Zuletzt aktualisiert am: 23.05.2026
Welche Körperform habe ich? Diese Frage bringt dich schneller zur passenden Größe als jede Konfektionstabelle – vor allem in großen Größen. Denn gerade bei Übergrößen entscheidet nicht die Zahl im Etikett, ob eine Hose oder Jacke sitzt, sondern dein Bauch, deine Hüfte, deine Oberschenkel und deine Rückenlänge.
Aus über 20 Jahren Größenberatung wissen wir: Die häufigste Rücksendung entsteht nicht wegen schlechter Qualität, sondern weil ein Teil zur Größe, aber nicht zur Körperform passt. Wer seine Figur kennt, kauft gezielter und schickt seltener zurück. Dieser Ratgeber zeigt dir in drei Schritten, welche Körperform du hast – und welche Schnitte dann wirklich passen.
Kleidung sortiert nach deiner Problemzone
Du kennst deine Form schon? Dann spring direkt zur passenden Lösung – sortiert nach Bauch, Hüfte, Oberschenkel, Beinlänge und Schultern, von Größe 44 bis 8XL.
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Welche Körperform habe ich? Figurtyp in 3 Schritten bestimmen
Die eigene Figur lässt sich nicht zuverlässig schätzen, aber in zwei Minuten messen. Du brauchst nur ein Maßband und drei Umfänge: Brust, Taille und Hüfte. Miss in Unterwäsche, entspannt, ohne den Bauch einzuziehen.
Schritt 1 – Brustumfang: waagerecht über die stärkste Stelle der Brust, unter den Armen durch.
Schritt 2 – Taillenumfang: an der schmalsten Stelle des Rumpfes, nicht am Hosenbund.
Schritt 3 – Hüftumfang: waagerecht über die stärkste Stelle von Po und Hüfte.
Jetzt vergleichst du die drei Werte. Die folgenden Schwellen sind eine grobe Orientierung – die meisten Frauen liegen zwischen zwei Typen, das ist völlig normal.
| So liegen deine Werte (ungefähr) | Dein Figurtyp |
|---|---|
| Hüfte ist der größte Wert, ca. 5 cm oder mehr über dem Brustumfang | Birnenfigur |
| Brust und Mitte dominieren, die Taille ist kaum schmaler (weniger als ca. 10 cm) | Apfelfigur |
| Brust und Hüfte etwa gleich (Differenz unter ca. 5 cm), Taille deutlich schmaler (ca. 20 cm oder mehr) | Sanduhrfigur |
| Brust/Schultern sind der größte Wert, ca. 5 cm oder mehr über der Hüfte | Karottenfigur / V-Typ |
Die 4 Körperformen der Frau – und welche Kleidung passt
Birnenfigur (A-Typ)
Bei der Birnenform ist die Hüfte deutlich breiter als die Schultern, Po und Oberschenkel sind kräftiger. Das klassische Problem: Die Hose passt an der Taille, spannt aber an Hüfte und Oberschenkel.
Was passt: nach dem größten Maß kaufen, den zu weiten Bund elastisch ausgleichen. Genau dafür gemacht sind Hosen für breite Hüften.
Apfelfigur (O-Typ)
Bei der Apfelform sitzt das Gewicht in der Körpermitte, Bauch und Taille sind kräftiger, Beine und Hüfte eher schmal. Hier drückt der Bund, oder die Hose rutscht unter dem Bauch weg.
Was passt: ein hoher, elastischer Bund, der den Bauch stützt statt zu schnüren, und genug Weite im Bauchbereich. Mehr dazu bei Hosen für dicken Bauch.
Sanduhrfigur (X-Typ)
Bei der Sanduhrform sind Schultern und Hüfte etwa gleich breit, die Taille deutlich schmaler. Kurvig und ausgewogen, aber in Übergrößen oft schwer einzukleiden.
Was passt: funktional gedacht heißt das – Jacken dürfen an Brust und Hüfte nicht spannen, sollten aber am Rumpf nicht sackartig sitzen. Achte auf Schnitte mit Taillierung oder verstellbarem Bund, damit oben und unten gleichzeitig Platz haben.
