Wasserdicht, wasserabweisend, wasserfest – was ist der Unterschied?

Zuletzt aktualisiert am: 18.05.2026

Wasserdicht, wasserabweisend oder wasserfest – was ist eigentlich der Unterschied, welche Wassersäule brauchst du wirklich und welches Material schützt dich zuverlässig bei Regen? In diesem Artikel bekommst du die klare Antwort ohne Marketing-Floskeln.

Aus über 20 Jahren Beratung bei Outdoor-Bekleidung in Übergrößen wissen wir: Bei XXL-Regenjacken zählen Bewegungsfreiheit, Atmungsaktivität und getapte Nähte mindestens so viel wie der höchste Wassersäulenwert auf dem Etikett. Wer beim Wandern, auf dem Rad oder auf Tour wirklich trocken bleiben will, braucht mehr als nur eine große Zahl – er braucht eine Jacke, die zur Statur passt und dort dicht ist, wo Druck entsteht.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Wasserdicht = Wasser dringt auch unter Druck nicht durch den Stoff. Wassersäule mindestens 800 mm laut Norm, in der Praxis ab 10.000 mm zuverlässig.
  • Wasserabweisend = Wasser perlt an der Oberfläche ab. Bei anhaltendem Regen wird der Stoff durchlässig. DafĂĽr leichter und atmungsaktiver.
  • Wasserfest = umgangssprachlich, kein einheitlicher Standard. Sagt nichts ĂĽber die Wassersäule aus.
  • Die hydrostatische Wassersäule in Millimetern misst, wie viel Druck ein Material aushält, bevor Feuchtigkeit eindringt.
  • Membranen aus ePTFE (Gore-Tex), Sympatex oder PU machen Bekleidung wasserdicht – DWR-Beschichtungen machen sie wasserabweisend.
  • Imprägnierung muss regelmäßig erneuert werden, damit die Funktion erhalten bleibt.

Wasserdicht, wasserabweisend, wasserfest – die Begriffe sauber unterschieden

Unterschied wasserdicht und wasserabweisend – Illustration der Materialwirkung an einem Stoff

Die drei Begriffe klingen ähnlich, meinen aber etwas Unterschiedliches. Wer Outdoor-Bekleidung kauft, sollte den Unterschied kennen – sonst wird aus der vermeintlichen Regenjacke ein Kleidungsstück, das beim ersten richtigen Schauer durchnässt.

In der täglichen Beratung bekommen wir immer wieder die gleiche Frage: „Ist meine Jacke jetzt wasserdicht oder nur wasserabweisend?“ Genau fĂĽr diese Frage gibt es die hydrostatische Wassersäule – sie macht aus dem unklaren Marketing-Begriff einen messbaren Wert.

Wasserabweisend

Wasserabweisende Bekleidung hat eine Beschichtung, die Wasser an der Oberfläche abperlen lässt. Das geschieht meist über eine DWR-Ausrüstung – Durable Water Repellent. Der Stoff selbst ist nicht dicht: Tropfen rollen so lange ab, bis die Imprägnierung gesättigt ist.

Bei leichtem Regen, kurzen Schauern oder Nebel funktioniert das hervorragend. Steigt der Wasserdruck oder hält der Regen länger an, dringt Nässe in das Material ein. Wasserabweisende Stoffe sind deshalb keine Lösung für Dauerregen, sondern Allwetter-Lösungen für moderate Bedingungen. Typische wasserabweisende Produkte sind Softshelljacken, leichte Übergangsjacken und Hosen mit DWR-behandeltem Polyester oder Nylon. In Übergrößen kommt eine zusätzliche Herausforderung dazu: Bei stärkerer Bauchspannung an der Jacke wird der Stoff gedehnt – die DWR-Wirkung lässt an Spannungsstellen schneller nach als bei einem locker sitzenden Modell.

