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15. März 2016 Comments (0) Allgemein, Renner Intern

Greenpeace testet PFC-freie Outdoor Ausrüstung

Im dritten Produkttest in Folge, den Greenpeace mit Outdoor-Ausrüstung durchführte, wurden wieder „gefährliche Chemikalien“ gefunden. Von 40 getesteten Produkten seien nur vier PFC-frei, bei stark verunreinigten Modellen wurden die Grenzwerte für giftige PFOA sogar deutlich überschritten. Das prekäre an dieser Untersuchung: Zwei höchstbelastete Bekleidungsteile kamen von den Branchenleadern Mammut und The North Face, und von der norwegischen Marke Norröna wurde eine hoch belastete Jacke getestet, obwohl Norwegen die Obergrenzen für diese Chemikalien sogar per Gesetz festgelegt hat.
Mit einem eindringlichen Appell an die Outdoor-Industrie endete die Präsentation des dritten Produkttests von Greenpeace über gefährliche per- und polyfluorierte Fluorchlorkohlenwasserstoffe (PFC) in Outdoor-Bekleidung und Ausrüstung. Gestern wurde auf der ISPO der neue Report unter dem Titel „Leaving Traces“ vorgestellt, und das Fazit war ernüchternd. Zu dieser Meinung kam Manfred Santen, Chemieexperte von Greenpeace. Viele Ankündigungen und Bekenntnisse der Hersteller, PFC aus ihren Artikeln zu verbannen, seien bisher nur „leere Versprechungen“ – das zeige jedenfalls der jetzt vorgestellte Test. Rund um den Globus wurden 40 Produkte von elf ausgewählten Marken auf den Gehalt PFC im Allgemeinen, also der sehr giftigen (und nicht abbaubaren) PFOA, aber auch der ebenfalls nicht unbedenklichen (aber flüchtige-ren) PFOS untersucht. Dabei wurde erstmals die Öffentlichkeit eingebunden. Mithilfe einer Verbraucherumfrage wurden die Marken ausgewählt, deren Produkte getestet werden sollten. Dieses Jahr handelte es sich u.a. um Stichproben von The North Face, Columbia, Jack Wolfskin, Mammut, Vaude, Haglöfs, Pagatonia und Norröna.

Nur 10% der Produkte waren schadstofffrei

Eingekauft wurde die Jacken, Hosen, Schuhe, Zelte, Schlafsäcke und Seile rund um den Globus in 19 Ländern, neben verschiedenen europäischen Ländern auch in Asien und Südamerika. Daserschreckende Ergebnis: Elf Muster waren mit den sehr giftigen langketti- gen PFOA regelrecht verseucht, weitere 18 Modelle enthielten andere PFC, also andere perfluorierte Kohlenwasserstoffe, die sich ebenfalls in der Umwelt anreichern. Nur vier untersuchte Produkte waren frei von allen Arten von PFC (per- und polyfluorierte Chemikalien), und zwar je eine Jacke von Vaude und Jack Wolfskin sowie ein Rucksack von Haglöfs und ein Handschuhmodell von The North Face. Manfred Santen kommentiert dieses Resultat enttäuscht: „Die Outdoor-Branche setzt weiterhin Schadstoffe ein, von denen sich einige in der Natur anreichern oder sogar krebserregend wirken können. Dies sind enttäuschende Ergebnisse für Outdoor-Liebhaber, die sich ihre Ausrüstung sauber und umweltfreundlich wünschen.“ Besonders schwer wiege die Tatsache, dass die schädliche Perfluoroktansäure (PFOA) in hohen Konzentrationen auch bei Modellen der Marktführer The North Face und Mammut zu finden sei. Dabei gäbe es bereits einige schadstofffreie Alternativen, die bei Stoffen, Membranen und Imprägnierungen auf alle Arten von PFC verzichten, so Santen weiter. Und er empfiehlt: „Vor dem Kauf sollten Verbraucher prüfen, ob sie ihre Ausrüstung für einen Gipfelsturm oder Spaziergang benötigen.“ Wetterfest und PFC-frei sind beispielsweise Textilien aus Polyester und Polyurethan. Verschiedene Marken würden derartige Funktionskleidung bereits anbieten.

