Wir verkaufen seit Jahren Outdoor-Bekleidung fĂĽr Menschen, die drauĂźen aktiv sind – und eine der häufigsten Fragen, die uns erreicht, ist: „Wie fange ich mit dem Trekking an?“ Gerhard Renner, unser Outdoor-Experte, hat selbst zahlreiche Touren in den Alpen und ferneren Regionen unternommen und weiĂź: Eine Trekkingtour gut zu planen ist keine Frage des Charakters – es ist eine Frage der Sicherheit. Ob du ein minutiöser Listenmensch bist oder lieber spontan losziehst: Sobald du mehrere Tage mit Rucksack und Zelt unterwegs bist, gibt es ein paar Dinge, die du einfach vorab klären musst. Dieser Ratgeber zeigt dir, wie du deine Trekkingtour Schritt fĂĽr Schritt planst – ohne dich zu verzetteln.
Wie plane ich einen Outdoor-Trip richtig?
Die Antwort hängt stark von dir ab. Manche brauchen vor einer Trekkingtour jeden Rastplatz auf der Karte, andere kaufen ihr Zelt drei Tage vorher und bauen es in der Wildnis zum ersten Mal auf. Beides kann funktionieren – aber nur bis zu einem gewissen Grad.
Wer im Mittelgebirge auf Tageswanderung geht, braucht keine große Vorbereitung. Wer dagegen die Alpen überquert oder tagelang auf einem unbesiedelten Hochplateau unterwegs ist, muss planen. Mangelhafte Vorbereitung gefährdet nicht nur dich, sondern auch deine Mitreisenden.
Die richtigen Fragen vor der Tour
Bevor du in die konkrete Planung einsteigst, solltest du dir ein paar grundlegende Fragen beantworten:
- Wie weit? Wie viel Zeit und Geld willst du insgesamt aufwenden? Lohnt es sich, fĂĽr eine 10-Tages-Tour zweimal um die halbe Welt zu fliegen?
- Welche Landschaft? Eisriesen, Hochgebirge, Waldland, Wüste oder Seen – was zieht dich an?
- Wie hoch? Über 3.000 m steigt die Gefahr der Höhenkrankheit deutlich – das sollte bei der Zielwahl eine Rolle spielen. Der Deutsche Alpenverein (DAV) empfiehlt, sich bei Touren in dieser Höhe vorab über Akklimatisierung zu informieren.
- Wie komfortabel? Feste HĂĽtten mit Verpflegung oder Zelt und Kocher auf dem RĂĽcken?
- Wie einsam? Willst du andere Trekker treffen oder lieber abseits der ausgetretenen Pfade unterwegs sein?
Wenn du diese Fragen beantwortet hast, lässt sich dein Zielgebiet schon deutlich eingrenzen. Nutze dann die Tabellen weiter unten, um deine Wunschregion gezielt auszuwählen.
Spontan oder gewissenhaft – welcher Planungstyp bist du?
Psychologen beschreiben Gewissenhaftigkeit und Spontaneität als zwei Pole derselben Persönlichkeitsdimension – den sogenannten „Big Five“. Beide Typen können gute Trekker sein. Entscheidend ist, dass du deine eigene Art kennst und die Vorbereitung entsprechend anpasst.
Das Ziel ist immer dasselbe: so viel planen wie nötig, so wenig wie möglich. Eine gute Vorbereitung ist keine perfekte Vorbereitung – sie ist eine realistische Einschätzung dessen, was dich erwartet. Unterwegs ist immer noch genug Raum für Ungeplantes.
Wohin soll die Trekkingtour gehen?
Lass dich als Einsteiger von erfahrenen Trekkern beraten. Schau in Reiseführer und Tourenbücher, frag in Clubs und Vereinen nach, und triff die Entscheidung gemeinsam mit deinen Begleitern. Für fast alle Trekking-Disziplinen gibt es Organisationen, bei denen du Tourenvorschläge und Informationen bekommst.
Aus den wichtigsten Kriterien – Entfernung, Höhe, touristische Erschließung und Landschaftstyp – haben wir zwei Übersichten zusammengestellt, mit denen du deine Zielregion leichter bestimmen kannst.