Wasserdicht

Wasserdicht bedeutet, dass das Material so dicht ist, dass kein Wasser durch den Stoff dringt – auch nicht unter Druck. Möglich wird das durch eine Membran (Gore-Tex, Sympatex, eVent) oder eine dichte Beschichtung auf der Innenseite des Außenstoffes. Wichtig: Eine wasserdichte Jacke ist nur dann wirklich dicht, wenn auch alle Nähte versiegelt und die Reißverschlüsse wasserdicht oder überdeckt sind.

Wasserdicht ist übrigens kein absoluter Begriff. Wasserdichtigkeit existiert in mehreren Abstufungen, die durch die hydrostatische Wassersäule definiert werden. Eine Jacke mit 5.000 mm ist offiziell wasserdicht – schützt aber bei starkem Regen nicht so zuverlässig wie eine mit 20.000 mm.

Wasserfest und Waterproof

Wasserfest ist im Bereich Outdoor-Kleidung kein normierter Begriff. Im Alltag wird er oft synonym mit wasserdicht verwendet – verlässlich ist das aber nicht. Hersteller können „wasserfest“ auf ein Etikett drucken, ohne dass dahinter ein bestimmter Wassersäulenwert steht.

„Waterproof“ ist die englische Entsprechung von wasserdicht und wird in der Textilindustrie weltweit verwendet. Bei seriösen Herstellern steht hinter dem Wort immer ein konkreter Wassersäulenwert. Aussagen wie „100 % Waterproof“ oder „100 % wasserfest“ klingen werblich – sind aber technisch ungenau, weil sie keinen Druckwert nennen.

Unser Tipp aus der Beratung: Wenn auf einem Produkt nur „wasserfest“ steht und keine konkrete Wassersäule angegeben ist, immer nachfragen. Sonst kaufst du eventuell ein KleidungsstĂĽck, das eher wasserabweisend als wasserdicht ist.

Die hydrostatische Wassersäule – das Maß für Wasserdichtigkeit

Die hydrostatische Wassersäule ist der wichtigste technische Wert, wenn es um Wasserdichtigkeit geht. Sie bezeichnet die Höhe einer theoretischen Wassersäule, die auf eine Gewebeoberfläche drückt, wenn sich der erste Tropfen durch das Gewebe presst. Die Angabe erfolgt in Millimetern – je höher der Wert, desto stabiler ist der Stoff gegen Wasserdruck.

Vereinfacht gesagt entspricht eine Wassersäule von 10.000 Millimetern dem Druck einer 10 Meter hohen Wassersäule – also rund 1 bar. Je höher der Wert, desto mehr Druck verträgt der Stoff, bevor Wasser durchgeht. Beim Tragen wirken auf eine Jacke vor allem zwei Druckquellen: Rucksackgurte und Sitz- oder Knieflächen bei nassem Untergrund. Genau dort ist eine hohe Wassersäule am wichtigsten.

Wie wird die Wassersäule gemessen?

Die Wassersäule wird durch einen standardisierten Wasserdruckversuch ermittelt. Der Stoff wird in eine Apparatur eingespannt und mit langsam steigendem Wasserdruck belastet. Sobald an drei Stellen auf der Innenseite Wassertröpfchen sichtbar werden, ist der Grenzwert erreicht. Der Druck steigt, bis der erste Tropfen die Innenseite erreicht – dieser Punkt definiert die Höhe einer theoretischen Wassersäule, ab der das Material durchlässig wird. In der Textilindustrie ist dieser Test nach ISO 811 weltweit der Referenzwert. Bei der Bewertung spielt aber auch die Beschaffenheit der Nähte und Anzahl der Lagen eine Rolle – die Wassersäule allein erzählt nicht die ganze Geschichte.

Welche Wassersäule brauchst du wirklich?

