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19. Juli 2017 Comments (4) Allgemein, Ratgeber

Spreizfuß-Senkfuß-Hohlfuß-Plattfuß – Passform Probleme bei Schuhen

Hier informieren wir euch über die vier häufigsten Probleme im Zusammenhang mit Passform-Problemen bei Füßen bzw. Schuhen.

  1. Spreizfuß
  2. Senkfuß
  3. Knickfuß
  4. Hohlfuß

Die Anatomie des Fußes – Wie funktioniert unser Fuß?

Es ist immer wieder erstaunlich, wie komplex unsere Füße sind. So besteht unsere untere Extremität aus insgesamt 26 Knochen, 33 Gelenken und über 100 Bändern, die alles miteinander verbinden. Das ist noch nicht alles, zur Bewegung des Fußes und für festen Stand kommen außerdem noch 20 Muskeln mit ihren Sehnen ins Spiel. Zum Vergleich: Die menschliche Hand hat 27 Knochen und 36 Gelenke; sie ist also nur unwesentlich komplexer.

Der Fuß kann nicht nur laufen und stehen, er kann uns auch vielfältige Informationen liefern: ob der Untergrund spitz, rau oder glatt ist, beispielsweise, ob es warm oder kalt ist oder ob irgendwo Druck ausgeübt wird. Dafür sorgt eine Vielzahl von Nerven.

Die folgenden Grafiken verdeutlichen den Aufbau eines Fußes.

Der Fußknochen:

Muskeln und Sehnen:

 

Die Füße... Muskeln und Sehnen

Unsere Füße… Muskeln und Sehnen

 

Fußformen

Allgemeine Unterteilungen

Der Form nach werden Füße grob nach griechischen, ägyptischen und römischen Füßen unterteilt Dabei legt man das Verhältnis von großem Zeh und zweitem Zeh zugrunde.

  • In der Grafik von Links nach rechts:
  • Beim griechischen Fuß ist die zweite Zehe länger.
  • Ägyptischer Fuß bedeutet, die zweite Zehe ist kürzer als die große Zehe.
  • Beim römischen Fuß sind die beiden Zehen gleich lang (auch „quadratischer Fuß“ genannt).
Die verschiedenen Fußformen

Die verschiedenen Fußformen

Generell maßgeblich für die Bestimmung der Fußform sind die Länge, Breite und Höhe eines Fußes, die bei jedem Menschen individuell unterschiedlich, ja sogar vom linken zum rechten Fuß derselben Person unterschiedlich ausfallen können.

 

Renner Paßform-Tipp:

Fuß ist nicht gleich Fuß! Sehen Sie sich ihre Füße genau an. Ist er auffällig geformt, besonders breit oder schlank, mit hohem Rist oder eher platt? Denn neben der Länge sind diese Informationen ausschlaggebend für die Wahl des richtigen Schuhs. Wie sind die Schuhe einzelner Hersteller geschnitten? Wenn du immer mal wieder unterschiedliche Modelle anprobierst, bekommst du ein besseres Gefühl für Passformen.

Fußübungen von Prof. Froböse zur Behandlung von Fußproblemen

 

Unterschiedliche Fußformen zwischen Damen, Herren und Kindern

Damen und Herren Füße im Vergleich

Damen und Herren Füße im Vergleich

Auch Frauen- und Männerfüße haben unterschiedliche Ausprägungen. Bei Frauenfüßen beispielsweise liegt der Schwerpunkt des Fußes weiter hinten und der Fußknöchel setzt tiefer an (der Wadenansatz der Frauen liegt im Allgemeinen etwas tiefer als bei Männern). Zudem ist die Ferse schmaler. Aus modischen Gründen (enge, spitz zulaufende Schuhe) erwerben Frauen im Laufe ihres Lebens außerdem oft eine Zehenfehlstellung – dazu mehr im nächsten Kapitel.

Kinderfüße bedürfen ebenfalls gesonderter Behandlung, sie sind keinesfalls „Erwachsenenfüße in klein“!

