Eine GR 20 Korsika Packliste ist keine generische Outdoor-Liste, die du aus jedem Wanderführer abschreiben kannst. Auf 180 Kilometern, 12.500 Höhenmetern und rund zwei Wochen im korsischen Hochgebirge entscheidet jedes überflüssige Gramm im Rucksack über deine Form am siebten Tag. Genauso entscheidet jede fehlende Kleinigkeit – falsche Sohle, zu kurzes Funktionsshirt, zu enger Hüftgurt – über Blasen, wunde Stellen und schlimmstenfalls einen vorzeitigen Abbruch.
In diesem Beitrag findest du meine komplette Packliste aus 2016: was wirklich in den Rucksack gehört, was ich nach drei Tagen wieder rausgeschmissen habe, und worauf du speziell achten solltest, wenn du in Übergrößen, Langgrößen oder Kurzgrößen unterwegs bist. Den Überblick zum Weg findest du im GR 20 Korsika Erfahrungsbericht, alle Tagesetappen im Detail im Beitrag GR 20 Korsika Etappen.
- Rucksack-Volumen: 50 Liter (45–60 L sinnvoll)
- Gesamtgewicht inkl. Wasser und Proviant: 11–12 kg
- Konzept: Drei-Schicht-Layering, Schlaf in Refuges (kein Zelt)
- Tour-Länge: 16 Tage, 180 km, 12.500 Hm Aufstieg
Schuhwerk – die wichtigste Entscheidung der Packliste
Wenn auf dem GR 20 ein einziges Ausrüstungs-Detail über Erfolg oder Abbruch entscheidet, dann sind es die Schuhe. Granitplatten werden im Lauf des Sommers von Tausenden Wanderern poliert – nass werden sie zur Rutschbahn. In den Geröllfeldern brauchst du steife Sohlen, sonst spürst du jeden Stein durch.
Meine Empfehlung:
- Knöchelhohe Trekkingschuhe mit griffiger Profilsohle (Vibram oder vergleichbar). Modelle wie Lowa Renegade, Salewa Mountain Trainer, Meindl Air Revolution oder Hanwag Tatra haben sich auf Korsika tausendfach bewährt. Sohle steif, Schaft fest, Vorderfuß mit etwas Spielraum.
- Eingelaufen vor der Tour. Mindestens 30 Wandertest-Kilometer mit vollem Rucksack. Neue Schuhe auf dem GR 20 sind ein Garant für Blasen ab Tag zwei.
- Keine Trailrunner für Ungeübte. Erfahrene Schnellläufer können den GR 20 in niedrigen Schuhen gehen – wer nur Wochenend-Touren kennt, ist mit knöchelhohem Halt deutlich sicherer.
- Breite Last bei breiten Füßen. Hanwag bietet Bunion-Modelle, Meindl die Comfort-Linie, Lowa hat „Wide“-Varianten. Wer kräftige Füße oder Hallux-Probleme hat, sollte gezielt suchen.
Zwei Themen, die du vor der Tour klären solltest: Wie du Blasen beim Wandern vermeidest und was du tun kannst, wenn du dir auf langen Abstiegen einen blauen Zehennagel einhandelst. Beides ist auf dem GR 20 keine Seltenheit, beides ist mit der richtigen Vorbereitung vermeidbar.
Rucksack – Volumen, Tragesystem, Hüftgurt
Der Rucksack ist nach den Schuhen das zweitwichtigste Ausrüstungs-Stück auf dem GR 20. Falsche Größe oder falsche Einstellung – und du hast nach drei Tagen wunde Schultern, Reibestellen am Hüftgurt und schwere Atmung im Aufstieg.
- Volumen: 45 bis 60 Liter sind sinnvoll. Unter 45 wird’s eng mit Schlafsack und Verpflegung, über 60 verleitet zum Überpacken.
- Tragesystem: belüfteter Rücken, langer und gepolsterter Hüftgurt, höhenverstellbare Schulterträger. Bewährte Modelle: Deuter Aircontact Lite 50+10, Osprey Aether/Atmos 50, Tatonka Bison 60+10, Vaude Brentour 45+10.
- Hüftgurt-Länge: ein Knackpunkt für Wanderer mit kräftigerer Statur. Standard-Hüftgurte sind oft zu kurz – prüfe vor dem Kauf, ob der Gurt sich weit genug öffnen lässt und gepolstert auf der Hüfte aufliegt, nicht oberhalb.