  • Unter ca. 800 mm: nicht wasserdicht – Stoff bietet allenfalls Schutz bei kurzem Wasserkontakt
  • 800 bis 1.500 mm: formal wasserdicht laut Norm, bei Regen schnell ĂĽberfordert
  • 1.500 bis 5.000 mm: leichter Regenschutz, ausreichend fĂĽr kurze Schauer
  • 5.000 bis 10.000 mm: wasserdicht, geeignet fĂĽr normalen Regen
  • 10.000 bis 20.000 mm: sehr wasserdicht, fĂĽr starken Regen, Trekking und Sport
  • Ăśber 20.000 mm: extrem wasserdicht, fĂĽr alpine Bedingungen

Internationale Standards definieren die Grenze zwischen wasserabweisend und wasserdicht je nach Anwendung unterschiedlich. Für Regenbekleidung gelten 800 mm Wassersäule als Mindestwert, in einigen Normen wird die Grenze bei 815 mm gezogen. Diese Norm-Untergrenze hilft dir bei Dauerregen aber wenig. Aus unserer Praxiserfahrung gilt: Für eine zuverlässige Regenjacke sind 10.000 mm das Minimum, für Wandern mit Rucksack eher 15.000 mm, für alpine Bedingungen 20.000 mm aufwärts. Regenhosen brauchen mindestens 15.000 mm, weil beim Hinknien und Sitzen hoher Druck entsteht. Wer eine Regenhose in Übergröße sucht, sollte zusätzlich auf elastische Bündchen und großzügigen Sitzbereich achten. Bei kräftigerer Statur kommt zusätzlich der Sitzdruck beim Anhalten auf nassen Bänken oder Steinen ins Spiel – hier zahlt sich höhere Wassersäule besonders aus.

Wanderer in Regenjacke bei Dauerregen auf der E5-AlpenĂĽberquerung
💡 Gerhards Tipp: Lass dich nicht von der Norm täuschen. Offiziell ist eine Jacke schon ab 800 mm Wassersäule wasserdicht – auf dem Papier. Bei einem nassen Wandertag bringt dir das wenig. Für Regenjacken im Alltag plane mindestens 10.000 mm ein, für Skifahren 15.000 bis 20.000 mm. Lieber etwas mehr Reserve als bei Dauerregen frieren.

Wann ist eine Jacke wasserdicht oder wasserabweisend?

Verschweißte Nähte auf der Innenseite einer wasserdichten Regenjacke
Wasserdichte Outdoor-Bekleidung mit getapten Nähten und Membran

Eine Jacke ist wasserabweisend, wenn ihr Außenstoff eine DWR-Behandlung trägt – Wassertropfen perlen ab, statt einzuziehen. Wasserabweisend beschreibt also zunächst den Abperleffekt an der Oberfläche, nicht automatisch eine bestimmte Wassersäule. Erst wenn das Grundmaterial darunter eine Wassersäule unter 800 mm hat und keine Membran verbaut ist, ist die Jacke ausschließlich wasserabweisend und nicht wasserdicht.

Eine Jacke ist erst dann wirklich wasserdicht, wenn drei Bedingungen erfüllt sind: Der Stoff hat eine ausreichend hohe Wassersäule, alle Nähte sind versiegelt, und die Reißverschlüsse sind wasserdicht oder überdeckt. Fehlt einer dieser Punkte, hilft die beste Membran nichts. Getapte Nähte erkennst du an einem schmalen Klebeband auf der Innenseite der Jacke. In der täglichen Beratung sehen wir genau hier den häufigsten Fehlkauf: hohe Wassersäule auf dem Etikett, aber ungetapte Nähte – und nach einer Stunde Regen sind die Schultern nass.

Merkmale einer echt wasserdichten Jacke: Wassersäule deutlich über 10.000 mm, eine Membran oder dichte Beschichtung, getapte oder verschweißte Nähte sowie wasserdichte Reißverschlüsse. Damit der Träger trocken bleibt, müssen auch Übergänge an Ärmeln, Saum und Kapuze sauber verarbeitet sein. Bei Übergrößen kommen zwei Punkte hinzu, auf die du besonders achten solltest: Sitzt die Jacke zu eng an Bauch oder Schulter, entstehen Spannungslinien – und genau dort versagen Imprägnierung und Naht zuerst. Außerdem stehen wasserdichte Reißverschlüsse bei kräftiger Statur stärker unter Zug; ein zu kurz geschnittener Reißverschluss reißt schneller oder gibt die Dichtigkeit auf.

