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16. Oktober 2017 / Kommentare (3)

Paßformprobleme bei Skischuhen

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Paßformprobleme bei Skischuhen können oft ein richtiges Ärgernis darstellen. Wir geben Dir hier daher eine Beratung und nützliche Tipps, wie Du bei der Auswahl deines Skischuhs die richtige Passform bekommst.

Aufgaben des Skischuhs

Skischuhe haben drei Aufgaben. Als Verbindung zwischen Ski und Fahrer sollen sie Befehle und Kraft auf den Ski übertragen. Sie müssen den Fuß zudem stützen und vor Verletzungen schützen. Und zu guter letzt sollten sie wärmen und komfortabel sein.

Skischuhe beim Anprobieren

Skischuhe müssen passen! am besten vor der ersten Abfahrt zu Hause anprobieren

Für all diese Anforderungen ist die richtige Passform das A und O: die optimale Kraftübertragung kann nur funktionieren, wenn der Fuß nicht im Skischuh verrutscht, Stützung und Schutz kann auch nur ein passender Schuh bieten, der zudem komfortabel ist. Ein (nicht passender) zu enger Schuh, der drückt, lässt außerdem den Fuß abkühlen, da die Durchblutung gestört wird. Die gestörte Durchblutung führt auch zu einer vorzeitigen Ermüdung der Muskeln und Bänder.

Die wichtigsten Aufgaben beim Skifahren übernehmen Hüfte, Knie und oberes Sprunggelenk. Dabei übernimmt der Fuß die Feinarbeit, das Steuern und Ausgleichen von Bodenunebenheiten. Am besten „walten“ kann das OSG in einem Winkel von 12 bis 25 Grad, die übertragene Muskelkraft ist in diesem Bereich am größten. Skischuhe berücksichtigen das und sind so geformt, dass der Fuß idealerweise in diesem Winkel bleibt.

Zum Einleiten einer Kurve drückt der Skifahrer das Knie des Steuerbeins nach innen: zum Einleiten einer Rechtskurve wird das linke Knie nach innen gedrückt, zum Einleiten der Linkskurve das rechte. Die Ferse desselben Beins rotiert dabei nach außen.

Im Fuß passiert im beschriebenen „Steuerbein“ dabei folgendes:

  • Der innere Knöchel wandert nach innen/ vorne und unten, der äußere Knöchel bewegt sich gegengleich.
  • Das innere Längsgewölbe wird flacher: Der Fuß ist weniger stark gewölbt und nähert sich auch innen und in der Mitte stärker an den Untergrund an. Der Fuß ist in diesem Moment insgesamt länger
  • Auf der Fußinnenseite entsteht Druck gegen die Schuhschale. Der innere Knöchel wird an die Schale gedrückt. Dieser Druck führt letztlich dazu, dass der Ski auf die Innenkante kippt.
  • Der Fußaußenrand wird entlastet oder sogar gehoben. Der kleine Zeh drückt gegen die Schale.

 

Skischuhspezifische Anforderungen an den Bewegungsapparat

Ein Skischuh scheint immer eng zu sein und zu „drücken“, der Druck sollte aber nicht unangenehm sein. Der optimale Sitz ist in etwa vergleichbar mit einem festen Händedruck.

Kraftübertragung

Um die optimale Kraftübertragung gewährleisten zu können, muss der Skischuh über eine gewisse Härte verfügen. Diese Aufgabe übernimmt die Schale. Wäre der Schuh zu weich, würden die meisten Bewegungen des Skifahrers ins Leere führen und das Steuern würde einen massiven Körpereinsatz erfordern. Wer schon einmal mit zu großen Skischuhen gefahren ist oder vergessen hat, die Schnallen am Schuh zu schließen, kennt dieses Problem.

Wie wir im vorangegangenen Kapitel gelernt haben, sollte der Schuh den Fuß in einem Beugungswinkel von ca. 12 bis 25 Grad Neigung halten. So wird die optimale Ausbeutung der Muskelkraft garantiert. Diesem Zweck dient die Vorlage (= Winkel) des Schuhs, die je nach Modell stärker oder weniger stark ausfallen kann.

