh ankommtPassende Weite / Leisten
SpreizfußBreite Zehenbox, viel Platz im Vorfuß, weiches ObermaterialComfort-Fit / Weit (W, WXL)
SenkfußStabile Sohle, gute Dämpfung, stützendes FußbettNormal bis weit
KnickfußFeste Fersenführung, ggf. Einlage / orthopädische AbklärungNormal bis weit
HohlfußHoher Spann-Raum, weiche, entlastende DämpfungHöheres Volumen
PlattfußStützende, stabile Sohle, viel WeiteWeit (W, WXL)
Hallux valgusNahtfreier, weicher Vorfuß, breite ZehenboxComfort-Fit / Bunion-Leisten

Bei Beschwerden oder ausgeprägter Fehlstellung gilt für alle Punkte: vorher fachlich abklären lassen. Die folgenden Modelle sind Beispiele aus unserem Sortiment, keine medizinische Empfehlung.

Passende Beispiele aus unserem Sortiment für breite Füße in Übergröße: Alle drei gibt es bis Größe 53 – die beiden Mondello-Modelle mit extra breitem Comfort-Fit-Leisten und großzügiger Zehenbox, der leichte Nebraska als Alternative für normalere Fußformen.

Extra breit Meindl Mondello GTX Herren Outdoorschuh extra breit für breite Füße in Übergröße

Meindl

Mondello GTX Halbschuh

Niedriger Outdoorschuh mit extra breitem Comfort-Fit-Leisten und viel Platz im Vorfuß – passt bei breitem Vorfuß und Spreiz-/Senkfuß-Tendenz. In Größe 44–53.

  • ✓ Extra breiter Comfort-Fit-Leisten
  • ✓ Gore-Tex wasserdicht · atmungsaktiv
  • ✓ Vibram-Sohle · bis Gr. 53
Passform: fällt normal aus
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Extra breit · Mid Meindl Mondello GTX Mid Herren Wanderschuh extra breit knöchelhoch für breite Füße

Meindl

Mondello GTX Mid

Knöchelhohe Variante mit extra breitem Leisten – mehr Halt am Sprunggelenk, gleiche große Zehenbox. In Größe 46–53.

  • ✓ Knöchelhoher Halt · Gummikappen
  • ✓ Extra breiter Leisten · große Zehenbox
  • ✓ Gore-Tex · Vibram · bis Gr. 53
Passform: fällt normal aus
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Leicht · bis Gr. 53 Meindl Nebraska Mid GTX leichter Wanderschuh in Übergröße bis Größe 53

Meindl

Nebraska Mid GTX

Leichter, wasserdichter Wanderschuh in Übergröße bis 53. Normaler Schnitt – die Alternative, wenn der Fuß nicht extra breit ist.

  • ✓ Leichtbauweise · weich gedämpft
  • ✓ Gore-Tex XCR wasserdicht
  • ✓ Übergröße bis Gr. 53
Passform: halbe Nummer größer bestellen
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Schuhe bei Knick-Senk-Spreizfuß

Die drei Fehlstellungen treten meist zusammen auf – deshalb ist der Knick-Senk-Spreizfuß der häufigste „Kombi-Fall“ in unserer Beratung. Du brauchst hier einen Schuh, der zwei Dinge gleichzeitig kann: vorn viel Platz für den breiten Spreizfuß und hinten eine feste Fersenführung gegen das Einknicken.

In unserer Beratung ist ein Comfort-Fit-Modell in Weit plus einer orthopädischen oder zumindest stützenden Einlage oft ein guter Ausgangspunkt. Wichtig: Der Schuh sollte ein herausnehmbares Fußbett haben, damit Deine eigene Einlage hineinpasst. Meindl mit Comfort-Fit-Leisten oder breit geschnittene Modelle von Keen und Hanwag sind hier eine gute erste Adresse.

Schuhe bei Spreizfuß und Senkfuß

Beim reinen Spreiz-/Senkfuß steht die Vorfuß-Weite im Vordergrund. Achte auf eine großzügige Zehenbox, ein flexibles Obermaterial und ein dämpfendes Fußbett. Sehr breit geschnitten und damit einen Versuch wert sind Marken wie Altra mit ihrer anatomisch geformten Zehenbox sowie Meindl-Modelle mit Meindl ComfortFit-Leisten.