Erst mit rund 16 Jahren hat der menschliche Fuß seine endgültige Form und Festigkeit erreicht. Bis dahin durchläuft er mehrere Stadien – und wächst natürlich beständig. Da das Fußskelett noch aus Knorpeln besteht, die sich erst im Laufe der Zeit zum Knochen verfestigen, sind Kinderfüße besonders weich und stauchbar.

Hinzu kommt ein noch nicht ausgeprägtes Nervensystem, die Kleinen merken selbst gar nicht, wenn es drückt oder zu eng ist. Daher ist es wichtig, dass Kinderschuhe ausreichend Platz bieten, um spätere Fehlstellungen und Deformationen zu vermeiden.

 

 

 

 

 

 

Fußstellungen/ Fuß-Fehlstellungen

Fuß- und Zehenfehlstellung gibt es viele. Die folgenden Erläuterungen und Zeichnungen sollen Ihnen helfen, die wichtigsten davon zu erkennen. Doch ein Wort der Warnung: Als Verkäufer sollten Sie sich mit dem Diagnostizieren zurückhalten. Die Person, die zu Ihnen in den Laden kommt, möchte einen Skischuh kaufen und keine „Fußdiagnose“.

Eine Fußfehlstellung ist die häufigste orthopädische Erkrankung überhaupt. Tatsächlich haben nur ca. 20 Prozent aller Menschen einen „gesunden“, normal geformten Fuß, der keine Fußfehlstellungen aufweist.

Fehlstellungen des Fußes

Der Spreizfuß ist die häufigste Fußfehlstellung. Dabei senkt sich das Quergewölbe ab, bis der ganze Ballen auf dem Boden aufliegt. Die Zehen spreizen sich, was zu Schmerzen führen kann. Der Fuß wird breiter und passt nicht mehr in alle Schuhe.

Spreizfuß vs. "normaler" Fuß

Spreizfuß vs. „normaler“ Fuß

Senkfuß

Ein Senkfuß entsteht häufig aus einem Spreizfuß. So geht mit einem Absinken des Quergewölbes oft auch ein Absinken des Längsgewölbes einher, was unter Umständen zu einem sogenannten Plattfuß führen kann.

Ursache hierfür ist oftmals Übergewicht.

 

 

 

 

 

 

Knickfuß

Beim Knickfuß ist der hintere Teil des Fußes (Rückfuß) stark nach innen eingesunken, der Fußknöchel drückt nach innen. Ein fortgeschrittener Knickfuß führt fast immer auch zu Problemen im Knie oder Unterschenkelbereich, weil die Körperstatik nicht stimmt. Nicht behandelt, ist Sport mit einem Knickfuß schlecht für Sehnen, Bänder und Gelenke. X-Beine sind eine bekannte Folgeerscheinung von einem Knick-Senk-Fuß.

Hinweis: Bei Kindern bis zu einem Alter von 8 bis 10 Jahren sind Knickfüße normal, da der Fuß noch nicht gefestigt ist.

Hohlfuß

Ein Hohlfuß liegt in der Regel nur mit Zehen und Fersen auf dem Boden auf, der mittlere Teil des Fußes oft gar nicht oder nur in geringem Ausmaß. Das gesamte Körpergewicht verteilt sich auf vorne und hinten, Druckstellen und Schmerzen sowie Krallenzehen können die Folge sein.

 

Plattfuß


hier liegt ein vollständig abgesenktes Längsgewölbe vor (vgl. Punkt 2, Senkfuß), sowie eine schwache Muskulatur und ausgedehnte Bänderstrukturen. Bei dieser seltenen Fußfehlstellung sollte orthopädische Hilfe in Anspruch genommen werden.

Fehlstellungen der Zehen:

Hallux valgus

Der Hallux valgus, auch als Hammerzeh bekannt, ist die häufigste Zehenfehlstellung des Fußes. Der große Zeh ist geknickt und zeigt in Richtung der anderen Zehen, der Großzehenballen ist häufig verdickt und tritt deutlich hervor.

Oft ist diese Krankheit bei Frauen zu beobachten, die Ursache dafür ist zu enges und zu kleines Schuhwerk und Absatzschuhe, die den Druck auf die Zehen nochmals verstärken. Eine weitere Ursache ist in der Veranlagung bzw. genetisch zu sehen.

