Zuletzt aktualisiert am: 21.Februar.2026
Softshell ist eine der vielseitigsten Materialgruppen in der Outdoor-Bekleidung. Die Jacken und Hosen vereinen Bewegungsfreiheit, Atmungsaktivität und Wetterschutz in einem — und sind deshalb bei Wanderern, Radfahrern und Bergsportlern gleichermaßen beliebt. Dieser Ratgeber erklärt, was Softshell wirklich ist, wann es sinnvoll eingesetzt wird und worauf es beim Kauf ankommt.
Was ist Softshell? Definition und Material
„Softshell“ bedeutet wörtlich übersetzt „weiche Schale“ — im Gegensatz zur Hardshell, die für maximale Wasserdichtigkeit bekannt ist. Der Begriff beschreibt keine einzelne Membran, sondern eine ganze Familie von Materialien, die aus mehreren Schichten (meist zwei bis drei) aufgebaut sind.
Der Oberstoff besteht typischerweise aus einem abriebfesten Polyestergewebe. Die Innenseite ist oft mit Fleece oder einem feuchtigkeitsleitenden Velours ausgestattet. Was Softshell auszeichnet: Es ist elastisch, atmungsaktiv und wasserabweisend — ohne das steife, raschelnde Gefühl einer Regenjacke.
Gutes Softshell sollte winddicht, wasserabweisend, atmungsaktiv und dehnbar sein. Diese Kombination macht es zum idealen Begleiter für moderate Outdoor-Aktivitäten bei wechselhaftem Wetter.
Softshell vs. Hardshell – was ist der Unterschied?
Beide Materialien sind wasserabweisend, aber der entscheidende Unterschied liegt in der Atmungsaktivität und Flexibilität. Hardshelljacken bestehen aus einem gewebten Oberstoff, der auf eine wasserdichte Membran laminiert wird — das macht sie bei starkem Regen überlegen, aber auch steifer und weniger angenehm beim Sport.
Softshelljacken hingegen haben eine DWR-Beschichtung (Durable Water Repellent), die Wasser abperlen lässt. Sie sind deutlich atmungsaktiver und bewegungsfreundlicher — dafür stoßen sie bei längerem starken Regen an ihre Grenzen.
Faustregel: Bei aktivem Sport in wechselhaftem Wetter → Softshell. Bei Dauerregen oder alpinen Bedingungen → Hardshell.
Softshell mit oder ohne Membran?
Innerhalb der Softshell-Familie gibt es zwei grundlegende Bauarten:
Jacken aus reinem Gewebe ohne Membran sind wasserabweisend und winddicht, aber nicht vollständig luftdicht. Sie bieten sehr gute Atmungsaktivität und maximale Flexibilität — ideal für intensive Sportarten wie Klettern oder Skilanglauf.
Laminierte Softshells haben eine eingearbeitete Membran und sind dadurch zu 100 Prozent winddicht. Die bekannte Gore-Tex Windstopper-Membran ist ein gutes Beispiel: Sie verhindert den Windchill-Effekt zuverlässig und hält den Körper wärmer — bei gleichzeitig guter Atmungsaktivität. Gore-Tex-Produkte (nicht zu verwechseln mit Windstopper) sind zudem vollständig wind- und wasserdicht, mit etwas weicherem Griff als klassische Hardshells.
Eigenschaften von Softshell-Jacken
Ist Softshell wasserdicht?
Das ist die häufigste Frage zu Softshell — und die Antwort ist klar: Softshell ist wasserabweisend, aber nicht wasserdicht.
Die DWR-Beschichtung lässt leichten Regen und Spritzwasser abperlen. Bei kurzen Regenschauern oder feuchtem Wetter bleibt man damit trocken. Hält der Regen jedoch länger an oder wird stärker, saugt sich das Material irgendwann voll — eine vollständig wasserdichte Regenjacke kann Softshell in diesem Punkt nicht ersetzen.
Wichtig zu wissen: Die DWR-Beschichtung nutzt sich mit der Zeit ab. Regelmäßiges Waschen und Imprägnieren hält sie länger wirksam.
Ist Softshell atmungsaktiv?
Ja — und das ist einer der größten Vorteile gegenüber der Hardshell. Softshell transportiert Feuchtigkeit und Körperwärme deutlich besser nach außen. Wer bei Wanderungen oder auf dem Rad stark schwitzt, wird den Unterschied sofort spüren: Keine feuchte Luft, die sich im Inneren staut.
Die Atmungsaktivität entsteht durch die elastischen Gewebeschichten, die kleine Luftbewegungen ermöglichen — ohne eine dichte Membran wie bei Hardshells.
