Zuletzt aktualisiert am: 24.Februar.2026
Lederhandschuhe sind im Outdoor-Bereich unschlagbar: Sie sind robust, atmungsaktiv und fühlen sich bei richtiger Pflege wie eine zweite Haut an. Damit sie beim Skifahren, Wandern oder Motorradfahren zuverlässig vor Nässe schützen und geschmeidig bleiben, ist eine regelmäßige Imprägnierung und Pflege unerlässlich. Als Fachhändler für Outdoor-Ausrüstung beraten wir seit über 20 Jahren zum Thema Lederpflege – hier erfährst Du, wie Du Deine Handschuhe richtig behandelst.
Lederhandschuhe reinigen und waschen – so geht’s richtig
Hochwertiges Leder sollte nur dann gewaschen werden, wenn es absolut notwendig ist. Aggressive chemische Zusätze können die natürlichen Gerb- und Färbestoffe zerstören.
- Nutze eine lauwarme Lösung mit reinen Seifenflocken.
- Wische das Leder vorsichtig mit einem weichen Tuch ab (vermeide Schwämme, die zerbröseln könnten).
- Wichtig: Wasche Lederhandschuhe niemals in der Waschmaschine und tauche sie nicht vollständig unter Wasser.
- Lasse sie an der Luft bei Zimmertemperatur trocknen. Ziehe sie während des Trocknens mehrmals an, damit sie ihre ursprüngliche Form behalten und sich wieder an Deine Hand anpassen.
Bei leichten Verschmutzungen reicht es oft, das Leder mit einem leicht angefeuchteten Mikrofasertuch abzuwischen. Stärkere Flecken lassen sich mit spezieller Lederreinigung von Nikwax oder einer milden Sattelseife behandeln. Von Alkohol, Aceton oder scharfen Haushaltsreinigern solltest Du die Finger lassen – die greifen das Leder an.
Anleitung: Lederhandschuhe imprägnieren

- Säubern: Entferne Schmutz mit einem feuchten Tuch. Das Leder muss sauber sein, bevor das Wachs aufgetragen wird.
- Dosierung: Trage das Wachs (oft aus der Tube mit Schwamm-Applikator) sparsam auf. Weniger ist hier meist mehr.
- Einarbeiten: Reibe das Wachs behutsam in das Leder ein. Achte besonders auf die Nähte, da hier Feuchtigkeit am leichtesten eindringt.
- Trocknen & Polieren: Lasse die Handschuhe einige Minuten ruhen, wische Überschüsse mit einem sauberen Tuch ab und lasse sie bei Zimmertemperatur vollständig trocknen.
Wie oft Du imprägnieren solltest, hängt von der Nutzung ab. Bei regelmäßigem Einsatz im Winter reicht eine Behandlung alle vier bis sechs Wochen. Wer seine Handschuhe nur gelegentlich trägt, kommt mit ein- bis zweimal pro Saison aus.
Pflege nach Lederart
Rauhleder und Nubuk
Diese Lederarten werden oft aus Rinds- oder Kalbshäuten gefertigt. Nutze hier spezielle Imprägnierer, um die Wasserfestigkeit zu erhalten, ohne die typische samtige Oberfläche zu verkleben. Transparente Wachse halten das Material geschmeidig.
Glattleder
Glattleder (meist Kalbsleder) ist von Natur aus wasserabweisender, aber anfälliger für Flecken. Eine regelmäßige Behandlung mit Lederpflegecreme oder Wachs schützt die Oberfläche und verhindert Risse.
Wildleder
Wildleder erfordert besondere Vorsicht. Nutze hier ausschließlich Wildleder-Imprägniersprays. Vermeide Lederfette, da diese die feinen Fasern verkleben würden. Bürste die Handschuhe regelmäßig mit einem speziellen Wildleder-Pinsel auf.
Welches Fett oder Pflegemittel ist das richtige?
Gute Lederpflegecremes oder spezielle Handschuhfette enthalten Wachse und Öle, die das Leder nähren und vor Austrocknung schützen. Wichtig ist, dass das Pflegemittel zum jeweiligen Leder passt – Glattleder verträgt Fette und Wachse, Wildleder ausschließlich Sprays.