Zielregionen auĂźerhalb Europas
| Einsam? | Höhe | Landschaft | Zielvorschlag |
|---|---|---|---|
| einsam | > 3000 m | Eis und Schnee | Tibet |
| einsam | > 3000 m | Fels | Anden, Bolivien |
| einsam | > 3000 m | WĂĽste | Atacama, Chile |
| touristisch | > 3000 m | Eis und Schnee | Everest, Nepal |
| touristisch | > 3000 m | Fels | USA, Rockies |
| touristisch | > 3000 m | Bergvegetation | Uganda (Ruwenzoris) |
| touristisch | > 3000 m | Eis und Fels | Neuseeland (SĂĽdinsel) |
| touristisch | < 3000 m | Wald und Wiese | Kanada |
| touristisch | < 3000 m | WĂĽste | Indien (Rajasthan) |
| einsam | < 3000 m | Eis und Fels | Chile (Patagonien) |
| einsam | < 3000 m | Wald und Wiese | Kirgistan (Tien Shan) |
| einsam | < 3000 m | WĂĽste | Mongolei |
Zielregionen in Europa und Umgebung
| Einsam? | Höhe | Landschaft | Zielvorschlag |
|---|---|---|---|
| einsam | < 3000 m | Eis und Fels | Island |
| einsam | < 3000 m | Wald und Wiese | Lappland |
| einsam | < 3000 m | WĂĽste | Nordafrika |
| touristisch | < 3000 m | Eis | Island |
| touristisch | < 3000 m | Fels | Korsika |
| touristisch | < 3000 m | Wald und Wiese | Irland |
| touristisch | < 3000 m | Eis | Westalpen |
| touristisch | > 3000 m | Schnee | Pyrenäen |
| touristisch | > 3000 m | Fels | Dolomiten |
| einsam | > 3000 m | Eis und Schnee | Kaukasus |
| einsam | > 3000 m | Fels | Ost-Anatolien |
| einsam | > 3000 m | WĂĽste | Marokko (Hoher Atlas) |
Sobald ein Gebiet in die engere Wahl kommt, solltest du noch folgende Punkte prĂĽfen:
- Zeitpunkt und Dauer – lässt sich das Vorhaben im Zielgebiet realisieren?
- Klima und Wetter zum geplanten Reisezeitraum
- Anreisemöglichkeiten und Kosten
- Schwierigkeitsgrad (Höhe, Übernachtungsart, Orientierung, Gesundheitsrisiken)
- Permits, GebĂĽhren, Anmeldefristen
- Aktuelle Sicherheitslage im Zielland
- Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Aktivitäten
Informationen beschaffen – die besten Quellen
Sobald eine Region oder Tour feststeht, solltest du möglichst viele Informationsquellen anzapfen. Je konkreter dein Ziel, desto gezielter kannst du recherchieren.
Erfahrene Freunde und Online-Community
Bekannte, die genau deine geplante Tour bereits gemacht haben, sind die verlässlichste Quelle – vorausgesetzt, ihre Erfahrungen liegen nicht zu weit zurück. Bedingungen, Wege und Infrastruktur können sich in wenigen Jahren grundlegend ändern. Ergänzend bieten Trekking-Foren und Community-Plattformen aktuelle Erfahrungsberichte, die oft detaillierter sind als gedruckte Führer.
TrekkingfĂĽhrer und Fachmedien
Spezielle TrekkingfĂĽhrer sind nach wie vor eine der besten Quellen fĂĽr konkrete Wegbeschreibungen, Wegzeiten, Ăśbernachtungshinweise und Vorbereitungstipps. FĂĽr einzelne Regionen gibt es BĂĽcher, die sich speziell einer Tour widmen – fĂĽr Einsteiger oft hilfreicher als allgemeine ReisefĂĽhrer. Fachzeitschriften wie „Outdoor“ oder „Berge“ liefern gut recherchierte Tourenvorschläge, enthalten aber auch viel Werbung – das sollte man bei der LektĂĽre im Hinterkopf behalten.
Alpenvereine und Institutionen
Der Deutsche Alpenverein (DAV) ist stets ein guter Ansprechpartner: Er gibt Führer heraus, vertreibt Karten und hat in größeren Städten Sektionen. In vielen Ländern gibt es nationale Alpenvereine (z. B. den Club Andino in Südamerika) oder andere Institutionen, die Informationen und Tourenvorschläge bereitstellen.
Wichtig: Fang rechtzeitig mit der Planung an. Wie viel Vorlauf nötig ist, hängt von der Tour ab – wer ein organisiertes Angebot bucht, sollte trotzdem selbst recherchieren, um unterwegs besser orientiert zu sein.
