Zuletzt überarbeitet am 24. Juni 2026 von der RennerXXL-Redaktion.
Gore-Tex, Texapore, SympaTex oder Dermizax — beim Kauf einer Funktionsjacke stolperst Du über jede Menge Membran-Namen, und kaum jemand erklärt verständlich, was dahintersteckt. Dieser Ratgeber zeigt Dir, wie eine Membran funktioniert, welche Technologie für welchen Einsatz taugt und welche Gore-Tex-Alternative im Alltag genauso zuverlässig schützt.
Gerade in großen Größen lohnt der genaue Blick: Mehr Stofffläche bedeutet mehr Schweiß, der nach außen entweichen muss, und stärker beanspruchte Nähte am Bauch- und Schulterbereich. Eine gute Membran allein reicht nicht — Schnitt, Bewegungsfreiheit und saubere Nahtverarbeitung entscheiden mit, ob die Jacke im Alltag wirklich trocken und atmungsaktiv bleibt.
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Schnell-Orientierung — welche Membran wofür?
- Alltag & Wandern, Wert auf Nachhaltigkeit: SympaTex oder Texapore
- Maximale Langlebigkeit, alpine Touren: Gore-Tex Pro
- Viel Schweiß, Skitour oder Sport: Dermizax EV oder eVent
- Solider Schutz zum kleinen Preis: Supra-Tex oder Texapore Core
Den ausführlichen Vergleich mit allen Werten findest Du weiter unten in der Tabelle.
Was leistet eine Membran? Wasserdicht, winddicht, atmungsaktiv
Eine Membran in Funktionsjacken oder -hosen erfüllt drei Kernaufgaben gleichzeitig: Sie hält Regen und Wind draußen, lässt aber den Schweiß des Körpers nach außen entweichen. Wie gut eine Membran das schafft, hängt von ihrer Bauweise und den verwendeten Materialien ab.
Wasserdichtigkeit — Wassersäule als Maßstab
Als wasserdicht gilt ein Stoff üblicherweise ab einer Wassersäule von rund 1.300 bis 1.500 mm — der genaue Schwellenwert hängt von der zugrunde gelegten Norm ab. Die DIN EN 343 für Wetterschutzkleidung arbeitet zum Beispiel mit Klassen und verlangt für die höheren Klassen deutlich mehr. Praxisnah heißt das: Für intensiven Outdoor-Einsatz sollte eine Jacke mindestens 10.000 mm erreichen, gute Hardshells liegen bei 20.000 mm und mehr.
Damit eine Regenjacke wirklich dicht ist, reicht die Membran allein nicht aus. Auch der Reißverschluss muss wasserdicht sein und alle Nähte müssen sorgfältig versiegelt werden — beim Nähen entstehen Löcher, die ohne Nahtband (Tape) Wasser durchlassen.
Winddichtigkeit und Windchill-Effekt
Pfeift ein kühler Wind durch den Stoff, verliert der Körper seine schützende warme Luftschicht und kühlt schneller aus. Wasserdichte Membranen sind in aller Regel zugleich winddicht und verhindern diesen Effekt zuverlässig.
Wie stark der Windchill-Effekt die gefühlte Temperatur senken kann, zeigt dieses vereinfachte Beispiel — die tatsächlichen Werte hängen zusätzlich von Luftfeuchte, Bekleidung und Aktivität ab:
Wind |
Außentemperatur |
gefühlte Temperatur |
0 km/h |
10 °C |
10 °C |
30 km/h |
10 °C |
1 °C |
50 km/h |
10 °C |
−2 °C |
Sicheren Schutz bieten alle Materialien, die das Garantieversprechen „100 % winddicht“ tragen. Hochwertige Windbreaker-Jacken sind dabei hoch atmungsaktiv und eignen sich als wärmende Zwischenschicht oder als Außenschicht — jedoch nicht bei Nässe, da klassische Windbreaker keine wasserabweisende Oberschicht besitzen.
