
Ist Cotton dasselbe wie Baumwolle? Kurze Antwort: ja, es ist der gleiche Stoff – nur in einer anderen Sprache. Trotzdem stehen Cotton, Baumwolle, 100% Baumwolle, Organic Cotton oder Cotton made in Africa für ganz unterschiedliche Dinge in puncto Qualität, Anbau und Verarbeitung.
Als Spezialisten für funktionale Outdoor-Bekleidung in Übergrößen bekommen wir bei RennerXXL täglich Fragen rund um Materialien. Baumwolle ist dabei eines der meistdiskutierten Themen – weil sie im Alltag angenehm zu tragen ist, aber beim Wandern, Radfahren oder im Schwitzbetrieb klare Grenzen hat. In diesem Ratgeber bekommst du die wichtigsten Fakten ohne Marketing-Geblubber: Was Cotton wirklich bedeutet, welche Eigenschaften Baumwolle hat, wie sie wächst, wann sie taugt – und wann besser nicht.
Cotton oder Baumwolle – was ist der Unterschied?
Es gibt keinen. Cotton ist schlicht die englische Übersetzung für Baumwolle. Wenn auf einem T-Shirt-Etikett „100% Cotton“ steht, hältst du genau dasselbe Material in der Hand wie bei „100% Baumwolle“. Der Stoff ist identisch, nur die Sprache wechselt.
In anderen Sprachen heißt Baumwolle übrigens:
- Englisch: Cotton
- Französisch: Coton
- Spanisch: Algodón
- Niederländisch: Katoen
- Italienisch: Cotone
Was bedeutet 100% Baumwolle?
Wenn ein Kleidungsstück mit 100% Baumwolle oder 100% Cotton ausgewiesen ist, bedeutet das: Der gesamte Stoff besteht aus reiner Baumwollfaser, ohne Beimischung von Polyester, Elasthan oder anderen Fasern. Das ist kein Qualitätssiegel – es ist eine reine Materialangabe. Ob die Baumwolle dann grob, fein, gefärbt oder nachhaltig ist, sagt das Etikett damit noch nicht.
Was steht hinter Begriffen wie Organic Cotton, Better Cotton oder CmiA?
Diese Bezeichnungen beschreiben nicht das Material selbst, sondern wie und unter welchen Bedingungen die Baumwolle angebaut wurde:
- Organic Cotton / Bio-Baumwolle: Anbau ohne synthetische Pestizide, ohne Gentechnik, oft mit GOTS-Zertifikat
- Better Cotton (BCI): Industrieinitiative für nachhaltigeren konventionellen Anbau
- Cotton made in Africa (CmiA): Förderprogramm für afrikanische Kleinbauern mit klaren Sozial- und Umweltstandards
- Fairtrade-Baumwolle: Fokus auf faire Preise und Arbeitsbedingungen entlang der Lieferkette
Wichtig zu wissen: Auf Etiketten findest du oft Formulierungen wie „Supporting Cotton made in Africa“. Das heißt nicht zwingend, dass 100 % der enthaltenen Baumwolle aus dem Programm stammt, sondern dass die Marke das Programm mengenbezogen unterstützt.
Eigenschaften von Baumwolle: Stärken und Schwächen
Baumwolle ist die meistgenutzte Naturfaser weltweit – aus gutem Grund. Sie ist weich, hautfreundlich und atmungsaktiv, kann viel Feuchtigkeit aufnehmen und ist robust genug für Jeans, Bettwäsche und Alltagskleidung. Im Outdoor- und Schwitzbetrieb zeigt sie aber klare Schwächen, die du kennen solltest, bevor du dich entscheidest.
