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7. August 2022 / Kommentare (2)

Membrantechnologien im Vergleich: Gore-Tex, Dermizax, Texapore und mehr

Zuletzt aktualisiert am: 21.Februar.2026

Was leistet eine Membran? Wasserdicht, winddicht, atmungsaktiv

Eine Membran in Funktionsjacken oder -hosen erfüllt drei Kernaufgaben gleichzeitig: Sie hält Regen und Wind draußen, lässt aber den Schweiß des Körpers nach außen entweichen. Wie gut eine Membran das schafft, hängt von ihrer Bauweise und den verwendeten Materialien ab.

Wasserdichtigkeit — Wassersäule als Maßstab

Wasserdicht gilt ein Stoff ab einer Wassersäule von 1.500 mm — das ist der gesetzliche Mindeststandard nach DIN 343-Norm (ab 1.300 mm). In der Praxis sollte eine Jacke für intensiven Outdoor-Einsatz mindestens 10.000 mm erreichen, gute Hardshells liegen bei 20.000 mm und mehr.

Damit eine Regenjacke wirklich dicht ist, reicht die Membran allein nicht aus. Auch der Reißverschluss muss wasserdicht sein und alle Nähte müssen sorgfältig versiegelt werden — beim Nähen entstehen Löcher, die ohne Nahtband (Tape) Wasser durchlassen.

Winddichtigkeit und Windchill-Effekt

Pfeift ein kühler Wind durch den Stoff, verliert der Körper seine schützende warme Luftschicht und kühlt sukzessive aus. Membranen sind vollständig winddicht und verhindern diesen Effekt zuverlässig.

Wie stark der Windchill-Effekt die gefühlte Temperatur senkt, zeigt diese Übersicht:

Wind

Außentemperatur

gefühlte Temperatur

0 km/h

10 °C

10 °C

30 km/h

10 °C

1 °C

50 km/h

10 °C

−2 °C

Sicheren Schutz bieten alle Materialien, die das Garantieversprechen „100 % winddicht“ tragen. Hochwertige Windbreaker-Jacken sind dabei hoch atmungsaktiv und eignen sich als wärmende Zwischenschicht oder als Außenschicht — jedoch nicht bei Nässe, da klassische Windbreaker keine wasserabweisende Oberschicht besitzen.

Atmungsaktivität — RET-Wert und MVTR-Wert erklärt

Schweiß am Körper, der nicht abgeleitet wird, kühlt durch Zugluft den Körper aus und führt zu Leistungsverlust. Zwei Messwerte beschreiben die Atmungsaktivität eines Materials:

Der RET-Wert (Resistance Evaporation Transmission) misst den Widerstand eines Stoffs gegenüber Wasserdampf. Je niedriger der Wert, desto atmungsaktiver:

  • RET unter 6 — extrem atmungsaktiv
  • RET 6–13 — sehr atmungsaktiv
  • RET 13–20 — atmungsaktiv
  • RET über 20 — nicht atmungsaktiv

Der MVTR-Wert (Moisture Vapour Transmission Rate) misst, wie viel Gramm Wasserdampf in 24 Stunden durch einen Quadratmeter Stoff entweichen. Ab 1.000 g/m²/24h gilt ein Material als sehr gut atmungsaktiv — hochwertige Membranen erreichen 20.000 g/m²/24h und mehr.

Neben Wasserdichtigkeit und Atmungsaktivität spielen auch Elastizität, Widerstandsfähigkeit und UV-Schutz eine wichtige Rolle — diese Eigenschaften werden oft unterschätzt.

Es gibt grundsätzlich drei Wege, Wasserdichtigkeit von außen und Atmungsaktivität von innen zu kombinieren:

  • Membran mit Poren (z. B. Gore-Tex, eVent)
  • Membran ohne Poren / hydrophile Membran (z. B. SympaTex, Dermizax)
  • Imprägnierung klassischer Gewebe
💡 Gerhards Tipp: Der RET-Wert steht selten auf der Verpackung — schau stattdessen auf den MVTR-Wert. Alles über 15.000 g/m²/24h ist für normale Outdoor-Aktivitäten sehr gut. Für intensive Sportarten wie Skitouren oder Trailrunning sollte es eher 20.000+ sein.