Schuhe bei Plattfuß

Plattfüße gehen häufig mit mehr Breite einher und profitieren von Stabilität. Setze auf eine feste, stützende Sohle in Kombination mit einer Einlage, die das abgesenkte Längsgewölbe abfängt. Bei der Weite landest Du oft bei Weit-Formen – Hersteller wie Lowa mit ihren Weit-Formen oder Hanwag-Wide-Modelle sind hier einen Blick wert.

Schuhe bei Hohlfuß

Der Hohlfuß braucht das Gegenteil von Stabilität an einer Stelle: weiche Dämpfung, die die punktuelle Belastung an Vorfuß und Ferse abfedert, sowie genug Raum über dem hohen Spann. Eine entlastende, gut gepolsterte Einlage ist hier oft hilfreich. Auf eine zu harte, durchgehend steife Sohle solltest Du eher verzichten.

Schuhe bei Hallux valgus

Hier zählt jeder Millimeter Druckfreiheit. Wichtig sind ein weiches, dehnbares Obermaterial ohne Naht über dem Ballen und eine breite Zehenbox, damit sich die Zehen frei entfalten können. Modelle mit Bunion-Leisten sind genau dafür gebaut. Aus unserer Erfahrung gilt: lieber eine halbe Nummer mehr Weite als zu wenig – ein zu enger Schuh kann Beschwerden verstärken und die Fehlstellung begünstigen.

💡 Gerhards Tipp: Achte beim Kauf auf ein herausnehmbares Fußbett. Wer Einlagen trägt, braucht den Platz darunter – und gewinnt zusätzliche Weite, wenn das Originalfußbett raus und die eigene Einlage rein kommt. Schuhe ohne herausnehmbares Fußbett sind für Einlagenträger meist die schlechtere Wahl.

Fußfehlstellungen in Übergrößen – warum Länge allein nicht reicht

In den Größen 47 bis 53 wird die Schuhwahl bei Fehlstellungen noch einmal schwieriger – und genau hier sehen wir in der Beratung die meisten Fehlkäufe. Der Grund: Wer einen breiten Fuß hat und im Standardregal nichts findet, greift fast automatisch zur nächstgrößeren Länge. Der Schuh ist dann vorn zwar etwas breiter, aber auch zu lang – der Fuß rutscht, die Ferse hält nicht, beim Bergabgehen stößt der Zeh trotzdem an.

Drei Dinge zählen in Übergröße deshalb besonders:

  • Weite vor Länge: Ein Spreiz- oder Plattfuß braucht eine echte Weit-Form (W, WXL), keine größere Schuhlänge.
  • Volumen: Kräftige Füße haben oft auch mehr Höhe (Spann). Achte auf Modelle, die nicht nur breit, sondern auch hoch genug geschnitten sind.
  • Platz für Einlagen: Wer orthopädische Einlagen trägt, verliert Innenraum. Ein herausnehmbares Fußbett ist in Übergröße fast Pflicht.

Aus diesem Grund führen wir bei den großen Größen bewusst Modelle mit Comfort-Fit- und Weit-Leisten – einige Meindl-Schuhe bis Größe 53.

💡 Gerhards Tipp: Unsicher bei Größe und Weite? Schick uns einfach Fußlänge, Ballenbreite, Deine übliche Schuhgröße und ob Du Einlagen trägst – dann grenzen wir Dir vorab passende Modelle ein, bevor Du bestellst. Das spart die typische „erst bestellen, dann zurückschicken“-Runde, die bei Problemfüßen sonst schnell zwei, drei Versuche kostet.

Welche Fußfehlstellungen gibt es?

Fuß- und Zehenfehlstellungen sind weit verbreitet. Wenn ein Fuß bei normaler Belastung schmerzt, spricht man von einem Problemfuß – die Ursache kann im Fußgewölbe, der Ferse, den Zehen oder den Sehnen liegen. Hier die häufigsten Formen im Überblick.

