|

9. März 2026 / Kommentare (0)

Was sind untersetzte Größen – und sind das Kurzgrößen?

Die Hose passt in der Weite – aber die Beine sind 8 cm zu lang. Der Schritt sitzt zu tief. Die Taschen enden auf Oberschenkelhalber Höhe. Das kennen viele Menschen mit kompaktem Körperbau aus dem Alltag. Und spätestens dann taucht der Begriff auf: untersetzte Größen.

Was das bedeutet, was der Unterschied zu Kurzgrößen ist – und warum diese Unterscheidung praktisch wichtig ist – das erklärt dieser Artikel.

Was sind untersetzte Größen?

Untersetzte Größen beschreiben keine Konfektionsgröße. Sie beschreiben eine Körperform.

Untersetzt bedeutet: kräftiger Körperbau im Verhältnis zur Körpergröße. Breite Schultern, kräftige Oberschenkel, kurze Beine im Verhältnis zum Oberkörper. Menschen mit dieser Figur finden in Standardgrößen oft Hosen, die zwar im Bund passen – aber im Schritt zu tief sitzen und in der Beinlänge 8 bis 10 cm zu lang sind.

Der Begriff „untersetzte Größen“ ist im Handel nicht einheitlich definiert. Manche Hersteller verwenden ihn als Marketingbegriff für Hosen mit kürzerer Schrittlänge. Ein eigenständiges, genormtes Konfektionssystem mit eigener Nummernlogik ist es nicht. Das ist der erste wichtige Unterschied zu Kurzgrößen.

In unserer Beratung bei RennerXXL begegnet uns dieser Begriff vor allem bei Herren. Viele Männer mit kompaktem Körperbau suchen gezielt nach „Wanderhosen für untersetzte Figur“ oder „Outdoorhosen untersetzte Größen“ – meinen damit aber im Kern dasselbe wie Kurzgrößen: eine Hose, die zu ihrer tatsächlichen Körpergröße und ihren Proportionen passt.

Ab welcher Körpergröße gilt man als klein – und braucht man dann Kurzgrößen?

Diese Frage stellen sich viele, die zum ersten Mal mit dem Thema Kurzgrößen in Berührung kommen. Die Antwort ist klarer als erwartet.

Im Konfektionssystem gelten Damen ab unter ca. 163 cm als Zielgruppe für Kurzgrößen, Herren ab unter ca. 168 cm. Das ist keine medizinische Definition von „klein“ – sondern die Grenze, ab der ein Normalschnitt systematisch nicht mehr passt.

Ist 160 cm klein für eine Frau? Im Alltag nicht. Im Konfektionssystem schon: Eine Frau mit 160 cm Körpergröße liegt unterhalb des Maßes, für das viele Standardschnitte konstruiert sind. Hosen sind zu lang, Ärmel zu weit, Jacken zu lang im Rücken. Das ist kein persönliches Problem – das ist ein Systemproblem.

Ist man mit 150 cm kleinwüchsig? Medizinisch wird Kleinwuchs ab einer Körpergröße von unter ca. 150 cm definiert. Für das Thema Kurzgrößen ist das aber nicht relevant. Entscheidend ist: Wer unter 163 cm (Damen) oder unter 168 cm (Herren) ist, findet im Kurzgrößen-System die besser passenden Schnitte – unabhängig davon, ob man sich selbst als „klein“ empfindet.

Wie heißen Hosen für kleine Frauen?

Im deutschen Handel gibt es dafür keinen einheitlichen Begriff. Je nach Hersteller tauchen auf: Kurzgrößen, EK-Größen, Petite, Short oder untersetzte Größen. Gemeint ist in den meisten Fällen dasselbe: ein Schnitt mit kürzerer Schrittlänge und angepassten Proportionen für kleinere Körpergrößen. Der sauberste und einheitlichste Begriff ist Kurzgröße – weil er einem definierten Konfektionssystem folgt.

Welche Kleidergröße tragen Frauen in Deutschland im Durchschnitt?

Die durchschnittliche Frau in Deutschland ist ca. 165 cm groß und trägt Konfektionsgröße 42 bis 44. Das klingt nach Normalmaß – ist es aber nicht für alle. Wer unter 163 cm liegt, bewegt sich bereits im Kurzgrößen-Bereich, auch wenn die Weite der Normalgröße stimmt. Die Weite und die Länge sind zwei verschiedene Dimensionen.

Was sind Kurzgrößen?

Kurzgrößen sind ein eigenständiges Konfektionssystem mit eigener Nummernlogik, eigenen Schnitten und systematisch angepassten Proportionen.

