Outwell - Lanai Reef Front Extension

Outwell – Lanai Reef – das 3 Personen Zelt

Outwell - Wolf Lake 5

Wolf Lake 5 Zelt von Outwell

1. Januar 2014 Comments (2) Allgemein, Anleitungen, Ratgeber

Trekking und Outdoor-Touren richtig planen

Gewissenhaft oder spontan – es gibt unterschiedliche Arten, sich auf eine Trekkingtour vorzubereiten. Wir checken die verschiedenen Möglichkeiten und gibt einige hilfreiche Tipps, wie man die Planung am besten angeht.

Die einen führen vor ihrem Urlaub penibel Listen darüber, was sie mitnehmen wollen, kommen pünktlich wie geplant zum Flughafen und halten jede Verabredung mit Mitreisenden gewissenhaft ein. Die anderen verzichten auf große Planungen. Sie legen sich nicht fest, wollen während einer Tour immer spontan handeln und wirken dabei auf die Gewissenhaften eher chaotisch.

Checkliste und Packliste für Trekking- und Wandertouren

Wie plane ich eine Trekking Reise richtig?

Die einen wollen jedes Jahr eine neue spannende Urlaubsregion erkunden, sind wissbegierig, abenteuerlustig und brauchen immer wieder neue Reize. Die anderen wollen im Laufe mehrerer Jahre ein ursprünglich fremdes Land immer besser kennen lernen. Sie werden zu eingefleischten Fans eines bestimmten Landstrichs und bevorzugen vertraute Erfahrungen.


Die »Big Five« der Psychologie

Diese beiden Paare – Gewissenhaftigkeit oder Spontaneität sowie Offenheit für Neues oder festgelegtes Interesse – sind zwei der fünf Dimensionen unserer Persönlichkeit, auf die sich viele Charaktereigenschaften reduzieren lassen. Psychologen nennen sie die »Big Five«. Neben Gewissenhaftigkeit und Offenheit gehören noch emotionale Stabilität, Verträglichkeit und Extraversion dazu. Mit einer Einordnung in diese fünf Skalen (zum Beispiel: wo liege ich zwischen den Polen gewissenhaft oder spontan?) lassen sich Menschen recht gut beschreiben.

Wie wir denken und fühlen, welche Vorlieben und Abneigungen wir haben, wie wir planen und handeln, ist immer ein Ausdruck unserer einzigartigen Persönlichkeit. So müssen manche vor einer Trekkingtour minutiös ihre Wanderungen pla-nen, müssen jeden Rastplatz festgelegt haben, jedes Ausrüstungsteil vorher bis auf die Grammzahl genau wiegen und auf einer Vorbereitungstour testen.

Andere kaufen ihr Zelt drei Tage vor dem Urlaub und bauen es in der Wildnis das erste Mal auf. Sie brauchen keine perfekte Ausrüstung und sehen überraschende Momente als willkommene und spannende Erlebnisse.

An die Grundbedürfnisse denken

Wir sind so wie wir sind und müssen unseren eigenen Weg finden – auch bei der Planung einer Trekkingtour. Sicherlich ist es ratsam, die ersten großen anspruchsvollen Trekkingtouren mit einem Veranstalter zu unternehmen. Aber wenn wir lieber alleine starten wollen, gibt es gute Erfahrungswerte, von denen wir alle profitieren können, egal ob pedantischer Listenschreiber oder Chaot.

Denn eines ist sicher, wenn wir auf einer Tageswanderung im Mittelgebirge unterwegs sind, brauchen wir im Grunde keine große Planung. Wollen wir jedoch zu Fuß die Alpen überqueren oder auf einem unbesiedelten südamerikanischen Hochplateau über mehrere Tage mit Rucksack und Zelt unterwegs sein, ist es unverantwortlich, nicht zu planen. Denn durch mangelhafte Vorbereitung können wir uns und unsere Mitreisenden gefährden.

Also müssen wir uns zumindest um unsere Grundbedürfnisse, wie Essen, Trinken, Schlafen und Gesundheit, kümmern. Wir sollten wissen, wo es Brennstoff gibt, um uns ein warmes Essen zu kochen, wo wir sauberes Trinkwasser bekommen, wie wir im Ausland bei einem Notfall Hilfe herbeirufen und wo wir ein trockenes Plätzchen zum Schlafen finden können.

Ob wir dann noch planen, wo wir unterwegs Ersatzsocken bekommen, welche Kirche wir besichtigen wollen und auf welcher Internetseite die Fahrpläne der Busse zu finden sind, ist eben Typsache.

Optimale Vorbereitung

Wir bereiten eine anspruchsvolle Trekkingtour nach dem Motto »so viel wie nötig und so wenig wie möglich« optimal (nicht perfekt!) vor. Und schließlich kann die Planung schon Teil des erhofften Ausstiegs aus dem Alltag sein und wir genießen es, wenn wir den Urlaub beantragen, in Reiseführern nach Zielen suchen, uns an tollen Landschaftsfotos in Bildbänden erfreuen, in Landkarten Routen auswählen oder im Trekkingladen die Ausrüstung ergänzen.

Wir versuchen, uns durch gute Vorbereitung so gut es geht auf viele zukünftige Situationen einzustellen. Wir üben zu Hause das Zelt aufzubauen, damit es bei Regen schnell geht. Wir trainieren unseren Körper für die ungewohnten Anstrengungen, um unterwegs nicht schlapp zu machen. Wir nehmen Blasenpflaster mit, damit wir die Wanderung nicht schon bei der ersten Blase mit quälenden Schmerzen am Hacken abbrechen. Unsere Planung ist dann dank einer guten Vorbereitung eine realistische Einschätzung dessen, was uns wahrscheinlich erwartet.