Spreizfuß

Spreizfuß Fehlstellung im Vergleich zu einem normalen Fußgewölbe

Spreizfuß vs. „normaler“ Fuß

Der Spreizfuß gehört zu den häufigsten Fehlstellungen. Das Quergewölbe im Vorfuß senkt sich ab, bis der ganze Ballen aufliegt – der Fuß wird vorn spürbar breiter. Typisch sind Druckschmerzen unter dem Ballen.

Für die Schuhwahl heißt das vor allem eines: Platz im Vorfuß und eine breite Zehenbox. Einlagen oder eine Pelotte können das Quergewölbe zusätzlich stützen.

Senkfuß

Der Senkfuß entsteht oft aus einem Spreizfuß, wenn zusätzlich das Längsgewölbe absinkt. Die Ursache ist häufig eine schwache Fußmuskulatur. Übungen zur Kräftigung können hier vorbeugen – beim Schuh helfen eine stabile Sohle und eine gute Dämpfung. Spreiz- und Senkfuß treten in der Praxis häufig kombiniert auf, oft auch zusammen mit einem Knickfuß.

Knickfuß und Knick-Senkfuß

Beim Knickfuß sinkt der Rückfuß nach innen ein. Unbehandelt kann das je nach Befund zu Knie- oder Hüftproblemen führen. Als mögliche Ursachen gelten Übergewicht oder eine Bindegewebsschwäche. Maßgefertigte Einlagen, die die Ferse aufrichten, sind hier ein gängiger Ansatz – kombiniert mit einem Schuh, der eine feste Fersenführung bietet.

Hohlfuß

Hohlfuß Fehlstellung mit extrem hohem Fußspann
Der Hohlfuß ist das Gegenteil des Plattfußes: Das Längsgewölbe ist überhöht, der Fuß liegt meist nur mit Zehen und Ferse auf. Das Gewicht verteilt sich punktuell, was zu Schmerzen am Vorfuß und zu Krallenzehen führen kann. Betroffene knicken zudem leichter um. Wichtig ist hier ein hoher Spann-Raum im Schuh und eine entlastende, dämpfende Einlage.

Plattfuß

Plattfuß (pes planus) mit vollständig abgesenktem Fußgewölbe

Beim Plattfuß (pes planus) ist das Längsgewölbe vollständig abgesenkt – die gesamte Sohle liegt auf. Hier solltest Du einen Orthopäden hinzuziehen. Neben Einlagen können Fußgymnastik und gezieltes Barfußlaufen unterstützen.

Beim Schuh zählen eine stabile, stützende Sohle und genug Weite, weil Plattfüße meist auch breiter sind.

Hallux valgus

Darstellung einer Hallux valgus Fehlstellung am großen Zeh

Der Hallux valgus ist die häufigste Zehenfehlstellung: Die große Zehe knickt zu den anderen Zehen ab, der Ballen tritt nach außen hervor. Eine mögliche Ursache ist jahrelanges Tragen zu enger oder zu hoher Schuhe.

Hier hilft vor allem der Wechsel auf weite, druckfreie Schuhe mit weichem, dehnbarem Obermaterial und möglichst ohne Naht über dem Ballen. Modelle mit einem speziellen Bunion-Leisten sind dafür gut geeignet.

Hallux rigidus

Beim Hallux rigidus versteift sich das Großzehengrundgelenk und das Abrollen wird schmerzhaft. Hier ist das Gegenteil eines flexiblen Schuhs gefragt: eine dicke, steife Sohle (wie bei festen Bergstiefeln) kann das Gelenk entlasten, weil es sich beim Gehen nicht mehr durchbiegen muss.


Einlagen, Fußbett und Barfußschuhe – was bringt was?

Rund um Fehlstellungen kursieren viele Halbwahrheiten. Drei Punkte, die in der Beratung immer wieder aufkommen:

  • Orthopädische Einlagen können bei Knick-, Senk- und Plattfuß sinnvoll sein, weil sie das Gewölbe stützen. Bei Beschwerden sollten sie orthopädisch angepasst werden – und sie brauchen Platz, also einen Schuh mit herausnehmbarem Fußbett und genug Volumen.
  • Serien-Fußbetten aus dem Schuh (z. B. Comfort-Fit) sind ein guter Kompromiss für leichte Beschwerden, ersetzen bei einer ausgeprägten Fehlstellung aber keine angepasste Einlage.
  • Barfußschuhe sollen die Fußmuskulatur trainieren. Bei leichten Beschwerden kann das langfristig helfen – als bewusstes, langsam dosiertes Training. Bei Schmerzen, Plattfuß oder ausgeprägtem Knickfuß solltest Du sie nur nach fachlicher Einschätzung tragen, weil die stützende Struktur fehlt.