Bei Herren laufen Kurzgrößen je nach Hersteller von 24 bis 35 und entsprechen den Normalgrößen 48 bis 70 – mit einer Schrittlänge von ca. 76 bis 80 cm statt 82 bis 86 cm in der Normalgröße. Bei Damen laufen Kurzgrößen von 17 bis 28 (entspricht Normalgröße 34 bis 56) für Körpergrößen zwischen ca. 155 und 163 cm.

Entscheidend ist: In einem Kurzgrößen-Schnitt ist nicht nur die Beinlänge kürzer. Alle Proportionen sind gleichmäßig angepasst – Schrittlänge, Knieposition, Taschenhöhe, Torsusschnitt. Das ist der grundlegende Unterschied zu einer Normalhose, die nachträglich gekürzt wird.

Welche EK-Größen gibt es für Damen?

EK steht für „Extra Kurz“ – das ist die ältere Bezeichnung für das Damen-Kurzgrößen-System. Die Nummern laufen von EK 17 bis EK 28 und entsprechen den Normalgrößen 34 bis 56. Heute verwenden viele Hersteller einfach die Zahl ohne das „EK“ – also 17, 18, 19 usw. Das System dahinter ist identisch.

Was ist Hosengröße 22 bei Damen – und was bedeutet Kurzgröße 26 untersetzt?

Hosengröße 22 bei Damen ist eine Kurzgröße und entspricht Normalgröße 44. Sie ist für Frauen mit einer Körpergröße von ca. 157 bis 162 cm ausgelegt.

Kurzgröße 26 bei Damen entspricht Normalgröße 52 – ebenfalls für Körpergrößen zwischen ca. 158 und 163 cm. Der Begriff „untersetzt“ taucht bei Größe 26 häufig auf, weil Menschen mit kräftigerem Körperbau in dieser Größenregion besonders oft Passformprobleme mit Normalschnitten haben. Die Kurzgröße löst das: sie passt in der Weite wie eine 52 – aber in den Proportionen wie ein Schnitt für 160 cm Körpergröße.

Eine vollständige Umrechnungstabelle für Damen und Herren findest Du im Artikel Kurzgröße 22, 25, 26 – Welche Normalgröße entspricht das wirklich?

Unterschied zwischen untersetzten Größen und Kurzgrößen

Auf den Punkt gebracht:

Untersetzte Größen beschreiben, wie ein Körper gebaut ist. Es ist ein beschreibender Begriff ohne eigene Nummernlogik. Manche Hersteller verwenden ihn für Schnitte mit kürzerer Schrittlänge – aber einheitlich definiert ist er nicht. Wer nach „Hosen für untersetzte Figur“ sucht, bekommt je nach Anbieter sehr unterschiedliche Ergebnisse.

Kurzgrößen sind ein Konfektionssystem. Sie haben eigene Nummern (Herren 24 bis 35, Damen 17 bis 28), eigene Schnitte und systematisch angepasste Maße. Wer Kurzgröße 25 sucht, bekommt bei jedem seriösen Hersteller einen Schnitt, der für eine Körpergröße von ca. 162 bis 166 cm ausgelegt ist.

Kurz gesagt: Untersetzte Größen beschreiben eine Figur. Kurzgrößen sind das dazu passende System.

Wann passen Kurzgrößen bei untersetzter Figur?

In den meisten Fällen: sehr gut.

Wer untersetzt ist und gleichzeitig unter ca. 168 cm (Herren) oder unter ca. 163 cm (Damen) ist, findet in Kurzgrößen in der Regel die beste Passform. Schrittlänge, Knieposition und Torsusschnitt passen zur tatsächlichen Körpergröße – nicht zu einer normierten Durchschnittsgröße.

Besonders relevant ist das bei Wanderhosen und Outdoorhosen. Hier kommt es auf Bewegungsfreiheit an – und die ist nur gegeben, wenn Schritt und Knieposition wirklich stimmen. Eine Wanderhose in Kurzgröße sitzt anders als eine gekürzte Normalgröße: Der Schritt zieht nicht, die Kniepartie liegt dort, wo das Knie tatsächlich ist, und die Taschen sind griffbereit. Mehr dazu im Artikel Outdoorhosen in Kurz- und Langgrößen.

Wanderhose Damen im Vergleich: Langgröße, Regular und Kurzgröße nebeneinander – Passformunterschied auf einen Blick
Maier Sports Damen Hose im Vergleich: Langgröße, Regular und Kurzgröße. Der Unterschied liegt nicht nur in der Länge.

