Zuletzt aktualisiert am: 23.05.2026
Wer mit dem Rucksack unterwegs ist, auf Trekkingtour, Radreise oder beim Weitwandern, braucht ein Zelt, das wenig wiegt und klein verpackt werden kann. Leichtzelte und Ultraleichtzelte sind genau dafĂĽr gemacht: Sie bringen pro Person nur 1 bis 2 Kilogramm auf die Waage, echte Ultraleichtzelte sogar unter 700 Gramm. Das spart Kraft auf langen Touren und schafft Platz im Rucksack fĂĽr andere AusrĂĽstung.
Doch weniger Gewicht bedeutet auch Kompromisse – bei der Robustheit, beim Platzangebot oder beim Komfort. Dieser Ratgeber zeigt, worauf es beim Kauf eines Leichtzelts ankommt, welche Zeltformen es gibt und für wen sich ein Ultraleichtzelt wirklich lohnt.
Welches Leichtzelt passt zu dir? Die Schnell-Entscheidung
Bevor du dich durch Datenblätter wühlst: In der Praxis entscheidet vor allem der Einsatzzweck, welches Zelt das richtige ist – nicht das letzte gesparte Gramm. Diese Übersicht bringt dich in 30 Sekunden zur passenden Kategorie.
| Dein Einsatz | Sinnvolle Wahl | Gewicht (Richtwert) |
|---|---|---|
| Solo-Trekking, Weitwandern, jedes Gramm zählt | Ultraleichtes 1-Personen-Zelt oder Tarp | unter 1 kg |
| Wochenendtour, Einsteiger, Komfort vor Gewicht | Doppelwandiges Leichtzelt, 1–2 Personen | 1,5–2,5 kg |
| Zu zweit mit Stauraum für Gepäck | 2-Personen-Zelt mit zwei Apsiden | 2–3 kg |
| Radreise, Bikepacking, kleines Packmaß | Kompaktes Zelt mit kurzem Packsack | 1–2 kg |
| Wechselnde, harte Böden (Fels, Schotter) | Freistehendes Kuppelzelt | 1,5–2,5 kg |
Wir bei RennerXXL beraten seit über 20 Jahren Outdoor-Kunden – darunter viele große und kräftige Menschen, für die Standard-Zelte oft zu kurz oder zu eng geschnitten sind. Worauf es dabei ankommt, liest du weiter unten im Abschnitt zur Personenzahl. Unsicher bei der Auswahl? Ruf uns an, wir helfen ehrlich weiter.
Forclaz MT900 – 1-Personen-Kuppelzelt
Mit 1,3 kg das leichteste, kompakteste Solo-Zelt im Decathlon-Sortiment. Selbsttragende Kabine – steht ohne Heringe, ideal auch auf hartem Boden.
- Nur 1,3 kg, doppelwandig (Kondensschutz)
- Wassersäule Boden 3.000 mm, windkanalgetestet bis 60 km/h
- Apsis mit Platz fĂĽr einen Rucksack bis 70 l
Forclaz MT900 – 2-Personen-Kuppelzelt
1,95 kg, selbsttragend mit Doppel-Y-Struktur. Zwei separate Eingänge und zwei Apsiden – jeder steigt von seiner Seite ein.
- Zwei Eingänge, zwei Apsiden, vier Innenfächer
- Selbsttragende Kabine – einfacher, flexibler Aufbau
- 3-Jahreszeiten-Zelt, Kabine 205 cm lang
Ehrlich: Beide Zelte haben eine Kabinenlänge um 205–225 cm. Wer ĂĽber 1,90 m groĂź ist, sollte die Innenlänge vorab prĂĽfen – sonst stoĂźen Kopf oder FĂĽĂźe ans Innenzelt. Welches Modell passt, hängt von Körpergröße, Tourdauer und Budget ab.
Was ist ein Leichtzelt?
Als Leichtzelt gilt ein Zelt, das pro Person etwa 1 bis 2 Kilogramm wiegt. Ultraleichtzelte gehen noch weiter und bringen weniger als 1 Kilogramm pro Person auf die Waage – manche Modelle sogar unter 700 Gramm. Das geringe Gewicht wird durch dünnere Materialien, leichtere Gestänge aus Aluminium oder Carbon und einen minimalistischen Schnitt erreicht.