Schwitzt man in einer Softshelljacke?
Weniger als in einer Regenjacke, aber mehr als in einem Fleecepullover. Da Softshell deutlich atmungsaktiver als Hardshell ist, fühlt es sich bei Aktivität angenehmer an. Bei intensivem Sport entsteht natürlich Schweiß — das lässt sich nicht vollständig vermeiden.
Wer bei starker körperlicher Belastung unterwegs ist, profitiert von Softshelljacken mit Mesh-Futter und Belüftungsreißverschlüssen. Für gemäßigte Aktivitäten wie Wandern oder Radfahren ist Softshell in puncto Klimakomfort kaum zu übertreffen.
Softshell als 2. und 3. Schicht – das Lagenprinzip
Früher galt das Drei-Lagen-Prinzip als unumstößlich: Funktionswäsche, Isolationsschicht, Hardshelljacke. Das hat sich geändert. Für alle, die nicht bei Dauerregen oder Sturm unterwegs sind, ist die Softshelljacke heute die effizientere und bequemere Außenschicht.
Als zweite Schicht über einem dünnen Funktionspulli reicht Softshell für kühle bis kalte Tage mit trockenem oder leicht wechselhaftem Wetter völlig aus. Als dritte Schicht über einem wärmenden Midlayer ist es auch bei deutlich kälteren Temperaturen einsetzbar.
Was Softshell dabei besonders praktisch macht: Es ist nicht so schwer und steif wie Hardshell, knittert kaum und lässt sich als Alltagsjacke ebenso tragen wie als Wanderbegleiter.
Was zieht man unter eine Softshelljacke?
Das hängt von Temperatur und Aktivität ab. Grundsätzlich gilt das Zwiebelprinzip:
- Milde Temperaturen (7–15 °C), moderate Aktivität: Funktions-T-Shirt oder dünnes Langarmshirt direkt unter der Softshelljacke reicht meist aus.
- Kühlere Temperaturen (0–7 °C): Funktionswäsche + dünner Fleecepullover als Midlayer unter der Softshelljacke.
- Winterwandern unter 0 °C: Wärmende Funktionswäsche + dicker Fleece oder leichter Daunenpulli. Bei Frost und Wind empfiehlt sich statt Softshell lieber eine vollständig winddichte Hardshell.
Wichtig: Baumwolle als Unterlage vermeiden — sie speichert Schweiß und kühlt den Körper aus. Besser synthetische Funktionsfaser oder Merinowolle.
Arten von Softshelljacken
Grundsätzlich unterscheidet man Softshells in zwei Kategorien:
Leichte, dehnbare Softshells
Die äußere Schicht ist wasserabweisend genug, um bei leichten Niederschlägen beim Radfahren, Wandern oder Langlaufen trocken zu bleiben. Diese Modelle sind besonders elastisch und leicht — ideal für sportliche Aktivitäten, bei denen Bewegungsfreiheit wichtiger ist als maximaler Wetterschutz.
Laminierte Softshells
Laminierte Softshells sind für kältere und feuchtere Bedingungen ausgelegt. Mit wasser- und winddichten Laminaten ausgestattet, halten sie auch bei härteren Bedingungen trocken. Sie sind etwas schwerer und weniger atmungsaktiv als einfache Stretch-Softshells, bieten dafür aber deutlich mehr Schutz. Für alle, die eine richtig wasserdichte Jacke brauchen, sind laminierte Softshells mit geklebten Nähten und wasserdichter Membran die richtige Wahl.
Typische Merkmale von Softshelljacken
- Meshfutter: Wird eingesetzt, um Schweiß während der Aktivität aus der Jacke entweichen zu lassen.
- Kapuze: Softshells werden oft mit Kapuzen gefertigt — meist mittels Reißverschluss abzipbar.
- Taschen: Vielzahl von Taschen für alle Aktivitäten, oft gefüttert zum Händewärmen. Napoleontaschen und Armtaschen sind bei Wanderern besonders praktisch, da sie auch mit Rucksack erreichbar bleiben.
- Futter: Das Innenfutter ist meist Fleece oder Velours — im Winter oft hochfloriger für mehr Wärmespeicherung.
- Flatlock-Nähte: Werden bei vielen Modellen eingesetzt, um Reibung auf der Haut zu vermeiden.
- Dehnbare Stoffe: Stretchmaterialien wie Elasthan sorgen für optimale Bewegungsfreiheit bei sportlichen Aktivitäten.
- Reflektierende Elemente: Können für bessere Sichtbarkeit bei Dunkelheit integriert sein.
- Temperaturbereich: Softshelljacken eignen sich für ca. 0–18 °C, mit passender Unterschicht auch darunter.
