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15. Mai 2019 / Kommentare (1)

Greenpeace testet PFC-freie Outdoor AusrĂĽstung

PFC-frei – was bedeutet das und warum ist es wichtig beim Kauf von Outdoor-Kleidung?

Imprägnierungsspray auf Outdoorjacke – Abperleffekt bei PFC-freier DWR-Ausrüstung

Wer Outdoor-Kleidung kauft, begegnet dem Begriff „PFC-frei“ inzwischen ĂĽberall. Aber was steckt dahinter – und macht es wirklich einen Unterschied, ob eine Jacke oder Hose mit oder ohne PFC imprägniert ist? Ich erkläre, was PFC und PFAS sind, warum sie problematisch sind und worauf du beim Kauf achten solltest.

Was sind PFC und PFAS?

PFC steht für per- und polyfluorierte Chemikalien – eine Gruppe von Kunstsoffverbindungen, die in der Outdoor-Industrie seit Jahrzehnten zur Imprägnierung von Jacken, Hosen, Zelten und Schlafsäcken verwendet werden. Der Oberbegriff lautet heute meist PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) – er schließt auch die besonders kritischen Untergruppen PFOA und PFOS ein.

PFC machen Textilien wasserabweisend, schmutzabweisend und strapazierfähig. Das Problem: Sie sind in der Natur praktisch nicht abbaubar, reichern sich in Böden, Wasser und im menschlichen Körper an und stehen im Verdacht, Schilddrüsenerkrankungen, Immunstörungen und andere gesundheitliche Schäden zu verursachen.

Warum sind PFC in Outdoor-Kleidung problematisch?

Greenpeace hat in mehreren Testrunden Outdoor-Produkte auf PFC untersucht – mit ernüchternden Ergebnissen. Von 40 getesteten Produkten waren nur vier vollständig PFC-frei. Besonders hohe Konzentrationen wurden bei bekannten Marken wie The North Face und Mammut gefunden – also ausgerechnet bei Herstellern, die für Qualität und Langlebigkeit stehen.

Das Kernproblem: Langkettige PFOA-Verbindungen (C-8-Chemie) reichern sich zu fast 100 % in der Umwelt an und können nicht abgebaut werden. Viele Hersteller sind inzwischen auf kurzkettige C-6-Chemie umgestiegen – weniger schädlich, aber nur ein Zwischenschritt, kein wirklicher Durchbruch.

Gerhards Praxistipp: Wer eine neue Regenjacke oder Wanderhose kauft, sollte gezielt nach dem Hinweis „PFC-frei“ oder „PFAS-frei“ suchen. Viele Hersteller – darunter auch Marken aus unserem Sortiment wie Maier Sports – haben ihre Imprägnierungen inzwischen umgestellt. Das schĂĽtzt nicht nur die Umwelt, sondern auch dich.

Welche Marken bieten PFC-freie Outdoor-Kleidung an?

Der Markt hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert. Viele große Hersteller haben sich verpflichtet, vollständig auf PFC zu verzichten – teils bereits umgesetzt, teils noch im Übergang:

  • Vaude: Einer der Vorreiter – bereits frĂĽh auf PFC-freie Imprägnierungen umgestellt
  • Jack Wolfskin: Schrittweise Umstellung, viele aktuelle Modelle bereits PFC-frei
  • Patagonia: Klares Bekenntnis zu PFAS-freien Materialien
  • Maier Sports: Aktuell auf PFC-freie DWR-AusrĂĽstung umgestellt
  • Regatta: Viele Modelle in der aktuellen Kollektion bereits ohne PFC

Bei Marken wie The North Face und Mammut ist die Umstellung noch nicht vollständig abgeschlossen – hier lohnt ein Blick auf die Produktdetails im Einzelfall.

Was ist PFC-freie Imprägnierung – und funktioniert sie genauso gut?

PFC-freie Imprägnierungen basieren auf Polyurethan (PU) oder anderen synthetischen Verbindungen ohne Fluorchemie. Sie sind in der Praxis für die allermeisten Outdoor-Aktivitäten ausreichend wasserabweisend – für Wandern, Trekking, Camping und Radfahren im Regen.

In Extremsituationen – tagelanger Dauerregen, technisches Klettern, Hochalpinismus – können fluorfreie Imprägnierungen minimal schlechter abperlen als traditionelle PFC-Beschichtungen. Für den normalen Outdoor-Einsatz ist dieser Unterschied in der Praxis kaum spürbar.

Wichtig: Die Imprägnierung ist nicht dasselbe wie die Membran. Eine Gore-Tex-Membran oder andere wasserdichte Membranen funktionieren unabhängig von der äußeren Imprägnierung. Mehr dazu im Ratgeber Funktionsbekleidung Membranen.