Kurz gesagt: Training (Barfußlaufen, Fußgymnastik) und Stützung (Einlagen, stabile Schuhe) sind kein Widerspruch – die Mischung macht’s, abgestimmt auf Deine konkrete Fehlstellung und im Zweifel mit fachlicher Begleitung.


Schuhe für breite Füße – worauf Du achten solltest

Viele Fehlstellungen – allen voran Spreiz- und Plattfuß – machen den Fuß breiter. Der häufigste Fehler ist dann, zu einer größeren Länge zu greifen, statt zu mehr Weite. Das löst das Problem nicht, sondern schafft ein neues: Der Fuß rutscht im zu langen Schuh.

Wanderschuhe werden deshalb in Breitenkategorien angeboten – grob von schmal (S) über normal (M) bis breit (W) und sehr breit (WXL). Im deutschen Handel findest Du außerdem Weiten-Buchstaben wie H oder K. Achte bei den Modellen auf Zusätze wie „Wide“, „Comfort Fit“, „SF Extra“ oder „Alpine Wide“. Welche Weite zu Dir passt, erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber zur richtigen Schuhweite.

Ein gut sitzender Schuh bietet vorn einen Fingerbreit Platz, hält die Ferse aber fest im Sitz. Trage möglichst keine zu schmalen Schuhe – das kann Schmerzen und Fehlstellungen wie den Hallux valgus begünstigen. Wer tiefer in die Modellauswahl einsteigen will, findet in unserem Ratgeber Wanderschuhe für breite Füße die passenden Empfehlungen, und in unserer Kaufberatung Wanderschuhe die wichtigsten Kriterien Schritt für Schritt.

💡 Gerhards Tipp: Wenn Du Kompressionsstrümpfe trägst, verändert sich Deine benötigte Schuhweite und -größe deutlich. Bestelle und probiere immer mit den Strümpfen an, die Du im Alltag trägst – sonst passt der Schuh im Laden, aber nicht im echten Einsatz.

So misst Du Deine Füße richtig zu Hause

Stell Dich barfuß auf ein Blatt Papier, zeichne den Umriss nach und miss die Länge von der Ferse bis zum längsten Zeh. Da Füße fast immer unterschiedlich groß sind, orientierst Du Dich am größeren Fuß. Rechne beim Kauf etwa einen Zentimeter Puffer hinzu, damit Du beim Bergabgehen nicht vorn anstößt. Miss am besten abends, wenn der Fuß sein größtes Volumen hat.

💡 Gerhards Tipp: Probiere Schuhe immer nachmittags an und nimm die Socken mit, die Du auch unterwegs trägst. Füße schwellen im Tagesverlauf an – ein Schuh, der morgens perfekt sitzt, kann abends drücken. Bei dicken Wandersocken brauchst Du zusätzlich Volumen.

Hintergrundwissen: Die Anatomie des Fußes

Anatomie des menschlichen Fußes mit 26 Knochen und 33 Gelenken
Unsere Füße sind hochkomplex aufgebaut: 26 Knochen, 33 Gelenke und über 100 Bänder halten alles zusammen. Dazu kommen 20 Muskeln mit ihren Sehnen, die für Bewegung und festen Stand sorgen. Zum Vergleich: Die menschliche Hand hat 27 Knochen und 36 Gelenke – also nur unwesentlich mehr.

Detaillierte Darstellung der Muskeln und Sehnen im menschlichen Fuß

Fußformen – griechisch, ägyptisch, römisch

Der Form nach unterscheidet man Füße grob nach dem Verhältnis von großem Zeh und zweitem Zeh:

  • Griechischer Fuß: Die zweite Zehe ist länger als die große Zehe.
  • Ägyptischer Fuß: Die zweite Zehe ist kürzer als die große Zehe.
  • Römischer Fuß: Beide Zehen sind etwa gleich lang (auch „quadratischer Fuß“).