Speziell bei Outdoor-Bekleidung in Übergrößen entstehen zusätzliche Belastungspunkte: Spannung im Bauch- und Brustbereich, Zug an den Schulternähten und stärker beanspruchte Reißverschlüsse. Genau hier reißt im Praxiseinsatz oft die DWR zuerst auf und Nähte werden undicht – darauf solltest du beim Kauf besonders achten.

Wasserdichte Materialien und Membranen im Ăśberblick

Welche Materialien sind wasserdicht? Drei Bauweisen dominieren den Markt: mikroporöse Membranen, dichte Beschichtungen und klassische Imprägnierungen mit Wachs oder Paraffin. Jede Bauweise hat ihre Stärken und Schwächen, beide Welten haben in der modernen Outdoor-Bekleidung ihren Platz.

Gore-Tex, Sympatex und eVent

Gore-Tex ist die bekannteste Membran und basiert auf expandiertem PTFE (ePTFE). Die Membran enthält Milliarden mikroskopisch kleiner Poren, die für Wassertropfen zu klein sind – Wasserdampfmoleküle aber durchlassen. So entstehen Gore-Tex-Jacken, die wasserdicht und gleichzeitig atmungsaktiv sind. Wichtige Varianten: Gore-Tex Active für hohe Belastung mit geringem Gewicht, Gore-Tex Pro für alpine Anforderungen, Gore-Tex Paclite für minimales Packmaß.

Sympatex ist eine deutsche Membran auf Basis eines dichten Polymer-Films und transportiert Wasserdampf über Molekularketten nach außen – sehr robust und langlebig. eVent setzt wie Gore-Tex auf ePTFE, arbeitet aber direkt atmungsaktiv und leitet Feuchtigkeit besonders schnell ab.

ePTFE, PU, Wachs und DWR-Beschichtungen

Wasserabweisender Stoff – Wasser perlt an der Oberfläche ab

ePTFE (expandiertes Polytetrafluorethylen) gilt als Goldstandard für wasserdichte und gleichzeitig atmungsaktive Textilien. PU-Membranen (Polyurethan) sind die preisgünstigere Alternative – zuverlässig wasserdicht, aber weniger atmungsaktiv. Klassische gewachste Outdoor-Kleidung wird mit Wachs und Paraffin imprägniert, ist dauerhaft wasserabweisend, aber nicht atmungsaktiv und muss regelmäßig nachbehandelt werden.

DWR steht fĂĽr „Durable Water Repellent“ – eine dauerhaft wasserabweisende Beschichtung auf Polymerbasis. Sie wird bei vielen Regen- und Wetterschutzjacken auf den AuĂźenstoff aufgetragen. Nicht jede Outdoor-Bekleidung hat eine DWR: Fleecejacken, Baselayer und klassische gewachste Jacken kommen ohne aus.

Wichtig zur Funktion: Die DWR ist nicht fĂĽr die eigentliche Dichtigkeit der Jacke zuständig – das ĂĽbernimmt die Membran oder Beschichtung darunter. DWR sorgt dafĂĽr, dass der AuĂźenstoff nicht volllaufen kann. Lässt sie nach, „nässt“ der AuĂźenstoff zu, die Jacke fĂĽhlt sich schwer und klamm an und atmet schlechter – aber Wasser kommt nicht durch die Membran. In der Bekleidungsindustrie sind wasserabweisende Materialien meist DWR-behandeltes Polyester oder Nylon. Mehr zu Membranen findest du im Ratgeber zu Funktionsmembranen.

