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16. Dezember 2022 / Kommentare (0)

Naketano – Gibt es einen Nachfolger? Geschichte, Comeback & Alternativen

Zuletzt aktualisiert am: 16.02.2026

Naketano – kaum eine andere deutsche Modemarke hat in so kurzer Zeit so viele Fans gewonnen und so viele Fragen hinterlassen. Die Hoodies mit den dicken Kordeln und den berüchtigten Produktnamen waren jahrelang ein Verkaufsschlager. Dann kam 2018 das überraschende Aus – und bis heute fragen sich tausende Menschen: Warum gibt es Naketano nicht mehr? Gibt es einen Nachfolger? Und kann man die Sachen noch irgendwo kaufen? In diesem Artikel beantworten wir alle Fragen rund um das Essener Kultlabel.

Die Geschichte von Naketano: Vom Startup zum Millionen-Label

Naketano wurde 2005 von Sascha Peljhan und Jozo Lonac in Essen gegründet. Die beiden hatten sich beim Streetwear-Label Mazine in Mülheim kennengelernt und beschlossen, gemeinsam eine eigene Marke aufzubauen. Die erste Kollektion 2006 richtete sich ausschließlich an Frauen – ab 2011 kam eine Herrenkollektion dazu.

Die Markenzeichen von Naketano wurden schnell zum Kult: dicke Kordeln an den Kapuzen, Kunstleder-Patches mit Anker-Logo und ein lässiger, sportiver Schnitt. Dazu kam der komplette Verzicht auf tierische Materialien – Naketano produzierte vegan, lange bevor das zum Trend wurde.

Ab 2010 erlebte Naketano ein explosives Wachstum. Die Marke wuchs nach eigenen Angaben um 90 Prozent pro Jahr. In Essen arbeiteten 65 Mitarbeitende, in der Türkei und China produzierten rund 1.000 Menschen in vier Fabriken. Der Umsatz stieg auf geschätzte 185 Millionen Euro, der Jahresüberschuss lag zuletzt bei über 10 Millionen Euro. Bei Zalando, Peek & Cloppenburg, SportScheck und in unzähligen Onlineshops waren Naketano-Hoodies Bestseller.

Die legendären Naketano-Namen

Was Naketano von anderen Marken unterschied, waren die provokanten und oft absurden Produktnamen. Statt nĂĽchterner Artikelbezeichnungen hieĂźen die Hoodies und Jacken „MuschiflĂĽsterer“, „Supapimmel“, „Krokettenhorst“, „Schnizzel Dizzel Popizzel“, „Isch brauch Deo!!!“, „Dirty Bitch Yeah“ oder „Italienischer Hengst“.

Die Namen standen nie auf den Produkten selbst – nur auf dem Etikett und in den Onlineshops. Viele Träger wussten gar nicht, wie ihr Lieblingspulli offiziell hieß. Zalando verzichtete sogar bewusst auf die Anzeige der Namen.

Die Strategie sorgte fĂĽr enorme Aufmerksamkeit und Wiedererkennungswert, fĂĽhrte aber auch zu Sexismus-VorwĂĽrfen. Naketano verwies lediglich auf „kĂĽnstlerische Freiheit“ und gab keine weiteren Stellungnahmen ab. Der Name „Naketano“ selbst ist ĂĽbrigens eine Kombination aus dem germanischen „Naket“ (nackt, unverhĂĽllt) und dem romanischen Suffix „-tano“.

💡 Gerhards Tipp: Falls du noch alte Naketano-Teile im Schrank hast – die Artikelnamen findest du auf dem inneren Etikett. Manche Stücke werden auf dem Second-Hand-Markt mittlerweile deutlich über dem Originalpreis gehandelt, besonders seltene Farben und limitierte Modelle.

Warum gibt es Naketano nicht mehr?

Anfang 2018 schickten die GrĂĽnder ein Schreiben an ihre Handelspartner, das die Branche schockierte: „Die HW18 Kollektion wird unsere Letzte sein. Wir liefern nur noch bis zum 31.12.2018. Firma und Marke werden nicht verkauft.“ Die einzige Erklärung: „Es ist Zeit fĂĽr eine Veränderung.“

Viele in der Modebranche hielten das zunächst für einen Marketing-Gag. Ein Label mit Millionen-Gewinnen einfach einstellen? Das ergab für niemanden Sinn. Doch Peljhan und Lonac meinten es ernst.

Einige Hintergründe wurden erst Jahre später bekannt:

  • Ein ehemaliger Hamburger MiteigentĂĽmer hatte Klage gegen Naketano eingereicht und den GrĂĽndern vorgeworfen, ihn 2013 beim Verkauf seiner Anteile getäuscht und unter Wert ausbezahlt zu haben. Der Rechtsstreit wurde letztlich mit einem Vergleich beigelegt.
  • Sascha Peljhan verriet 2024 im OMR Podcast, dass er und Lonac nach 15 Jahren schlicht die Lust verloren hatten – Probleme mit Plagiaten, Handelsvertretern und Mitarbeiterfluktuation hatten den SpaĂź an der Sache genommen.
  • Naketano war nicht insolvent. Das Unternehmen war bis zum letzten Tag hochprofitabel. Die GmbH besteht formal weiterhin, war aber bis 2023 ohne operative Tätigkeit.

