Zuletzt überarbeitet am 29. September 2026 von der RennerXXL-Redaktion.

Viele laufen im Oktober einfach mit den Sommerschuhen weiter. Dann kommt der erste richtige Regentag, und nach drei Kilometern sind die Socken nass. Ein guter Winter-Laufschuh hält die Füße bei Regen und Schnee trockener, greift auf rutschigem Boden und hält den Wind ab. Auf blankem Eis hilft er Dir allerdings nicht. Dazu gleich mehr.
Gleich vorweg: Laufschuhe verkaufen wir nicht. Wir verkaufen Laufbekleidung in großen Größen und beraten jeden Tag zur Passform. Die Schuhempfehlungen hier stützen sich auf Herstellerangaben und auf das, was in großen Größen erfahrungsgemäß schiefgeht. Für die kalten Läufe fehlt Dir noch eine warme Hose? Hier sind unsere Lauftights für Damen und Herren:
Unsicher bei der Größe? Wir beraten Dich: +49 8709 900 50 55 · service@outdoor-renner.de
Was macht einen guten Winter-Laufschuh aus?
Bei Schnee, Matsch und Minusgraden muss ein Laufschuh mehr können als auf trockener Straße. Die meisten Fehlkäufe haben nichts mit schlechtem Material zu tun. Entweder stimmt die Größe nicht, oder ein Straßenschuh soll auf Waldwegen laufen.
Schaft: Materialien und Funktionen
Das Obermaterial sollte auch bei Nässe leicht und atmungsaktiv bleiben. Meist ist es textiles Mesh oder ein gestricktes Obermaterial, möglichst nahtarm verarbeitet, damit nichts drückt. Viele Hersteller geben eine DWR-Imprägnierung dazu, an der Regentropfen abperlen. Nach einer Saison lässt die Wirkung oft nach, dann saugt sich das Obermaterial voll. Mehr dazu im Pflegeteil.
Wasserdicht oder nicht? Die Membran im Winter-Laufschuh
Wer regelmäßig bei Regen, Schnee und Matsch läuft, fährt mit einer Membran meist besser. Bekannte Systeme sind Gore-Tex, eVent, OutDry und Sympatex. Sie arbeiten nach einem ähnlichen Prinzip, unterscheiden sich aber in Atmungsaktivität und Haltbarkeit. Als Faustregel: Bei milden Temperaturen und Regen reicht oft ein gut imprägniertes Mesh-Modell. Bei Schneematsch, Schnee und Kälte spielt die Membran ihre Stärke aus.
Der Haken: Wasserdichte Laufschuhe sind innen wärmer und feuchter als offene Mesh-Modelle. Wer stark an den Füßen schwitzt, bekommt nasse Füße dann von innen statt von außen. Und läuft Wasser oben über den Schaft, etwa im tiefen Schnee oder in einer Pfütze, bleibt es im Schuh. Dagegen helfen Gamaschen oder Modelle mit hohem Schaftabschluss.
Die Membran macht den Schuh außerdem winddicht. Bei Gegenwind und Frost merkst Du das sofort. Viele Modelle haben Reflektoren am Schaft. Das allein reicht im Dunkeln nicht: Nimm zusätzlich eine Stirnlampe oder ein Leuchtband mit.
Das Schnürsystem
Normale Schnürsenkel funktionieren auch im Winter. Bei starkem Frost können nasse Senkel aber steif werden oder einfrieren. Schnellschnürungen mit Zugband oder Drehverschluss (zum Beispiel Boa) lassen sich mit Handschuhen leichter bedienen, sind bei einem Defekt aber schwerer zu reparieren. Für die meisten Läufer reichen gute Schnürsenkel.
Modelle mit eingebauter Gamasche halten Schnee von oben ab, praktisch bei tiefem Schnee. Alternativ passen kurze Laufgamaschen über viele Laufschuhe.