Membrantechnologien im Überblick — Hersteller und Systeme

Gore-Tex steht oft als Synonym für Funktionsmembranen — dabei gibt es eine ganze Reihe leistungsfähiger Alternativen. Hier ein Überblick der wichtigsten Technologien:

Gore-Tex® — der Klassiker mit Porenstruktur

gore-tex logo

1978 erfand Gore die erste dauerhaft wasserdichte, absolut winddichte und atmungsaktive Membran. In der sehr dünnen Membranschicht befinden sich auf einem Quadratzentimeter Fläche 1,4 Milliarden mikroskopisch kleiner Poren. Diese Poren sind rund 20.000 Mal kleiner als ein Wassertropfen, jedoch 700 Mal größer als ein Wasserdampfmolekül.

gore-tex molekülstruktur

Von außen kommende Wassertröpfchen — selbst Nebel ist bereits ein relativ großer Tropfen — können die Membran nicht durchdringen. Der Schweißdampf des Körpers hingegen entweicht problemlos nach außen. Bei Ruhe schwitzt der Körper etwa 250 ml, bei sportlicher Belastung bis zu 2 Liter — die Membran muss das zuverlässig ableiten.

Wichtig: Feuchtigkeit, die sich auf der Haut bereits zu Wassertröpfchen kondensiert hat, kann erst dann nach außen, wenn der Körper sie auf 38 °C wieder vollständig verdampft. Der First und Second Layer sind daher entscheidend für die optimale Funktion. Eine spezielle Beschichtung verhindert, dass Fette und andere Stoffe die Poren verstopfen — Gore-Tex-Bekleidung sollte dennoch genau nach Pflegeanleitung gewaschen werden. Gore-Tex findet sich vor allem in hochwertigen Winterjacken für Herren und Damen-Winterjacken in großen Größen.

eVent® — direkter Feuchtigkeitstransport ohne PU-Schicht

event membran logo

Während bei Gore-Tex eine geschlossene PU-Schicht Teil des Textilverbands ist, verzichtet eVent darauf. Stattdessen wurde eine molekulare Beschichtung entwickelt, die jede einzelne Faser umschließt — dadurch bleiben mikroskopisch kleine Poren offen, ohne die Schutzfunktion zu beeinträchtigen.

Da die PU-Schicht bei Gore-Tex für den Feuchtigkeitstransport eine kurze Barriere darstellt, leitet eVent Feuchtigkeit direkter durch die Poren nach außen. Das kann bei hoher Schweißrate einen spürbaren Vorteil bieten.

SympaTex® — porenlos und hydrophil

sympatex membran logo

SympaTex basiert auf einem anderen Prinzip: Die Membran aus recycelbarem PET arbeitet porenfrei und hydrophil — sie zieht Feuchtigkeit aktiv an. Wie in einem Billard-System wird die Feuchtigkeit entlang der Molekülketten nach außen transportiert.

sympatex membranquerschnitt Laut Institut Hohenstein übersteigt SympaTex die Klasse „sehr gut atmungsaktiv“ deutlich mit einem RET-Wert unter 1,5. Je größer der Temperatur- und Feuchtigkeitsunterschied zwischen Innen- und Außenseite, desto stärker arbeitet die Membran — das bedeutet: Je mehr man schwitzt, desto schneller wird die Feuchtigkeit abgeleitet.

SympaTex kann nicht nur Wasserdampf, sondern auch Schweißtropfen aufnehmen. Ein saugfähiges Innenfutter ist daher besonders vorteilhaft, da die Feuchtigkeit möglichst nah an der Membran anliegen sollte. Als First Layer muss ein Material verwendet werden, das Feuchtigkeit aktiv vom Körper weg zur Membran leitet.

Die Wassersäule der SympaTex-Membran allein beträgt 10.000 mm, in Verbindung mit einem Trägerstoff werden bei 3-lagigen Laminaten Werte bis 25.000 mm erreicht. Nach DIN 343-Norm gilt ein Textil ab 1.300 mm als wasserdicht — SympaTex übertrifft diesen Wert um ein Vielfaches. Alle wasserdichten SympaTex-Produkte werden mit Nahtversiegelungsband (Tape) zu 100 % an den Nähten verschweißt.