Unterwegs ist immer noch genug Zeit und Gelegenheit für Spontanes, Ungeplantes. Wer im Beruf und im Alltag besonders stark eingespannt ist, kann es als immens befreiend empfinden, auf einer mehrtägigen Trekkingtour einen Rhythmus zu finden, der nicht bestimmt ist von Terminkalender, Smartphone und ständigen Botschaften, die nach Erledigung rufen.

Für ein gutes Trekkingleben reicht ein ganz einfacher Tagesablauf: Morgens früh aus dem Zelt steigen, Kaffee kochen, ein schnörkelloses Frühstück zubereiten, seine Siebensachen im Rucksack verstauen und sich dann auf den Weg machen, einfach Schritt für Schritt setzen, den Wanderweg auf der Karte und im Gelände suchen, Landschaft und Ruhe genießen, am Bach pausieren, am Nachmittag einen geeigneten Platz zum Zelten erreichen, Feuerholz sammeln, Essen zubereiten, am Lagerfeuer in kleiner Runde gute Gespräche führen und am frühen Abend in den Schlafsack kriechen.

Die wichtigsten »W-Fragen« beantworten

Jede Trekkingtour ist anders und verlangt ganz individuelle Vorbereitungen. Wenn wir eine Trekkingtour als Projekt ansehen und uns an die folgenden Projektschritte halten, sind wir auf der sicheren Seite. Gut vorbereitet, können wir dann umso besser die unbekannte Landschaft und fremde Kultur erleben und genießen – und schneller auf unvorhergesehene Situationen reagieren, die mit Sicherheit auftauchen werden.

Die vier wichtigsten Planungsschritte sind:

  1. Was ist unser Ziel?
  2. Welche Ressourcen benötigen wir, um dieses Ziel zu erreichen?
  3.  Wann können wir welche Ziele erreichen?
  4. Wie kann die konkrete Durchführung der Tour aussehen? – bei gleichzeitiger Abschätzung von Störfaktoren und Risiken. Wer sich die folgenden »W-Fragen« schriftlich beantwortet, hat die wichtigsten Informationen gesammelt und sein »Drehbuch« für die Trekkingtour geschrieben.

1.            Zieldefinition

•             Was ist unser Ziel?

•             Wie erreichen wir es?

•             Mit wem wollen wir es erreichen?

2.            Festlegen der Hilfsmittel

•             Was sind die wichtigsten Hilfsmittel, Ausrüstungselemente, Informationsquellen?

•             Welche Ressourcen stehen uns zur Verfügung?

•             Wer übernimmt welche Aufgaben?

•             Was nehmen wir mit?

•             Was lassen wir besser zu Hause?

3.            Zeitplanung

  • • Wann wollen wir unsere Tour
  • Wann wollen wir wo sein (Start-, Zielpunkte, Zwischenziele)?
  • Wo rasten wir, wo übernachten wir?
  • Wo sind herausragende Stationen, Wann legen wir die notwendigen Rasttage ein?
  • •   Wann müssen wir welche Planungsschritte
  • Wann müssen die Informationen an die Beteiligten gegeben werden?

4. Durchführung und Ablauf klären

  • Welche Stärken, Schwächen haben wir (Kondition, Erfahrung, Landeskenntnisse usw.)?
  • welches Wetter müssen wir uns einstellen?
  • Welche Ausrüstung/Verpflegung können wir unterwegs wo besorgen?
  • Wann wollen wir bestimmte Strecken zurücklegen?
  • Wie orientieren wir uns während der Tour (Karte, Kompass, GPS)?
  • Wer muss über unsere Pläne informiert werden?
  • Wo können Hindernisse, Gefahren auftauchen?
  • Wo gibt es Alternativrouten?
  • Wo gibt es Umkehrmöglichkeiten, wo können wir nicht mehr
  • Wie könnten wir auf Probleme, Gefahren
  • Welche gesetzlichen Bestimmungen gilt es zu beachten (Betretungsrechte, freies Campen usw.)?
  • Welche kulturellen Werte und Regeln müssen beachtet werden?

Nach der intensiven Vorbereitung der Wanderung machen wir uns auf den Weg – und werden dabei die eine oder andere Überraschung erleben. Der Weg, den wir gehen wollten, ist durch Wetterkapriolen unpassierbar geworden.

Die Hütte, in der wir übernachten wollten, ist trotz der recherchierten Öffnungszeiten geschlossen. Wir erreichen den angepeilten Bus nicht mehr und müssen warten oder weiter laufen. All das macht eine Wanderung spannend und erfordert ständig neue Planungen bzw. Entscheidungen.

Martin

Martin ist seit langem im RenenrXXL Team dabei und geht in seiner Freizeit am liebsten in die Berge oder fährt mit dem Rad.

Trekking und Outdoor-Touren richtig planen Zuletzt aktualisiert: 10.12.2017 von Martin
 

2 Responses to Trekking und Outdoor-Touren richtig planen

  1. Petra sagt:

    Top Zusammengefasst. Bin Momentan auch bei der Planung meiner nächsten Wanderstrecke und bekomme hier so einiges Angeboten. Mit einem Teamleiter und neun anderen Wanderer geht es übermorgen für einen ganzen Tag durch die alpine Landschaft 🙂

     
  2. Marcel Halber sagt:

    Mir gefällt die W-Fragen Liste, auch wenn sie ziemlich viele Fragen beinhaltet. Aber jede Frag ist meiner Meinung nach wichtig zu beantworten, wenn man eine gute Planung haben und machen will.

     

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