In etwa jeder vierte Deutsche leidet unter dieser Zehenfehlstellung, bei Frauen ab 40 Jahren ist es in etwa jede zweite.

Hallux rigidus:

Beim Hallux rigidus kommt es zu einer totalen Versteifung des Großzehengrundgelenks durch Arthritis.

Dies kann vielfältige Ursachen haben, lässt sich allerdings häufig auf einen unbehandelten Hallux valgus zurückführen. Die Versteifung behindert das normale Abrollverhalten des Fußes.

Der Fuß und seine Gelenke

SprunggelenktWie weiter oben schon beschrieben, ist der Fuß ein äußert komplexes Gebilde. Ganze 20 Muskeln sorgen für seine Bewegungfähigkeit. Darüber hinaus beansprucht das Gehen auch noch 43 weitere Muskeln in Becken, Ober- und Unterschenkeln.

Das wichtigste Gelenk – ohne das eine Bewegung des Fußes gar nicht möglich wäre – ist dabei das Sprunggelenk. Es verbindet Fuß und Unterschenkel. Man unterteilt es in Oberes Sprunggelenk (OSG) und Unteres Sprunggelenk (USG).

  • Oberes Sprunggelenk,
    im folgenden als OSG bezeichnet:
    Das OSG funktioniert wie ein Scharnier. Seine Gelenkachse steht quer zur Fortbewegungsrichtung und ist leicht schräg gestellt: der Innenknöchel ist etwas höher als der Außenknöchel. Das OSG hebt und senkt den Fuß, rollt ihn beim Gehen ab und stößt ihn beim Springen in die Höhe.
  • Unteres Sprunggelenk,
    im folgenden als USG bezeichnet:
    Das USG ist ein Zapfengelenk und dreht den Fuß nach außen und innen. Seine Drehachse steht diagonal zur Fortbewegungsrichtung. Es ermöglicht alle komplizierten Dreh- und Kippbewegungen, die wir zur Anpassung an verschiedene Unterlagen brauchen.

 

Bewegungsabläufe beim Wandern

Der Mensch ist perfekt ausgerichtet auf das Gehen langer Strecken in der Ebene. In Bewegung fungiert der Fuß zugleich als Energiewandler und –speicher: Etwa 45% der beim Auftreten freiwerdenden Energie werden durch Muskel- und Sehnenapparat der Fußsohle sowie durch die Achillessehne elastisch gespeichert und beim Vorstrecken des Fußes zum nächsten Schritt wieder freigegeben.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Säugetieren, die sich schnell über lange Strecken fortbewegen, treten wir beim Gehen mit der Ferse auf. Wissenschaftler haben lange gerätselt, warum das so ist. Laufband-Studien der University of Utah haben nun ergeben, dass diese Gangart die energieeffizienteste ist und somit perfekt geeignet war für unsere Vorfahren, die am Tag rund 30 bis 50 Kilometer zurückgelegt haben.

Der Bewegungsablauf beim Gehen lässt sich wie folgt zusammenfassen:

  • Auftreten mit der Ferse
  • Abrollen auf die Fußaußenkante beim Verlagern des Körpergewichtes auf den Trittfuß
  • Weiters wird das Gewicht auf den Fußballen verlagert, während das andere Bein gerade nach vorn gestreckt wird und
  • Abrollen über den großen Zeh, der gleichzeitig als Impulsgeber zum Verlagern des Gewichtes auf den neuen Fuß fungiert.

Bewegungsabläufe beim Bergsteigen

Geht es bergauf, ist der Aufsatz des gesamten Fußes auf einen Tritt meist nicht mehr möglich – es sei denn, dieser ist (nahezu) horizontal, wie beim Treppen steigen. Ansonsten wird hier nur der Ballen aufgesetzt. Alternativ kann der Fuß schräg seitlich aufgesetzt werden. Je länger wir nur den Ballen einsetzen, desto mühsamer wird das Steigen – die Schritte sind weniger effizient (siehe vorangegangener Punkt, effizientes Gehen), die Haltemuskulatur der Waden zudem stark beansprucht. Dies gilt insbesondere für weniger Trainierte – sie ermüden schneller und haben zudem die Tendenz, mit einem zu großen Tempo oder zu großen Schritten in die Steigung zu starten.