Neben dem Gewicht ĂĽberzeugen Leichtzelte auch durch ihr kleines PackmaĂź. Sie passen problemlos in den Rucksack und lassen Platz fĂĽr Schlafsack, Isomatte und Verpflegung. Beliebt sind sie bei Solo-Trekkern, Radreisenden, Bikepacking-Fans und Festivalbesuchern.
Leichtzelt kaufen – worauf kommt es an?
Gewicht
Das Gewicht ist das entscheidende Kriterium. Für Tagestouren mit Übernachtung reicht ein Leichtzelt unter 2 Kilogramm. Wer mehrere Tage oder Wochen unterwegs ist, profitiert von jedem eingesparten Gramm. Ultraleichtzelte unter 1 Kilogramm sind ideal für ambitionierte Weitwanderer und Minimalisten – erfordern aber Kompromisse bei Platz und Robustheit.
Kapazität
1-Personen-Zelte sind am leichtesten und für Solo-Touren ideal. 2-Personen-Zelte bieten einen guten Kompromiss aus Gewicht und Platzangebot – allerdings ist der Innenraum bei Leichtzelten knapp bemessen. Wer zu zweit unterwegs ist und mehr Komfort möchte, sollte ein 3-Personen-Zelt in Betracht ziehen. Bei 4-Personen-Zelten wird es schwierig, noch von einem echten Leichtzelt zu sprechen – hier liegt das Gewicht meist über 3 Kilogramm.
Aufbau und Handhabung
Freistehende Zelte mit festem Gestänge lassen sich fast überall aufstellen, auch auf felsigem Untergrund. Der Aufbau ist einfach und schnell. Nicht freistehende Zelte nutzen Abspannleinen, Heringe und oft die eigenen Trekkingstöcke als Stütze. Sie sind leichter, brauchen aber mehr Übung beim Aufbau und einen geeigneten Untergrund.
Echter Zeltaufbau am Abend auf einer Peaks-of-the-Balkans-Tour – kein Studiofoto: zwei Leichtzelte, Isomatten und Rucksäcke nach einem langen Wandertag.
Wasserdichtigkeit
Ein Zelt gilt ab einer Wassersäule von 1.500 mm am Außenzelt und 2.000 mm am Boden als wasserdicht. Hochwertige Leichtzelte erreichen diese Werte problemlos – seriöse Hersteller wie Forclaz prüfen das im Labor mit einer Beregnung von 200 Litern pro Quadratmeter und Stunde über drei Stunden (entspricht Tropenregen) und im Windkanal auf Standfestigkeit. Wichtiger als hohe Wassersäulen-Werte sind in der Praxis aber sauber verarbeitete, versiegelte Nähte – sie sind oft die Schwachstelle bei günstigeren Zelten. Beim Boden lohnen sich höhere Werte: Gute Modelle liegen bei 3.000 mm, weil dort dein Körpergewicht den Druck aufs Wasser erhöht.
Zelthaut – einwandig oder doppelwandig
Doppelwandige Zelte bestehen aus einem Innenzelt mit Mesh-Einsätzen und einem wasserdichten Außenzelt. Das Innenzelt hält Kondenswasser vom Schläfer fern. Einwandige Zelte sparen Gewicht, haben aber bei Kälte und Nässe mehr Probleme mit Kondenswasser im Innenraum. Für die meisten Einsatzzwecke sind doppelwandige Zelte die bessere Wahl.
Eingänge und Apsiden
Wer zu zweit im Zelt schläft, sollte auf zwei Eingänge und zwei Apsiden achten. So muss niemand über den anderen klettern, und jeder hat seinen eigenen Stauraum für Rucksack und Schuhe.
Leichtzelte nach Personenzahl: 1, 2, 3 oder 4 Personen
Die Personenzahl ist die zweite groĂźe Stellschraube nach dem Gewicht. Wichtig zu wissen: Die Herstellerangabe ist knapp kalkuliert. Ein „2-Personen-Zelt“ meint zwei durchschnittlich gebaute Personen ohne Gepäck, eng nebeneinander – Schulter an Schulter auf je 60 cm Breite. Wer kräftiger gebaut ist oder es bequemer mag, plant grundsätzlich eine Person mehr ein. Was das speziell fĂĽr groĂźe und kräftige Menschen bedeutet, steht im eigenen Abschnitt weiter unten.