Vorteile von Baumwolle
- Sehr hautfreundlich – geringes Allergierisiko, geeignet für empfindliche Haut
- Hoher Tragekomfort, weiche Faseroberfläche
- Nimmt bis zu 20 % des Eigengewichts an Feuchtigkeit auf, ohne sich nass anzufühlen
- Atmungsaktiv und kühlend bei warmem Wetter
- Auch im nassen Zustand reißfest
- Hitzebeständig – waschbar bei bis zu 60 oder 95 °C
- Bügelbar, gut färbbar, gut zu verarbeiten
Nachteile von Baumwolle
- Trocknet langsam – gespeicherte Feuchtigkeit kühlt aus, was beim Wandern und Sport problematisch wird
- Verliert nass deutlich an Wärmeleistung – nasse Baumwolle kann bei Kälte gefährlich auskühlen (Outdoorer kennen den Merksatz „Cotton kills“)
- Knitteranfällig, vor allem reine Baumwolle ohne Beimischung
- Kann beim ersten Waschen einlaufen, wenn der Stoff nicht vorgewaschen ist
- Konventioneller Anbau braucht viel Wasser und Pestizide
- Speichert Gerüche stärker als Funktionsfasern wie Merino
Ist Baumwolle atmungsaktiv?
Ja. Baumwolle gilt als atmungsaktiv, weil sie Wasserdampf gut aufnehmen und durch die Faser transportieren kann. Solange du nicht stark schwitzt, ist das Tragegefühl angenehm und temperaturausgleichend. Die Grenzen zeigen sich erst, wenn richtig Schweiß produziert wird: Dann saugt sich die Faser voll, der Stoff bleibt nass auf der Haut und trocknet nur langsam wieder ab. Für Bürotag, Spaziergang oder Café passt das problemlos. Für Bergtour, Radfahren oder Sport ist das eher hinderlich.
Ist Baumwolle hautfreundlich?
Baumwolle gilt als hautfreundlich. Sie ist weich, kratzt nicht, ist frei von synthetischen Mikrofasern und wird auch von Allergikern in der Regel gut vertragen. Wer empfindliche Haut hat oder zu Hautirritationen neigt, kommt mit reiner Baumwolle direkt am Körper oft besser zurecht als mit synthetischen Materialien. Bio-Baumwolle wird ohne synthetische Pestizide angebaut – das kann für sehr empfindliche Haut angenehmer sein, weil weniger Chemikalien-Rückstände im Stoff verbleiben.
Was heißt das konkret für große Größen?
Kurzfassung für unsere Zielgruppe: Im Alltag und im Café ist Baumwolle eine gute Wahl, auch in Übergrößen. Sobald es um Bewegung, Schwitzbetrieb oder Outdoor geht, lohnt sich der Griff zu Baumwoll-Stretch (mit 3–5 % Elasthan) oder zu Funktionsfasern. Die ausführliche Praxiseinschätzung dazu findest du weiter unten im Übergrößen-Block.
Wo Baumwolle herkommt: Pflanze, Anbau und Ernte
Baumwolle ist keine Wolle, kein Baum und kein Tierfell – sondern eine Pflanzenfaser. Sie wächst auf einem strauchartigen Gewächs der Gattung Gossypium aus der Familie der Malvengewächse. Auch wenn der Name „Baumwolle“ auf einen Baum schließen lässt: Es handelt sich um eine ein- bis mehrjährige Pflanze, die je nach Sorte 1 bis 2 Meter hoch wird.
Die Baumwollpflanze – Gossypium
Die Baumwollpflanze bildet nach der Blüte Samenkapseln, die in der Reife aufspringen und die typischen weißen Faserbüschel freigeben. Diese Faserbüschel sind nichts anderes als verlängerte Samenhaare, die der Pflanze ursprünglich helfen, ihre Samen durch den Wind zu verbreiten. Genau diese Samenhaare werden zu Garn versponnen.
Wo wächst Baumwolle?
Baumwolle braucht Wärme, Sonne und ausreichend Wasser, ist aber gleichzeitig empfindlich gegenüber Frost. Deshalb wird sie hauptsächlich in den tropischen und subtropischen Zonen angebaut. Die größten Produzenten sind:
- Indien
- China
- USA
- Brasilien
- Pakistan
- Türkei
- Westafrikanische Länder wie Benin, Burkina Faso, Mali, Elfenbeinküste
In Deutschland wächst Baumwolle wegen des Klimas nicht im wirtschaftlichen Maßstab. Vereinzelt wird sie an warmen Stellen oder im Gewächshaus angebaut, aber das hat eher Schauwert als Marktrelevanz.