Stütz- und Schutzfunktion:

Die zweite Aufgabe ist es, den Fuß vor Verletzungen zu schützen. Auch hier spielt die Schale eine wichtige Rolle: ein Verdrehen des Fußes wird ausgeschlossen, auch mechanische Verletzungen (Druck, Stoß, Reibung) sind dank der Schale nicht möglich. Die Schale erlaubt nur eine Bewegung des Fußes: das Abwinkeln. Alle Bewegungen des unteren Sprunggelenkes werden verhindert, es wird so mit allen Sehnen und Bändern vor Verletzungen geschützt.

Die Schale allein reicht aber zum Schutz nicht aus: mit dem Innenschuh, der Polsterung bietet, können Druckstellen vermieden werden.

Wärme und Komfort:

Der Fuß mit Skisocke wird direkt vom Innenschuh umgeben, also muss dieser den Fuß wärmen und komfortabel sein. Innenschuhe werden in der Regel aus geschäumten Kunststoffen hergestellt, beispielsweise EVA (Ethylen Vinyl Acetat = Moosgummi), mit einer zusätzlichen Außenschicht. Sie sind flexibel, bieten Wärme und trocknen schnell. Zum separaten Trocknen lassen sich die Innenschuhe oft herausnehmen oder mit speziellen Trocknern trocknen. (Bild: Rossignol – Innenschuh Damen-Modell)

 

Paßformprobleme bei Skischuhen

Die Kombination aus „hart“ und „flexibel“ eines Skischuhs stellt besondere Anforderungen an den Fuß. Nicht selten kommt es zu Problemen. Die am meisten genannten Probleme bei Skischuhen sind:

  • Druckstellen
  • Kalte Füße
  • Krämpfe
  • Sohlenbrennen
  • Eingeschlafene Füße/ Fußkribbeln
  • Reibstellen am Schienbein
  • Blasenbildung an der Ferse
  • keine Übergrößen erhältlich
  • Drücken und Schmerzen am Schienbein und Knöchel
  • Drücken am Rist
  • Schmerzen an den Waden

 

Problemzonen für Skifahrer

Untypische Waden:
Auf manch schlankem Fuß sitzt eine untypisch kräftige Wade. Andersherum haben manche Menschen mit voluminösem Fuß eine schmale, schlanke Wade. Beides kann zu Problemen und Schmerzen führen, wenn der Schuh diese Besonderheit nicht berücksichtigt. Insbesondere die Damenwade hat hier ihre Eigenheiten. F

Probleme mit der Blutversorgung
Wer häufig über eingeschlafene Füße, Fußkribbeln und schnelle Ermüdung klagt, hat vermutlich ein Problem mit der Blutversorgung: namentlich mit einem Skischuh, der eine oder mehrere Versorgungsadern quetscht. Die wichtigsten Venen im Fuß verlaufen zum einen in der Fußbeuge am Oberfuß (dort, wo die Zunge aufhört bzw. die Druckplatte anfängt), zum anderen unterhalb des Innenknöchels. Finden Sie durch gezieltes Nachfragen heraus, ob an diesen Stellen (zu) starker Druck ausgeübt wird.

Es gibt aber auch Schuhe, die von der Größe passen, jedoch trotzdem Fußschmerzen hervorrufen können. Gerade bei untypisch geformten Füßen und den weiter oben erwähnten Fehlstellungen ist dies oft der Fall. In einem solchen Fall hilft nur eine individuelle Anpassung, sei es durch einen Thermo- oder einen geschäumten Innenschuh, oftmals mit Anpassung der Schale.

Falsche Skisocken
Manches Problem ist nur durch den falschen Strumpf entstanden. Am besten beraten. Eine gute Skisocke sollte wärmen, schnell trocknen (denn vom Schweiß feuchte Haut weicht leichter auf und ist so anfälliger für Blasenbildung), straff sitzen und an den wichtigsten Stellen wie Achillesferse, Zehenbereich und Schienbein, Polsterung bieten. Ganz und gar nicht geeignet sind selbstgestrickte Socken, das Maschenmuster reizt die Haut. Ebenfalls schlecht ist es, zwei Socken übereinander zu ziehen: dabei verliert man aufgrund der Reibung der beiden Socken das Fahrgefühl.