1-Personen-Zelt / Einmannzelt
Das Einmannzelt ist die leichteste vollwertige Lösung für Alleinreisende. Viele Modelle liegen unter 1 Kilogramm. Der Innenraum ist auf eine Person zugeschnitten, der Fußbereich oft flach gehalten. Achte auf die Innenlänge: Viele Solo-Zelte sind nur rund 210 bis 220 cm lang – für sehr große Menschen wird das schnell knapp.
2-Personen-Zelt
Das 2-Personen-Zelt ist der beliebteste Kompromiss aus Gewicht und Platz. Mit zwei Eingängen und zwei Apsiden hat jeder seinen eigenen Zugang und Stauraum. Für eine große Person allein ist ein 2-Personen-Zelt oft die komfortablere Wahl als ein enges Einmannzelt – das Mehrgewicht ist überschaubar.
3-Personen-Zelt
Wer zu zweit reist und mehr Bewegungsfreiheit will, fährt mit einem 3-Personen-Zelt gut. Es bleibt bei guten Modellen noch unter der Drei-Kilo-Marke und bietet spürbar mehr Innenraum – ideal, wenn auch Ausrüstung mit ins Innenzelt soll.
4-Personen-Zelt – gibt es das als Leichtzelt?
Ein echtes Leichtzelt für 4 Personen zu finden, ist schwierig. Die meisten 4-Personen-Zelte wiegen zwischen 3 und 5 Kilogramm – das sprengt die Leichtzelt-Definition. Wer trotzdem mit der Familie oder einer Gruppe leicht unterwegs sein will, hat zwei Optionen: Entweder das Gewicht auf mehrere Rucksäcke verteilen oder auf zwei 2-Personen-Zelte setzen, die zusammen oft weniger wiegen als ein großes 4-Personen-Zelt.
Für Gruppen, die nicht jeden Tag das Lager wechseln, kann ein leichtes 4-Personen-Zelt trotzdem sinnvoll sein – dann zählt der Komfort mehr als das letzte gesparte Gramm.
Leichtzelte für große und kräftige Menschen
Hier liegt unser eigentliches Thema – seit über 20 Jahren beraten wir Menschen, für die Standardgrößen nicht funktionieren. Bei Zelten ist es wie bei Bekleidung: Die Hersteller-Personenzahl ist nichts wert, wenn dein Körper nicht reinpasst. Ein 2-Personen-Zelt ist für zwei kräftige Erwachsene meist kein Komfortzelt, sondern eine enge Notlösung – zwei Schläfer mit breiten Schultern teilen sich oft nur 120 bis 130 cm Innenbreite.
Worauf du als große oder kräftige Person wirklich achten musst:
- Liegelänge: Die Kabine sollte mindestens 15–20 cm länger sein als deine Körpergröße. Ab 1,90 m wird eine Kabinenlänge von 205 cm kritisch – Kopf oder Füße stoßen ans Innenzelt und sammeln dort Kondenswasser.
- Innenbreite: Viele Leichtzelte rechnen mit 60 cm pro Person. Bei breiten Schultern brauchst du eher 70–80 cm, sonst liegst du an der nassen Zeltwand.
- Sitzhöhe: Eine Kabinenhöhe von 95–105 cm reicht zum Sitzen, nicht zum Knien oder Umziehen. Wer sich im Zelt anziehen will, braucht mehr.
- Einstieg: Niedrige Solo-Zelte mit flachem Fußbereich sind für schwere Personen unbequem beim Rein- und Rauskommen. Ein Modell mit zwei Eingängen erleichtert das deutlich.
Unsere klare Empfehlung aus der Praxis: Wenn du groß oder kräftig bist, kauf ein 2-Personen-Zelt für dich allein. Du gewinnst Liegelänge, Breite und einen zweiten Eingang – das Mehrgewicht von rund 600 Gramm gegenüber einem engen Einmannzelt ist jeden zusätzlichen Zentimeter wert. Wie du das richtige 1- oder 2-Personen-Zelt für deine Statur findest, haben wir hier vertieft: Leichtzelte für große Menschen.
Unsicher bei Liegelänge, Breite oder Größe? Wir sind auf Outdoor-Ausrüstung für große und kräftige Menschen spezialisiert und beraten dich ehrlich – auch telefonisch. Sag uns deine Körpergröße und Schulterbreite, wir sagen dir, worauf du achten musst.