Wie wird Baumwolle geerntet?
Es gibt zwei Verfahren: Handpflücke und Maschinenernte. Bei der Handpflücke werden nur die reifen, geöffneten Kapseln gepflückt – das liefert die sauberste Faserqualität, ist aber arbeitsintensiv. Hochpreisige Baumwollqualitäten wie Pima oder ägyptische Baumwolle werden überwiegend per Hand geerntet. Maschinenernte ist deutlich schneller und günstiger, sammelt aber auch unreife Kapseln und Pflanzenreste mit. Diese Verunreinigungen werden in der nachfolgenden „Entkörnung“ entfernt, in der auch die Samen von den Fasern getrennt werden.
Welche Arten von Baumwolle gibt es?
Die wichtigsten Sorten unterscheiden sich vor allem in der Faserlänge (Stapellänge). Je länger und feiner die Faser, desto hochwertiger und feiner lässt sich das Garn verspinnen:
- Upland-Baumwolle: Der Welt-Standard, kurze bis mittlere Stapellänge, der allergrößte Teil der globalen Produktion.
- Pima-Baumwolle: Lange Stapellänge, sehr weich und reißfest, wird vor allem in den USA und Peru angebaut.
- Supima: Markenschutz für US-amerikanische Pima-Baumwolle in besonders strenger Qualitätskontrolle.
- Ägyptische Baumwolle (Sea Island, Gizeh): Sehr lange, feine Fasern – das Premium-Segment, oft in hochwertigen Hemden und Bettwäsche.
- Bio-Baumwolle: Kein eigenständiger Pflanzentyp, sondern bezeichnet die Anbauart – kann jede der oben genannten Sorten sein.
Wie nachhaltig ist Baumwolle wirklich?
Baumwolle ist ein nachwachsender Rohstoff – aber das macht sie nicht automatisch nachhaltig. Die Umweltbilanz von Baumwolle ist kritischer als ihr Ruf, vor allem im konventionellen Anbau.
Wasserverbrauch und Pestizide
Für ein einzelnes Baumwoll-T-Shirt werden in der Erzeugung rund 2.500 Liter Wasser benötigt – diese Zahl wird in Branchen- und Umweltquellen seit Jahren immer wieder in dieser Größenordnung genannt. Ein Großteil davon fällt in Anbaugebieten an, in denen Wasser ohnehin knapp ist. Das bekannteste Beispiel ist der Aralsee in Zentralasien, der durch jahrzehntelange Bewässerung von Baumwollfeldern weitgehend ausgetrocknet ist.
Hinzu kommt der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln: Im konventionellen Baumwollanbau werden je nach Region und Anbaupraxis teils erhebliche Mengen Pestizide und Herbizide verwendet. Das belastet Böden, Grundwasser und die Gesundheit der Menschen, die in der Produktion arbeiten – wie stark genau, hängt vom Anbauland und der Bewirtschaftung ab.
Gentechnik in der Baumwolle
Seit 1996 wird in vielen Anbauländern gentechnisch veränderte Baumwolle (Bt-Cotton) eingesetzt. Die Pflanze produziert selbst ein Insektengift gegen bestimmte Schädlinge. Studien zu Bt-Cotton zeigen je nach Region und Zeitraum sehr unterschiedliche Effekte: In den Anfangsjahren wurden vielerorts Ertragssteigerungen und ein zeitweise geringerer Insektizideinsatz beobachtet. Über die Jahre kamen aber auch Probleme dazu – neue Resistenzen, deutlich höhere Saatgutkosten und eine wachsende Abhängigkeit der Kleinbauern von wenigen Saatgut-Konzernen. Eine pauschale Bewertung als „gut“ oder „schlecht“ wird Bt-Cotton deshalb nicht gerecht.