Atmungsaktivität — RET-Wert und MVTR-Wert erklärt
Schweiß am Körper, der nicht abgeleitet wird, kühlt durch Zugluft den Körper aus und führt zu Leistungsverlust. Zwei Messwerte beschreiben die Atmungsaktivität eines Materials:
Der RET-Wert (Resistance Evaporation Transmission) misst den Widerstand eines Stoffs gegenüber Wasserdampf. Je niedriger der Wert, desto atmungsaktiver:
- RET unter 6 — extrem atmungsaktiv
- RET 6–13 — sehr atmungsaktiv
- RET 13–20 — atmungsaktiv
- RET über 20 — nicht atmungsaktiv
Der MVTR-Wert (Moisture Vapour Transmission Rate) misst, wie viel Gramm Wasserdampf in 24 Stunden durch einen Quadratmeter Stoff entweichen. Grob gilt: ab etwa 5.000 g/m²/24h brauchbar, ab 10.000 gut, ab 20.000 g/m²/24h sehr gut atmungsaktiv. Hochwertige Membranen erreichen 20.000 g/m²/24h und mehr. Gerade in großen Größen lohnt der Blick auf diesen Wert: Mehr Stofffläche bedeutet mehr Schweiß und mehr Kondensfeuchte, die nach außen muss — eine hohe Atmungsaktivität ist hier wichtiger als bei kleinen Größen.
Neben Wasserdichtigkeit und Atmungsaktivität spielen auch Elastizität, Widerstandsfähigkeit und UV-Schutz eine wichtige Rolle — diese Eigenschaften werden oft unterschätzt.
Es gibt grundsätzlich drei Wege, Wasserdichtigkeit von außen und Atmungsaktivität von innen zu kombinieren:
- Membran mit Poren (z. B. Gore-Tex, eVent)
- Membran ohne Poren / hydrophile Membran (z. B. SympaTex, Dermizax)
- Imprägnierung klassischer Gewebe
Membrantechnologien im Überblick — Hersteller und Systeme
Gore-Tex steht oft als Synonym für Funktionsmembranen — dabei gibt es eine ganze Reihe leistungsfähiger Membranen, die als Gore-Tex-Alternative je nach Einsatz gleichwertig oder sogar sinnvoller sind. Hier ein Überblick der wichtigsten Technologien:
Gore-Tex® — der Klassiker mit Porenstruktur
1978 erfand Gore die erste dauerhaft wasserdichte, absolut winddichte und atmungsaktive Membran. In der sehr dünnen Membranschicht befinden sich auf einem Quadratzentimeter Fläche 1,4 Milliarden mikroskopisch kleiner Poren. Diese Poren sind rund 20.000 Mal kleiner als ein Wassertropfen, jedoch 700 Mal größer als ein Wasserdampfmolekül.
Von außen kommende Wassertröpfchen — selbst Nebel ist bereits ein relativ großer Tropfen — können die Membran nicht durchdringen. Der Schweißdampf des Körpers hingegen entweicht problemlos nach außen. Bei Ruhe schwitzt der Körper etwa 250 ml, bei sportlicher Belastung bis zu 2 Liter — die Membran muss das zuverlässig ableiten.
Wichtig: Feuchtigkeit, die sich auf der Haut bereits zu Wassertröpfchen kondensiert hat, kann erst dann nach außen, wenn der Körper sie auf 38 °C wieder vollständig verdampft. Der First und Second Layer sind daher entscheidend für die optimale Funktion. Eine spezielle Beschichtung verhindert, dass Fette und andere Stoffe die Poren verstopfen — Gore-Tex-Bekleidung sollte dennoch genau nach Pflegeanleitung gewaschen werden. Gore-Tex findet sich vor allem in hochwertigen Winterjacken für Herren und Damen-Winterjacken in großen Größen.
eVent® — direkter Feuchtigkeitstransport ohne PU-Schicht
Während bei Gore-Tex eine geschlossene PU-Schicht Teil des Textilverbands ist, verzichtet eVent darauf. Stattdessen wurde eine molekulare Beschichtung entwickelt, die jede einzelne Faser umschließt — dadurch bleiben mikroskopisch kleine Poren offen, ohne die Schutzfunktion zu beeinträchtigen.