Wasserdicht und wasserabweisend bei Schuhen

Bei Schuhen wird der Begriff wasserabweisend ähnlich verwendet wie bei Bekleidung: Das Obermaterial ist DWR-imprägniert, Wasser perlt bei kurzem Kontakt ab. Imprägnierte Schuhe halten Feuchtigkeit von leichtem Regen ab – sie sind aber keine Lösung fĂĽr Dauerregen oder feuchten Untergrund ĂĽber Stunden. Bei Reklamationen sehen wir oft, dass „wasserabweisende“ Schuhe als regentauglich missverstanden werden – sie sind es nicht.

Wasserdichte Schuhe – oft mit „Waterproof“-Label gekennzeichnet – haben eine Membran in der Konstruktion. Die Membran liegt zwischen Obermaterial und Innenfutter und verhindert, dass Wasser von auĂźen in den Schuh dringt. Auch ein wasserdichter Schuh ist aber nur so dicht wie sein Schaft: Wer in Wasser steht, das ĂĽber den Schaftrand reicht, bekommt nasse FĂĽĂźe – egal welche Membran verbaut ist. FĂĽr nasse Wege ist deshalb ein Mid- oder Highcut-Schaft die bessere Wahl.

Atmungsaktivität – wasserdicht heißt nicht luftdicht

Ein häufiges Missverständnis: Wasserdichte Bekleidung sei luftdicht und man schwitze darin automatisch. Das stimmt nur für sehr günstige Beschichtungen ohne Membran. Moderne mikroporöse Membranen sind so konstruiert, dass sie Wasserdampf von innen nach außen entweichen lassen, während Wassertropfen von außen blockiert werden. Der Schlüssel liegt im Größenunterschied: Wassertropfen sind ein Vielfaches größer als einzelne Wasserdampfmoleküle.

Die Atmungsaktivität wird in Gramm Wasserdampf pro Quadratmeter und 24 Stunden gemessen (g/m²/24h). Werte über 10.000 g/m²/24h gelten als gut. Bei hoher Anstrengung – Bergsteigen, intensives Wandern, Skitouren – sollten es eher 20.000 g/m²/24h oder mehr sein, damit der Träger nicht im eigenen Schweiß durchnässt. Bei Übergrößen ist das doppelt wichtig: Eine größere Körperoberfläche produziert auch mehr Wasserdampf, und eine Jacke, die unter Spannung steht, atmet schlechter. Im Zweifel lieber eine Nummer großzügiger wählen als nur nach Brustweite.

Wanderer mit Rucksack in Regenjacke in Übergröße beim Wandern im Regen
💡 Gerhards Tipp: Atmungsaktivität ist gerade bei Outdoor-Bekleidung in Übergrößen ein wichtiges Thema. Wer kräftiger gebaut ist, produziert beim Wandern mehr Körperwärme und Feuchtigkeit – eine schlecht atmende Jacke wird dann schnell unangenehm. Lieber etwas mehr in eine atmungsaktive Membran investieren, das macht sich auf jeder Tour bezahlt.

Imprägnierung und Pflege wasserdichter Kleidung

Die DWR-Ausrüstung einer Regenjacke nutzt sich durch das Tragen ab. Reibung an den Schultern, Kontakt mit Rucksackgurten, UV-Licht und mehrfaches Waschen schwächen die Imprägnierung. Durch Auftragen eines Imprägniermittels kannst du die DWR-Ausrüstung erneuern und die Funktion erhalten. Die Imprägnierung sorgt dafür, dass das Wasser auf deinem Produkt abperlt und gar nicht erst in das Material eindringen kann.

Das beste Erkennungszeichen für nachlassende Imprägnierung: Wasser perlt nicht mehr in runden Tropfen ab, sondern zieht in den Stoff ein. Spätestens dann ist Nachimprägnieren fällig – bei häufiger Nutzung ein- bis zweimal pro Saison. Imprägnierspray eignet sich für gezielte Stellen, Einwasch-Imprägnierung für komplette Jacken. Viele DWR-Beschichtungen werden durch Wärme reaktiviert – aber nur, wenn das Pflegeetikett Trockner oder höhere Temperaturen erlaubt. Im Zweifel die Herstellerangaben befolgen, sonst riskierst du Schäden an Membran oder Stoff.