Softshell in großen Größen – was ist zu beachten?
Wer Softshell in Übergrößen sucht, steht vor einer besonderen Herausforderung: Viele Hersteller bieten ihre Jacken zwar in großen Größen an, passen den Schnitt aber nicht an den tatsächlichen Körperbau an. Das Ergebnis: Die Jacke ist am Bauch zu eng, an den Schultern aber zu weit — oder der Rücken ist zu kurz und bietet keinen ausreichenden Schutz.
Unser Sortiment umfasst Softshelljacken für Damen in großen Größen sowie Softshelljacken für Herren in Übergrößen — jeweils mit passformoptimierten Schnitten.
Worauf du bei Softshell in Übergrößen achten solltest:
- Schrittlänge und Rückenlänge: Bei Softshelljacken wichtig, da sie auch als Außenschicht über dickeren Pullovern getragen werden — hier braucht es Spielraum.
- Ärmellänge: In großen Größen oft zu kurz. Auf Langgrößen (L oder K) achten, wo es sie gibt.
- Schnitt am Bauch: Modelle mit angepasstem Bauchschnitt bieten mehr Komfort und bessere Optik als einfach gestreckte Standardjacken.
- Softshellhosen: Hier ist die Bundweite nicht allein entscheidend — auf Oberschenkelweite und Schrittlänge achten.
Softshelljacken waschen und imprägnieren
Softshell richtig waschen
Je häufiger du deine Funktionsjacke benutzt, ohne sie zu waschen, umso mehr verliert sie an Atmungsaktivität. Die Salze, die der Körper beim Schwitzen verliert, werden vom Material aufgenommen und nicht wieder freigegeben. Wasche deine Jacke deshalb regelmäßig nach längeren Touren.
Verwende rückstandsfreies Waschmittel und keinen Weichspüler — dieser greift die Funktionsfasern an. Waschen immer kalt, ohne Schleudern. Spüle die Jacke ruhig ein zweites Mal durch.
Softshell richtig trocknen
Um die Jacke wieder in ihren alten Zustand zu versetzen, gib sie nach dem Waschen für 15 Minuten bei niedrigster Stufe in den Trockner oder bügle sie auf niedrigster Stufe. Dieser Vorgang aktiviert die Imprägnierung der Jacke erneut. Wichtig: Nicht zu viel Hitze — zu heiß kann den Stoff oder die Membran beschädigen.
Softshelljacken richtig imprägnieren
Von Zeit zu Zeit lohnt es sich, die Imprägnierung aufzufrischen. Verwende eine Sprühimprägnierung (immer im Freien anwenden) und gib die Jacke danach in den Trockner oder bügle sie — dieser Vorgang aktiviert die Beschichtung.
Weitere Pflegehinweise findest du in unserem ausführlichen Ratgeber zur Softshell Pflege, Waschen und Imprägnieren.
Im Video erklärt: Was ist eine Softshelljacke?
Häufig gestellte Fragen zu Softshell
Ist Softshell wasserdicht oder nur wasserabweisend?
Softshell ist wasserabweisend, aber nicht wasserdicht. Die DWR-Beschichtung lässt leichten Regen abperlen, bei längerem oder starkem Regen dringt Feuchtigkeit jedoch durch. Wer bei Dauerregen draußen ist, braucht zusätzlich eine Regenjacke oder eine Hardshelljacke.
Für welche Temperaturen ist Softshell geeignet?
Softshelljacken eignen sich für Temperaturen zwischen ca. 0 und 18 °C. Mit einer wärmenden Unterschicht (Fleece oder Daunenpulli) ist auch der Einsatz bei leichtem Frost möglich. Bei Temperaturen unter −5 °C oder bei starkem Wind empfiehlt sich eine winddichte Hardshell.
Was ist der Unterschied zwischen Softshell und Fleece?
Fleece ist ein reiner Isolations- und Midlayer — er wärmt, ist aber weder wind- noch wasserabweisend. Softshell hingegen ist als Außenschicht konzipiert: Es schützt vor Wind und leichtem Regen und ist gleichzeitig atmungsaktiv und dehnbar.
Kann man Softshelljacken als Regenjacke verwenden?
Für kurze Regenschauer und leichten Nieselregen ja — für länger anhaltenden Regen nein. Softshelljacken sind kein vollwertiger Ersatz für eine Regenjacke. Bei Wanderungen im Hochgebirge oder bei Touren mit unsicherem Wetter sollte immer eine wasserdichte Jacke im Rucksack sein.
Was zieht man unter eine Softshelljacke?