Am 31. Dezember 2018 ging der Onlineshop offline. Die Restbestände waren zu diesem Zeitpunkt bereits ausverkauft – die Nachfrage war nach der Ankündigung des Endes nochmals explodiert.

Naketano ist zurück – das limitierte Comeback seit 2023

Ende 2023 ĂĽberraschte Naketano mit einer AnkĂĽndigung auf der eigenen Website: Die Marke ist wieder da. Am 3. Dezember 2023 erschien ein erster limitierter „Collection Drop“ mit den klassischen Hoodies, Sweatjacken und Pullovern im bekannten Naketano-Design.

Allerdings mit Einschränkungen:

  • Die StĂĽckzahlen sind stark limitiert und schnell ausverkauft.
  • Es gibt keine regelmäßigen Kollektionen im alten Sinne, sondern sporadische Drops.
  • Die Preise liegen auf dem Niveau der alten Kollektion (Hoodies ab ca. 80–90 €).
  • Neue Styles sind sowohl online als auch vereinzelt im stationären Handel erhältlich.

Ob das Comeback dauerhaft ist oder eine einmalige Aktion bleibt, ist unklar. Naketano selbst kommuniziert bewusst kryptisch – ganz im Stil der Gründer.

đź’ˇ Gerhards Tipp: Wenn du ein Original-Naketano-Teil ergattern willst, folge der Marke in den sozialen Medien und auf naketano.com. Die Drops werden kurzfristig angekĂĽndigt und sind oft innerhalb weniger Stunden ausverkauft. Schnell sein lohnt sich.

Die besten Naketano-Alternativen und Nachfolger

Ob das Naketano-Comeback von Dauer ist, weiĂź niemand. Wer den typischen Naketano-Style mit dicken Kordeln, Kunstleder-Patches und gemĂĽtlichem Schnitt sucht, findet inzwischen bei mehreren Marken hochwertige Alternativen:

Fli Papigu – Der direkte Nachfolger

Fli Papigu wurde 2019 von ehemaligen Naketano-Teammitgliedern gegrĂĽndet, darunter Head of Design Constanze Ladner, GeschäftsfĂĽhrer Jure Perko und zunächst auch Jozo Lonac (der seine Anteile später abgab). Die Handschrift des alten Design-Teams ist klar erkennbar. Die DĂĽsseldorfer Marke versteht sich als „Social Business“ und spendet Teile der Einnahmen an gemeinnĂĽtzige Projekte. Zwischen Fli Papigu und der Naketano GmbH besteht ein Lizenzvertrag.

Ragwear

Die Münchner Marke Ragwear bietet sportive Streetwear mit ähnlichen Details: dicke Kordeln, verspielte Krägen und lockere Schnitte. Ragwear produziert vegan und legt Wert auf Nachhaltigkeit. Preislich und stilistisch eine der nächsten Alternativen zu Naketano. Ragwear gibt es auch in großen Größen – zum Beispiel bei RennerXXL.

Alife & Kickin

Gegründet 2008 im Vogtland, bietet Alife & Kickin coole Hoodies, Sweatjacken und T-Shirts mit Kapuzen, Stehkrägen und Logo-Patches. Komplett vegan und fair produziert. Besonders die Damen-Hoodies mit verlängertem Rücken haben eine treue Fangemeinde.

Kazane

Die Eigenmarke des Onlineshops Blue Tomato wurde 2019 gegründet – kurz nach dem Naketano-Ende – und orientiert sich optisch stark am Naketano-Design. Kunstleder-Patches, dicke Kordeln und lässige Farben machen Kazane zur wohl optisch ähnlichsten Alternative.

Marikoo / Navahoo

Die Gelsenkirchener Marken von Gründer Selim Sayan bieten Hoodies und vor allem Winterjacken im lässigen Streetwear-Stil. Besonders die Winterjacken mit großen Kapuzen und warmen Fütterungen erinnern an den Naketano-Look. Preislich sehr attraktiv und bei Amazon und Otto stark vertreten.

Derbe Hamburg

Norddeutsche Streetwear mit maritimem Touch. Derbe setzt auf robuste Materialien, verspielte Details und nachhaltige Produktion. Wer den Naketano-Style etwas erwachsener mag, wird hier fĂĽndig.

💡 Gerhards Tipp: Wer nach dem typischen Naketano-Stil in Übergrößen sucht, wird bei den meisten Alternativen leider enttäuscht – die Größenläufe enden oft bei XL oder XXL. Bei RennerXXL findest du vergleichbare Sweatshirts und Jacken in großen Größen bis 10XL sowie Softshelljacken und Fleecejacken in Übergrößen mit ähnlichem Tragekomfort.