Beim Waschen wasserdichter Kleidung gilt: Spezialwaschmittel oder mildes Flüssigwaschmittel ohne Zusätze, niedrige Temperatur (30 °C), niemals Weichspüler. Weichspüler beschädigt die wasserabweisende Beschichtung dauerhaft. Membranjacken solltest du regelmäßig reinigen, damit Schmutz die Atmungsaktivität nicht blockiert – wie oft und bei welcher Temperatur, steht auf dem Pflegeetikett. Wasserabweisende Stoffe wie Softshell vertragen meist Waschgänge bis 40 °C mit Feinwaschmittel, sofern das Etikett es freigibt. Detaillierte Anleitung im Ratgeber Outdoorjacken waschen und imprägnieren.

Was ist besser: wasserdicht oder wasserabweisend?

Gruppe in Outdoor-Regenjacken und Regenhosen in Übergrößen

Die Frage lässt sich nur situativ beantworten – beide Eigenschaften haben ihre Berechtigung. Wasserdichte Bekleidung ist die richtige Wahl bei Dauerregen, starkem Wind oder kaltem Wetter. Sie schützt zuverlässig auch über Stunden. Nachteile: meist schwerer, weniger atmungsaktiv, teurer.

Wasserabweisende Stoffe punkten durch geringes Gewicht, hohe Atmungsaktivität und besseren Tragekomfort. Die richtige Wahl für wechselhaftes Wetter, kurze Touren und sportliche Aktivitäten – solange du nicht in tagelangen Regen gerätst. Wer beides braucht, fährt am besten mit einem Lagensystem: eine atmungsaktive Softshell für trockene Tage, eine wasserdichte Hardshell darüber, wenn der Regen kommt.

„100 % wasserdicht“ oder „100 % wasserfest“ sind ĂĽbrigens werbliche Aussagen ohne technischen Wert. Wasserdichtigkeit wird in Wassersäulen-Werten gemessen, nicht in Prozent. Selbst hochwertige Hardshell-Jacken haben einen Grenzwert, der irgendwo zwischen 20.000 und 50.000 mm liegt. Statt 100 %-Aussagen lieber auf konkrete Werte und Details zur Verarbeitung achten.

Häufige Missverständnisse zur Wasserdichtigkeit

  • Wasserabweisend ist nicht wasserdicht. Bei anhaltendem Regen wird wasserabweisender Stoff durchlässig – das ist normal, kein Defekt.
  • Wasserfest ist kein einheitlicher Standard. Immer den konkreten Wassersäulenwert prĂĽfen, nicht das Etikett.
  • Wasserdichte Membranen sind nicht luftdicht. Sie lassen Wasserdampf nach auĂźen entweichen.
  • Eine hohe Wassersäule ersetzt keine Imprägnierung. Ohne intakte DWR nässt der AuĂźenstoff zu.
  • Wasserdichte Schuhe schĂĽtzen nicht vor Wasser von oben. Wer in tiefen PfĂĽtzen steht, bekommt nasse FĂĽĂźe.
  • Wasserdichte Socken brauchen keine Spezialreinigung. Moderne Modelle sind maschinenwaschbar.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen wasserdicht und wasserabweisend?
Wasserdicht hält Wasser auch unter Druck ab – durch Membran oder dichte Beschichtung. Wasserabweisend lässt Wasser an der Oberfläche abperlen, wird bei anhaltendem Regen aber durchlässig.

Was ist besser: wasserdicht oder wasserabweisend?
Kommt auf den Einsatzzweck an. Bei Dauerregen und langen Touren ist wasserdicht ĂĽberlegen. Im Alltag und bei Sport ist wasserabweisend oft komfortabler, weil leichter und atmungsaktiver.