Schoeller c_change™ — temperaturreaktiv

schoeller c_change membran

Schoeller c_change™ ist eine wind- und wasserdichte Membran, die aktiv auf wechselnde Temperaturen und Aktivitäten reagiert. Je nach Situation wird Atmungsaktivität oder Wärmerückhalt erhöht — die Membran passt sich dem Bedarf an.

schoeller c_change funktionsprinzip

c_change™ ist die erste Membran, die den strengen ökologischen Kriterien des bluesign®-Standards entspricht — ein Pluspunkt für Käufer, die auf Umweltverträglichkeit achten.

Toray Dermizax™ — extrem dehnbar und temperaturgesteuert

toray dermizax membran logo

Dermizax ist eine wasserdichte, winddichte und atmungsaktive PU-Membran — aber ohne Mikroporen. Sie arbeitet nach dem Prinzip molekularer Bewegung in intermolekularen Räumen. Der entscheidende Faktor ist die Temperatur: Je höher die Körpertemperatur, desto schneller bewegen sich die PU-Moleküle und desto mehr Feuchtigkeit wird transportiert.

toray dermizax schichtaufbau

Das macht Dermizax besonders interessant für intensive Outdoor-Aktivitäten: Bei steigender Belastung steigt automatisch die Atmungsaktivität. Bergans setzt deshalb auf Dermizax EV, das je nach Temperatur eine Feuchtigkeitsdurchlässigkeit von 28.000 bis 34.000 g/m²/24h erreicht.

Das Gewebe besteht aus drei Schichten: Außenmaterial (Mikrofaser), Membran, Innenmaterial (Mesh oder Fieldsensor). Beim 3-Lagen-Laminat bietet das Innen-Futtermaterial (Fieldsensor) eine größere Verdampfungsfläche, trocknet schneller und fühlt sich angenehmer an.

💡 Gerhards Tipp: Dermizax-Jacken lassen sich etwas schwieriger pflegen als Gore-Tex. Die Membran reagiert empfindlicher auf Schmutz im Innenfutter. Regelmäßiges Waschen nach Herstellerangabe ist hier besonders wichtig — sonst lässt die Atmungsaktivität spürbar nach.

OutDry® — für Schuhe und Handschuhe

outdry membran logo

OutDry ist eine Membran, die vor allem in Schuhen und Handschuhen zum Einsatz kommt und dort klare Vorteile gegenüber der klassischen Bootie-Konstruktion bietet.

outdry schuh querschnitt

Bei der Standard-Technik liegt die Membran lose innerhalb des Schuhs — das erlaubt Wasser, in den Raum zwischen Außenmaterial und Membran einzudringen. OutDry verbindet die Membran direkt mit dem Außenmaterial. Konkrete Vorteile:

  • Kein Nahtband nötig — 100 % der atmungsaktiven Oberfläche bleibt nutzbar
  • Mehr Luftraum zwischen Haut und Membran — reduziert Schweißkondensation
outdry schuhe und handschuhe

X-Bionic® — First Layer mit Klimasteuerung (37°CCR-Technology™)

x-bionic logo

X-Bionic ist keine klassische Membran, sondern ein Funktions-Unterziehsystem. Die 37°CCR-Technology™ basiert auf der Erkenntnis, dass der Körper aus verschiedenen Klimazonen besteht. Oberschenkel, Knie und Waden neigen zur Auskühlung, während Rücken und Achseln stark schwitzen.

Herkömmliche Unterwäsche isoliert alle Körperzonen gleich. X-Bionic reguliert gezielt: Integrierte AirTraps™ (Luftkammern) mit Klimakanälen lassen Feuchtigkeit verdunsten und kühlen die Hautoberfläche durch Verdunstungskälte — besonders wichtig bei hoher Belastung. Bei geringer Aktivität nutzen dieselben AirTraps den Isolationswert der eingeschlossenen Luft, um die gleichen Zonen vor Kälte zu schützen.

symbionic™ — neue Generation ohne Fluorchemie

Die symbionic™-Membran basiert auf einer nicht porösen Polyester-Membran und verzichtet vollständig auf umweltbelastende Fluorchemie (PFAS/PFC). Die 3-dimensionale Oberflächenstruktur nimmt Feuchtigkeit auf der körperzugewandten Seite auf und verdampft sie auf der Außenseite.