Die vier Planungsschritte fĂĽr deine Trekkingtour
Wer eine Trekkingtour als Projekt betrachtet, ist gut beraten. Mit den folgenden vier Planungsschritten bist du auf der sicheren Seite – und kannst unterwegs umso entspannter auf das Unvorhergesehene reagieren, das mit Sicherheit kommen wird.
1. Ziel definieren
- Was ist unser Ziel?
- Wie erreichen wir es?
- Mit wem wollen wir es erreichen?
2. Ressourcen und AusrĂĽstung festlegen
- Was sind die wichtigsten Hilfsmittel, AusrĂĽstungselemente, Informationsquellen?
- Welche Ressourcen stehen zur VerfĂĽgung?
- Wer ĂĽbernimmt welche Aufgaben?
- Was nehmen wir mit – was lassen wir besser zu Hause?
Den richtigen Rucksack in der richtigen Größe zu wählen ist dabei einer der ersten konkreten Schritte. Auch die Checkliste für dein Gepäck und Camping-Equipment hilft, nichts Wichtiges zu vergessen.
3. Zeitplanung
- Wann soll die Tour stattfinden?
- Wann wollen wir wo sein – Start- und Zielpunkte, Zwischenziele?
- Wo rasten und ĂĽbernachten wir?
- Wann legen wir Rasttage ein?
- Wann mĂĽssen welche Planungsschritte erledigt sein?
Eine realistische Gehzeit-Berechnung ist dabei entscheidend – viele Einsteiger unterschätzen, wie viel Zeit Höhenmeter, Pausen und schwieriges Gelände kosten.
4. Durchführung und Risiken klären
- Welche Stärken und Schwächen haben wir (Kondition, Erfahrung, Landeskenntnisse)?
- Auf welches Wetter mĂĽssen wir uns einstellen?
- Welche Ausrüstung und Verpflegung können wir unterwegs wo besorgen?
- Wie orientieren wir uns (Karte, Kompass, GPS)?
- Wer muss über unsere Pläne informiert werden?
- Wo gibt es Alternativrouten und Umkehrmöglichkeiten?
- Welche gesetzlichen Bestimmungen gelten (Betretungsrechte, freies Campen)?
- Welche kulturellen Regeln sind zu beachten?
Nach aller Vorbereitung wirst du unterwegs trotzdem überrascht werden: gesperrte Wege, geschlossene Hütten, verpasste Busse. Das macht eine Trekkingtour spannend – und erfordert ständig neue Entscheidungen. Wer gut vorbereitet ist, kann typische Fehler beim Wandern von vornherein vermeiden.
Verpflegung und Ernährung auf der Trekkingtour
Anders als bei mehrtägigen Expeditionen brauchst du bei kürzeren Touren keine riesigen Vorräte – ein energiereicher Tagesproviant reicht. Aber: Getränke müssen immer dabei sein, auch wenn du nicht durstig bist.
Dem Körper wird bei einer anspruchsvollen Tour einiges abverlangt. Es lohnt sich, rechtzeitig über die Ernährung nachzudenken – und nicht erst, wenn man unterzuckert und dehydriert in den Seilen hängt.
Grundsätzlich gilt: Kohlenhydrate zuerst. Als Brennstoff dient im menschlichen Körper Glykogen, das aus Kohlenhydraten gebildet wird. Um die Energiespeicher zu füllen, solltest du am Vorabend kohlenhydratreich essen – Nudeln, Kartoffeln, Reis oder Kornprodukte sind ideal. Sehr fettreiche oder eiweißreiche Mahlzeiten kurz vor der Tour belasten den Organismus und vermindern die Leistungsfähigkeit.
Zum Frühstück eignet sich Müsli besonders gut. Unterwegs halten Müsliriegel, Kekse, Studentenfutter oder Trockenobst die Kohlenhydratspeicher aufgefüllt. Spezielle Sportlernahrung ist in den meisten Fällen nicht nötig.
Beim Trinken gilt: Mindestens alle 20–30 Minuten trinken, unabhängig vom Durstgefühl. Am besten Wasser oder stilles Mineralwasser – wer es geschmackvoller mag, greift zu Apfelschorle oder Tee (kein Schwarztee). Bei sehr schweißtreibendem Sport kann Magnesium sinnvoll sein, um Muskelkrämpfe zu verhindern. Alkohol ist bei körperlicher Belastung absolut ungeeignet – er schränkt die Leistungsfähigkeit erheblich ein.