Bio-Baumwolle, GOTS und Cotton made in Africa
Wer beim Kauf bewusst etwas verändern will, hat heute mehrere Optionen:
- Bio-Baumwolle (kbA): Anbau ohne Gentechnik und ohne synthetische Pestizide. Der Wasserverbrauch ist je nach Region oft niedriger – das hängt aber stark vom Anbaugebiet und der Bewässerungsmethode ab, ist also keine Automatik.
- GOTS (Global Organic Textile Standard): Strenge Umwelt- und Sozialkriterien über die gesamte textile Kette
- Cotton made in Africa: Unterstützt nach eigenen Angaben mehrere Millionen Kleinbauern in Subsahara-Afrika mit Schulungen, stabilen Preisen und nachhaltigen Anbaumethoden
- Fairtrade Cotton: Fokus auf faire Erzeugerpreise und faire Arbeitsbedingungen
Baumwolle vs. Polyester, Wolle und Viskose im Vergleich
Welcher Stoff der richtige ist, hängt fast immer vom Einsatzzweck ab. Im Alltag punktet Baumwolle – beim Sport oder im Hochgebirge sieht die Sache ganz anders aus. Hier die wichtigsten Vergleiche im Klartext.
Baumwolle oder Polyester – was ist besser?
Diese Frage gehört zu den meistgestellten überhaupt, und die Antwort lautet konsequent: kommt drauf an. Beide Materialien haben klare Stärken:
- Baumwolle ist weicher, hautfreundlicher und nimmt mehr Feuchtigkeit auf. Sie ist die bessere Wahl für T-Shirts, Bettwäsche, Unterwäsche und Alltagskleidung – also überall dort, wo Tragekomfort wichtiger ist als schnelle Trocknung.
- Polyester ist leichter, trocknet schneller, ist abriebfest und behält die Form. Es transportiert Schweiß von der Haut weg – das macht es zum Standard bei Sport- und Funktionsbekleidung.
Wo schwitzt man mehr – Baumwolle oder Polyester?
Geschwitzt wird in beiden gleich viel. Der Unterschied liegt im Schweißmanagement. Baumwolle saugt Schweiß auf, hält ihn aber in der Faser fest – die Kleidung wird nass, bleibt nass und kühlt aus. Polyester nimmt kaum Feuchtigkeit auf und leitet sie nach außen, wo sie verdunsten kann. Das fühlt sich am Körper trockener und wärmer an. Dafür kann Polyester schneller Gerüche annehmen, weil sich Geruchsstoffe in der synthetischen Faser festsetzen und beim Waschen schwerer wieder rausgehen.
Warum keine Baumwolle im Winter und beim Sport?
Das ist eine der wichtigsten Regeln im Outdoor-Bereich: Bei Kälte, starkem Schwitzen oder längeren Touren ist Baumwolle als Basisschicht riskant. Sobald sie sich mit Schweiß vollgesogen hat, kühlt sie den Körper aktiv aus – im schlimmsten Fall droht Unterkühlung. Für Funktionsunterwäsche, Bergtouren, Skifahren und ähnliche Aktivitäten mit Schwitzbetrieb sind Funktionsfasern (Polyester) oder Merinowolle die deutlich bessere Wahl. Für Alltag, milde Temperaturen, Spaziergang oder leichten Sport ist eine Baumwoll-Schicht direkt am Körper dagegen völlig unproblematisch.
Baumwolle vs. Wolle (Merino)
Wolle, vor allem Merinowolle, isoliert auch im nassen Zustand und kann Gerüche neutralisieren. Bei Kälte ist Wolle Baumwolle klar überlegen. Bei Hitze fühlt sich gut verarbeitete Merinowolle erstaunlich leicht und kühl an, ist aber empfindlicher in der Pflege als Baumwolle und teurer im Einkauf.