Materialermüdung bei alten Skischuhen

Viele Skifahrer klagen über Schmerzen, die sie vorher noch nie hatten, so hat sich eventuell sein Fuß verändert (zum Beispiel durch eine Verletzung) oder aber der Skischuh ist hart geworden. Nach ca. 8 bis 10 Jahren hat sich der Weichmacher in der Schuhschale verflüchtigt, das Material wird steif. Auch der Innenschuh verändert sich, die Blasen im Kunststoffschaum gehen über die Zeit kaputt (abhängig von der Nutzung/ Anzahl der Skitage pro Saison), dadurch wird er dünner und polstert nicht mehr so gut. Nun spätestens ist es Zeit für einen neuen Schuh.

Muskelprobleme
Wer nach einem langen Skitag den Eindruck hat, dass der Schuh geschrumpft ist, hat nicht ganz unrecht: nach einer gewissen Zeit ermüdet die Haltemuskulatur unseres Fußes, dadurch sackt er in sich zusammen und wird etwas länger und breiter (siehe „Bewegungsabläufe beim Skifahren“). Der Schuh kann sich nun tatsächlich zu klein anfühlen, reiben und drücken. Für Abhilfe kann hier eine individuelle Fußbettanpassung sorgen, damit der Fuß und seine Muskulatur angemessen unterstützt werden und nicht so schnell ermüden. Außerdem sind Pausen sinnvoll – und ein rechtzeitiges Aufhören.

 

Die Lösung: Skischuhe nach Maß

Vier Jahre ist es her, dass Albrecht Zeisler sein bisheriges Geschäftsmodell auf den Kopf stellte: Statt in seinem Sportgeschäft in Moosburg Produkte anderer Hersteller zu verkaufen, startete der 36-Jährige eine eigene kleine Skischuhfabrikation. 30 Paare umfasste die erste Musterkollektion – doch dabei sollte es nicht bleiben: So werden in diesem Jahr bereits 3.000 Paar maßangefertigte Skischuhe über die Ladentheken mehrerer Sportgeschäfte – inzwischen gibt es sechs Lizenzhändler – gehen.

„In drei Jahren wollen wir 5.000 Paar erreichen, und in fünf Jahren rechnen wir mit 10.000 Paar Schuhen“, berichtet die geschäftsführende Gesellschafterin Jutta Hinkel-Zeisler gegenüber SAZsport. „Da wir im Durchschnitt mit 250 Paar pro Händler kalkulieren, gehen wir davon aus, dass in drei Jahren bereits 20 Händler unsere Schuhe verkaufen. Damit sind wir in Deutschland mit den bekannten Mitbewerbern schon gleichauf.“ Ab der Wintersaison 2017/2018 sollen dann auch Händler in Österreich, der Schweiz und Italien beliefert werden.

Seit Oktober 2016 ist der Flagship-Store im Moosburger Gewerbegebiet (bei Landshut) mit rund 700 qm Verkaufsfläche geöffnet. Produziert wird in Italien, über die Wintersteiger-Tochter Bootdoc werden geschäumte Innenschuhe und Innensohlen bezogen, die beide eigens für Zeisler angefertigt werden. „Unser Ziel ist es, nur eine überschaubare und begrenzte Anzahl an AquaNovoBoot-Händlern aufzubauen, die exklusiv die Skischuhe in großen Stückzahlen anfertigen“, so Hinkel-Zeisler. Jeder eigenständige Händler (also kein Franchisemodell) profitiere von einem sogenannten Regionalschutz. „Es ist vertraglich geregelt, dass ein anderer AquaNovoBoot-Händler so weit entfernt serungstermine sind die absolute Ausnahme“, verspricht Hinkel-Zeisler. Der Kunde könne den Schuh nach 45 Minuten in Empfang nehmen. Selbst schwierige Problemfüße seien kein Problem. Sollte ein Kunde nicht zufrieden sein, bekommt er sein Geld zurück.