Karottenfigur / V-Typ
Die Karottenform zeigt breite Schultern und einen kräftigen Oberkörper, während Hüfte und Beine schmaler zulaufen. Bei Frauen seltener, vor allem bei sportlichen Typen.
Was passt: Oberteile und Jacken nach dem Schulter- und Brustmaß wählen. An der Hüfte fallen sie dann oft etwas weiter aus – das gleicht ein Tunnelzug oder Layering aus.
Körperform berechnen reicht nicht: Warum die Zahl im Etikett trügt
Hersteller schneiden ihre Größen auf ein Durchschnittsverhältnis von Taille, Hüfte, Oberschenkel und Beinlänge. Wer davon abweicht – und das tun die meisten Menschen – bekommt eine Hose, die an einer Stelle passt und an einer anderen nicht. In Übergrößen verschärft sich das, weil viele Marken Standardschnitte einfach gleichmäßig hochskalieren: Ein größerer Bauchumfang bedeutet eben nicht automatisch längere Arme oder breitere Schultern.
Deshalb bringt dich die reine Konfektionsgröße nur bedingt weiter. Entscheidend ist, welches dein größtes Maß ist – und ob der Schnitt dafür gemacht ist. Bei kräftigen Oberschenkeln zum Beispiel passt eine Hose selten gleichzeitig an Taille und Bein; dann sind Modelle mit Dehnbund der pragmatischere Weg als eine Nummer größer. Konkrete Schnitte dafür findest du bei Hosen für dicke Oberschenkel. Wenn du unsicher bist, hilft dir Ramona aus unserer Größenberatung mit einer konkreten Empfehlung auf Basis deiner Maße.
Richtig Maß nehmen für die passende Größe
Drei Umfänge hast du oben schon. Für die Größenbestimmung bei Outdoor-Bekleidung kommen noch zwei dazu: Innenbeinlänge und Armlänge. Eine ausführliche bebilderte Anleitung findest du im Ratgeber Richtig Maß nehmen.
Innenbeinlänge: vom Schritt auf der Beininnenseite bis zum Boden.
Armlänge: von der Schulter über den leicht angewinkelten Ellenbogen bis zur Handwurzel.
Körperbau bei Mann und Frau – die wichtigsten Unterschiede
Frauen sind im Durchschnitt etwas kleiner und leichter als Männer, und auch der Körperbau unterscheidet sich – beides ist für die Passform relevant. Wie groß die Spanne tatsächlich ist, zeigen die genormten Körpermaße der DIN 33402-2 (Datensammlung der BAuA): Die Körperhöhe von Frauen liegt dort bei rund 154 bis 172 cm, bei Männern bei rund 165 bis 186 cm.
Schultern: Die weibliche Schulter ist tendenziell schmaler, die Oberarmmuskulatur weniger ausgeprägt.
Rumpf: Bei Männern ist die Schulter meist deutlich breiter als das Becken (V-Form), bei Frauen fällt dieser Unterschied geringer aus.
Becken: Das weibliche Becken ist breiter und runder angelegt, das männliche schmaler und länglicher.
Extremitäten: Arme und Beine sind bei Frauen tendenziell etwas kürzer als bei Männern gleicher Körpergröße. Praktische Folge: Frau und Mann mit identischer Größe brauchen oft unterschiedliche Arm- und Beinlängen – ein Punkt, der bei der Größenwahl regelmäßig untergeht.
Körperformen bei Männern
Auch bei Männern unterscheidet man Figurtypen: den V-Typ (breite Schultern, schmale Hüfte), den H-Typ (Schultern und Hüfte etwa gleich) und den O-Typ (Gewicht vor allem am Bauch). In Übergrößen ist fast immer der Bauchumfang das entscheidende Maß: Mehrgewicht sitzt überwiegend vorne, während Schultern und Beinlänge konstanter bleiben. Hosen mit Dehnbund und Jacken mit ausreichend Bauchweite gleichen das aus.