Vergleich der Fußformen: Griechisch, Ägyptisch und Römisch

Für Deinen Schuh zählen aber nicht die Zehen, sondern Länge, Breite und Höhe (Volumen) des Fußes – und die fallen bei jedem Menschen anders aus.

Unterschiedliche Fußformen bei Damen, Herren und Kindern

Anatomischer Vergleich zwischen Damenfüßen und Herrenfüßen

Auch Frauen- und Männerfüße sind verschieden gebaut. Bei Frauenfüßen liegt der Schwerpunkt weiter hinten, der Knöchel setzt tiefer an und die Ferse ist meist schmaler. Das ist mit ein Grund, warum ein Herrenmodell bei Damen am Rückfuß rutschen kann – und umgekehrt ein Damenmodell vorn zu eng wird.

Kinderfüße sind keine „Erwachsenenfüße in klein“: Erst mit rund 16 Jahren hat der Fuß seine endgültige Form. Kinderfüße sind noch im Wachstum und formbarer – falsche Schuhe können die natürliche Entwicklung hier ungünstig beeinflussen.

Bewegungsabläufe beim Wandern und Bergsteigen

Unser Gang ist auf lange Strecken ausgelegt. Beim Wandern trittst Du zuerst mit der Ferse auf, rollst über die Außenkante ab und stößt Dich über den großen Zeh ab. Bergauf verlagert sich der Fokus auf den Ballen, was die Waden stärker fordert. Bergab ist der Körperschwerpunkt entscheidend: Er sollte senkrecht über dem Fuß liegen, damit Du nicht ausrutschst.

Was heißt das für Deinen Schuh? Er muss diese Abrollbewegung mitmachen und Deinen Zehen dabei genügend Platz lassen – eine zu kurze oder im Vorfuß zu enge Konstruktion stört genau hier und sorgt bergab für die schmerzhaft anstoßenden Zehen.

Fußübungen von Prof. Froböse als ergänzende Kräftigungsübungen

Welche Gelenke hat der Fuß?

Anatomische Darstellung des menschlichen Sprunggelenks
Das wichtigste Gelenk ist das Sprunggelenk. Man unterteilt es in:
  • Oberes Sprunggelenk (OSG): Hebt und senkt den Fuß (Scharnierfunktion).
  • Unteres Sprunggelenk (USG): Ermöglicht das Drehen und Kippen zur Anpassung an unebenen Untergrund.

Häufige Fragen zu Schuhen bei Fußfehlstellungen

Welche Schuhe sind bei Spreizfuß und Senkfuß die richtige Wahl?

Schuhe mit breiter Zehenbox, viel Platz im Vorfuß und einem stützenden, herausnehmbaren Fußbett. Comfort-Fit- oder Weit-Modelle (W, WXL) sind oft passend. Beim Senkfuß zusätzlich auf eine stabile, gut gedämpfte Sohle achten.

Welche Schuhe bei Knick-Senk-Spreizfuß?

Ein Weit-Modell mit fester Fersenführung plus stützende Einlage. Der Schuh muss vorn breit genug für den Spreizfuß sein und hinten die Ferse gegen das Einknicken stabilisieren. Ein herausnehmbares Fußbett ist wichtig, damit orthopädische Einlagen hineinpassen.

Welche Schuhe bei Plattfuß?

Schuhe mit stabiler, stützender Sohle in ausreichender Weite, kombiniert mit einer Einlage für das abgesenkte Längsgewölbe. Weit-Formen (W oder WXL) sind häufig die richtige Wahl, weil Plattfüße meist auch breiter sind.

Welche Wanderschuhe bei Hallux valgus?

Modelle mit weichem, dehnbarem Obermaterial, möglichst ohne Naht über dem Ballen und mit breiter Zehenbox. Schuhe mit speziellem Bunion-Leisten sind dafür gemacht. Im Zweifel lieber etwas mehr Weite wählen, denn zu enge Schuhe können Beschwerden verstärken und die Fehlstellung begünstigen.

Sind Barfußschuhe bei Spreizfuß sinnvoll?