Für die Frau von Albrecht Zeisler, dem Erfinder der Bootbox, ist klar: „Man muss sich auf wenige Produkte konzentrieren und da seinen Schwerpunkt setzen. Viele Sporthändler haben nach wie vor mehr oder weniger das Gleiche im Laden stehen und machen dann Rabattschlachten, bei denen keiner was verdient.“ Das Sortiment wird nun durch Skistrümpfe (ein Modell wird in Spanien produziert) sowie eine Mustertextilkollektion (Jacken, Hosen, Rollis, Westen und Mützen) erweitert. „Das war nicht unsere Idee, sondern die unserer Kunden. Wir fangen wie immer klein an und schauen erst mal, wie die neuen Produkte angenommen werden. Wir wollen auf dem schwierigen Textilmarkt jedenfalls nicht stark werden und uns nicht mit vielen AquaNovoBoot-Produkten außerhalb der Hartware verzetteln“, betont Hinkel-Zeisler. Zudem werden beheizbare Skischuhtaschen nun in großer Stückzahl angeboten, nachdem bisher nur 200 Muster erhältlich waren. Wer einen AquaNovo-Boot kauft, bekommt die Tasche für 100 Euro, sonst kostet sie 150 Euro.

Spezial Tipps beim Kauf von Skischuhen

  • Ein neuer Skischuh sollte mit dünnen Skisocken anprobiert werden. Im Laufe des Skitages dehnt sich das Volumen der Füße und die Socken verlieren ihre Funktion, wenn sie zu stark komprimiert werden. Es ist
  • empfehlenswert, zu jedem Skischuh gleich ein Paar Skisocken mit anzubieten!
  • Was kann ich noch tun, um Schmerzen im Skischuh vorzubeugen?
    Ein entsprechendes (Lauf-)Training kann hier für die entsprechende Unterstützung und Vorbereitung auf die Skisaison sorgen. Tipps liefern mit dem „ABC des Laufens“ die Experten der „Runner´s World“.
  • vorher Probieren – die richtige Beratung ist vor allem bei Skischuhen sehr wichtig

 

Fazit

Füße sind sehr komplex. Viele Menschen definieren die Fußform allein über die Schuhgröße, in Wirklichkeit gibt es hier jedoch sehr viele weitere Faktoren zu berücksichtigen: Länge, Breite, Höhe (des Rists) und Besonderheiten wie Fehlstellungen von Fuß und Zehen.

Gerade beim Skifahren ist die richtige Passform des Schuhs unabdingbar; nur so kann eine optimale Kraftübertragung und Steuerung erfolgen. Außerdem werden so Verletzungen vermieten, der Fuß wird gewärmt und optimal gestützt, ohne vorzeitig zu ermüden.

Den richtigen Skischuh für jeden Fuß zu finden, ist also nicht ganz einfach. Es ist wichtig, dass Sie sich mit unterschiedlichen Leisten auskennen. Welches Schuhmodell hat einen schmalen Leisten, welches einen breiten? Wo passt ein voluminöserer Fuß rein, wo eine schlanke Wade? Im Idealfall haben Sie alle Schuhe selbst einmal anprobiert.

 

 

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Martin

Martin ist seit langem im RenenrXXL Team dabei und geht in seiner Freizeit am liebsten in die Berge oder fährt mit dem Rad.

Paßformprobleme bei Skischuhen Zuletzt aktualisiert: 09.04.2018 von Martin

Last modified: 9. April 2018

3 Kommentare zu :
Paßformprobleme bei Skischuhen

  1. rentier sagt:

    das Problem ist doch, dass sich inzwischen immer mehr Schuhe vor Ort ausleihen und dann erst am Berg oben merken, dass es zwickt und schmerzt

  2. hainer K sagt:

    Weiß jmd wo man sich Skischuhe anpassen lassen kann?

  3. Gast sagt:

    die meisten leute kaufen ihre skischuhe zu groß. Kaufe solche sachen nur noch beim sporthändler.

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