- Regenhülle: Pflicht. Korsika kann Regen, und nasse Klamotten trocknen in den Refuges schlecht.
- Maximal-Gewicht: 12 Kilogramm inkl. Wasser und Proviant. Mehr ist auf den langen Etappen Quälerei.
Wer Wanderstöcke nutzt – und auf dem GR 20 solltest du das – sollte sie nicht in der Hand schleppen, sondern sicher am Rucksack befestigen können. Wie das geht, habe ich in einem separaten Beitrag zur Befestigung von Trekkingstöcken am Rucksack beschrieben.
Bekleidungs-Layering für den GR 20
Drei Schichten reichen für den GR 20: Funktionswäsche direkt auf der Haut, eine atmungsaktive Zwischenschicht obendrüber (Hemd oder T-Shirt), und für Wetterumschläge eine Hardshell-Jacke. Mehr brauchst du nicht – aber jede dieser Schichten muss sitzen.
Der Cluster-Hub für die komplette Outdoor-Bekleidung in Übergrößen ist die RennerXXL-Hauptkategorie Wanderbekleidung in großen Größen. Dort findest du alle Bekleidungs-Teile, die du für den GR 20 brauchst, gefiltert nach Übergrößen-Schnitten. Im Folgenden gehe ich die einzelnen Schichten durch.
Wanderhose – die wichtigste Investition
Eine Wanderhose, die auf dem GR 20 wirklich funktioniert, hat drei Eigenschaften: Stretch-Anteil im Material, ausreichend Bewegungsfreiheit an Oberschenkel und Knie, einen Bund der nicht einschneidet. Klingt einfach, ist es aber nicht – die meisten Standard-Wanderhosen am Markt fallen durch eines dieser drei Kriterien.
Meine konkreten Empfehlungen bei RennerXXL:
- Damen-Übergrößen: Wanderhosen Damen in großen Größen – speziell auf Damen-Konfektion zugeschnitten, mit Stretch und durchdachten Schnitten an Hüfte und Oberschenkel.
- Herren-Übergrößen: Outdoor- und Wanderhosen Herren in XXL – breitere Schnitte ohne Sack-Charakter.
- Damen-Langgrößen: Wanderhosen Damen in Langgrößen – für Damen mit über 1,75 m Körpergröße, damit der Hosensaum nicht über dem Schuh hängt.
- Herren-Langgrößen: Wanderhosen Herren in Langgrößen – für Herren mit ungewöhnlich langer Beinlänge.
- Bei Problemzonen Oberschenkel/Waden: Wanderhosen mit Schnitten für kräftigere Oberschenkel – die Modelle hier haben gezielt mehr Volumen am Bein, ohne dass die Hose oben am Bund aufträgt.
Wenn du den Cluster-Hub komplett durchsuchen willst, geh über Outdoor- und Wanderhosen in Übergrößen – dort findest du auch Zip-Off-Modelle, die im korsischen Sommer einen echten Mehrwert bringen.
Funktionsshirts und Mid-Layer
Zwei bis drei Funktionsshirts reichen für 16 Tage, wenn du jeden zweiten Tag eines auswäschst. Merino-Wolle stinkt langsamer als Polyester – ein klarer Vorteil bei engen Schlafquartieren und mehrtägiger Hüttenübernachtung.
- Länge prüfen: Das Shirt muss länger sein als der Rucksack-Hüftgurt. Sonst rutscht es bei jedem Schritt hoch und der Bund scheuert direkt auf der Haut.
- Funktionsshirts in Übergrößen für Damen: Outdoor-Blusen und Funktionsshirts Damen in Übergrößen – im Bauchbereich großzügig geschnitten, rutschen seltener hoch.
- Mid-Layer: ein leichter Fleece-Pullover (200 g/m²) reicht. Daunen-Jacken sind zu warm für die Tour, zu fragil bei Regen.
Hardshell-Jacke
Auch im Juli und August kann das Wetter auf dem GR 20 umschlagen. Gewitter sind im Hochgebirge keine Seltenheit, und nasse Bekleidung trocknet in den Refuges nur schwer.
- Membran: Gore-Tex, eVent oder vergleichbar. 2,5- oder 3-Lagen-Aufbau, atmungsaktiv.