Die Sohle: Grip auf Schnee, Eis und Matsch

An der Sohle entscheidet sich, ob Du im Winter sicher läufst. Drei Ebenen arbeiten zusammen:
Die Innensohle ist bei den meisten Modellen herausnehmbar. Das ist praktisch zum Trocknen und für orthopädische Einlagen. Die Zwischensohle bestimmt Dämpfung und Stabilität und besteht meist aus EVA oder neueren Schaumstoffen. Stabilitätsschuhe haben zusätzlich Stützelemente gegen das Einknicken nach innen. Für schwere Läufer ist das oft ein wichtiger Punkt.
Die Außensohle ist im Winter das Wichtigste am Schuh. Der Untergrund wechselt oft innerhalb einer Runde: festgetretener Schnee, Schneematsch auf dem Gehweg, nasse Wurzeln im Wald, nasser Asphalt. Nicht jede Sohle kann alles. Wer seinen typischen Untergrund kennt, kauft gezielter. Darauf kommt es an:
- Profil: Tiefe, weit auseinanderliegende Stollen greifen in Matsch und Schnee. Auf nassem Asphalt ist ein flacheres, dichtes Profil besser.
- Gummimischung: Sie muss auch bei Minusgraden weich bleiben. Harte Sohlen rutschen auf kaltem Boden eher.
- Selbstreinigung: Offene Stollen verhindern, dass sich Schlamm und Schnee festsetzen.
- Flexkerben: Sie helfen beim natürlichen Abrollen.
Für harte Verhältnisse gibt es Modelle mit Metall-Spikes in der Sohle. Sie greifen auf hartem Schnee und vereisten Flächen. Wer keine Spike-Schuhe kaufen will, zieht Spikes über den normalen Laufschuh.
Winter-Laufschuhe bei Eis und Glatteis
Die unbequeme Wahrheit: Kein normaler Laufschuh hält auf blankem Eis zuverlässig. Auch nicht mit Gore-Tex, auch nicht mit tiefem Profil. Für Eis gibt es drei Lösungen:
Laufschuhe mit eingebauten Spikes: Einige Marken, etwa Icebug, und Sondermodelle anderer Hersteller haben Spikes direkt in der Sohle. Sie greifen auf Eis und hartem Schnee, nutzen sich auf trockenem Asphalt aber schneller ab und klackern.
Aufziehbare Spikes (zum Beispiel Yaktrax oder Microspikes): Sie kommen über den Laufschuh und sind schnell an- und abgenommen. Wenn sich glatte und aufgetaute Abschnitte abwechseln, ist das meist die flexibelste Lösung.
Spezialgummi wie Vibram Arctic Grip: Eine Gummimischung, die laut Hersteller auf nassem Eis deutlich besser greift als normale Sohlen, ohne Spikes.
Für gemischte Bedingungen, also Schnee, Schotter und gelegentlich Eis auf der Morgenrunde, ist ein Trailschuh mit Membran plus ein Paar aufziehbare Spikes für die glatten Tage eine gute Kombination. Das ist flexibler als ein fester Spike-Schuh und schont die Sohle.
Winter-Laufschuhe für Damen
Winter-Laufschuhe für Damen müssen technisch dasselbe leisten wie Herrenmodelle, sitzen aber anders. Damenmodelle haben meist einen anderen Leisten: schmalere Ferse, etwas andere Weite im Vorfuß, angepasster Schaft. Rutscht beim Herrenmodell die Ferse, obwohl die Länge passt, ist das Damenmodell oft die bessere Wahl.
Wer auf Asphalt und befestigten Wegen läuft, ist mit einer Membran und einem mäßig profilierten Straßenprofil gut bedient. Wer regelmäßig im Wald oder auf Feldwegen unterwegs ist, nimmt besser ein Trailmodell: tiefere Stollen, robustere Zehenkappe, oft mehr Halt an der Ferse.
Größenhinweis: Membran-Modelle wirken innen oft etwas enger. Probiere mit Wintersocken an, prüfe Zehenfreiheit und Fersenhalt und vergleiche die Größenangaben des Herstellers für das konkrete Modell. Beim Laufen schwellen die Füße leicht an, deshalb ist eine Daumenbreite Luft vorne sinnvoll. Mehr dazu im Artikel Schuhweite richtig wählen.