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Zelt ohne Stangen, ohne Gestänge und ohne Heringe
Eine interessante Alternative zu klassischen Gestängezelten sind aufblasbare Zelte und stangenlose Konstruktionen. Bei aufblasbaren Zelten ersetzen Luftkammern das Gestänge – der Aufbau gelingt in wenigen Minuten mit einer Pumpe. Wichtig zur Einordnung: Luftzelte punkten mit einfachem, schnellem Aufbau und Komfort, sind aber kein Leichtgewicht. Die dicken TPU-Luftschläuche plus Pumpe wiegen meist mehr als ein gutes Aluminium-Gestänge – für echtes Leichttrekking sind sie deshalb selten die erste Wahl.
Stangenlose Zelte nutzen stattdessen Trekkingstöcke oder Abspannleinen an Bäumen. Diese Konstruktionen sind extrem leicht, erfordern aber mehr Erfahrung beim Aufbau und einen passenden Untergrund mit Befestigungsmöglichkeiten.
Freistehend oder nicht freistehend?
Ein freistehendes Zelt steht allein durch sein Gestänge, ganz ohne Heringe. Das ist praktisch auf Fels, Schotter, Holzplattformen oder hartem Boden, wo sich keine Heringe einschlagen lassen. Nicht freistehende Zelte (etwa Tunnel- oder Trekkingstockzelte) sind leichter, müssen aber immer abgespannt werden – und brauchen einen Untergrund, der Heringe oder Abspannpunkte hergibt. Wer oft auf wechselnden, harten Böden zeltet, fährt mit einem freistehenden Modell entspannter.
Welche Zeltformen gibt es?
Kuppelzelt
Beim Kuppelzelt kreuzen sich zwei oder mehr Gestängebögen am höchsten Punkt und bilden eine stabile Kuppel. Der große Vorteil: Kuppelzelte stehen auch ohne Heringe frei und eignen sich daher für harte Böden und kleine Stellflächen. Nachteil ist der geringere Innenraum im Vergleich zu Tunnelzelten bei gleicher Grundfläche.
Tunnelzelt
Tunnelzelte haben parallel verlaufende Gestängebögen und bieten bei gleicher Grundfläche mehr Innenraum als Kuppelzelte. Die meisten Tunnelzelte haben eine geräumige Apsis für Gepäck und Schuhe. Nachteil: Tunnelzelte müssen immer abgespannt werden und brauchen mehr Stellfläche. Bei Wind sollte die schmale Seite in Windrichtung zeigen.
Solo-Zelt / Einmannzelt
Solo-Zelte sind auf eine Person ausgelegt und extrem minimalistisch. Der Fußbereich ist oft niedrig gehalten, im Kopfbereich sorgt mindestens ein Gestängebogen für Sitzhöhe. Diese Zelte sind die leichtesten Optionen für Alleinreisende und bringen teilweise unter 500 Gramm auf die Waage.
Tarp als ultraleichte Alternative
Wer das absolute Minimum sucht, greift zum Tarp – einer einfachen Plane, die mit Schnüren und Trekkingstöcken aufgespannt wird. Tarps wiegen oft unter 500 Gramm und haben ein winziges Packmaß. Sie schützen vor Regen und Sonne, bieten aber keinen Schutz vor Insekten und Wind von der Seite. Kombiniert mit einem Moskitonetz oder Biwaksack wird das Tarp zur vollwertigen Schlafmöglichkeit.
AuĂźenzelt, Innenzelt und Materialien
AuĂźenzelt und Beschichtung
Das Außenzelt besteht bei hochwertigen Leichtzelten meist aus Polyamid (Nylon) in 20 oder 40 Denier. Polyamid ist leichter als Polyester, dehnt sich bei Nässe aber etwas – deshalb muss das Zelt nach einem Regenschauer eventuell nachgespannt werden. Viele Hersteller verwenden Ripstop-Gewebe mit verstärkten Fäden im Raster, das kleine Risse stoppt und die Haltbarkeit erhöht.
Die Beschichtung macht das Außenzelt wasserdicht. Üblich sind Silikon (SI) außen und Polyurethan (PU) innen oder beidseitig Silikon. Silikon erhöht die Reißfestigkeit und lässt Wasser besser abperlen, Polyurethan bietet höhere Wasserdichtigkeit bei Druck.
Innenzelt
Das Innenzelt besteht meist aus einem leichten Nylon-Polyester-Gemisch mit großflächigen Mesh-Einsätzen. Die Netzeinsätze sorgen für Belüftung und halten Insekten fern. Praktische Innentaschen für Handy, Stirnlampe und Kleinkram sind bei den meisten Leichtzelten Standard.