Bewährte Produkte, die wir im RennerXXL Shop führen:
- Sno Seal Bienenwachs – besonders für Vollleder und Wanderschuhe bewährt
- Hey Sport Leder-Imprägnierer Spray – schnell und einfach aufzutragen
- Nikwax Waterproofing Wax – guter Allrounder, PFC-frei
Hausmittel zur Lederpflege
Als Notlösung für zwischendurch eignen sich auch Hausmittel wie Vaseline oder Kokosöl, um das Leder geschmeidig zu halten. Olivenöl funktioniert ebenfalls, kann aber ranzig werden. Achte bei allen Hausmitteln darauf, dass sie das Leder deutlich abdunkeln können und keine echte Imprägnierung ersetzen. Für helle oder farbige Handschuhe sind Hausmittel nicht zu empfehlen.
Lederhandschuhe weich machen und dehnen
Neue Lederhandschuhe fühlen sich oft steif an, und nach längerer Lagerung kann das Leder hart werden. Das ist normal und lässt sich beheben.
Um Lederhandschuhe wieder weich und geschmeidig zu machen, trage eine dünne Schicht Lederfett oder Lederbalsam auf und arbeite es mit den Fingern ein. Ziehe die Handschuhe anschließend an und bewege die Finger mehrfach – das Leder wird sich nach kurzer Zeit wieder anpassen.
Wenn Lederhandschuhe zu eng sitzen, helfen diese Methoden beim Dehnen:
- Handschuhe anziehen und die Finger mehrmals spreizen und ballen – Leder gibt mit der Zeit nach.
- Leicht anfeuchten (nicht nass machen), anziehen und trocknen lassen – das Leder formt sich nach.
- Spezielles Leder-Dehnspray verwenden und die Handschuhe beim Trocknen tragen.
Grundsätzlich gilt: Lederhandschuhe sollten beim Kauf eng, aber nicht schmerzhaft sitzen. Echtes Leder dehnt sich durch das Tragen um eine halbe bis ganze Größe. Handschuhe, die schon beim Kauf locker sitzen, werden mit der Zeit zu weit.
Sind Lederhandschuhe wasserdicht?
Leder ist von Natur aus wasserabweisend, aber nicht wasserdicht. Unbehandeltes Leder saugt sich bei längerem Kontakt mit Wasser voll, wird schwer und kann beim Trocknen hart und brüchig werden.
Durch eine regelmäßige Imprägnierung mit Wachs oder Spray lässt sich die Wasserabweisung deutlich verbessern. Für Einsätze bei starkem Regen oder Schnee reicht das aber nicht immer aus. Wer wirklich wasserdichte Handschuhe braucht, sollte auf Modelle mit eingearbeiteter Membran (z. B. Gore-Tex) achten – die haben eine wasserdichte Schicht zwischen Außenleder und Futter.
Nasse Lederhandschuhe richtig trocknen
Nasse Lederhandschuhe sind empfindlich. Falsches Trocknen führt zu Verhärtung, Rissen und Verformung.
- Nasse Handschuhe niemals auf die Heizung legen oder mit dem Föhn trocknen. Die direkte Hitze entzieht dem Leder Feuchtigkeit und macht es spröde.
- Handschuhe vorsichtig in Form bringen und bei Zimmertemperatur an der Luft trocknen lassen.
- Zeitungspapier locker in die Finger stopfen – das zieht Feuchtigkeit und beschleunigt das Trocknen.
- Sobald das Leder angetrocknet, aber noch leicht feucht ist: Handschuhe anziehen und bewegen. So bleibt die Passform erhalten.
- Nach dem vollständigen Trocknen mit Lederfett oder Imprägnierwachs nachbehandeln.
Ski- und Motorradhandschuhe aus Leder pflegen
Skihandschuhe und Motorradhandschuhe bestehen häufig aus einer Kombination von Leder und Textil. Hier gelten besondere Regeln.
Skihandschuhe imprägnieren
Ski-Lederhandschuhe werden beim Fahren stark beansprucht: Schnee, Schweiß und mechanischer Abrieb setzen dem Material zu. Das Leder an den Handflächen imprägnierst Du mit Wachs, die textilen Bereiche mit einem Textil-Imprägnierspray. Achte darauf, beide Materialien getrennt zu behandeln – ein Produkt für alles funktioniert hier selten gut.