Als gezieltes, langsam dosiertes Training der Fußmuskulatur können sie bei leichten Beschwerden helfen. Bei Schmerzen, Plattfuß oder ausgeprägtem Knickfuß sind sie meist ungeeignet, weil die stützende Struktur fehlt – hier vorher fachlich abklären lassen.

Soll man Schuhe bei breiten Füßen eine Nummer größer kaufen?

Nein – bei breiten Füßen brauchst Du mehr Weite, nicht mehr Länge. Ein zu langer Schuh führt dazu, dass der Fuß nach vorn rutscht. Greife stattdessen zu einer Weit-Form. Lediglich für geschwollene Füße oder dicke Socken kann etwas Längen-Puffer sinnvoll sein.


Zusammenfassung: Das Wichtigste für Dich

Unsere Füße leisten täglich Schwerstarbeit, und Fehlstellungen wie Spreiz-, Senk- oder Plattfuß kommen häufig vor. Entscheidend ist, dass Du Deine eigene Fußform kennst und beim Schuh konsequent auf Weite statt Länge setzt. Eine breite Zehenbox, ein herausnehmbares Fußbett und – je nach Befund – eine passende Einlage entschärfen viele typische Passformprobleme. Im Zweifel gilt: lieber ein Weit-Modell und im Beratungsgespräch nachfragen. Bei Schmerzen oder ausgeprägter Fehlstellung ist der Gang zum Orthopäden der richtige erste Schritt.

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Gerhard Renner Geschäftsführer
Seit 2004 bin ich in der Outdoor-Branche tätig und habe es mir zur Aufgabe gemacht, hochwertige und funktionelle Kleidung für Menschen mit besonderen Passformanforderungen anzubieten. Als Geschäftsführer von RennerXXL und ausgewiesener Experte für Übergrößen lege ich besonderen Wert darauf, dass unsere Produkte optimal sitzen und unseren Kunden maximalen Komfort bieten – egal ob beim Wandern, Skifahren oder Radfahren. In meiner Freizeit bin ich selbst gerne in der Natur unterwegs und schätze vor allem die beeindruckende Landschaft Südtirols. Diese Leidenschaft inspiriert mich jeden Tag, unser Sortiment mit höchsten Ansprüchen an Funktionalität und Qualität weiterzuentwickeln. Gerhard auf XING | Gerhard auf LinkedIN

25 Kommentare zu „Spreizfuß-Senkfuß-Hohlfuß-Plattfuß – Passform Probleme bei Schuhen“

  1. Hallo K.S?

    Wir können dir Hanwag Schuhe empfehlen, die haben sich auf Problemfälle spezialisiert.

    Liebe Größe,

    Nick vom RennerXXL Team

  2. Es ist wirklich sehr schwer, einen passenden Wanderschuh mit Hallux zu finden, Lowa ist eine Katastrope, Meindl passt auch nicht wirklich perfekt

  3. Das ist ein echt spannender Artikel zum Thema Orthopädie. Ich werde mich dazu mal noch etwas mehr informieren.

  4. Hallo! Unser Kleiner hat vom Kinderorthopäden Einlagen verschrieben bekommen. Dieser sagt, dass sie möglichst immer getragen werden sollen. Dabei gilt doch Barfußlaufen als so gesund. Das ist dann doch gar nicht mehr möglich, oder? Sonst geht es für seinen Körper immer hin und her. Ob das gut ist? Außerdem habe ich gelesen, dass der Körper sich bei ständiger Stützung an das Schiefsein gewöhnt und das dann erst recht ausprägt. In der Wachstumsphase kann das doch nicht gut sein.

  5. Ich denke auch, dass Schuhe echt viel ausmachen. Ich war letzte Woche bei einer medizinischen Fußpflege, weil mir der Fuß beim laufen echt weh tut. Der Arzt hat gesagt, dass mein Fuß wegen der Schuhe falsch liegt und dass ich zu einem Orthopäde muss. Das kann sein, dass ich eine Einlage tragen soll.

  6. Guten Tag,
    das mit den Knochenaufbau des Fußes ist wirklich interessant. Waren die Füße nicht auch irgend wann einmal Hände und haben sich dann zurück entwickelt? Daher sind die Gemeinsamkeiten ja schon evolutionär erklärbar.