Da die PU-Schicht bei Gore-Tex für den Feuchtigkeitstransport eine kurze Barriere darstellt, leitet eVent Feuchtigkeit direkter durch die Poren nach außen. Das kann bei hoher Schweißrate einen spürbaren Vorteil bieten.
SympaTex® — porenlos und hydrophil
SympaTex basiert auf einem anderen Prinzip: Die Membran aus recycelbarem PET arbeitet porenfrei und hydrophil — sie zieht Feuchtigkeit aktiv an. Wie in einem Billard-System wird die Feuchtigkeit entlang der Molekülketten nach außen transportiert.

SympaTex nimmt nicht nur Wasserdampf, sondern auch Schweißfeuchtigkeit direkt auf. Ein saugfähiges Innenfutter ist daher besonders vorteilhaft, da die Feuchtigkeit möglichst nah an der Membran anliegen sollte. Als First Layer muss ein Material verwendet werden, das Feuchtigkeit aktiv vom Körper weg zur Membran leitet.
Die Wassersäule der SympaTex-Membran allein beträgt 10.000 mm, in Verbindung mit einem Trägerstoff werden bei 3-lagigen Laminaten Werte bis 25.000 mm erreicht. Nach DIN 343-Norm gilt ein Textil ab 1.300 mm als wasserdicht — SympaTex übertrifft diesen Wert um ein Vielfaches. Alle wasserdichten SympaTex-Produkte werden mit Nahtversiegelungsband (Tape) zu 100 % an den Nähten verschweißt.
Schoeller c_change™ — temperaturreaktiv
Schoeller c_change™ ist eine wind- und wasserdichte Membran, die aktiv auf wechselnde Temperaturen und Aktivitäten reagiert. Je nach Situation wird Atmungsaktivität oder Wärmerückhalt erhöht — die Membran passt sich dem Bedarf an.
c_change™ ist die erste Membran, die den strengen ökologischen Kriterien des bluesign®-Standards entspricht — ein Pluspunkt für Käufer, die auf Umweltverträglichkeit achten.
Toray Dermizax™ — extrem dehnbar und temperaturgesteuert
Dermizax ist eine wasserdichte, winddichte und atmungsaktive PU-Membran — aber ohne Mikroporen. Sie arbeitet nach dem Prinzip molekularer Bewegung in intermolekularen Räumen. Der entscheidende Faktor ist die Temperatur: Je höher die Körpertemperatur, desto schneller bewegen sich die PU-Moleküle und desto mehr Feuchtigkeit wird transportiert.
Das macht Dermizax besonders interessant für intensive Outdoor-Aktivitäten: Bei steigender Belastung steigt automatisch die Atmungsaktivität. Bergans setzt deshalb auf Dermizax EV, das je nach Temperatur eine Feuchtigkeitsdurchlässigkeit von 28.000 bis 34.000 g/m²/24h erreicht.
Das Gewebe besteht aus drei Schichten: Außenmaterial (Mikrofaser), Membran, Innenmaterial (Mesh oder Fieldsensor). Beim 3-Lagen-Laminat bietet das Innen-Futtermaterial (Fieldsensor) eine größere Verdampfungsfläche, trocknet schneller und fühlt sich angenehmer an.
OutDry® — für Schuhe und Handschuhe
OutDry ist eine Membran, die vor allem in Schuhen und Handschuhen zum Einsatz kommt und dort klare Vorteile gegenüber der klassischen Bootie-Konstruktion bietet.
Bei der Standard-Technik liegt die Membran lose innerhalb des Schuhs — das erlaubt Wasser, in den Raum zwischen Außenmaterial und Membran einzudringen. OutDry verbindet die Membran direkt mit dem Außenmaterial. Konkrete Vorteile:
- Kein Nahtband nötig — 100 % der atmungsaktiven Oberfläche bleibt nutzbar
- Mehr Luftraum zwischen Haut und Membran — reduziert Schweißkondensation
X-Bionic® — First Layer mit Klimasteuerung (37°CCR-Technology™)
X-Bionic ist keine klassische Membran, sondern ein Funktions-Unterziehsystem. Die 37°CCR-Technology™ basiert auf der Erkenntnis, dass der Körper aus verschiedenen Klimazonen besteht. Oberschenkel, Knie und Waden neigen zur Auskühlung, während Rücken und Achseln stark schwitzen.