Motorradhandschuhe imprägnieren
Motorradhandschuhe aus Leder müssen gleichzeitig Schutz bieten und geschmeidig bleiben. Imprägniere das Leder regelmäßig mit Wachs oder Spray, besonders an den Nähten und Knöchel-Protektoren. Nach Regenfahrten die Handschuhe langsam bei Zimmertemperatur trocknen lassen und anschließend nachfetten. Viele Motorradhandschuhe haben verstärkte Bereiche aus Textil oder Kunststoff – diese Stellen nicht mit Lederfett behandeln.
Tipp: Die Pflegeprinzipien sind ähnlich wie bei der Pflege von Lederwanderschuhen. Wer bereits Erfahrung mit Schuhpflege hat, kann dieselben Produkte verwenden.
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Mit der richtigen Pflege begleiten Dich hochwertige Lederhandschuhe locker 8 bis 10 Jahre durch den Winter.
Häufige Fragen zu Lederhandschuhen
Soll man Lederhandschuhe imprägnieren?
Ja. Ohne Imprägnierung saugt sich Leder bei Nässe voll, wird schwer und kann beim Trocknen hart und brüchig werden. Eine regelmäßige Imprägnierung mit Wachs oder Spray schützt das Material und verlängert die Lebensdauer erheblich.
Wie kann man Leder imprägnieren?
Am besten mit einem speziellen Imprägnierwachs oder Leder-Imprägnierungsspray. Das Leder vorher reinigen, das Mittel dünn auftragen, besonders an den Nähten einarbeiten und bei Zimmertemperatur trocknen lassen. Bewährte Hersteller sind Nikwax, Sno Seal und Hey Sport.
Kann man Lederhandschuhe in der Waschmaschine waschen?
Nein. Die Waschmaschine beschädigt das Leder durch mechanische Beanspruchung und zu viel Wasser. Lederhandschuhe nur von Hand mit einem feuchten Tuch und milden Seifenflocken reinigen. Nach dem Reinigen immer nachimprägnieren.
Wie bekommt man harte Lederhandschuhe wieder weich?
Trage eine dünne Schicht Lederfett oder Lederbalsam auf und arbeite es ein. Dann die Handschuhe anziehen und die Finger bewegen. Bei stark verhärtetem Leder die Behandlung nach einigen Stunden wiederholen. Auch Vaseline oder Kokosöl helfen als Notlösung – beide dunkeln das Leder aber ab.
Welches Fett eignet sich fĂĽr Lederhandschuhe?
Am besten eignen sich spezielle Lederpflegecremes oder Handschuhfette auf Bienenwachsbasis (z.B. Sno Seal). Für Wildleder ausschließlich Sprays verwenden, niemals Fett. Hausmittel wie Vaseline oder Kokosöl funktionieren als kurzfristige Lösung, ersetzen aber keine professionelle Lederpflege.
Wie oft sollte man Lederhandschuhe imprägnieren?
Bei regelmäßiger Nutzung im Winter alle vier bis sechs Wochen. Bei gelegentlichem Tragen reichen ein bis zwei Behandlungen pro Saison. Sobald Wasser nicht mehr sichtbar abperlt, ist es Zeit für eine neue Imprägnierung.
Last modified: 24. Februar 2026



Es ist total Sinnvoll seine Lederhandschuhe zu imprägnieren. Ich habe einiges aus Leder bestellt und möchte dieses auch gut pflegen. Wenn man sein Leder gut pflegt, ist es auch echt lange haltbar.
Ich möchte meiner Freundin schicke Lederhandschuhe zum Geburtstag schenken. Es ist daher wichtig, dass sie auch auf die Pflege achtet. Eine gute Idee, die Handschuhe erstmal zu imprägnieren.
Welches Pflegemittel nutzt Ihr für Eure Lederhandschuhe – Wachs, Spray oder ein Hausmittel? Und wie oft imprägniert Ihr nach? Schreibt es gerne in die Kommentare, wir sind gespannt!