Durch Modifikation der Polymerstruktur wurde der Feuchtigkeitstransport beschleunigt — er funktioniert nicht mehr nur durch Diffusion, sondern auch durch Platzwechselvorgänge. Bei der Produktion lassen sich Zonen mit unterschiedlichen Transporteigenschaften erzeugen, was bedarfsgerechte Varianten je Einsatzbereich ermöglicht.

Jack Wolfskin Texapore — recycelbar und mehrlagig

Jack Wolfskin setzt seit Jahren auf eigene Membrantechnologien mit hohem Recyclinganteil. Texapore ist der Oberbegriff für alle Wetterschutzmaterialien des deutschen Herstellers. Ab der Saison Winter 2022/23 gilt folgende Struktur:

  • Texapore Core — Einsteiger-Membran, Wassersäule 10.000 mm, Atmungsaktivität 6.000 g/m²/24h
  • Texapore Pro — Leistungsmembran, Wassersäule 20.000 mm, Atmungsaktivität 15.000 g/m²/24h
  • Texapore Ecosphere Core — wie Core, aber vollständig aus Recyclingmaterialien
  • Texapore Ecosphere Pro — wie Pro, aber vollständig aus Recyclingmaterialien

Bei Texapore Ecosphere bestehen Oberstoff, Innenfutter und Membran zu 100 % aus wiederverwerteten Materialien. Die Membran selbst besteht aus Produktionsabfällen (Zero-Waste), Oberstoff und Futter aus recycelten PET-Flaschen.

jack wolfskin texapore recycling

Jack Wolfskin baut auf seine eigene Membrantechnologie: Texapore Ecosphere. Oberstoff und Futter bestehen aus recycelten PET-Flaschen.

Gore-Tex, Dermizax, Texapore oder SympaTex — was ist der Unterschied?

Die häufigste Frage beim Jacken-Kauf: Welche Membran ist die beste? Die ehrliche Antwort: Es kommt auf den Einsatzzweck an. Diese Tabelle hilft bei der Entscheidung:

Membran Prinzip Stärke Typischer Einsatz
Gore-Tex Pro Porös (ePTFE) Langlebigkeit, Verlässlichkeit Alpinismus, Klettern, Trekking
Dermizax EV Porenfrei (PU) Extreme Atmungsaktivität bei Belastung Skitouren, Hochgebirge
SympaTex Porenfrei (hydrophil, PET) Umweltfreundlich, recycelbar Wandern, Alltag, Nachhaltigkeit
Texapore Pro Porös Preis-Leistung, recycelbare Variante Wandern, Alltag, Trekking
eVent Porös (direkt) Direktester Feuchtigkeitstransport Sport, hohe Schweißrate
Schoeller c_change Temperaturreaktiv Automatische Anpassung Wechselhafte Aktivitäten

Grundsätzlich gilt: Gore-Tex ist kein Garant für die beste Leistung — es ist der bekannteste Name. Dermizax EV schlägt Gore-Tex Pro bei intensiver Sportbelastung bei der Atmungsaktivität. SympaTex ist die nachhaltigere Wahl. Für normale Wanderungen und Outdoor-Aktivitäten sind auch Texapore Pro oder hochwertige SympaTex-Produkte absolut ausreichend — alle gängigen Membrantechnologien findest du in unseren Regenjacken für Herren in Übergrößen.

💡 Gerhards Tipp: Wenn du zwischen zwei Jacken mit verschiedenen Membranen wählst und unsicher bist: Schau dir zuerst die Verarbeitung und die Passform an. Eine gut sitzende Jacke mit Texapore Pro schützt dich besser als eine schlecht sitzende Gore-Tex-Jacke — weil Zugluft durch Lücken am Bund oder Ärmel alle Membranvorteile zunichte macht.