Insgesamt lässt sich die Gehbewegung aufwärts wie folgt beschreiben:

  • Aufsatz des Ballens; oder bei schrägem Aufsatz des Fußes: Aufsatz der gesamten seitlichen Fußfläche
  • Kräftiges Abstoßen / Impuls durch das Talbein und gleichzeitig
  • Verlagern des Körpergewichtes seitlich über das Standbein

Beim Bergab gehen sieht es folgendermaßen aus:

Je nach Untergrund gibt es verschiedene Möglichkeiten, bergab zu gehen. Auf präpariertem Gelände wie Wirtschafts- oder Forstwegen wird die gesamte Fußfläche eingesetzt für eine gute Reibung. Auf gerölligem, rutschigem Gelände (wie beispielsweise in einem Geröllfeld) müssen eher Kante und Ferse eingesetzt werden, das Rutschen wird aktiv ausgenutzt als Impuls für den nächsten Schritt.
In beiden Fällen gilt: Der Schwerpunkt liegt senkrecht über dem Fuß.

Bewegungsabläufe beim Trekking

Trekking erfordert natürlich keine anderen Bewegungsabläufe als weiter oben beim Wandern/Gehen und Bergsteigen beschrieben, sondern ebendiese im Wechsel, je nach Untergrund, über lange Distanzen. Hinzu kommt, dass meist viel Gepäck mit sich geführt wird.

  • Auf Dauer führen die langen Strecken zum Ermüden der Füße und des gesamten Bewegungsapparates.
  • Auch die Haut ist einer besonderen Belastung ausgesetzt, es kann zu schmerzhaften Reibungen oder Blasen kommen.

 

Zusammenfassung: Das Wichtigste in 60 Sekunden

Unsere Füße sind äußerst komplexe Gebilde, die jeden Tag Höchstleistungen bringen, wenn sie unser gesamtes Körpergewicht von A nach B transportieren. Um so erschreckender ist es, dass rund drei Viertel aller Kinder und Erwachsenen gemäß neuer Studien unpassendes Schuhwerk tragen.

Neben der Zehenform (ägyptischer oder griechischer Fuß) ist auch zwischen Männer- , Frauen- oder Kinderfuß zu unterscheiden. Auch Fußfehlstellungen wie ein Spreizfuß, Knick- oder Senkfuß oder ein Hallux valgus (Hammerzeh) beeinflussen die Passform eines Schuhs und sollten vom Verkäufer erkennt werden, um den richtigen Schuh zu finden.

Die Bewegungsabläufe beim Gehen, Wandern und Trekking stellen ebenfalls spezielle Anforderungen an den Outdoor-Schuh: Er muss die natürlichen Bewegungsabläufe wie Abrollen, Abstoßen und Federn unterstützen, damit es nicht zu Ermüdungserscheinungen oder Verletzungen kommt.

Spreizfuß-Senkfuß-Hohlfuß-Plattfuß – Passform Probleme bei Schuhen Zuletzt aktualisiert: 16.10.2017 von RennerXXL
 

4 Responses to Spreizfuß-Senkfuß-Hohlfuß-Plattfuß – Passform Probleme bei Schuhen

  1. K.S sagt:

    Es ist wirklich sehr schwer, einen passenden Wanderschuh mit Hallux zu finden, Lowa ist eine Katastrope, Meindl passt auch nicht wirklich perfekt

     
  2. admin sagt:

    Hallo K.S?

    Wir können dir Hanwag Schuhe empfehlen, die haben sich auf Problemfälle spezialisiert.

    Liebe Größe,

    Nick vom RennerXXL Team

     
  3. ben sagt:

    Wo gibt es bitte spezielle Schuhe für Spreizfüße?

     
  4. admin sagt:

    Hallo Ben,

    in Orthopie-Läden findest du spezielle Schuhe für Spreizfüße

     

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