Zeltboden
Der Zeltboden muss mehr aushalten als das Außenzelt – schließlich liegt das gesamte Körpergewicht darauf und der Untergrund kann rau sein. Deshalb ist der Boden meist aus dickerem Material mit höherer Wassersäule (mindestens 2.000 mm) gefertigt. Eine separate Zeltunterlage (Footprint) schützt den Boden vor Beschädigung durch Steine und Dornen und verlängert die Lebensdauer des Zelts erheblich.
Gestänge und Heringe
Aluminium vs. Carbon
Bei Leichtzelten kommen Gestänge aus Aluminium oder Carbon zum Einsatz. Aluminium ist der Standard – leicht, stabil und bezahlbar. Hochwertige Aluminium-Legierungen wie 7001 oder 7075 bieten die beste Balance aus Gewicht und Stabilität. Carbon ist zwar leichter und steifer, aber auch spröder: Bricht ein Carbonsegment, splittert es oft und lässt sich unterwegs kaum reparieren. Aluminium verbiegt sich dagegen meist nur und ist mit einer Reparaturhülse zu retten. Für die meisten Trekker ist Aluminium daher die praktischere und im Alltag robustere Wahl. Wenn ein Gestängesegment bricht, lohnt sich oft eine Reparatur statt Neukauf – passende Ersatz-Zeltstangen findest du bei uns im Shop.
Heringe für verschiedene Böden
Die mitgelieferten Heringe sind oft ein Kompromiss. Für harte Böden eignen sich schmale Nägel aus Aluminium, für weiche Erd- und Sandböden breite V- oder Y-Profil-Heringe. Wer viel auf unterschiedlichen Untergründen unterwegs ist, legt sich einen Satz verschiedener Heringe zu. Titanheringe sind die leichteste Option – aber auch die teuerste.
Kondenswasser im Zelt vermeiden
Kondenswasser im Zelt ist bei beschichteten Zelten unvermeidlich – aber es lässt sich reduzieren. Das Problem: Feuchtigkeit aus der Atemluft und vom Schwitzen (bis zu 0,5 Liter pro Nacht und Person) kondensiert an der kühleren Zeltinnenseite. Bei doppelwandigen Zelten bildet sich das Kondenswasser am Außenzelt und tropft nicht auf den Schläfer. Bei einwandigen Zelten landet es direkt auf Schlafsack und Ausrüstung.
So reduzierst du Kondenswasser: Belüftungsöffnungen offen lassen, auch wenn es kühl ist. Nasse Kleidung und Schuhe nicht mit ins Innenzelt nehmen. Das Zelt nach Möglichkeit an einem luftigen Platz aufstellen, nicht in Senken wo sich feuchte Luft sammelt.
Ultraleichtzelt kaufen – was ist zu bedenken?
Ultraleichtzelte unter 1 Kilogramm sind faszinierend, aber nicht für jeden geeignet. Sie sind aus dünneren Materialien gefertigt und verlangen mehr Sorgfalt im Umgang. Ein spitzer Stein unter dem Zeltboden oder ein unachtsam geworfener Rucksack kann schnell Schäden verursachen.
Für gelegentliche Wochenendtouren und Einsteiger sind normale Leichtzelte zwischen 1 und 2 Kilogramm die bessere Wahl. Sie verzeihen Fehler, halten länger und bieten mehr Komfort. Ultraleichtzelte lohnen sich für erfahrene Trekker, die viele Tage am Stück unterwegs sind und jeden Gramm spüren.
Vor dem Kauf solltest du dir klar sein: Wie viele Personen schlafen im Zelt? Wie oft wechselst du den Standort? Welche Wetterbedingungen erwartest du? Je extremer die Tour, desto mehr lohnt sich die Investition in ein hochwertiges Ultraleichtzelt.
FAQ – Häufige Fragen zu Leichtzelten
Was ist ein Leichtzelt?
Ein Leichtzelt wiegt pro Person etwa 1 bis 2 Kilogramm. Ultraleichtzelte bringen weniger als 1 Kilogramm pro Person auf die Waage. Das geringe Gewicht wird durch dünnere Materialien und leichtere Gestänge erreicht.
Wie schwer sollte ein Leichtzelt sein?
Für mehrtägige Trekkingtouren sind 1 bis 1,5 Kilogramm pro Person ein guter Richtwert. Solo-Wanderer mit Ultraleichtzelt kommen auf unter 700 Gramm. Für Wochenendtouren sind auch 2 Kilogramm pro Person akzeptabel.