Supra-Tex — die Eigenmarken-Membran aus dem Fachhandel

Neben den großen Markenmembranen gibt es im Handel eigene Membranbezeichnungen, die häufig auf eingekauften OEM-Membranen basieren. Supra-Tex ist die Membran-Eigenmarke, die vor allem bei McKinley (Intersport) und ähnlichen Handelslabels eingesetzt wird.

Supra-Tex 20.000 Extreme bezeichnet dabei die Hochleistungsvariante mit einer Wassersäule von 20.000 mm — damit bewegt sie sich auf dem Niveau von Texapore Pro oder Gore-Tex Standard. Die zugrundeliegende Membran wird nicht öffentlich kommuniziert, die Messwerte sind aber mit namhaften Markmembranen vergleichbar.

Wer eine Jacke mit Supra-Tex kauft, bekommt also in der Regel eine solide Schutzfunktion zum günstigeren Preis — ohne den Markennamen-Aufschlag. Für den normalen Outdoor-Alltag ist das eine pragmatische Wahl.

Gibt es Qualitätseinbußen durch recycelte Membranen?

Bei all den Weiterentwicklungen stellt sich die Frage: Wie schlägt sich eine Membran mit hohem Recyclinganteil in der Praxis? Aus einem persönlichen Testerfahrungsschatz für Magazine wie „Skimagazin“ und „Wanderlust“ lässt sich klar sagen: Bei allen bislang testbaren Produkten konnten keine Einbußen bei Qualität oder Funktion festgestellt werden.

Das grundlegende Membran-Dilemma bleibt jedoch auch bei neuen Technologien bestehen: Ist die Außentemperatur genauso hoch oder höher als im Inneren einer Jacke, können Membranen den entstehenden Dampf nicht mehr schnell genug ableiten. Geschlossene hydrophile Bauweisen (SympaTex, Dermizax) scheinen hier konstruktionsbedingt einen Vorteil zu haben.

Im Hochgebirge tritt dieses Phänomen seltener auf als im Flachland oder bei warmen Temperaturen. Unterarmreißverschlüsse können in diesen Situationen helfen. Und für leichte Outdoor-Aktivitäten bei moderaten Temperaturen kann eine gute Imprägnierung ohne Membran völlig ausreichend sein.

FAQ — Häufige Fragen zu Membranen in Funktionsjacken

Was bedeutet die Wassersäule bei einer Jacke?

Die Wassersäule (in mm) gibt an, wie viel Wasserdruck ein Stoff aushält, bevor er durchnässt. Ab 1.500 mm gilt ein Stoff als wasserdicht. Für intensive Outdoor-Aktivitäten sollte eine Jacke mindestens 10.000 mm erreichen. Hochwertige Hardshells liegen bei 20.000 mm und mehr.

Was ist der Unterschied zwischen Gore-Tex und SympaTex?

Gore-Tex arbeitet mit einer porösen ePTFE-Membran — Wasserdampf entweicht durch winzige Poren. SympaTex ist porenfrei und hydrophil: Die Membran zieht Feuchtigkeit aktiv an und leitet sie durch chemisch-physikalische Prozesse nach außen. SympaTex ist vollständig recycelbar, Gore-Tex nicht. In der Praxis liefern beide bei normaler Outdoor-Nutzung vergleichbare Ergebnisse.

Was ist besser — Gore-Tex oder Dermizax?

Das kommt auf die Nutzung an. Bei hoher sportlicher Belastung — zum Beispiel Skitouren oder Klettern — ist Dermizax EV (28.000–34.000 g/m²/24h) atmungsaktiver als Gore-Tex Standard. Gore-Tex Pro punktet durch Langlebigkeit und Verlässlichkeit über viele Jahre. Für normale Wanderungen und Outdoor-Alltag ist der Unterschied im Alltag kaum spürbar.

Was bedeutet Texapore bei Jack Wolfskin?

Texapore ist der Oberbegriff für alle Wetterschutz-Membranen von Jack Wolfskin. Es gibt vier Varianten: Texapore Core (Einsteiger, 10.000 mm), Texapore Pro (Leistung, 20.000 mm) und jeweils eine Ecosphere-Variante aus 100 % Recyclingmaterialien. Texapore Pro ist damit direkt mit Gore-Tex Standard und SympaTex vergleichbar.