Baumwolle vs. Viskose
Viskose ist eine halbsynthetische Faser aus Zellulose – also ebenfalls pflanzlichen Ursprungs. Sie fließt fließender, glänzt mehr und fühlt sich leicht seidig an. Baumwolle ist im Gegenzug robuster, formstabiler und pflegeleichter. Für legere Sommerblusen ist Viskose schick, für Alltag und Outdoor bleibt Baumwolle die robustere Wahl.
Welche Bettwäsche ist besser – Baumwolle oder Polyester?
Klare Empfehlung: Baumwolle. Sie ist hautfreundlicher, nimmt nächtlichen Schweiß besser auf und sorgt für ein angenehmeres Schlafklima als Polyester-Bettwäsche, die schnell klamm wirken kann. Für sensible Haut, Allergiker und alle, die nachts viel schwitzen, ist Baumwoll-Bettwäsche eine sehr gute Wahl – Alternativen wie Leinen oder Lyocell (Tencel) funktionieren ähnlich gut, sind aber meist teurer.
Baumwolle waschen und pflegen
Baumwolle ist im Vergleich zu vielen anderen Stoffen angenehm pflegeleicht. Trotzdem gibt es ein paar Punkte, die du kennen solltest, damit deine Lieblingsstücke lange halten.
Darf man 100% Baumwolle waschen?
Ja, reine Baumwolle ist sehr robust und problemlos in der Waschmaschine waschbar. Weiße Baumwolle verträgt in der Regel bis zu 60 °C, viele Stücke sogar 95 °C – das macht sie hygienisch unkompliziert. Bunte Baumwollkleidung wäschst du am besten bei 30 bis 40 °C, um die Farben länger frisch zu halten. Wichtig: Beachte immer das Pflegeetikett, vor allem bei Mischgeweben und farbintensiven Stoffen.
Läuft Baumwolle ein?
Reine Baumwolle kann beim ersten Waschen leicht einlaufen – meistens um ein bis drei Prozent, manchmal etwas mehr. Hochwertige Stoffe sind häufig vorgewaschen („sanforisiert“) und behalten ihre Maße. Wer sicher gehen will, wäscht das erste Mal bei niedriger Temperatur und vermeidet den Trockner, weil Hitze das Einlaufen verstärkt.
Pflegetipps für lange Lebensdauer
- Auf links waschen – das schützt Farben und Drucke
- Mit ähnlichen Farben waschen, vor allem bei Erstwäsche neuer Stücke
- Möglichst auf der Leine trocknen – schont die Faser und spart Strom
- Trockner wenn dann auf niedriger Stufe – sonst läuft der Stoff stärker ein
- Direkt nach dem Trocknen falten – spart Bügeln
Baumwolle in Übergrößen: Worauf es bei uns wirklich ankommt
In der Beratung kommen 20 Gespräche am Tag bei uns rein – und Baumwolle ist eines der wiederkehrenden Themen, gerade wenn es um Hosen, Shirts und Polos in großen Größen geht.
Ein Beispiel aus dem Alltag: Eine Kundin in Größe 52 sucht eine Sommerhose für Spaziergänge und den Garten. Erste Wahl im Onlineshop oft: reine Baumwolle, weil „atmungsaktiv und natürlich“. Nach 14 Tagen kommt die Retoure mit dem Satz „im Bauch zu eng, im Bund rutscht sie runter“. Das Material war nicht das Problem – der Schnitt war es. Mit demselben Baumwoll-Stoff, aber 3 % Elasthan und Tunnelzug, sitzt dieselbe Hose plötzlich. Genau das sehen wir hundertfach im Jahr.
Was wir daraus mitnehmen:
- Reine Baumwolle ist im Bauch- und Hüftbereich oft zu starr. Wer in Damen 46–58 oder Herren XXL aufwärts unterwegs ist, profitiert deutlich von Baumwoll-Stretch (Baumwolle mit 3–5 % Elasthan). Das gibt im Sitzen, Bücken und Treppensteigen die nötige Beweglichkeit.