  7. Bei der Orthopädie haben sie mir eine Einlage gegeben, mit der sich die Fehlstellung beheben lassen soll. Allerdings bringt das nichts. Wir haben jetzt etwas anderes ausprobiert. Das funktioniert besser.

  8. Mein Bruder hat Plattfüße und braucht er unbedingt orthopädische Schuhe. Es ist ihm nicht einfach, die richtige Schuhe zu finden. Ohne richtige Schuheinlage könnte er sogar die Gesundheit seine Hüfte riskieren.

  9. RennerXXL Magazin Redaktion

    hallo mmm,

    ich empfehle dir Bewegungskontrollschuhe (Motion Control Schuhe), am besten mit einer Pronationsstütze

  10. RennerXXL Magazin Redaktion

    Hallo Fancy,

    Beim Spreizfuß helfen am besten Einlagen, die speziell angefertigt wurden. Am besten beim Orthopäden fragen!

  11. Ich wusste ,nicht dass der Fuß erst mit 16 seine bleibende Form und Größe erreicht. Ich habe schon die selbe Schuhgröße seit dem ich 12 bin. Ich werde mir das merken wenn ich Schuhe für meine Kinder kaufe.

  12. Interessant zu lesen, dass Übergewicht oft die Ursache für Plattfuß ist. Allerdings glaube ich, dass die richtigen Schuhe eine wichtige Rolle dabei spielen. Bei meinem Kind wurden Plattfüße diagnostiziert und ich informiere mich gerne über das Thema und daher bin ich auf deinen Beitrag gestoßen. Sehr interessant, danke!

  13. Habe bei meinen Skischuhen Probleme, die Zehen stoßen leider vorne an. Leider gibt es in diesem Bereich nur Standardschuhe.

  14. Habe laut Laufanalyse vom Runners Point Platzfüße und hab dort Einlagen dann gekauft. Bringt aber meiner Meinung nix weil man ja danach wieder in den anderen Schuhen keine hat. Meiner Meinung nach ist es egal welche Füsse man hat, solange man keine Schmerzen hat.

  15. Vielen Dank für die Information, dass man bei Spreizfüßen auch mit Einlagen den anhebenden Effekt erreichen kann. Ich habe mir vor zwei Tagen einen Termin beim Orthopäden gebucht, da ich leider seit Kurzem Schmerzen beim Gehen habe. Meine Nachbarin fragte mich, ob ich Einlagen hätte, jedoch habe ich bis jetzt keine getragen. Sie war sehr schockiert und sagte, dass ich mir definitiv welche besorgen sollte.

  16. „Eine Einlage im Schuh kann zur Behandlung den Vorfuß erheblich entlasten und den Schmerz bereits kurzfristig mindern. Häufig ist beim Hohlfuß, insbesondere bei der angeborenen Form sogar ein orthopädischer Schuh notwendig. In schweren Fällen müssen ausgeprägte Hohlfüße operiert werden.“
    Einlagen nützen nur dem Verkäufer- Habe schon x-fach Einlagen verschrieben bekommen und geholfen hat bisher immer, diese wegzuwerfen und zu laufen. Laufen, laufen und nochmal laufen. Seit ich es jetzt auf 1300 km / Jahr gesteigert habe, keinne ich keine Fuß- oder Gelenkschmerzen mehr. Höhere Laufleistungen gehen BEI MIR leider auf die Gelenke, weniger bringen nichts.

  17. Tatsächlich sind gleich drei Personen in meinem Bekanntenkreis mit Plattfüßen geboren worden. Allesamt klagen sie regelmäßig über starke Fußschmerzen, insbesondere nach längeren Spaziergängen. Um schmerzfrei laufen zu können, tragen sie seit Kurzem speziell angefertigte, orthopädische Maßschuhe.

  18. >>Seit 240 Jahren verkrüppeln die Füsse im Zehenbereich ihrer Schuhe vom Säuglingsalter an< Daher empfehle ich: Die Zehenfächer- Fussbekleidung den Säuglingen schon ab dem

    8. Lebensmonat anzuziehen<

    FUSSGESUNDHEIT

  19. Hallo Fölx,

    wir empfehlen dir da die Wanderschuhe von Meindl, aber mit der H-Leiste, also der breiten Leiste

    lg
    Das RennerXXL Team

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