Herkömmliche Unterwäsche isoliert alle Körperzonen gleich. X-Bionic reguliert gezielt: Integrierte AirTraps™ (Luftkammern) mit Klimakanälen lassen Feuchtigkeit verdunsten und kühlen die Hautoberfläche durch Verdunstungskälte — besonders wichtig bei hoher Belastung. Bei geringer Aktivität nutzen dieselben AirTraps den Isolationswert der eingeschlossenen Luft, um die gleichen Zonen vor Kälte zu schützen.
symbionic™ — neue Generation ohne Fluorchemie
Die symbionic™-Membran basiert auf einer nicht porösen Polyester-Membran und verzichtet vollständig auf umweltbelastende Fluorchemie (PFAS/PFC). Die 3-dimensionale Oberflächenstruktur nimmt Feuchtigkeit auf der körperzugewandten Seite auf und verdampft sie auf der Außenseite.
Durch Modifikation der Polymerstruktur wurde der Feuchtigkeitstransport beschleunigt — er funktioniert nicht mehr nur durch Diffusion, sondern auch durch Platzwechselvorgänge. Bei der Produktion lassen sich Zonen mit unterschiedlichen Transporteigenschaften erzeugen, was bedarfsgerechte Varianten je Einsatzbereich ermöglicht.
Jack Wolfskin Texapore — recycelbar und mehrlagig
Jack Wolfskin setzt seit Jahren auf eigene Membrantechnologien mit hohem Recyclinganteil. Texapore ist der Oberbegriff für alle Wetterschutzmaterialien des deutschen Herstellers. Ab der Saison Winter 2022/23 gilt folgende Struktur:
- Texapore Core — Einsteiger-Membran, Wassersäule 10.000 mm, Atmungsaktivität 6.000 g/m²/24h
- Texapore Pro — Leistungsmembran, Wassersäule 20.000 mm, Atmungsaktivität 15.000 g/m²/24h
- Texapore Ecosphere Core — wie Core, aber vollständig aus Recyclingmaterialien
- Texapore Ecosphere Pro — wie Pro, aber vollständig aus Recyclingmaterialien
Bei Texapore Ecosphere bestehen Oberstoff, Innenfutter und Membran zu 100 % aus wiederverwerteten Materialien. Die Membran selbst besteht aus Produktionsabfällen (Zero-Waste), Oberstoff und Futter aus recycelten PET-Flaschen.
Gore-Tex, Dermizax, Texapore oder SympaTex — was ist der Unterschied?
Die häufigste Frage beim Jacken-Kauf: Welche Membran ist die beste? Es gibt keine pauschal beste — entscheidend ist, wie stark Du schwitzt, bei welchem Wetter Du unterwegs bist und wie robust die Jacke sein muss. Diese Tabelle ordnet die gängigen Membranen genau danach ein:
| Membran | Prinzip | Stärke | Typischer Einsatz |
| Gore-Tex Pro | Porös (ePTFE) | Langlebigkeit, Verlässlichkeit | Alpinismus, Klettern, Trekking |
| Dermizax EV | Porenfrei (PU) | Extreme Atmungsaktivität bei Belastung | Skitouren, Hochgebirge |
| SympaTex | Porenfrei (hydrophil, PET) | Umweltfreundlich, recycelbar | Wandern, Alltag, Nachhaltigkeit |
| Texapore Pro | Mehrlagiges Laminat | Preis-Leistung, recycelbare Variante | Wandern, Alltag, Trekking |
| eVent | Porös (direkt) | Direktester Feuchtigkeitstransport | Sport, hohe Schweißrate |
| Schoeller c_change | Temperaturreaktiv | Automatische Anpassung | Wechselhafte Aktivitäten |
Grundsätzlich gilt: Gore-Tex ist kein Garant für die beste Leistung — es ist der bekannteste Name. Dermizax EV schlägt Gore-Tex Pro bei intensiver Sportbelastung bei der Atmungsaktivität. SympaTex ist die nachhaltigere Wahl. Für normale Wanderungen und Outdoor-Aktivitäten sind auch Texapore Pro oder hochwertige SympaTex-Produkte absolut ausreichend — alle gängigen Membrantechnologien findest Du in unseren Regenjacken für Herren in Übergrößen und passend dazu in den Regenjacken für Damen in großen Größen.
