Kauftipp – Schlafsack mit Insektenschutz – Vango Planet 50

Die neuen Colman Zelte

16. Oktober 2014 Comments (7) Allgemein, Anleitungen, Ratgeber

Autofahren in England – Links statt rechts

Dass beim Autofahren in England Links vor Rechts gilt, weiß fast Jeder. Was es noch alles zu Beachten gibt, findet Ihr in unserem Beitrag.

Das wichtigste für Autofahren in England auf einen Blick

  • Linksverkehr statt rechts
  • Führerschein ab einem Alter von 17 möglich
  • Die Höchstgeschwindigkeit beträgt innerorts 30 Meilen (48 km/h) bzw. 32 km/h sowie 111 km/h auf Motorways (Schnellstraßen bzw. Autobahn)
  • Welche unterschiedlichen Verkehrsregeln gibt es?
  • Roundabout Ahead – Kreisverkehr in England

 

 

Und so sieht das ganze in Real in England aus


Wer als Kontinentaleuropäer England mit dem eigenen Auto besucht (oder sich dort einen mietet), muß sich daran gewöhnen, daß ab Dover – oder wo immer er auf den Britischen
Inseln landet – rechts links und links rechts ist.

Linksfahren als wohl bekannteste Hürde

Linksverkehr - Autofahren in England

In England herrscht Linksverkehr!

Einem geübten Fahrer geht das zwar bald in Fleisch und Blut über, aber es birgt, vor allem in kritischen Momenten, seine Gefahren. Der erste Augenblick der Unsicherheit dürfte sich in jedem Fall am ersten roundabout einstellen, einer jener größeren und kleineren (oft nur winzigen) Kreisverkehrs-Inseln, die man in England alle paar Meilen in die Straßen einzubauen pflegt (Autobahnen natürlich ausgenommen). Der roundabout, durch einen weißen Kringel auf blauem oder gelbem Schild sorgsam angezeigt, verhindert, da er an allen Straßenkreuzungen zu finden ist, Raserei auf den ohnehin meist relativ engen Fahrbahnen und erhöht die Konzentration am Steuer. Niemals, wie gewohnt, nach rechts ausscheren! Links bleiben!

Tipps und Tricks zum Autofahren in England

Es gibt einen Trick, der zumindest für die ersten Tage der Eingewöhnung in den Linksverkehr empfehlenswert ist. Man befestigt vor sich unten an der Windschutzscheibe einen kleinen roten Pfeil, der auf den Britischen Inseln nach links, im restlichen Europa nach rechts zeigt. Das erinnert einen ständig daran, wo er man und wie man sich verkehrsgerecht zu verhalten hat. In England gibt es derartige selbstklebende Pfeile zu kaufen.

Aber man kann sie sich auch zu Hause aus Tesaband oder einem ähnlichen Material eigenhändig basteln. Das gilt nicht für jene zweite Vorsichtsmaßnahme, die sich bei kontinentalen Wagen im Linksverkehr empfiehlt. Das Licht der auf Rechtsverkehr eingestellten Scheinwerfer weist statt an den Straßenrand auf den Mittelstreifen. Diese falsche Richtung läßt sich mit einem – meist dreieckig geschnittenen – Abdeckband korrigieren, einer Art von Scheinwerferkappe, die auf beiden Seiten des Ärmelkanals in Fachgeschäften erhältlich ist.

In England fragen Sie nach black slips for the head-lights. Sollte trotzdem ein Unfall passieren, können Sie sich bei Blechschäden und Bagatellen mit ihrem jeweiligen Kontrahenten per Visiten- oder Versicherungskarte einigen, ohne dass jedesmal die Polizei eingeschaltet werden muß.
Fahrerflucht (hit and run) ist in Großbritannien nur gegeben, wenn ein Mensch verletzt worden ist. Dann müssen Sie am Unfallort ausharren, bis die Polizei erscheint. Im übrigen sind die englischen Verkehrsregeln (highway code) großzügiger als bei uns.

 

Führerschein und Höchstgeschwindigkeit in England

Führerschein (driver’s License) und Wagenpapiere (log book) sind nicht wie bei uns – oder in den Vereinigten Staaten – obligatorisch mitzuführen. Man muß beides allerdings innerhalb eines bestimmten Zeitraums, je nach Schwere des Vorfalls zwischen 24 Stunden bis zu sieben Tagen, an einem Polizeirevier (police Station) seiner Wahl vorlegen.

Das heißt: Sollten Sie auf dem Weg nach Schottland in Bristol wegen Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit aufgeschrieben werden, können Sie Führerschein und Wagenpapiere entweder in Glasgow oder sogar nach Beendigung der Reise in London vorzeigen. Wahrscheinlich wird jeder deutsche Fahrer stets alles wie gewohnt mit sich führen, aber erstens ist es immer gut zu wissen, was der Brauch des Landes ist, und zweitens darf man zu kurzen Ausflügen in die Umgebung des Ferienorts also ohne weiteres mal rasch entschlossen ohne Papiere losfahren.