PFC (PFOA/PFOS) können der Gesundheit schaden

Doch welche Auswirkungen haben die PFCs in der Umwelt? PFCs sind chemische Verbindungen, die in der Natur existieren. Sie lassen Wasser und Schmutz von Outdoor-Kleidung abperlen und werden auch bei der Herstellung innen liegenden wasserdichten Membranen verwendet. Fluorverbindungen können der Umwelt abgebaut werden und gelangen Nahrung, Luft und Trinkwasser in den menschlichen Organismus. Studien für eine ganze Reihe von PFCs einen Zusammenhang mit Schilddrüsenerkrankungen und Immunstörungen her. Eine Untersuchung von Schnee- und Wasserproben in entlegenen Gebieten wies im Herbst 2015 die globale Verbreitung von PFCs nach. Zu noch erschreckenderen Ergebnissen kamen Greenpeace-Untersuchungen in Hongkong, Korea und Taiwan. Hier, in den Zentren der Textilproduktion, sind die Verschmutzungen besonders hoch. So waren einige Trinkwasserreservoirs in der Umgebung von Hongkong verseucht, und auch in Taiwan wurden einige belastete Proben gefunden. Besonders kritisch stellte sich die Situation in Korea dar: In Daegu, einer wichtigen Stadt für die Textilproduktion, wurden hohe Konzentrationen von FTOH, welches sich in PFOA umwandelt, sogar im Blut von Testpersonen gefunden. Allerdings: Welcher Anteil der PFC-Verseuchung weltweit aus der Outdoor-Industrie kommt, könne derzeit nicht gemessen werden, so Santen. Jedenfalls seien nach Angaben der chinesischen Industrie dort beispielsweise rund 60% der PFC-Belastung der Textilindustrie zuzuordnen.

Greenpeace fordert den Verzicht auf PFC
Die Outdoor-Industrie habe nach Greenpeace-Meinung daher noch viele Hausaufgaben zu machen. Im Vergleich zu den Produkttests aus 2012 und 2014 sei zwar die Häufigkeit und Konzentration der verwendeten PFOA geringer geworden – und diese gelten als gefährlichste Variante der PFC, da sie (als ionische C-8-Chemie bekannt) sich zu fast 100% in der Umwelt anreichern und nicht abgebaut werden können. Doch parallel dazu sind der Anteil und die Menge der in Textilien verwendeten flüchtigen PFCs deutlich angestiegen. Das heißt, man habe die sehr schädliche C-8-Chemie gegen weniger schädliche, weil kurzkettige C-6-Chemie ausgetauscht, diese werde aber in größeren Mengen verwendet, was noch kein wirklicher Durchbruch in Sachen Umweltschutz und Gesundheitsschutz sei. Nach wie vor die höchsten PFOA-Werte wurden übrigens in einem Schlafsack von The North Face, einer Hose von Jack Wolfskin, Schuhen von Haglöfs und Mammut sowie in einem Mammut-Rucksack ermittelt. Die richtige Lösung, so Santen, sei nur der komplette Verzicht auf jegliche Art von PFC. Das fordere auch die Detox-Kampagne von Greenpeace, die auf eine Verringerung der chemischen Belastung in Textilien pocht. Dieser Kampagne haben sich schon einige Textilhersteller angeschlossen – neben H&M und C&A auch Adidas und Puma, und jetzt als erster Vertreter der Outdoor- Branche die Bekleidungsmarke Paramo. Mehr Informationen zu diesem Thema und die aktuellen Testergebnisse sind auf der Website www.greenpeace.de/kampagnen/detox zu finden.

 

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