Winter-Laufschuhe für Herren
Bei Winter-Laufschuhen für Herren gilt dasselbe: erst den Untergrund klären, dann das Modell wählen. Wer erst kauft, wenn die Socken beim ersten Novemberlauf nass sind, entscheidet oft nach Preis statt nach Strecke. Heraus kommt ein Straßenschuh mit Membran, der auf Waldwegen zu wenig Grip hat.
Wer neutral läuft, braucht einen wasserdichten Neutralschuh mit griffiger Sohle. Wer beim Auftreten nach innen einknickt (Überpronation), ist mit einem Stabilitätsschuh mit Membran besser dran. Diese Kombination gibt es seltener, die Suche lohnt sich aber.
Große Füße, breite Füße, hohes Körpergewicht
Hier wird es für viele unserer Kunden schwierig, denn Winter-Laufschuhe mit Membran gibt es selten in großen Größen und fast nie in Weitenvarianten. Worauf Du achten solltest:
- Größe prüfen, bevor Du Dich festlegst: Winter-Modelle mit Membran gibt es oft nicht in allen Größen, die ganz großen fehlen häufig. Der unten empfohlene ASICS Gel-Sonoma 7 GTX für Damen wird zum Beispiel in EU 35,5 bis 44,5 angeboten. Brauchst Du größere Schuhe, schau zuerst in die Größenliste und erst dann auf die Technik.
- Breiter Fuß: Salomon ist in der Regel eher schmal geschnitten, auch der Alphacross 5 GTX. Laufschuhe in Weitenvarianten (meist als 2E oder 4E bezeichnet) bieten zum Beispiel New Balance und Brooks an. Mit Membran sind diese Weiten aber selten.
- Hoher Spann: Eine Membran macht den Schaft steifer, da drückt ein hoher Spann schneller. Lockere die Schnürung über dem Spann oder lass dort eine Öse aus. Achte beim Anprobieren auf den Druck oben auf dem Fuß, nicht nur auf die Länge.
- Die praktische Lösung für breite Füße: Ein weiter Laufschuh ohne Membran, der richtig passt, plus wasserdichte Socken. Das ist oft besser als ein Membranschuh, der drückt. Nasse Schuhe trocknen, Druckstellen bleiben.
- Hohes Körpergewicht: Nasse, unebene Winterwege belasten die Gelenke zusätzlich. Wichtiger als ein leichter Schuh sind eine stabile Zwischensohle, gute Dämpfung und fester Fersenhalt. Worauf es bei höherem Gewicht grundsätzlich ankommt, steht in den Tipps fürs Laufen mit Übergewicht. Welche Marke eher breit oder schmal ausfällt, vergleicht unser Markenvergleich Hoka, Brooks und ASICS. Bei generell breiten Füßen hilft auch der Ratgeber zu Schuhen für breite Füße, die Passform-Logik gilt für Laufschuhe genauso.
Pflege: Was die meisten falsch machen
Nach einem nassen Winterlauf landen die Schuhe oft direkt auf der Heizung. Das geht schnell, schadet aber: Starke Hitze kann den Kleber lösen, das Sohlenmaterial altern lassen und die Form verziehen. Auch Trockner und Waschmaschine sind für die meisten Laufschuhe keine gute Idee. Im Zweifel gilt die Pflegeanleitung des Herstellers.
Richtig reinigen: lauwarmes Wasser, weiche Bürste, bei Bedarf ein membranverträglicher Schuhreiniger. Im Winter kommt Streusalz dazu. Salzränder ziehen Feuchtigkeit ins Material und setzen der Imprägnierung zu. Nach Läufen auf gestreuten Wegen die Schuhe deshalb kurz mit klarem Wasser abspülen. Passendes Schuhpflege-Zubehör gibt es bei uns im Shop.
Trocknen: Innensohle raus, Zeitungspapier rein, bei Raumtemperatur. Dauert länger, hält den Schuh länger.
Zwei Winter-Laufschuhe mit Gore-Tex
Zwei Trail-Modelle mit Gore-Tex-Membran für wechselnde Winterbedingungen, eines für Damen, eines für Herren. Wir sind kein Testlabor und verkaufen diese Schuhe nicht. Die Auswahl beruht auf Herstellerangaben zu Membran, Sohle und Einsatzbereich. Prüfe vor dem Kauf Größenangebot und Größenhinweise und probiere mit Wintersocken an.