Rigoroser noch als bei uns gehandhabt wird jedoch die Anschnallpflicht auf den beiden Vordersitzen. Es kostet jeden fünfzig Pfund, der unangeschnallt in einem fahrenden Wagen ertappt wird. Auch auf den Rücksitzen herrscht seit einiger Zeit in ganz Großbritannien Anschnallpflicht, deren Nichtbeachtung genauso teuer kommt. Fahren darf man übrigens in England – wie bei uns in Deutschland auch – ab einem Alter von 17 bzw. 18 Jahren.

Parken auf der Insel

Wiederum liberaler als bei uns geht es dagegen bei allem zu, was das in England besonders leidige Parkproblem betrifft. Das Parken entgegengesetzt zur Fahrtrichtung wird zum Beispiel nicht als verkehrswidrig empfunden. Man achte aber auf die Endloslinien an beiden Straßenseiten.

Ein weißer Strich bedeutet Parkverbot, zwei gelbe Linien absolutes Halteverbot. Zuwiderhandlungen werden meist unnachgiebig geahndet, auch wenn die Polizei ansonsten über die abenteuerlichsten Parkideen hinwegsieht. Vergessen Sie nicht, auf öffentlichen Parkplätzen, die meist entweder den Gemeinden oder sogar Privatfirmen gehören, to pay and display.  Zum Zahlen findet sich ein Automat, der ein Kärtchen – in manchen Fällen auch nur ein winziges Stück Papier ausspuckt, das man hinter den Scheibenwischer oder an ein seitliches Wagenfenster klemmt.

 

Tanken und sonstige Verkehrsregeln

Getankt wurde bisher in gallons (eine Gallone = 4,546 Liter), aber das ist heute nur noch an sehr altmodischen Tankstellen in entlegenen Landstrichen der Fall. Die meisten britischen Tankstellen haben sich längst auf Liter um – und eingestellt. Im übrigen werden Sie bald feststellen, daß man in England einschließlich Schottlands und Wales weniger aggressiv fährt als bei uns. Fußgängern sei allerdings selbst bei Verkehrsampeln in größeren Städten extreme Vorsicht angeraten.

Einbiegende Autos haben Vorfahrt vor Fußgängern, auch wenn deren Ampel bereits Grün zeigt, eine schwer verständliche Regel, und für den, der es anders gewohnt ist, lebensgefährlich genug. Der Fußgänger kann sich leider keinen kleinen roten Pfeil vor die Augen halten, wenn er die Straße überquert. Immer zuerst nach rechts sehen statt, wie gewohnt, nach links! In London sowie größeren Städten finden sich an Zebrastreifen gelbe Pflasteraufschriften (Look right, Look left), aber es dauert eine Weile, ehe man sich daran gewöhnt hat. Es dauert bei mir auch immer ein, zwei Tage, bis ich mich, umgekehrt, daheim wieder umgewöhnt habe.

In dieser Umstellwoche müssen beide, Autofahrer wie Fußgänger, besonders intensiv darauf achten to do in Rome as the Romans do. Es empfiehlt sich, den Highway code ruhig mal zu studieren. Man bekommt ihn umsonst bei den großen, unserem ADAC adäquaten britischen Automobilgesellschaften, der AA (The Automobile Association) und RAC (The Royal Automobile Club), auch in den meisten Informationsbüros, die sich überall mit einem kleinen »i« anzeigen, in Dover oder anderen
Grenzstationen sogar – bisweilen – in deutscher Sprache.

Generelle Regeln beim Autofahren in England

Einige Hauptregeln: ausländische Autofahrer müssen einen nationalen oder internationalen Führerschein besitzen, ihr Auto das Nationalitätenkennzeichen aufweisen, also »D« für Deutschland, »A« für Österreich, »CH« für die Schweiz. Sehr streng geht es in punkto Alkohol am Steuer zu. Am besten trinkt man gar nichts, denn wer mit über 0,8 Promille erwischt wird, muß mit einer empfindlichen Geld-, in schweren Fällen sogar Haft-Strafe rechnen. Außerdem erhält er automatisch ein einjähriges Fahrverbot, das für den gesamten Bereich des United Kingdom gilt. Haftpflichtversicherungszwang besteht freilich nur für Personen-, nicht für Sachschäden. Ratschlag erfahrener Autoreisender in England: vor Abfahrt eine Kurzkaskoversicherung abschließen! Darauf achten, ob Haftung für Seefahrtsrisiko und Gepäck während der Überfahrt besteht!