Bei milden Temperaturen reicht ein Funktionsshirt aus Kunstfaser oder Merino. Bei kühlem Wetter empfiehlt sich ein dünner Fleecepullover als Midlayer. Baumwolle als Unterlage sollte vermieden werden — sie speichert Schweiß und kühlt aus.
Schwitzt man in Softshelljacken?
Weniger als in Regenjacken oder Hardshells. Softshell ist deutlich atmungsaktiver, was bei aktiven Sportarten wie Wandern oder Radfahren den Tragekomfort erheblich verbessert. Bei sehr intensiver körperlicher Belastung entsteht trotzdem Schweiß — eine Jacke mit Mesh-Futter oder Belüftungsreißverschlüssen hilft dabei, die Temperatur zu regulieren.
Last modified: 21. Februar 2026

die Amerikaner sagen auch 80 % Jacket, weil man diese Jacken in 80 % aller Fälle anziehen kann, egal ob kalt oder warm
Wer einmal eine Softshelljacke gehabt hat zieht nie wieder eine normale Jacke an, aber elastisch muss sie sein.
tolle Tipps!
Kann man Softshell auch mit normalen Waschmittel waschen bzw. brauche ich dafür extra Spezialwaschmittel?
Danke für diese ausführliche Erklärung. Im Dschungel der verschiedensten Jackenarten war ich verloren, bis ich diesen ausführlich erklärten Bericht las.
manche softshelljacken haben einen wasserdichten und imprägnierten oberstoff. Der nachteil daran ist, dass man sehr viel schwitzt, und man macht damit die ganzen vorteile wieder kaputt
Habe mir vor drei Jahren eine Softshell-Jacke gekauft und bin sehr enttäuscht.
Das Material ist etwas bockig, und wärmen tut die Jacke überhaupt nicht. Im Gegenteil.
Man muss sich darunter warm anziehen, sonst fröstelt man. Man fühlt sich in so einem
Kleidungsstück gar nicht wohl. Für den Winter ist es viel zu kühl und daher ungeeignet.
Man hat dabei auch kein gutes Körpergefühl. Für sensible Personen nicht zu empfehlen.
vermisse hier noch einige Infos, zb wie man Softshell pflegt oder wäscht
Hi Clara.. na das steht doch alles ausführlich oben im Bericht drin. ;-))
Beim Trekking oder Wandern , wo Gewicht ein wichtiges Kriterium ist, sind sie eher weniger zu gebrauchen. Im Winter und vor allem bei Schnne aber sind sie bei mir die erste Wahl bei Skifahren, Snowboarden, Schneeschuhwandern
Softshells gibt es in Nylon, Polyester und Polyester mit Spandex. Was ist der Unterschied ?
Nach vielen Berichten zum Thema Softshells habe ich festgestellt, dass sie völlig nutzlos sind. Der Begriff „Softshell“ in der Outdoorsprache bedeutet im Grunde genommen „schlecht sitzender Neoprenanzug“.
Wir haben bei Hervis eine kilimandscharo Softshelljacke gekauft. Diese ist zu überhaupt nichts zu gebrauchen. Man schwitzt schon wenn man 100 Meter geht damit. Das ist nur moderner Müll. Wir haben sie weggeschmissen.
@Keven:
Das mit dem bügeln irritiert mich auch ein wenig. Ich habe jetzt mehrere Quellen, nach denen Softshell nicht gebügelt werden soll.
Demnach soll man zwar nicht bügeln, aber wenn es nötig ist, sollte das kein Problem sein, wenn man es auf der niedrigsten Stufe macht und ein Stück Stoff oder Tuch dazwischen legt. Meine Windjacke hat mittlerweile schon einige Falten, die mich stören. Daher habe ich das jetzt einfach mal probiert. Das Ergebnis: Anscheinend war die Temperatur zu niedrig. Die Falten sind immer noch da. Aber höher traue ich mich nicht. Hat jemand weitere Erfahrungen?
Hallo Tantan,
danke für deinen Kommentar!
Ja, es ist möglich Softshell-Jacken zu bügeln, aber es ist wichtig, das Bügeleisen auf niedrige Temperatur einzustellen und ein Tuch zwischen dem Bügeleisen und dem Stoff zu legen, um Verformungen und Beschädigungen zu vermeiden.
lg
Das RennerXXL Team
Hallo Carla,
danke für deinen Kommentar!
es gibt spezielle Softshelljacken auch für den Winter, diese sind dann gefüttert.
ausserdem kannst du auch normale Softshells mit einer second layer überall tragen!
lg
Das RennerXXL Team
powerstretch jacken lösen immer mehr das softshell material ab. Diese jacken sind viel elastischer und dünner, haben aber die gleiche wärmeleistung