- Schulter- und Oberarmweite: entscheidend für kräftigere Statur. Wenn der Rucksack-Träger über der Jackenkante drückt, ist nach drei Tagen die Haut wund. Die Jacke muss unter dem Rucksack frei beweglich sein.
- Helm-taugliche Kapuze: auf dem GR 20 nicht zwingend, aber praktisch bei Sturm.
- Gewicht: 300 bis 450 g sind ein guter Kompromiss zwischen Schutz und Tragegewicht.
Sonnenschutz und Kopfbedeckung
Die korsische Sonne ist hart. Granit reflektiert das Licht zusätzlich, und du läufst über zwei Wochen sechs bis acht Stunden täglich draußen.
- Sonnenhut oder Cap mit Nackenschutz. Klassischer Trekkinghut mit breiter Krempe ist mein Favorit – Caps schützen den Nacken nicht.
- Sonnenbrille mit UV-Filter Kat. 3 oder 4. Bei Schneefeldern im Frühsommer auch im Sommer wichtig.
- Sonnencreme LSF 30+, einmal pro Tag morgens, bei langen Etappen nachmittags nochmal.
Schlafausrüstung für die Refuges
Wenn du in den PNRC-Refuges schläfst (was die meisten machen), brauchst du keinen vollwertigen Schlafsack. Die Refuges stellen Matratzen und Wolldecken – aber kein frisches Bettzeug. Dein wichtigster Schlafausrüstungs-Artikel ist daher das Inlett.
- Inlett (Hüttenschlafsack): aus Seide oder Mikrofaser. Wiegt nur 100 bis 200 g, hält dich sauber, isoliert leicht. Welches Material und welche Länge für deine Konfektion passt, findest du im Schlafsack-Inlett-Ratgeber.
- Eigener Schlafsack (optional): nur nötig, wenn du im eigenen Zelt schläfst oder dir die Decken nicht reichen. Komfortbereich +5°C bis +10°C ist für Sommer-GR-20 völlig ausreichend.
- Bei eigenem Zelt: komplette Schlafsäcke in Übergrößen findest du nach Konfektion sortiert.
- Ohrstöpsel: nicht unterschätzen. Refuges sind voll, manche Wanderer schnarchen. Wer kein gutes Stöpsel-Set dabei hat, schläft nicht.
Trinksystem und Verpflegung
Wasser ist auf den meisten Etappen verfügbar, aber nicht überall. Im Sommer trocknen einige Quellen aus.
- Kapazität 2 bis 3 Liter. Trinkblase oder zwei Flaschen, je nach Vorliebe. Trinkblasen lassen sich im Gehen leichter nutzen.
- Wasserfilter oder Entkeimung: Tabletten wie Aquatabs oder Micropur Forte für unsichere Quellen. Wiegt nichts, lohnt sich für die Sicherheit.
- Proviant für anderthalb Tage: Müsliriegel, Trockenfleisch, Trockenfrüchte, Nüsse. In den Refuges gibt es Frühstück und Abendessen, aber nicht immer Mittagsverpflegung.
- Bargeld: Kartenzahlung ist auf dem GR 20 die Ausnahme, und Geldautomaten findest du an der Strecke nicht. Plane vor der Tour ausreichend Bargeld für die gesamte Strecke ein – die genaue Höhe hängt von Saison, gewählter Übernachtungsform (Refuge, Bivouac, Mietzelt) und Verpflegung ab. Aktuelle Preise findest du beim PNRC.
Wanderstöcke – auf dem GR 20 dringend empfehlenswert
Auf dem GR 20 sind die Abstiege das größte Problem für Knie und Rücken – nicht die Aufstiege. Mit Wanderstöcken kannst du die Knie spürbar entlasten und einen Teil der Last auf die Arme verlagern. Wer den GR 20 ohne Stöcke geht, riskiert spätestens im Süden Knieprobleme.
- Modell: Teleskop-Stöcke aus Aluminium oder Carbon. Bewährte Marken: Black Diamond, Leki, Komperdell. Faltbare Stöcke sind leicht, aber empfindlicher.
- Länge: bei 90° im Ellenbogen einstellen. Bei Aufstiegen 5–10 cm kürzer, bei Abstiegen 5–10 cm länger.
- Stöcke und Übergewicht: Wer mit kräftigerer Statur unterwegs ist, profitiert besonders. Worauf du dabei achten solltest, beschreibe ich im Beitrag Wanderstöcke für Personen mit Übergewicht.