Welches Leichtzelt ist gut für Anfänger?
Einsteiger fahren mit einem doppelwandigen, freistehenden Leichtzelt zwischen 1,5 und 2,5 Kilogramm am besten. Es ist schnell aufgebaut, verzeiht Fehler und hält Kondenswasser zuverlässig vom Schläfer fern. Reine Ultraleicht-Modelle unter 1 Kilogramm sind für den Anfang oft zu fragil und zu fummelig im Aufbau.
Was bedeutet „freistehend“ bei einem Zelt?
Ein freistehendes Zelt steht allein durch sein Gestänge und braucht keine Heringe, um die Form zu halten. Das ist ideal für harte oder felsige Böden, auf denen sich keine Heringe einschlagen lassen. Nicht freistehende Zelte sind leichter, müssen aber immer abgespannt werden.
Welches Leichtzelt hat das kleinste PackmaĂź?
Das kleinste Packmaß bieten einwandige Solo-Zelte und Tarps – sie passen oft in eine Trinkflaschen-Größe. Bei doppelwandigen Zelten hängt das Packmaß stark vom Gestänge ab: kurze, mehrfach gefaltete Aluminium-Segmente packen kompakter als lange Bögen. Für Bikepacking zählt neben dem Gewicht vor allem die Packlänge.
Was sind die besten Zelte fĂĽr Outdoor-Touren?
Es gibt nicht das eine beste Zelt, sondern das passende für deine Tour. Für Trekking und Weitwandern sind doppelwandige Leichtzelte zwischen 1 und 2 Kilogramm die solide Wahl, für Radreisen und Bikepacking zählt vor allem ein kurzes Packmaß. Der häufigste Fehlkauf aus unserer Beratung: Einsteiger greifen zum extremen Ultraleicht-Zelt unter 1 Kilogramm und ärgern sich dann über fummeligen Aufbau und zu wenig Platz.
Gibt es Zelte ohne Stangen?
Ja, es gibt aufblasbare Zelte mit Luftkammern statt Gestänge und stangenlose Konstruktionen, die mit Trekkingstöcken oder Abspannleinen aufgebaut werden. Beide Varianten sparen Gewicht, erfordern aber mehr Erfahrung beim Aufbau.
Was ist besser – Kuppelzelt oder Tunnelzelt?
Kuppelzelte stehen frei ohne Heringe und eignen sich für harte Böden. Tunnelzelte bieten mehr Innenraum bei gleicher Grundfläche, müssen aber immer abgespannt werden. Für wechselnde Untergründe sind Kuppelzelte flexibler, für längere Standzeiten bieten Tunnelzelte mehr Komfort.
Wie vermeide ich Kondenswasser im Zelt?
Komplett vermeiden lässt sich Kondenswasser nicht, aber reduzieren: Belüftungsöffnungen offen lassen, nasse Kleidung draußen lagern und das Zelt an luftigen Plätzen aufstellen. Doppelwandige Zelte halten das Kondenswasser besser vom Schläfer fern als einwandige.
Wie lange hält ein Ultraleichtzelt?
Bei sorgfältigem Umgang halten auch Ultraleichtzelte viele Jahre und Tausende Kilometer. Wichtig ist, das Zelt vor spitzen Gegenständen zu schützen, es trocken zu lagern und die Nähte regelmäßig nachzuimprägnieren.
Was ist ein Tarp und wofĂĽr eignet es sich?
Ein Tarp ist eine einfache Plane, die mit Schnüren und Stöcken aufgespannt wird. Tarps wiegen oft unter 500 Gramm und schützen vor Regen und Sonne. Sie bieten aber keinen Schutz vor Insekten und Wind von der Seite – ideal für Minimalisten bei gutem Wetter.
Weitere Ratgeber im RennerXXL Magazin
- Zelte kaufen – der große Ratgeber
- Ratgeber Zeltmaterialien
- Langlauf-Ratgeber
- Kaufberatung Stirnlampen
Leichtzelte unter 100 Euro kann man vergessen, und Fiberglas ist auch Mist. Ein gutes Zelt kostet mind. 200 Euro
im sommer ist ein tarp oder zeltplane wirklich die bessere wahl, vor allem wenn kein regen in sicht ist, man spart sich einige kilos und vor allem den lästigen aufbau bzw abbau