Worauf es in großen Größen wirklich ankommt: In der Beratung sehen wir immer wieder, dass nicht die Membran das Problem ist, sondern der Schnitt. Spannt die Jacke an Bauch, Schulter oder Oberarm, entstehen Lücken am Saum und an den Ärmeln — und durch diese Lücken zieht Wind und Nässe, egal wie teuer die Membran ist. Eine gut sitzende Jacke mit einfacher Membran schützt deshalb oft besser als eine schlecht sitzende mit Gore-Tex. Achte zuerst auf einen Schnitt, der an diesen Stresszonen echten Platz lässt, und bei Hosen auf die passende Bein- und Rückenlänge in Kurz- oder Langgrößen. Genau dafür messen wir bei Unsicherheit gemeinsam mit Dir nach.
Supra-Tex — die Eigenmarken-Membran aus dem Fachhandel
Neben den großen Markenmembranen gibt es im Handel eigene Membranbezeichnungen, die häufig auf eingekauften OEM-Membranen basieren. Supra-Tex ist die Membran-Eigenmarke, die vor allem bei McKinley (Intersport) und ähnlichen Handelslabels eingesetzt wird.
Supra-Tex 20.000 Extreme bezeichnet dabei die Hochleistungsvariante mit einer Wassersäule von 20.000 mm — damit bewegt sie sich auf dem Niveau von Texapore Pro oder Gore-Tex Standard. Die zugrundeliegende Membran wird nicht öffentlich kommuniziert, die Messwerte sind aber mit namhaften Markmembranen vergleichbar.
Wer eine Jacke mit Supra-Tex kauft, bekommt also in der Regel eine solide Schutzfunktion zum günstigeren Preis — ohne den Markennamen-Aufschlag. Für den normalen Outdoor-Alltag ist das eine pragmatische Wahl.
Gibt es Qualitätseinbußen durch recycelte Membranen?
Bei all den Weiterentwicklungen stellt sich die Frage: Wie schlägt sich eine Membran mit hohem Recyclinganteil in der Praxis? In unserer eigenen Erfahrung und im Austausch mit Kunden, die solche Jacken über mehrere Saisons tragen, sehen wir bislang keine spürbaren Einbußen bei Wasserdichtigkeit oder Atmungsaktivität gegenüber konventionellen Membranen.
Das grundlegende Membran-Dilemma bleibt jedoch auch bei neuen Technologien bestehen: Ist die Außentemperatur genauso hoch oder höher als im Inneren einer Jacke, können Membranen den entstehenden Dampf nicht mehr schnell genug ableiten. Geschlossene hydrophile Bauweisen (SympaTex, Dermizax) scheinen hier konstruktionsbedingt einen Vorteil zu haben.
Im Hochgebirge tritt dieses Phänomen seltener auf als im Flachland oder bei warmen Temperaturen. Unterarmreißverschlüsse können in diesen Situationen helfen. Und für leichte Outdoor-Aktivitäten bei moderaten Temperaturen kann eine gute Imprägnierung ohne Membran völlig ausreichend sein.
Membran über dem Innenfutter — innenliegende Membranen erklärt
Bei Funktionskleidung sitzt die Membran nie außen sichtbar, sondern als hauchdünne Schicht zwischen Oberstoff und Innenfutter — sie liegt also über dem Innenfutter und unter dem Außenmaterial. Wie genau sie eingebettet ist, entscheidet über Gewicht, Robustheit und Tragegefühl der Jacke.