Sicherheit, Navigation und Sonstiges
- Stirnlampe: 200 Lumen reichen. Petzl, Black Diamond oder Ledlenser sind Standard. Für frühe Starts und Refuge-Abende essenziell.
- Erste-Hilfe-Set: Pflaster aller Größen, Blasenpflaster (Compeed), Mullbinde, deine persönlichen Medikamente, Tape (Leukoplast). Wer Schmerzmittel oder Magnesium dabei haben will, sollte Verträglichkeit und Dosierung vor der Tour mit dem Hausarzt klären – im Hochgebirge zählt das mehr als am Schreibtisch.
- Karte und GPS: Der GR 20 ist gut markiert (rot-weiß), eine Karte 1:25.000 oder die offizielle FFRandonnée-Karte plus Komoot-App auf dem Handy reichen aber.
- Powerbank: 10.000 mAh reichen für mehrere Tage Smartphone-Nutzung. Wer GPS oder Komoot intensiv laufen lässt oder zusätzlich die Stirnlampe lädt, sollte eher zu 20.000 mAh greifen. In den Refuges gibt es teilweise Steckdosen, aber nicht überall.
- Mini-Wäscheleine + 2 Wäscheklammern: wertvoller als jedes Hightech-Gadget. Du wäschst täglich mindestens Socken und Unterwäsche.
- Tape (Leukoplast oder Sport-Tape): für Druckstellen, präventiv auf empfindliche Hautstellen kleben.
Übergrößen, Langgrößen, Kurzgrößen – die Sonderfälle der GR-20-Packliste
Wer nicht in Standard-Konfektion unterwegs ist, hat auf dem GR 20 zwei spezielle Herausforderungen: Erstens, die richtige Passform bei jeder Schicht. Zweitens, die richtige Konfektion in einem Markt, der bei Outdoor-Bekleidung oft erst bei XL aufhört. Ein paar Punkte aus meiner Erfahrung mit RennerXXL-Kunden:
- Damen mit großen Größen (46–58): Achte besonders auf den Hosenbund (zu enger Bund am Bauch wird auf langen Etappen zur Tortur) und auf Funktionsshirts, die unter dem Rucksack nicht hochrutschen.
- Herren in XXL und größer: Schulter- und Oberarmweite bei der Hardshell-Jacke sind kritisch. Wenn die Jacke unter dem Rucksack-Träger klemmt, schmerzt es nach drei Tagen permanent.
- Damen und Herren in Langgrößen: Hosenlänge bis zum oberen Schuhrand, nicht darüber. Zu lange Hosen verfangen sich in den Granit-Stufen und sind gefährlich auf den Abstiegen.
- Damen und Herren in Kurzgrößen: Hosen ungekürzt zu tragen ist auf dem GR 20 keine Option – die Bein-Innenlänge muss zur Konfektion passen, sonst rutscht der Hosenbund tief und die Bewegungsfreiheit am Knie geht verloren.
- Bei Problemzonen Oberschenkel oder Waden: Reibung am Innenschenkel ist eine der häufigsten Beschwerden auf langen Etappen. Eng anliegende Funktionswäsche unter der Hose hilft. Bei der Hose selbst auf großzügigen Schnitt am Bein achten.
Was du NICHT mitschleppen musst
Eine GR-20-Packliste wird durch das definiert, was nicht drin ist. Diese Dinge habe ich nach drei Tagen wieder rausgeschmissen oder von vornherein zu Hause gelassen:
- Vollständige Kochausrüstung. Die Refuges versorgen dich mit Frühstück und Abendessen. Ein Mini-Gaskocher reicht für Tee und Suppe, mehr brauchst du nicht.
- Mehr als drei Garnituren Wäsche. Du wäschst täglich.
- Schwere Bücher. Reader oder Handy mit E-Books reicht.
- Tablet oder Laptop. Auf dem GR 20 brauchst du keine Bildschirmzeit. Wirklich nicht.
- Daunenjacke im Sommer. Zu warm für die Wandertage, zu fragil bei Regen. Fleece-Pulli reicht.
- Mehrere Paar Schuhe. Ein Paar Trekkingschuhe + ein Paar leichte Sandalen oder Crocs für die Refuges. Das war’s.
- Großer Werkzeugkasten. Mini-Multitool reicht völlig, mehr nimmst du nie zur Hand.