Die richtige AusrĂĽstung und Bekleidung fĂĽr deine Trekkingtour
Die richtige Ausrüstung macht den Unterschied zwischen einer guten und einer abgebrochenen Tour. Das gilt besonders für Bekleidung in großen Größen – denn was in Standardgrößen funktioniert, sitzt in Übergrößen oft völlig anders.
Das Wichtigste zuerst: Funktionsbekleidung muss passen. Eine Regenjacke, die an den Schultern zieht oder in der Bewegungsfreiheit einschränkt, nervt nach zwei Stunden. Eine Wanderhose, die am Oberschenkel zu eng ist, reibt nach einem langen Abstieg wund. Beim Wanderhosen-Ratgeber findest du konkrete Tipps, worauf du bei der Auswahl achten solltest.
Für Trekkingtouren empfehlen wir das Zwiebelprinzip: eine feuchtigkeitstransportierende Basisschicht, eine wärmende Mittelschicht (Fleece oder leichte Daunenjacke) und eine wind- und wasserdichte Außenschicht. Bei längeren Touren oder wechselhaftem Wetter sollte die Außenjacke mindestens 10.000 mm Wassersäule haben und atmungsaktiv sein.
Unsere Eigenmarke Ankerglut bietet Outdoor-Bekleidung, die speziell auf große Größen ausgelegt ist – mit Schnitten, die an Bauch, Hüfte und Schulter wirklich funktionieren. Ergänzend findest du bei uns ein breites Sortiment an Regenjacken in XXL und Hygienetipps für mehrtägige Touren in der Wildnis.
Häufige Fragen zur Trekkingtour-Planung
Was ist eine Trekkingtour?
Eine Trekkingtour ist eine mehrtägige Wanderung in der Natur, bei der du Übernachtung, Verpflegung und Ausrüstung selbst trägst oder in Hütten übernachtest. Der Begriff kommt aus dem Englischen und beschreibt vor allem ausgedehnte Touren im Hochgebirge oder in abgelegenen Regionen.
Wie lange im Voraus sollte ich eine Trekkingtour planen?
Das hängt vom Ziel ab. Eine Alpentour über ein verlängertes Wochenende lässt sich in 4–6 Wochen planen. Für internationale Trekkingtouren (Nepal, Patagonien, Neuseeland) solltest du 3–6 Monate einplanen – für Permits, Buchungen und die richtige Ausrüstung.
Was muss ich bei meiner ersten Trekkingtour beachten?
Fang mit einer kĂĽrzeren, gut erschlossenen Tour an. Teste deine AusrĂĽstung vorab. Informiere jemanden zu Hause ĂĽber deine Route und geplante RĂĽckkehr. Ăśberschätze dich nicht – lieber eine Stufe unter deinen Möglichkeiten starten als den Ehrgeiz zu weit treiben.
Wie plane ich eine Rucksacktour?
Zuerst Ziel und Route festlegen, dann Ausrüstung und Verpflegung zusammenstellen, Tagesetappen und Übernachtungen planen und schließlich Notfallkontakte und Sicherheitsplan klären. Unsere Packliste für Trekking gibt dir eine vollständige Übersicht, was du mitnehmen solltest.
Welche Kleidung brauche ich fĂĽr eine Trekkingtour?
Grundsätzlich das Zwiebelprinzip: Basisschicht, Mittelschicht, Außenschicht. Dazu wasserdichte und eingelaufene Wanderschuhe, schnelltrocknende Wanderhosen und eine gute Regenjacke. In großen Größen findest du passende Trekkingbekleidung bei Ankerglut und weiteren Marken in unserem Sortiment.
Last modified: 25. Februar 2026

Top Zusammengefasst. Bin Momentan auch bei der Planung meiner nächsten Wanderstrecke und bekomme hier so einiges Angeboten. Mit einem Teamleiter und neun anderen Wanderer geht es übermorgen für einen ganzen Tag durch die alpine Landschaft 🙂
Mir gefällt die W-Fragen Liste, auch wenn sie ziemlich viele Fragen beinhaltet. Aber jede Frag ist meiner Meinung nach wichtig zu beantworten, wenn man eine gute Planung haben und machen will.
Die Tipps zur Vorbereitung nehmen wir gerne zur Acht! Mit der Freundin möchten wir zum ersten Mal eine E-Bike Tour unternehmen, wissen aber nicht genau, ob ein Wasserfilter mitgenommen werden soll. Meinen Dank für die Anregungen!
Habt ihr schon eine Trekkingtour geplant – und was hat euch dabei am meisten überrascht? Schreibt es gern in die Kommentare!