Zusatzbox: Durchschnittliche Körpermaße (DIN 33402-2)
| Maß | Frauen | Männer |
|---|---|---|
| Körperhöhe | 154–172 cm | 165–186 cm |
| Schulterbreite | 39,5–48,5 cm | 44–52,5 cm |
| Hüftbreite (stehend) | 34–40 cm | 34–38,5 cm |
Spanne 5.–95. Perzentil, Erwachsene in Deutschland. Quelle: DIN 33402-2 / BAuA. Werte ohne Kleidung, Angaben ohne Gewähr.
Passform und Bewegungsfreiheit bei Funktionsbekleidung
Bei Outdoor-Bekleidung ist die Passform nicht nur Optik, sondern Funktion. Zu enge Kleidung schränkt die Bewegung ein und scheuert, zu weite lässt kalte Luft durch und wärmt nicht. Beides merkst du spätestens auf der Tour.
Bewegungsfreiheit entsteht durch den Schnitt oder durch dehnbares Material, meist durch beides. Bi-elastische Stoffe dehnen sich in Länge und Breite und kehren in ihre Form zurück, ohne auszuleiern. Bei Wander- und Trekkinghosen ist das heute Standard – die Hose sitzt körpernah und macht trotzdem jede Bewegung mit.
FAQ – Häufige Fragen zu Körperform und Passform
Welche Körperformen (Figurtypen) gibt es bei Frauen?
Die vier häufigsten Figurtypen sind die Birnenfigur (Hüfte breiter als Schultern), die Apfelfigur (Gewicht in der Körpermitte), die Sanduhrfigur (Schultern und Hüfte gleich breit, schmale Taille) und die Karottenfigur beziehungsweise V-Typ (Schultern breiter als Hüfte).
Wie kann ich meine Körperform bestimmen oder berechnen?
Miss Brust-, Taillen- und Hüftumfang und vergleiche die Werte. Ist die Hüfte rund 5 cm oder mehr größer als die Brust, ist es eine Birnenfigur. Dominiert die Mitte bei kaum schmalerer Taille, eine Apfelfigur. Sind Brust und Hüfte fast gleich bei deutlich schmalerer Taille, eine Sanduhrfigur. Ist die Brust spürbar größer als die Hüfte, eine Karottenfigur.
Was ist der Unterschied zwischen Körperform und Körpertyp?
Die Körperform (Birne, Apfel, Sanduhr, V-Typ) beschreibt die Silhouette, also das Verhältnis von Brust, Taille und Hüfte. Der Körpertyp (Somatotyp: ektomorph, mesomorph, endomorph) beschreibt dagegen Stoffwechsel- und Muskelaufbautyp. Für die Kleidungsgröße ist die Körperform entscheidend.
Welche Größe passt bei meiner Körperform in Übergrößen?
Kaufe immer nach deinem größten Maß – Hüfte, Bauch, Oberschenkel oder Schultern, je nach Figur. Den Rest gleichen Schnitt, elastischer Bund oder Layering aus. Die reine Konfektionsgröße reicht in Übergrößen oft nicht, weil die Proportionen vom Standard abweichen.
Welche durchschnittliche Schulterbreite haben Frauen und Männer?
Laut DIN 33402-2 liegt die Schulterbreite bei Frauen etwa zwischen 39,5 und 48,5 cm, bei Männern zwischen 44 und 52,5 cm (5. bis 95. Perzentil, Erwachsene in Deutschland). Die größere Schulterbreite ist der deutlichste Körperbau-Unterschied zwischen Mann und Frau.
Welche Figur habe ich bei breiten Schultern und schmaler Hüfte?
Sind die Schultern spürbar breiter als die Hüfte, ist es die Karottenfigur beziehungsweise der V-Typ. Oberteile und Jacken wählst du dann nach dem Schultermaß; an der Hüfte fallen sie häufig etwas zu weit aus.
Warum passt Bekleidung in Übergrößen oft schlecht?
Viele Hersteller skalieren Standardschnitte gleichmäßig hoch, statt die Proportionen anzupassen. Ein größerer Bauchumfang bedeutet aber nicht automatisch längere Arme oder breitere Schultern. Spezialisierte Übergrößen-Marken schneiden gezielt für besondere Proportionen.