Gewichtsbilanz – meine GR-20-Packliste in Zahlen
Zum Abschluss eine realistische Gewichtsbilanz aus meiner Packliste 2016, damit du eine Orientierung hast, was ein 50-Liter-Rucksack auf dem GR 20 wiegt:
- Rucksack inkl. Regenhülle: 1,8 kg
- Schlafsystem (Inlett + dünner Sommer-Schlafsack): 0,8 kg
- Bekleidung (3 Schichten + Wechsel): 2,5 kg
- Hardshell-Jacke + Sonnenhut + Brille: 0,7 kg
- Wanderschuhe (getragen): nicht im Rucksack
- Verpflegung für anderthalb Tage: 1,5 kg
- Wasser (2 L): 2 kg
- Sicherheit/Navigation/Hygiene: 1,2 kg
- Kleinkram (Stirnlampe, Tape, Powerbank, Wäscheleine): 0,5 kg
Gesamt: rund 11 kg. Mit vollem Wassertank und drei Tagen Proviant auf der langen Etappe 6 kommst du auf knapp 13 kg. Wer auf 14 oder mehr Kilogramm kommt, sollte unterwegs ehrlich aussortieren.
FAQ – häufige Fragen zur GR-20-Packliste
Wie schwer sollte der Rucksack für den GR 20 sein?
11 bis 12 Kilogramm inklusive Wasser und Proviant sind ein realistisches Ziel. Über 13 kg wird’s auf den langen Etappen wie der 24-km-Strecke nach Manganu zur Quälerei. Die Faustregel „maximal 20 % des Körpergewichts“ funktioniert auf dem GR 20 nur eingeschränkt – wer kräftiger gebaut ist, sollte sich nicht über diese Regel ein höheres Tragelimit erlauben.
Brauche ich einen Schlafsack für den GR 20?
Wenn du in den PNRC-Refuges schläfst: nein. Die Refuges stellen Matratzen und Wolldecken. Ein Inlett aus Seide oder Mikrofaser (100 bis 200 g) reicht für hygienischen Schlaf. Nur wer im eigenen Zelt übernachtet, braucht einen vollwertigen Sommer-Schlafsack mit Komfortbereich +5°C bis +10°C.
Welche Schuhe brauche ich für den GR 20?
Knöchelhohe Trekkingschuhe mit fester Sohle (Vibram oder vergleichbar), eingelaufen vor der Tour. Modelle wie Lowa Renegade, Salewa Mountain Trainer, Meindl Air Revolution oder Hanwag Tatra haben sich bewährt. Trailrunner sind nur für sehr erfahrene Wanderer eine Option. Klassische schwere Bergstiefel sind unnötig und zu unbeweglich für die Klettersteig-Passagen.
Wie viel Wasser muss ich auf dem GR 20 tragen?
2 bis 3 Liter pro Person und Etappe, im Hochsommer eher mehr. Morgens am Refuge voll auffüllen, unterwegs an verlässlichen Quellen nachfüllen. Im Sommer können einzelne Quellen ausgetrocknet sein – Wasserfilter oder Entkeimungstabletten gehören in jeden Rucksack.
Wie viel Bargeld brauche ich für den GR 20?
Kartenzahlung ist auf dem GR 20 die Ausnahme, und Geldautomaten findest du an der Strecke nicht. Du solltest deshalb ausreichend Bargeld für die gesamte Tour mitnehmen. Die genaue Höhe hängt von Übernachtungsform, Verpflegung und den aktuellen PNRC-Tarifen ab – prüfe die Preise vor der Tour und kalkuliere einen Puffer für ungeplante Pausen ein.
Sind Wanderstöcke auf dem GR 20 wirklich nötig?
Für die meisten Wanderer ja. Die langen Abstiege auf rutschigem Granit belasten Knie und Rücken stark. Mit Stöcken kannst du die Knie spürbar entlasten und Überlastungs-Verletzungen vorbeugen. Wer den GR 20 ohne Stöcke geht, riskiert spätestens im Süden Kniebeschwerden.
Was sollte ich auf keinen Fall mitnehmen?
Schwere Kochausrüstung (Refuges versorgen), Daunenjacke im Sommer (zu warm und zu fragil), mehr als drei Garnituren Wäsche (du wäschst täglich), schwere Bücher, Tablet oder Laptop. Jeder Gegenstand, den du nicht jeden Tag brauchst, ist auf 180 Kilometern überflüssiges Gewicht.