 

Mit dem Auto unterwegs in UK – Meilen statt KM

Gerechnet wird nach wie vor ausnahmslos in Meilen statt Kilometern pro Stunde, ganz wie im Pub das Bier weiterhin nicht nach Litern sondern pints ausgeschenkt wird. In geschlossenen Ortschaften darf man nicht schneller als 30 Meilen pro Stunde fahren (48km), falls kein anderer Hinweis ausgeschildert ist. Auf Autobahnen oder Landstraßen mit getrennten Fahrbahnen sind 70 Meilen pro Stunde statthaft (112 km). Auch das sollte man getreulich einhalten. Die englische Polizei gilt zwar als die höflichste Europas, aber die Verkehrspolizei besteht nicht aus gutmütigen bobbies; sie läßt gewöhnlich nicht mit sich spaßen.

Roudabout Ahead

Roudabout Ahead – Kündigt einen Kreisverkehr an…

Verkehrsschilder in England

Im highway code werden auch alle in Großbritannien gebräuchlichen Verkehrszeichen abgebildet. Die meisten sind mit unseren identisch, aber es gibt eigene, original englische, je nach Grafschaft verschiedene und oft phantasievoll ausgedachte. Rätselhaft wird für manche Autofahrer sein, wenn Schilder auftauchen, die nur aus englischen Wörtern bestehen. Roundabout ahead kündigt einen Kreisverkehr an, von denen bereits die Rede war und die sich an jeder einigermaßen wichtigen Abzweigung finden. Dual carriageway ahead weist darauf hin, daß die Straße sich auf Fahrbahnen in beiden Richtungen erweitert (das Vergnügen ist oft nur sehr kurz).

 

Get in lane erfordert ein Einordnen, bei Give way hat die andere Straße Vorfahrt. Roadwork ahead (mitunter ohne das international gebräuchliche Schaufelmännchen) macht auf kommende Straßenarbeiten aufmerksam; Possible delays zeigt an, daß irgend etwas in Bälde wahrscheinlich den Verkehr stoppen wird: unübersichtliche Straßenaufwürfe, eine Bahnschranke oder sonst ein Stau; Slow meint langsam, Reduce speed now fordert dazu auf, die Geschwindigkeit zu vermindern; Parking ¼ Mile kündigt eine Parkmöglichkeit innerhalb der nächsten Viertelmeile an.

Die Parkbuchten sind meist sehr schmal, viel enger auf jeden Fall, als bei uns gewohnt, und zu längeren Aufenthalten selten geeignet. In Notfällen: jene gelben Telefone benutzen, die der Britische Automobilclub entlang den Hauptstraßen eingerichtet hat. Im übrigen gelten in Großbritannien rücksichtslose Fahrer nicht als schneidig, sondern als Vollidioten. Diesen kleinen Unterschied in den Volkscharakteren sollten Sie bitte ebenfalls stets im Gedächtnis bewahren!

 

Mehr zum Thema Autofahren in England findest du hier:

  1. http://www.allthingsbritish.net/verkehr/wie-schnell-darf-man-in-england-fahren/
  2. http://www.helpster.de/autofahren-in-england-das-sollten-sie-dabei-beachten_26687
  3. http://www.autogenau.de/ratgeber/verkehrsregeln-und-stvo/verkehrsregeln-england.html

 

Ähnliche Themen im XXL-Shop

 

Martin

Martin ist seit langem im RenenrXXL Team dabei und geht in seiner Freizeit am liebsten in die Berge oder fährt mit dem Rad.

Autofahren in England – Links statt rechts Zuletzt aktualisiert: 10.12.2017 von Martin
 

7 Responses to Autofahren in England – Links statt rechts

  1. f.feuerstein sagt:

    die inselaffen sollen endlich auf Rechtsverkehr umstellen. Die ganze welt fährt doch inzwischen rechts

     
  2. menderez sagt:

    mit dem auto in england ist ne harte nummer, man steigt erstmal ständig verkehrt links ein, wie gewöhnt, statt auf dem beifahrersitzt… sehr gewöhnungsbedürftig

     
  3. Moritz sagt:

    in England gibt es keine km sondern Meilen… sollte man doch erwähnen…

     
  4. ocelot sagt:

    Cool

     
  5. B w sagt:

    Danke für den Eintrag, hat mir sehr geholfen. Auch wenn ich aus England stamme ahbe ich den Verkehr da nie selber befahren dürfen. Jetzt das erste mal mit Auto in england. ^^ Wird spannend werden aber mit den Tips wird das klappen ist nunmal kein fremdes für mich 🙂

     
  6. karen sagt:

    es gibt in england eigentlich keine verkehrsregeln, könnte man fast meinen, so habe ich es zumindest damals erlebt

     
  7. Mers sagt:

    man gewöhnt sich nur schwer daran, in england mit linksverkehr und kreisverkehr zurechtzukommen, vor allem mit alkohol

     

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.