- 2-Lagen-Laminat: Die Membran ist nur auf den Oberstoff geklebt, das Innenfutter hängt lose davor. Ergebnis: weicher Griff, aber etwas schwerer.
- 3-Lagen-Laminat: Die Membran ist fest zwischen Oberstoff und einem dünnen Innenfutter (oft Mesh) laminiert. Ergebnis: leichter, robuster, trocknet schneller.
- Z-Liner / eingehängte Membran: Die Membran liegt als loses Innenfutter frei zwischen Oberstoff und Futter. Ergebnis: preiswert, aber weniger langlebig.
Für den Alltag in großen Größen ist meist das 2-Lagen-Laminat die angenehmste Wahl: Es trägt sich weicher und wirkt bei viel Stofffläche weniger steif — gerade bei Jacken, die über den Tag bewegt werden.
FAQ — Häufige Fragen zu Membranen in Funktionsjacken
Was bedeutet die Wassersäule bei einer Jacke?
Die Wassersäule (in mm) gibt an, wie viel Wasserdruck ein Stoff aushält, bevor er durchnässt. Ab 1.500 mm gilt ein Stoff als wasserdicht. Für intensive Outdoor-Aktivitäten sollte eine Jacke mindestens 10.000 mm erreichen. Hochwertige Hardshells liegen bei 20.000 mm und mehr.
Was ist der Unterschied zwischen Gore-Tex und SympaTex?
Gore-Tex arbeitet mit einer porösen ePTFE-Membran — Wasserdampf entweicht durch winzige Poren. SympaTex ist porenfrei und hydrophil: Die Membran zieht Feuchtigkeit aktiv an und leitet sie durch chemisch-physikalische Prozesse nach außen. SympaTex ist auf Recyclingfähigkeit ausgelegt, klassisches Gore-Tex weniger — wobei auch Gore inzwischen an PFC-freien und umweltfreundlicheren Varianten arbeitet. In der Praxis liefern beide bei normaler Outdoor-Nutzung vergleichbare Ergebnisse.
Was ist besser — Gore-Tex oder Dermizax?
Das kommt auf die Nutzung an. Bei hoher sportlicher Belastung — zum Beispiel Skitouren oder Klettern — ist Dermizax EV (28.000–34.000 g/m²/24h) atmungsaktiver als Gore-Tex Standard. Gore-Tex Pro punktet durch Langlebigkeit und Verlässlichkeit über viele Jahre. Für normale Wanderungen und Outdoor-Alltag ist der Unterschied im Alltag kaum spürbar.
Was ist die beste Alternative zu Gore-Tex?
Es gibt mehrere gleichwertige Gore-Tex-Alternativen. SympaTex ist die recycelbare, umweltfreundlichere Wahl, Dermizax EV ist bei hoher sportlicher Belastung sogar atmungsaktiver, und Texapore Pro von Jack Wolfskin bietet ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis. Für normale Wanderungen und den Outdoor-Alltag schützt eine dieser Alternativen genauso zuverlässig wie Gore-Tex — wichtiger als der Name auf dem Etikett ist, dass die Jacke zu Deinem Einsatz und zu Deiner Figur passt.
Was bedeutet Texapore bei Jack Wolfskin?
Texapore ist der Oberbegriff für alle Wetterschutz-Membranen von Jack Wolfskin. Es gibt vier Varianten: Texapore Core (Einsteiger, 10.000 mm), Texapore Pro (Leistung, 20.000 mm) und jeweils eine Ecosphere-Variante aus 100 % Recyclingmaterialien. Texapore Pro ist damit direkt mit Gore-Tex Standard und SympaTex vergleichbar.
Was ist eine hydrophile Membran?
Eine hydrophile Membran arbeitet porenfrei und zieht Feuchtigkeit aktiv an. Sie nimmt den Schweiß auf der Innenseite auf und leitet ihn entlang der Molekülketten nach außen. Bekannte Beispiele sind SympaTex und Dermizax. Der Vorteil: Je größer der Temperatur- und Feuchtigkeitsunterschied, desto stärker arbeitet die Membran — Du schwitzt, sie leitet schneller ab. Das Gegenstück sind mikroporöse Membranen wie Gore-Tex, die den Dampf durch winzige Poren entweichen lassen.