Wie wird eine Membran in der Jacke gelagert — 2-lagig oder 3-lagig?

Beim 2-Lagen-Laminat ist die Membran nur auf das Außenmaterial aufgeklebt — das Innenfutter hängt lose davor. Das Ergebnis ist weicher, aber etwas schwerer. Beim 3-Lagen-Laminat ist die Membran beidseitig fest laminiert — die Jacke ist dadurch leichter, robuster und trocknet schneller, aber etwas weniger weich im Griff.

Muss ich eine Membran-Jacke speziell waschen?

Ja — unbedingt. Schmutz, Hautfette und Waschmittelrückstände können die Poren verkleben oder die hydrophile Beschichtung beeinträchtigen. Generell gilt: Flüssigwaschmittel in niedriger Dosierung, kein Weichspüler, nach dem Waschen bei niedriger Temperatur trocknen oder kurz im Trockner auffrischen. Das reaktiviert die DWR-Imprägnierung (Durable Water Repellency) auf dem Außenstoff.

Was ist der Unterschied zwischen einer Membran und einer Imprägnierung?

Eine Membran ist eine einlaminierte Funktionsschicht im Gewebe — sie ist dauerhaft im Stoff verankert. Eine Imprägnierung (DWR) ist eine Oberflächenbehandlung des Außenstoffs, die Wasser abperlen lässt. Beide Technologien arbeiten zusammen: Die Membran dichtet ab, die Imprägnierung verhindert, dass sich das Außenmaterial vollsaugt und die Atmungsaktivität blockiert.

Membrantechnologien im Vergleich: Gore-Tex, Dermizax, Texapore und mehr Zuletzt aktualisiert: 21.02.2026 von
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Gerhard Renner Geschäftsführer
Seit 2004 bin ich in der Outdoor-Branche tätig und habe es mir zur Aufgabe gemacht, hochwertige und funktionelle Kleidung für Menschen mit besonderen Passformanforderungen anzubieten. Als Geschäftsführer von RennerXXL und ausgewiesener Experte für Übergrößen lege ich besonderen Wert darauf, dass unsere Produkte optimal sitzen und unseren Kunden maximalen Komfort bieten – egal ob beim Wandern, Skifahren oder Radfahren. In meiner Freizeit bin ich selbst gerne in der Natur unterwegs und schätze vor allem die beeindruckende Landschaft Südtirols. Diese Leidenschaft inspiriert mich jeden Tag, unser Sortiment mit höchsten Ansprüchen an Funktionalität und Qualität weiterzuentwickeln. Gerhard auf XING | Gerhard auf LinkedIN

Last modified: 21. Februar 2026

2 Kommentare zu :
Membrantechnologien im Vergleich: Gore-Tex, Dermizax, Texapore und mehr

  1. RennerXXL Magazin Redaktion sagt:

    Hallo Frex,

    danke für deinen Kommentar!

    Es ist schwer zu sagen, welches Membran-Material besser für dich ist, da es auf deine individuellen Bedürfnisse und Anforderungen ankommt.

    Gore-Tex ist ein bekanntes und etabliertes Membran-Material, das seit Jahrzehnten für seine Atmungsaktivität und Wasserdichtigkeit bekannt ist. Es wird oft für Outdoorkleidung, Schuhe und Ausrüstung verwendet.

    Dermizax ist eine jüngere Technologie, die ebenfalls für ihre Atmungsaktivität und Wasserdichtigkeit bekannt ist. Es hat jedoch einige Unterschiede zu Gore-Tex, wie z.B. eine größere Bewegungsfreiheit und eine höhere Atmungsaktivität bei gleichzeitiger Wasserdichtigkeit.

    Am Ende hängt es davon ab, welche spezifischen Anforderungen du an deine Kleidung oder Ausrüstung hast. Es lohnt sich, beide Optionen zu überprüfen und die für dich beste Wahl zu treffen.

    lg
    Das RennerXXL Team

  2. Welche Membrantechnologie habt ihr selbst im Einsatz — und seid ihr damit zufrieden? Gore-Tex, SympaTex oder doch eine Eigenmarke?

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