Wann ist eine Jacke wasserabweisend?
Wenn der Stoff eine DWR-Beschichtung trägt und Wasser an der Oberfläche abperlt. Liegt zusätzlich keine Membran vor und die Wassersäule unter 800 mm, ist die Jacke nur wasserabweisend, nicht wasserdicht.

Welche Wassersäule gilt als wasserdicht?
Laut Norm reichen je nach Anwendung ab etwa 800 bis 1.500 mm. FĂĽr echten Regenschutz solltest du mindestens 10.000 mm einplanen, fĂĽr Skifahren und Trekking 15.000 bis 20.000 mm.

Welche Wassersäule ist wasserabweisend?
Werte unter 800 mm. Softshell-Jacken und DWR-imprägnierte Funktionsstoffe bewegen sich oft zwischen 100 und 500 mm Wassersäule.

Ist wasserabweisend auch wasserdicht?
Nein. Wasserabweisende Stoffe schützen vor leichtem Regen, sind aber nicht wasserdicht. Für echte Wasserdichtigkeit brauchst du Membran, getapte Nähte und mindestens 10.000 mm Wassersäule.

Welches Material ist absolut wasserdicht?
Absolut unter jedem Druck ist kein Material. Praktisch wasserdicht sind mikroporöse Membranen wie Gore-Tex, Sympatex und eVent sowie dichte PU-Beschichtungen mit sauber verarbeiteten Nähten.

Was bedeutet wasserabweisend bei Schuhen?
Das Obermaterial ist imprägniert, Wasser perlt bei kurzem Kontakt ab. Bei Pfützen oder Stunden auf nassem Untergrund werden die Füße feucht. Für trockene Wege reicht das.

Was bedeutet 100 % wasserfest oder 100 % Waterproof?
Werbliche Aussagen ohne technischen Wert. Wasserdichtigkeit wird in Wassersäulen-Werten gemessen, nicht in Prozent. Seriöse Hersteller nennen konkrete Werte wie 20.000 mm Wassersäule.

Was heiĂźt bei Schuhen Waterproof?
Der Schuh hat eine Membran in der Konstruktion. Aber: Auch wasserdichte Schuhe schützen nur bis zur Höhe des Schafts – wer tiefer im Wasser steht, hat nasse Füße.

Ist wasserfest und wasserdicht das gleiche?
Umgangssprachlich oft ja, technisch nein. Wasserdicht ist über die hydrostatische Wassersäule messbar definiert, wasserfest nicht. Im Zweifel: Wassersäulenwert prüfen.

Wie wird Wasserdichtigkeit gemessen?
Über die hydrostatische Wassersäule nach ISO 811. Der Stoff wird mit steigendem Wasserdruck belastet, der Wert in Millimetern abgelesen, bei dem die ersten Tropfen durchdringen.

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Hinweis zu Normen und Standards: Die Messung der Wassersäule folgt der ISO 811. Anforderungen an Regenbekleidung definiert die EN 343. Konkrete Pflegehinweise findest du immer auf dem Pflegeetikett deines Kleidungsstücks – Herstellerangaben gehen jeder allgemeinen Empfehlung vor.

Zuletzt aktualisiert am: 18.05.2026

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Gerhard Renner Geschäftsführer
Seit 2004 bin ich in der Outdoor-Branche tätig und habe es mir zur Aufgabe gemacht, hochwertige und funktionelle Kleidung für Menschen mit besonderen Passformanforderungen anzubieten. Als Geschäftsführer von RennerXXL und ausgewiesener Experte für Übergrößen lege ich besonderen Wert darauf, dass unsere Produkte optimal sitzen und unseren Kunden maximalen Komfort bieten – egal ob beim Wandern, Skifahren oder Radfahren. In meiner Freizeit bin ich selbst gerne in der Natur unterwegs und schätze vor allem die beeindruckende Landschaft Südtirols. Diese Leidenschaft inspiriert mich jeden Tag, unser Sortiment mit höchsten Ansprüchen an Funktionalität und Qualität weiterzuentwickeln. Gerhard auf XING | Gerhard auf LinkedIN

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