Wie wird eine Membran in der Jacke gelagert — 2-lagig oder 3-lagig?
Beim 2-Lagen-Laminat ist die Membran nur auf das Außenmaterial aufgeklebt — das Innenfutter hängt lose davor. Das Ergebnis ist weicher, aber etwas schwerer. Beim 3-Lagen-Laminat ist die Membran beidseitig fest laminiert — die Jacke ist dadurch leichter, robuster und trocknet schneller, aber etwas weniger weich im Griff.
Kann ich eine Dermizax-Jacke in den Trockner geben?
Ja — sofern das Pflegeetikett den Trockner erlaubt (bei den meisten Dermizax-Jacken ist das der Fall). Trockne sie dann bei niedriger Temperatur oder frische sie nach dem Lufttrocknen kurz im Trockner auf. Die leichte Wärme reaktiviert die DWR-Imprägnierung auf dem Außenstoff, sodass Wasser wieder abperlt. Wichtig: Flüssigwaschmittel ohne Weichspüler verwenden — Dermizax reagiert empfindlicher auf Rückstände im Innenfutter als Gore-Tex.
Muss ich eine Membran-Jacke speziell waschen?
Ja — unbedingt. Schmutz, Hautfette und Waschmittelrückstände können die Poren verkleben oder die hydrophile Beschichtung beeinträchtigen. Generell gilt: Flüssigwaschmittel in niedriger Dosierung, kein Weichspüler, nach dem Waschen bei niedriger Temperatur trocknen oder kurz im Trockner auffrischen. Das reaktiviert die DWR-Imprägnierung (Durable Water Repellency) auf dem Außenstoff.
Was ist der Unterschied zwischen einer Membran und einer Imprägnierung?
Eine Membran ist eine einlaminierte Funktionsschicht im Gewebe — sie ist dauerhaft im Stoff verankert. Eine Imprägnierung (DWR) ist eine Oberflächenbehandlung des Außenstoffs, die Wasser abperlen lässt. Beide Technologien arbeiten zusammen: Die Membran dichtet ab, die Imprägnierung verhindert, dass sich das Außenmaterial vollsaugt und die Atmungsaktivität blockiert.
Wie wird die Wasser- und Winddichtigkeit einer Jacke gemessen?
Die Wasserdichtigkeit wird über die Wassersäule gemessen (DIN EN 20811): Ein wachsender Wasserdruck zeigt, ab wann Wasser durch den Stoff dringt — angegeben in Millimetern. Die Winddichtigkeit wird über die Luftdurchlässigkeit bestimmt; ein zu 100 % winddichtes Material lässt 0 Liter Luft pro Quadratmeter und Sekunde durch.
Hallo Frex,
danke für deinen Kommentar!
Es ist schwer zu sagen, welches Membran-Material besser für dich ist, da es auf deine individuellen Bedürfnisse und Anforderungen ankommt.
Gore-Tex ist ein bekanntes und etabliertes Membran-Material, das seit Jahrzehnten für seine Atmungsaktivität und Wasserdichtigkeit bekannt ist. Es wird oft für Outdoorkleidung, Schuhe und Ausrüstung verwendet.
Dermizax ist eine jüngere Technologie, die ebenfalls für ihre Atmungsaktivität und Wasserdichtigkeit bekannt ist. Es hat jedoch einige Unterschiede zu Gore-Tex, wie z.B. eine größere Bewegungsfreiheit und eine höhere Atmungsaktivität bei gleichzeitiger Wasserdichtigkeit.
Am Ende hängt es davon ab, welche spezifischen Anforderungen du an deine Kleidung oder Ausrüstung hast. Es lohnt sich, beide Optionen zu überprüfen und die für dich beste Wahl zu treffen.
lg
Das RennerXXL Team
Welche Membrantechnologie habt ihr selbst im Einsatz — und seid ihr damit zufrieden? Gore-Tex, SympaTex oder doch eine Eigenmarke?