Gerhards Praxistipp: PFC-freie Jacken müssen genauso gepflegt werden wie herkömmliche. Nach mehreren Wäschen lässt die Imprägnierung bei allen Jacken nach – das hat nichts mit PFC oder nicht-PFC zu tun, sondern ist normal. Wie du Gore-Tex und andere Funktionsjacken richtig wäschst und die Imprägnierung reaktivierst, erklärt unser Ratgeber Gore-Tex-Jacken richtig waschen.

Was bedeutet die Wassersäule – und brauche ich eine hohe für PFC-freie Jacken?

Die Wassersäule gibt an, wie wasserdicht eine Membran oder Beschichtung ist – unabhängig von der äußeren Imprägnierung. Eine Jacke mit 10.000 mm Wassersäule und PFC-freier Imprägnierung schützt im Dauerregen genauso wie eine mit PFC-Imprägnierung, solange die äußere Imprägnierung intakt ist. Was eine hohe Wassersäule wirklich bedeutet, erklärt unser Artikel 10.000 mm Wassersäule – reicht das bei starkem Regen?

PFC-freie Outdoor-Kleidung in Übergrößen

In unserem Sortiment an Wanderbekleidung in Übergrößen achten wir gezielt auf Marken, die bei der Imprägnierung auf PFC verzichten oder den Umstieg aktiv vorantreiben. Wer also Funktionsjacken oder Wanderhosen in großen Größen sucht und dabei auf eine umweltfreundlichere Produktion Wert legt, ist bei uns richtig.

Mehr zur PFC-Thematik insgesamt und welche Marken sich durch besonders nachhaltige Produktion auszeichnen, erklärt unser ausführlicher Ratgeber Outdoor PFC-frei – ein Überblick.

Häufige Fragen zu PFC-freier Outdoor-Kleidung

Was bedeutet PFC-frei bei Outdoorkleidung?

PFC-frei bedeutet, dass die wasserabweisende Imprägnierung der Jacke oder Hose ohne per- und polyfluorierte Chemikalien hergestellt wurde. Diese Verbindungen sind umweltschädlich und nicht abbaubar. PFC-freie Alternativen auf Polyurethan-Basis bieten für die meisten Outdoor-Aktivitäten vergleichbaren Schutz.

Ist PFC-freie Imprägnierung genauso gut?

Für Wandern, Trekking, Camping und Sport im Regen ja – der Unterschied ist in der Praxis kaum spürbar. Nur im Extremeinsatz (tagelanger Starkregen, Hochalpinismus) können traditionelle PFC-Imprägnierungen minimal besser abperlen. Für den normalen Outdoor-Gebrauch ist PFC-frei ausreichend.

Welche Outdoor-Marken sind PFC-frei?

Vaude und Patagonia gehören zu den Vorreitern. Maier Sports, Jack Wolfskin und Regatta haben ihre aktuellen Kollektionen weitgehend auf PFC-freie Imprägnierungen umgestellt. Bei The North Face und Mammut läuft die Umstellung noch.

Wie erkenne ich, ob eine Jacke PFC-frei ist?

Im Produkttext oder auf dem Etikett steht dann „PFC-frei“, „PFAS-frei“, „fluorocarbon-free“ oder „bluesign approved“. Manche Hersteller nutzen auch den Begriff „DWR ohne Fluor“ (DWR = durable water repellency).

Muss ich PFC-freie Jacken anders pflegen?

Nein – Pflege und Wäsche sind identisch. Die Imprägnierung lässt sich durch Waschen im Schonwaschgang und anschließendes Trocknen im Trockner oder mit dem Bügeleisen reaktivieren. Das gilt für PFC-haltige und PFC-freie Jacken gleichermaßen.

Greenpeace testet PFC-freie Outdoor AusrĂĽstung Zuletzt aktualisiert: 03.03.2026 von
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Gery Instagram Model
Ich bin Gery from LA – Model und authentisches Gesicht von RennerXXL. Mit meinen 185 cm Körpergröße, einem Brustumfang von 141 cm, einem Bauchumfang von 153 cm, einer Hüfte von 150 cm und einer Innenbeinlänge von 89 cm stehe ich genau für das, wofür RennerXXL steht: echte Passform, Natürlichkeit und Selbstbewusstsein. Seit vielen Jahren stehe ich für unsere Eigenmarken vor der Kamera. Dabei ist mir wichtig, mit meiner ehrlichen Art und Ausstrahlung zu zeigen, dass Outdoor-Bekleidung in Übergrößen nicht nur funktional ist, sondern auch mit Stolz getragen werden kann. Ob beim Wandern, Radfahren oder einfach draußen in der Natur – ich teste viele unserer Produkte selbst und bringe meine Erfahrungen direkt in die Weiterentwicklung ein. So bin ich nicht nur Model, sondern ein echter Teil der RennerXXL-Familie – bodenständig, glaubwürdig und immer mit einem Augenzwinkern.

Last modified: 3. März 2026

Ein Kommentar zu :
Greenpeace testet PFC-freie Outdoor AusrĂĽstung

  1. Achtet ihr beim Kauf von Outdoor-Jacken auf PFC-frei – oder war das bisher kein Thema für euch?

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