Wer untersetzt ist, aber 172 cm oder größer, braucht keine Kurzgröße – sondern möglicherweise einen weiter geschnittenen Normalschnitt mit ausreichend Weite im Oberschenkel.

Die Körpergröße bleibt das entscheidende Kriterium für das Größensystem. Der Körperbau bestimmt, welche Weite innerhalb des Systems passt.

Alle Kurzgrößen für Herren findest Du in der Übersicht Kurzgrößen Herren. Für Damen gibt es die passenden Modelle in der Übersicht Kurzgrößen Damen.

Warum Kürzen lassen oft nicht reicht

Ramona von RennerXXL misst die Innenbeinlänge einer Outdoorhose – entscheidend für die richtige Kurzgröße
Die Innenbeinlänge ist der entscheidende Messwert – wir prüfen jedes Modell direkt am Produkt.

Der häufigste Kompromiss bei untersetzter Figur: Normalhose kaufen, Beine kürzen lassen. Das löst ein Problem – und lässt vier andere bestehen.

Wer eine Normalhose kürzt, verändert nur die Beinlänge. Schrittlänge, Knieposition, Taschenhöhe und Torsusschnitt bleiben für die größere Körpergröße konstruiert. Das Ergebnis: Die Kniepartie sitzt zu tief, die Taschen sind nicht griffbereit, der Schritt zieht bei Bewegung.

Gerhards Praxistipp: Seit 2004 berate ich bei RennerXXL Menschen mit kompaktem Körperbau bei der Suche nach passenden Outdoor-Hosen. Der häufigste Satz am Anfang lautet: „Ich lasse Hosen immer kürzen, das ist normal für mich.“ Meine Antwort ist meistens: „Das ist nicht normal – das ist ein Systemfehler, den wir lösen können.“ Eine Kurzgröße sitzt ab Werk. Kürzen ist immer ein Kompromiss. Mehr zu meiner Beratungsphilosophie

Das gilt besonders für Outdoorhosen und Wanderhosen, bei denen Bewegungsfreiheit und Funktionalität direkt mit der Passform zusammenhängen. Eine Hose, die am Schritt zieht, schränkt beim Bergauf- oder Treppensteigen ein. Das ist kein Komfortthema – das ist ein Funktionsthema. Warum das auch bei Jacken gilt, erklärt der Artikel Kurzgrößen bei Jacken – Warum Ärmel und Rückenlänge entscheidend sind.

Den ausführlichen Ratgeber zum Thema Kürzen findest Du hier: Kurzgrößen-Ratgeber – Warum Kürzen oft die falsche Lösung ist.

Fazit

Untersetzte Größen sind kein eigenes Konfektionssystem. Sie beschreiben eine Körperform – und dieser Begriff wird im Handel uneinheitlich verwendet. Wer gezielt nach Kleidung für untersetzte Figur sucht, landet oft im Nirgendwo.

Kurzgrößen sind ein System. Mit eigener Nummernlogik, eigenen Schnitten und systematisch angepassten Proportionen. Für Menschen mit kompaktem Körperbau und kleinerer Körpergröße sind sie in den meisten Fällen die bessere Lösung als jede nachträgliche Änderung.

Die Frage ist nicht: Bin ich untersetzt? Die Frage ist: Welche Körpergröße habe ich – und welche Konfektionsgröße passt dazu wirklich?

Hast Du Erfahrungen mit Hosen für untersetzte Figur – oder hast Du den Weg zu Kurzgrößen bereits gefunden? Schreib es in die Kommentare. Gerade beim Thema Passform hilft der Erfahrungsaustausch mehr als jede Tabelle.

Was sind untersetzte Größen – und sind das Kurzgrößen? Zuletzt aktualisiert: 09.03.2026 von
Autoren-Avatar
Gerhard Renner Geschäftsführer
Seit 2004 bin ich in der Outdoor-Branche tätig und habe es mir zur Aufgabe gemacht, hochwertige und funktionelle Kleidung für Menschen mit besonderen Passformanforderungen anzubieten. Als Geschäftsführer von RennerXXL und ausgewiesener Experte für Übergrößen lege ich besonderen Wert darauf, dass unsere Produkte optimal sitzen und unseren Kunden maximalen Komfort bieten – egal ob beim Wandern, Skifahren oder Radfahren. In meiner Freizeit bin ich selbst gerne in der Natur unterwegs und schätze vor allem die beeindruckende Landschaft Südtirols. Diese Leidenschaft inspiriert mich jeden Tag, unser Sortiment mit höchsten Ansprüchen an Funktionalität und Qualität weiterzuentwickeln. Gerhard auf XING | Gerhard auf LinkedIN

Last modified: 9. März 2026

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert