Der Fernwanderweg E5 von Oberstdorf nach Meran ist der Klassiker unter den Alpenüberquerungen zu Fuß. Rund 115 Kilometer, 7 Etappen, gut 7.000 Höhenmeter im Aufstieg — und Gesamtkosten von realistisch 400–700 € für eine Woche. Die Route führt durch drei Länder, vier alpine Landschaftszonen und über echtes Gletschergelände in den Ötztaler Alpen.
Ich bin die E5 Alpenüberquerung 2014 für RennerXXL selbst gelaufen — als Ausrüstungstester, mit vollem Rucksack. Was ich auf jeder Etappe erlebt habe, welche Ausrüstung gehalten hat und warum ich beim nächsten Mal den Gepäcktransport buchen würde, liest du hier.
Der E5 im Überblick: Von Deutschland bis Italien
Der europäische Fernwanderweg E5 verbindet als Teil eines 3.200 Kilometer langen Wanderwegs die französische Atlantikküste mit Verona in Norditalien — seit 1972. Der alpine Abschnitt von Oberstdorf bis Meran ist das Herzstück dieser Route — landschaftlich abwechslungsreich und stellenweise hochalpin anspruchsvoll.
Die Alpenüberquerung führt von Oberstdorf im Allgäu durch die Allgäuer Alpen, über das Lechtal und die Lechtaler Alpen, durch das Inntal, durch die Ötztaler Alpen und das Ötztal, über den Niederjochferner ins Schnalstal und schließlich durch das Passeiertal nach Meran in Südtirol. Drei Länder, vier Alpenzonen, eine Woche — mehr braucht es nicht, um zu verstehen warum der E5 seit Jahrzehnten zu den meistgewanderten Routen der Alpen gehört.
Die folgende Tabelle zeigt alle 7 E5 Etappen mit Kilometern, Höhenmetern und Charakter auf einen Blick. Die Höhenmeter pro Etappe variieren stark: von 400 Hm Aufstieg in Etappe 3 bis knapp 2.000 Hm in Etappe 4 — das ist der entscheidende Faktor für die Tagesplanung.
Hier siehst du alle 7 E5 Etappen auf einen Blick — mit Kilometern, Höhenmetern und Charakter. Die Höhenmeter pro Etappe sind das wichtigste Planungskriterium: Etappe 4 mit 1.700 Hm Aufstieg ist konditionell die härteste, Etappe 1 mit 1.050 Hm der sanfteste Einstieg.
| Etappe | Von → Nach | km | Aufstieg | Abstieg | Charakter |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Oberstdorf (Spielmannsau) → Kemptner Hütte | 14 km | 1.050 Hm | 20 Hm | Einstieg, Trettachtal, Allgäuer Alpen |
| 2 | Kemptner Hütte → Memminger Hütte | 14 km | 1.000 Hm | 650 Hm | Mädelejoch, Seescharte, Lechtaler Alpen |
| 3 | Memminger Hütte → Skihütte Zams | 22 km | 400 Hm | 1.850 Hm | Langer Abstieg ins Inntal |
| 4 | Skihütte Zams → Braunschweiger Hütte | 17 km | 1.700 Hm | 300 Hm | Härteste Etappe, Ötztaler Alpen |
| 5 | Braunschweiger Hütte → Vent → Martin-Busch-Hütte | 12 km | 800 Hm | 600 Hm | Pitztaler Jöchl, Ötztal, Ötzi-Fundstelle |
| 6 | Martin-Busch-Hütte → Similaunhütte → Vernagt | 14 km | 700 Hm | 1.100 Hm | Gletscherüberquerung, Schnalstal |
| 7 | Vernagt → Meran | 35 km | 200 Hm | 1.200 Hm | Schnalstal, Passeiertal, Meraner Höhenweg |
Etappe 1: Oberstdorf (Spielmannsau) bis zur Kemptner Hütte
Die Oberstdorf-Meran-Wanderung beginnt nicht direkt am Bahnhof Oberstdorf, sondern in der Spielmannsau — dem letzten Weiler im Trettachtal, erreichbar mit dem Linienbus. Ab hier geht es sofort bergauf, zunächst sanft entlang der Trettach, später steiler durch den Sperrbachtobel bis zur Kemptner Hütte auf 1.846 m.
Die Kemptner Hütte ist eine der meistbesuchten Etappenstationen des gesamten E5 Wanderwegs — entsprechend voll ist sie im Juli und August. Hüttenreservierung mindestens 4–6 Monate im Voraus ist Pflicht.
Gehzeit: 4–5 Stunden | Schwierigkeit: mittel | Allgäuer Alpen
Etappe 2: Kemptner Hütte über das Mädelejoch zur Memminger Hütte
Etappe 2 ist die erste wirklich alpine Etappe der E5 Route. Kurz nach dem Start überschreitet man das Mädelejoch auf 1.985 m — die Grenze zwischen Deutschland und Österreich. Danach führt der Weg hinab ins Lechtal nach Holzgau, wo die ikonische Hängebrücke über die Schlucht gespannt ist. Von Holzgau geht es auf der Standardroute zu Fuß weiter ins Nachbardorf Madau — rund 45 Minuten flach — bevor der lange Aufstieg zur Memminger Hütte durch die Lechtaler Alpen beginnt.
Die Schlüsselstelle dieser Etappe ist die Seescharte auf 2.599 m: Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind hier Pflicht. Bei Schnee — im Frühsommer keine Seltenheit — oder bei Lawinenrestschnee in der Rinne kann die Passage ernst werden.
Gehzeit: 6–8 Stunden | Schwierigkeit: mittel bis schwer | Lechtaler Alpen
Etappe 3: Memminger Hütte bis zur Skihütte Zams
Etappe 3 führt den Fernwanderweg E5 ins Inntal — und ist für viele die unbeliebteste Etappe. Knapp 1.850 Höhenmeter Abstieg auf die Skihütte Zams auf 1.780 m fordern Knie und Oberschenkel erheblich — wer hier in engen oder schlecht sitzenden Hosen unterwegs ist, merkt das spätestens nach Stunde drei. Die Wege sind gut markiert, der Abstieg aber schier endlos.
In Zams übernachten die meisten auf der Skihütte oder in einem Gasthof im Tal — die einzige Übernachtung der Wanderung von Oberstdorf nach Meran ohne Hochgebirgsatmosphäre. Das Bett mit Dusche tut nach drei Tagen gut. Wer noch keine passende Wanderhose hat: Wir führen Wanderhosen für dicke Oberschenkel speziell in großen Größen — mit mehr Bewegungsfreiheit genau dort, wo langer Abstieg am meisten fordert.
Gehzeit: 6–8 Stunden | Schwierigkeit: mittel (Kniebelastung) | Inntal
Etappe 4: Skihütte Zams bis zur Braunschweiger Hütte
Die härteste Etappe des E5 Wanderwegs. Von Zams auf 760 m steigt die Route auf die Braunschweiger Hütte auf 2.759 m — fast 2.000 Höhenmeter Aufstieg an einem Tag, direkt nach dem langen Abstiegstag. Muskelermüdung aus Etappe 3 rächt sich hier. Dazu können Wetterumschwünge im Ötztal den Aufstieg zur Braunschweiger Hütte deutlich anspruchsvoller machen als geplant. Viele Wanderer teilen diese Etappe auf und übernachten in Sölden zwischendurch.
Gehzeit: 7–9 Stunden | Schwierigkeit: schwer | Ötztaler Alpen
Etappe 5: Braunschweiger Hütte über Vent und das Pitztaler Jöchl zur Martin-Busch-Hütte
Etappe 5 führt durch das Ötztal und an der legendären Ötzi-Fundstelle vorbei. Der Abstieg führt zunächst nach Vent ins Tal, bevor es über das Pitztaler Jöchl wieder aufwärts geht. Kurz vor der Martin-Busch-Hütte auf 2.501 m liegt der Wegweiser zur Fundstelle des bekanntesten Gletschermanns der Welt — ein kurzer Abstecher, der sich lohnt.
Die Martin-Busch-Hütte ist Ausgangspunkt für die anspruchsvollste Etappe der gesamten Alpenüberquerung und bietet eine der eindrucksvollsten Abendstimmungen der ganzen Route.
Gehzeit: 5–7 Stunden | Schwierigkeit: mittel | Ötztal, Pitztal
Etappe 6: Martin-Busch-Hütte über den Gletscher bis Vernagt
Das ist die Etappe, die die E5 Route von anderen Fernwanderwegen unterscheidet. Der Aufstieg zur Similaunhütte auf 3.019 m — dem höchsten Punkt der gesamten Route — und die anschließende Gletscherüberquerung über den Niederjochferner sind hochalpin und nur bei passenden Verhältnissen selbständig begehbar. Bei schlechter Sicht, Vereisung oder früh in der Saison ist eine geführte Begehung oder ein Wartetag die sicherere Wahl.
Der Abstieg nach Vernagt über den smaragdgrünen Vernagt-Stausee im Schnalstal ist gut markiert und landschaftlich einer der schönsten Momente der gesamten Tour.
Gehzeit: 6–8 Stunden | Schwierigkeit: schwer | Gletscher, Schnalstal
Etappe 7: Vernagt bis Meran
Die letzte Etappe der Alpenüberquerung zu Fuß ist lang — zu lang für die meisten Beine nach einer Woche Tour. Von Vernagt durch das Schnalstal, über den Meraner Höhenweg und das Passeiertal bis nach Meran wären es zu Fuß rund 35 Kilometer. In der Praxis kombinieren die meisten Wanderer: Postauto durchs Schnalstal bis Katharinaberg, dann die letzten schönen Etappen auf dem Meraner Höhenweg zu Fuß weiter nach Meran. Das macht aus einem Gewaltmarsch einen genussvollen Abschluss.
Meran selbst ist ein würdiger Abschluss: südliches Klima, gutes Essen, warme Temperaturen — und das Gefühl, wirklich von Deutschland über Österreich bis nach Italien gelaufen zu sein.
Gehzeit: 8–10 Stunden zu Fuß | Tipp: Postauto ab Vernagt | Passeiertal, Meraner Höhenweg
E5 selbst planen: Was du vor dem Start wissen musst
Die Oberstdorf-Meran-Wanderung lässt sich gut auf eigene Faust planen. Zwei Quellen sind dabei Standard in der Community: Der Rother Wanderführer Fernwanderweg E5 (ISBN 978-3-7633-4413-4) liefert detaillierte Wegbeschreibungen, Höhenprofile und Hütteninfos für alle Etappen — wer ihn kennt, braucht vor Ort keine Überraschungen zu fürchten. Ergänzend empfiehlt der Deutsche Alpenverein (DAV) die Alpenvereinskarten 1:25.000 für die Abschnitte Allgäuer Hochalpen, Lechtaler Alpen und Ötztaler Alpen — besonders für die Gletscheretappe unverzichtbar. Beide zusammen mit einem GPS-Track auf Komoot sind die solide Grundlage für eine selbständige Planung.
Hüttenreservierung: 4–6 Monate im Voraus, besser früher. Im Juli und August sind alle Etappenstationen ausgebucht. Wer kurzfristig plant, prüft Stornierungen — meist werden 2 Monate vor Termin Plätze frei.
Gepäcktransport: Viele Anbieter bieten Gepäcktransport von Unterkunft zu Unterkunft an. Wer mit 8–10 kg statt 14–16 kg wandert, merkt den Unterschied spätestens an Etappe 4. Wanderstöcke entlasten Knie und Hüfte bei langen Abstiegen erheblich. Welche Wanderstöcke für die Alpenüberquerung wirklich tragen, haben wir separat getestet.
- Kosten pro Tag und Gepäckstück (Richtwert: 15–25 €)
- Maximales Gewicht pro Koffer/Tasche (meist 15–20 kg)
- Abgabe- und Abholzeiten an den Hütten
- Versicherung bei Verlust oder Verzögerung
- Buchung: im Voraus oder flexibel vor Ort?
Rückfahrt: Von Meran zurück nach Oberstdorf gibt es Busshuttle (z.B. Prenner) und Zugverbindungen via Innsbruck. Rücktransfer frühzeitig buchen — in der Hauptsaison sind Plätze schnell vergriffen.
Kosten grob: Hüttenübernachtung 30–50 € pro Nacht (Halbpension), Talunterkunft 60–100 €, Verpflegung ca. 15–25 € pro Tag. Gesamtkosten für 7 Tage realistisch 400–700 € ohne An- und Abreise.
Ausrüstung für die E5 Alpenüberquerung
Als Ausrüstungstester bin ich die Alpenüberquerung zu Fuß bewusst mit verschiedenen Materialien gegangen. Das Ergebnis war eindeutig: Die drei kritischen Ausrüstungsentscheidungen sind Wanderschuhe, Regenschutz und Rucksackgewicht.
Knöchelhohe Bergschuhe mit guter Profilsohle sind auf dem E5 Wanderweg keine Empfehlung, sondern Voraussetzung — besonders auf dem Gletscher und an der Seescharte. Eingelaufene Schuhe sind dabei genauso wichtig wie die richtige Größe: Wer auf einer Wochentour Blasen beim Wandern vermeiden will, sollte neue Schuhe nie uneingelaufen auf den E5 mitnehmen. Passende Wanderschuhe in großen Größen findest du in unserem Shop.
Eine Regenjacke mit mindestens 10.000 mm Wassersäule und verschweißten Nähten ist auf einer Mehrtageswanderung mit Gletscheretappe Pflicht. Bei 7 Etappen und gut 7.000 Höhenmetern Aufstieg durchquerst du Klimazonen vom Allgäuer Talboden bis auf 3.000 m — Wetterumschwünge sind einzuplanen, nicht zu ignorieren.
In unserem Shop findest du die vollständige Packliste für die E5 Alpenüberquerung — zusammengestellt auf Basis realer Touren-Erfahrung.
Wer in großen Größen wandert, kennt zwei Probleme die auf einer Wochentour schnell ernst werden: Scheuern an den Oberschenkeln bei langen Abstiegen — das ist kein Komfortproblem, sondern nach Tag 3 eine echte Einschränkung. Und schlecht sitzende Rucksackträger, die bei breiten Schultern oder kräftigem Rücken nicht vernünftig aufliegen und die Last falsch verteilen. Beides lässt sich mit passender Ausrüstung lösen, nicht mit Durchbeißen. Wir führen Wanderhosen und Funktionsjacken die speziell für diese Passformen entwickelt wurden — die Tour wird mit der richtigen Ausrüstung kein Abzählreim, aber deutlich angenehmer. Knie und Hüfte haben bei langen Abstiegen in großen Größen schlicht mehr Körpergewicht zu stabilisieren — das macht gute Schuhe, Stöcke und passende Hosen wichtiger, nicht unwichtiger.
Outdoorhosen XXL für Damen und Herren | Wanderbekleidung in großen Größen | Wanderhosen für dicke Oberschenkel
Sicherheit auf dem E5: Was du wissen musst
Der E5 Wanderweg ist gut markiert — aber er führt durch echtes Hochgebirge. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind keine Empfehlung, sondern Grundvoraussetzung, besonders an der Seescharte und auf dem Gletscher. Wer sich bei Ausgesetztheit unwohl fühlt, sollte das vorher an einer Tagestour testen, nicht auf dem E5 herausfinden.
Wetterumschwung: In den Ötztaler Alpen kann sich das Wetter innerhalb einer Stunde vollständig drehen. Gewitter, Nebel und Schnee sind im Sommer keine Ausnahme. Die Wettervorhersage täglich morgens prüfen — viele Hütten hängen aktuelle Berichte aus. Im Zweifel einen Tag warten, besonders vor Etappe 6.
Lawinenrestschnee: Im Juni und Anfang Juli liegen auf dem Gletscher und in nordseitigen Rinnen noch Altschneereste. Diese sind oft hart und vereist — ohne Grödel auf solchen Feldern unterwegs zu sein, ist riskant. Eine Eisaxt ist für die Standardroute nicht erforderlich, bei ungewöhnlich viel Schnee aber sinnvoll — im Zweifel bei der Hütte nachfragen. Aktuelle Verhältnisse direkt bei der Martin-Busch-Hütte oder Similaunhütte anfragen.
Körper und Regeneration: Eine Woche täglich 5–9 Stunden bergauf und bergab — das ist mehr als viele unterschätzen. Muskelermüdung an Etappe 4 und 5 ist normal, aber ein Warnsignal. Wenn die Beine nicht mehr kontrolliert absetzen, steigt das Sturzrisiko erheblich. Tempoänderungen und ein Ruhetag sind keine Schwäche. Höhenanpassung spielt ab 2.500 m ebenfalls eine Rolle — Kopfschmerzen, schlechter Schlaf oder Appetitlosigkeit ernst nehmen.
Blasen sind auf einer Wochentour fast unvermeidlich, wenn Schuhe nicht eingelaufen sind. Pflaster und Tape gehören in jede Apotheke im Rucksack. Wer auf langen Abstiegen zu Blasen neigt, klebt die Problemzonen präventiv ab — nicht erst wenn es brennt.
Hüttenregeln: Hüttenschlafsack ist auf allen Etappenhütten des E5 Pflicht — eigenen mitbringen. Hüttenruhe gilt in der Regel ab 22 Uhr. Wer früh weiter will, sollte Ausrüstung am Abend vorbereiten und nicht um 5 Uhr den Schlafraum durchsuchen.
Wegbeschaffenheit: Der E5 ist kein einheitlicher Weg. Die Bandbreite reicht von asphaltierten Talstraßen über Almwege und Schottersteige bis zu felsigen Kletterpassagen und Gletschergelände. Gutes Schuhprofil ist für die Reibung auf Fels und Schotter entscheidend. Wer auf nassem Untergrund unsicher ist, sollte das vor der Tour an einer Tagestour testen.
Verpflegung und Wasser unterwegs: Auf den meisten E5 Etappen gibt es Hütten oder Almen mit Verpflegung, aber nicht immer zur richtigen Zeit. Wasser aus Bergbächen ist oberhalb der Weidegrenze in der Regel trinkbar — darunter nicht ohne Filterung. 1,5–2 Liter Trinkkapazität für lange Etappenabschnitte einplanen.
Ausrüstung komplett: Neben Wanderschuhen und Regenjacke gehören auf den E5 auch eine Regenhose, Kälteschutz (Fleece oder leichte Daunenjacke für Gletscherhöhe), Wanderstöcke, Tape und Pflaster für Blasenvorsorge sowie der Hüttenschlafsack. DAV-Mitglieder erhalten auf Alpenvereinshütten Ermäßigung auf die Übernachtungskosten — eine DAV-Mitgliedschaft rechnet sich bei einer E5-Tour.
Gletscher – Spaltengefahr und Seilsicherung: Der Niederjochferner ist für den E5 in der Standardroute kein stark zerklüfteter Gletscher — eine Seilsicherung ist für geübte Wanderer im Sommer nicht zwingend erforderlich. Spaltengefahr besteht bei eingeschneiten Felsspalten nach Schneefall oder früh in der Saison. Wer unsicher ist, geht die Etappe geführt — das ist keine Schwäche, sondern vernünftige Risikoabwägung.
Höhenprofil: Das Höhenprofil zeigt deutlich, dass der E5 kein gleichmäßig verteilter Weg ist. Etappen 1, 2 und 4 sind Aufstiegstage, Etappen 3 und 7 dominieren Abstiege. Wer das Höhenprofil vor der Tour kennt, kann Tagesenergie besser einteilen.
Orientierung: Der Alpenverein (DAV) hält die Wegmarkierungen am E5 gut instand. Trotzdem ist Kartenmaterial sinnvoll — empfehlenswert sind die Alpenvereinskarten 1:25.000 oder der Rother Wanderführer Fernwanderweg E5 als Ergänzung zum GPS-Track. Bei Nebel auf dem Gletscher reicht Markierung allein nicht.