Naketano-Größentabelle: So fielen die Sachen aus

Eine häufige Frage bei Naketano: Wie fallen die Sachen aus? Naketano fiel generell eher klein aus. Wer normalerweise M trug, brauchte bei Naketano oft L. Nach dem Waschen wurden die Teile nochmals etwas enger. Auch bei den neuen Drops seit 2023 berichten Käufer, dass die Passform unverändert geblieben ist.

Hier eine grobe Orientierung für Herren-Hoodies (Damenmodelle fielen ähnlich aus):

  • S: Brustweite ca. 48–50 cm, Länge ca. 64 cm
  • M: Brustweite ca. 52–54 cm, Länge ca. 66 cm
  • L: Brustweite ca. 56–58 cm, Länge ca. 68 cm
  • XL: Brustweite ca. 60–62 cm, Länge ca. 70 cm
  • XXL: Brustweite ca. 64–66 cm, Länge ca. 72 cm

Die Empfehlung: Im Zweifel eine Nummer größer bestellen, besonders wenn du den lässigen, nicht zu engen Naketano-Look bevorzugst.

Häufige Fragen zu Naketano

Warum gibt es Naketano nicht mehr?

Die Gründer Sascha Peljhan und Jozo Lonac stellten den Betrieb Ende 2018 freiwillig ein – trotz Millionen-Gewinnen. Hintergründe waren Rechtsstreitigkeiten mit einem früheren Gesellschafter, Probleme mit Plagiaten und schlichtweg der Verlust der Motivation nach 15 Jahren. Naketano war nicht insolvent.

Gibt es Naketano noch / Ist Naketano wieder da?

Ja, seit Dezember 2023 bietet Naketano wieder limitierte Collection Drops an. Die Stückzahlen sind stark begrenzt und schnell ausverkauft. Ein vollständiges Comeback mit regelmäßigen Kollektionen ist bisher nicht bestätigt.

Wer ist der Nachfolger von Naketano?

Den direktesten Nachfolger stellt Fli Papigu dar – gegründet vom ehemaligen Naketano-Design-Team. Weitere beliebte Alternativen sind Ragwear, Alife & Kickin, Kazane (Blue Tomato) und Marikoo.

Wie heiĂźt Naketano jetzt?

Naketano heißt immer noch Naketano. Die Marke wurde nicht umbenannt. Die ehemaligen Mitarbeiter gründeten das separate Label Fli Papigu, das aber keine Umbenennung von Naketano ist, sondern eine eigenständige Marke.

Wo kann man noch Naketano kaufen?

Neue limitierte Drops gibt es auf naketano.com und bei ausgewählten Händlern. Restbestände der alten Kollektionen findest du vereinzelt auf Amazon, eBay und in Second-Hand-Shops. Naketano wird offiziell nicht mehr regulär produziert.

Gibt es Naketano in großen Größen?

Die reguläre Naketano-Kollektion ging bis XXL. Wer Übergrößen sucht, findet bei RennerXXL vergleichbare Jacken, Fleecejacken und Streetwear bis 10XL – von Marken wie Ragwear, die den Naketano-Stil aufgreifen.

Fazit

Die Geschichte von Naketano ist eine der ungewöhnlichsten in der deutschen Modebranche: Ein Label auf dem Höhepunkt seines Erfolgs, das einfach aufhört. Die Lücke, die Naketano hinterlassen hat, füllen heute Marken wie Fli Papigu, Ragwear und Alife & Kickin – und seit dem überraschenden Comeback Ende 2023 gibt es sogar wieder Original-Naketano-Teile, wenn auch nur limitiert. Ob die Marke dauerhaft zurückkehrt, bleibt abzuwarten. Eines ist sicher: Die Hoodies mit den dicken Kordeln haben sich ihren Platz in der deutschen Modegeschichte gesichert. Und wer den lässigen Streetwear-Look in Übergrößen sucht, findet bei RennerXXL passende Funktionsshirts und Sportbekleidung bis 10XL.

Naketano – Gibt es einen Nachfolger? Geschichte, Comeback & Alternativen Zuletzt aktualisiert: 19.02.2026 von
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Gerhard Renner Geschäftsführer
Seit 2004 bin ich in der Outdoor-Branche tätig und habe es mir zur Aufgabe gemacht, hochwertige und funktionelle Kleidung für Menschen mit besonderen Passformanforderungen anzubieten. Als Geschäftsführer von RennerXXL und ausgewiesener Experte für Übergrößen lege ich besonderen Wert darauf, dass unsere Produkte optimal sitzen und unseren Kunden maximalen Komfort bieten – egal ob beim Wandern, Skifahren oder Radfahren. In meiner Freizeit bin ich selbst gerne in der Natur unterwegs und schätze vor allem die beeindruckende Landschaft Südtirols. Diese Leidenschaft inspiriert mich jeden Tag, unser Sortiment mit höchsten Ansprüchen an Funktionalität und Qualität weiterzuentwickeln. Gerhard auf XING | Gerhard auf LinkedIN

Last modified: 19. Februar 2026

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