Damen

ASICS Gel-Sonoma 7 GTX, Damen
Trail-Laufschuh mit Gore-Tex-Membran, GEL-Dämpfung und griffiger Außensohle. Für Waldwege, Feldwege und Asphalt. Angebotene Größen laut Preisvergleich EU 35,5 bis 44,5, normale Weite.
Herren

Salomon Alphacross 5 GTX, Herren
Tiefe Stollen für Matsch und Schnee, Gore-Tex-Membran, Schnellschnürung. Für Waldwege und nasse Trails. Eher schmal geschnitten, bei breitem Fuß vorher anprobieren.
Häufige Fragen zu Winter-Laufschuhen
Brauche ich spezielle Laufschuhe für den Winter oder reichen wasserdichte Laufschuhe?
Auf Asphalt und befestigten Wegen reichen wasserdichte Laufschuhe meist. Für Waldwege und Schnee brauchst Du zusätzlich ein tieferes Profil, also einen Trailschuh mit Membran. Auf Glatteis hilft beides nur mit Spikes.
Welche Laufschuhe funktionieren im Winter auf nasser Straße am besten?
Schuhe mit einer Gummimischung, die bei Kälte weich bleibt, und einem dichten, eher flachen Profil. Grobe Trailstollen haben auf nassem Asphalt weniger Kontaktfläche. Liegt Schneematsch oder Laub, ist etwas mehr Profil sicherer.
Welche Laufschuhe sind gut bei Eis und Glatteis?
Modelle mit eingebauten Spikes, Sohlen aus speziellem Eis-Gummi wie Vibram Arctic Grip oder normale Laufschuhe mit aufziehbaren Spikes. Für wechselnde Bedingungen sind aufziehbare Spikes am flexibelsten.
Welche Trailschuhe funktionieren im Schnee?
Trailschuhe mit tiefen, weit auseinanderliegenden Stollen und einer Membran. Die Stollen greifen und reinigen sich selbst, die Membran hält Schneematsch draußen. Bei tiefem Schnee zusätzlich Gamaschen.
Gibt es Winter-Laufschuhe für breite Füße?
Mit Membran selten. Weitenvarianten (2E oder 4E) bieten zum Beispiel New Balance und Brooks an, meist ohne Membran. Oft passt ein weiter Laufschuh mit wasserdichten Socken besser als ein Membranschuh, der drückt.
Mehr aus unserem Lauf-Ratgeber
Der Schuh ist nur die halbe Miete, bei Kälte zählt die Kleidung genauso. Im Shop findest Du Laufbekleidung in großen Größen, Laufjacken für Damen und Herren in großen Größen und warme Socken in Übergrößen. Welche Hose bei Kälte passt, steht im Ratgeber warme Laufhosen für den Winter.
Weitere Ratgeber zum Thema:
Hinweis: Dieser Beitrag enthält Partnerlinks zu Amazon. Kaufst Du darüber, erhalten wir eine kleine Provision. Für Dich ändert sich am Preis nichts.






gibt es einen unterschied zwischen laufschuhen und joggingschuhen
ich laufe eh viel lieber im Winter als im Sommer, danach duschen und die Welt ist wieder in Ordnung
ganz wichtig ist, durch die Nase zu atmen, damit wird die Luft vorgewärmt und gefiltert.
Hat jemand Erfahrung mit den Laufschuhen von Aldi?
Baumwolle im Winter geht gar nicht, wenn man zum schwitzen anfängt saugt sich alles voll und man kühlt schnell aus. und angenehm ist es auch nicht auf der Haut
Gerade bei vereistem Untergrund sind Trailschuhe meiner Erfahrung nach unsinnig, da die Auflagefläche durch die Noppenstruktur kleiner ist, wodurch man noch weniger Halt hat. Ich laufe bei Glatteis mit meinen normalen Schuhe. Das mag selbstmörderisch klingen. Aber in angepasstem Tempo klappt das auf ebener Strecke sehr gut. Nur gehen darf ich nicht – dann rutsche ich aus.
Danke für diesen tollen Blog. Lese schon seit einiger Zeit still mit.