Notfallnummern: Europaweiter Notruf 112 — funktioniert in Deutschland, Österreich und Italien. Zusätzlich: Österreich Bergrettung 140, Italien Bergrettung 118. Die Nummer der jeweils nächsten Hütte immer dabei haben — im Mobilfunknetz der Alpen sind Anrufe oft zuverlässiger als Datenverbindung.
Häufige Fragen zu den E5 Etappen und der Alpenüberquerung
Wie viele Etappen hat die E5 Alpenüberquerung von Oberstdorf nach Meran?
Die klassische E5 Alpenüberquerung wird in 6–7 Etappen unterteilt. Die hier beschriebene 7-Etappen-Variante mit Vent als eigener Station eignet sich besser für Wanderer ohne Hochleistungskondition. Sportliche Wanderer schaffen die Route in 6 Etappen.
Wie lange dauert die E5 Alpenüberquerung?
7 Tage für die Standardroute, 8–10 Tage mit Ruhetagen. Wer die Etappen Zams und Vent aufteilt, kommt auf 8 Tage ohne Stress.
E5 Schwierigkeit: Wie anspruchsvoll ist der Fernwanderweg E5?
Der E5 Wanderweg ist mittelschwer bis schwer — je nach Etappe. Die Seescharte (Etappe 2) und die Gletscherüberquerung (Etappe 6) erfordern Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Etappe 4 mit fast 2.000 Höhenmetern Aufstieg ist konditionell die härteste. Wer regelmäßig Mehrtagestouren macht und Bergerfahrung hat, meistert die E5 Route gut.
E5 als Anfänger: Ist die Alpenüberquerung für Einsteiger geeignet?
Ohne vorherige alpine Erfahrung nicht empfehlenswert. Der E5 Anfänger-Einstieg funktioniert am besten mit mindestens einer geführten Mehrtageswanderung als Vorbereitung — und mit dem Mut, die härtesten Etappen aufzuteilen oder mit Gepäcktransport zu entschärfen.
E5 Kosten: Was kostet die Alpenüberquerung von Oberstdorf nach Meran?
Die E5 Kosten variieren je nach Variante: Hüttenübernachtung 30–50 € pro Nacht (Halbpension), Talunterkunft 60–100 €, Verpflegung ca. 15–25 € pro Tag, Gepäcktransport ca. 15–25 € pro Tag extra. Gesamtkosten für 7 Tage realistisch 400–700 € ohne An- und Abreise. Geführte Touren kosten je nach Anbieter 800–1.500 €.
Was ist der höchste Punkt der E5 Alpenüberquerung?
Die Similaunhütte auf 3.019 m ist der höchste Punkt der klassischen E5 Route. Die Gletscherüberquerung kurz danach ist die technisch anspruchsvollste Passage.
Braucht man für den E5 Steigeisen oder Grödel?
Im Hochsommer (Juli/August) in der Regel nicht. Im Juni und September kann Schnee auf dem Gletscher liegen — dann sind Grödel sinnvoll. Aktuelle Schneelage bei den Hütten anfragen.
Wann ist die beste Zeit für die E5 Alpenüberquerung?
Mitte Juni bis Mitte September. Beste Bedingungen: Juli und August. Im Oktober schließen die Hütten, im Mai liegt auf dem Gletscher noch Altschnee.
Ist Gepäcktransport auf dem E5 möglich?
Ja, mehrere Anbieter organisieren Gepäcktransport von Unterkunft zu Unterkunft. Kosten ca. 15–25 € pro Tag. Besonders ab Etappe 4 eine deutliche Erleichterung.
Wie komme ich von Meran zurück nach Oberstdorf?
Busshuttle-Anbieter wie Prenner fahren regelmäßig von Meran zurück nach Oberstdorf. Alternativ Zug via Innsbruck. Rückfahrt frühzeitig buchen, besonders in der Hauptsaison.
Stand: Februar 2026. Etappenführung, Hüttenöffnungszeiten und Wegverlauf können sich jährlich ändern. Aktuelle Informationen direkt bei den jeweiligen Hütten oder beim Alpenverein anfragen.
Last modified: 28. Februar 2026