- Baumwolle dehnt sich beim Tragen leicht. Das ist im Bauchbereich oft gewünscht – im Bund einer Hose aber unpraktisch. Hosen mit Tunnelzug oder Gummizug lösen das pragmatisch.
- Beim Schwitzbetrieb fällt Baumwolle ab. Wir empfehlen für Wandern und Radfahren in Übergrößen klar Funktionsmaterial oder Mischgewebe – nicht aus Marketinggründen, sondern weil nasse Baumwolle in der Falte unangenehm scheuert.
- Schnittwahl schlägt Material. Eine gut geschnittene Baumwoll-Hose mit Stretch passt besser als die teuerste Funktionshose mit falschem Schnitt. Für die richtige Größe lohnt sich vor dem Kauf der Blick in unsere Größentabellen – oder einfach eine kurze Mail an unsere Größenberatung Ramona.
Ehrlich gesagt: Slim Fit ist bei uns Mangelware – aus Überzeugung. Für unsere Zielgruppe ist Slim Fit meist nicht die sinnvollste Schnittform, weil Oberschenkel, Waden und Bauch in dieser Schnittphilosophie wenig Platz bekommen. Wer in Übergröße kauft, will Komfort, nicht Kompromisse.
Häufige Fragen zur Baumwolle
Ist Baumwolle gut für den Sommer geeignet?
Ja, für leichte Sommerkleidung im Alltag ist Baumwolle ideal – sie ist atmungsaktiv, nimmt Feuchtigkeit auf und fühlt sich auf der Haut angenehm kühl an. Bei sehr starkem Schwitzen oder beim Sport kann sie an ihre Grenzen stoßen, weil sie langsam trocknet.
Ist Bio-Baumwolle besser für die Haut?
Bio-Baumwolle ist im Anbau ohne synthetische Pestizide und ohne Gentechnik. Das macht sie ökologisch besser und kann für sehr empfindliche Haut spürbar verträglicher sein, weil weniger Rückstände im Stoff verbleiben. Für die meisten Menschen ist auch konventionelle Baumwolle hautfreundlich.
Welche Baumwolle ist besonders hochwertig?
Als Premium-Sorten gelten Pima-Baumwolle, Supima (US-Pima mit Markenschutz) und ägyptische Baumwolle (Gizeh, Sea Island). Sie haben besonders lange Fasern (Stapellänge), aus denen sich feinere, weichere und reißfestere Garne spinnen lassen.
Wie erkenne ich hochwertige Baumwolle?
Hochwertige Baumwolle fühlt sich weich und gleichmäßig an, fusselt wenig und behält nach dem Waschen ihre Form. Hinweise auf den Sortennamen (z. B. Pima, Supima), eine lange Stapelfaser oder Zertifikate wie GOTS sind gute Indikatoren. Sehr günstige Baumwolle fühlt sich oft rauer an und neigt zu Pillingbildung.
Was sind die Nachteile von 100 % Baumwolle?
Reine Baumwolle knittert, kann beim ersten Waschen einlaufen, ist beim Sport oft zu langsam im Trocknen und gibt im Bund einer Hose mit der Zeit nach. In Übergrößen kommt hinzu, dass reine Baumwolle ohne Stretch wenig Bewegungsfreiheit bietet – ein Anteil von 3–5 % Elasthan macht hier einen großen Unterschied.
Ist Baumwolle schädlich für die Umwelt?
Konventioneller Baumwollanbau ist wasser- und pestizidintensiv. Bio-Baumwolle, Cotton made in Africa und GOTS-zertifizierte Baumwolle sind die deutlich ressourcenschonenderen Alternativen. Wer nachhaltig kaufen möchte, achtet auf entsprechende Siegel.
Wo wächst Baumwolle am besten?
Baumwolle wächst dort am besten, wo es warm, sonnig und frostfrei ist und ausreichend Wasser verfügbar ist – Indien, China, USA, Brasilien, Pakistan, Türkei und weite Teile Westafrikas zählen zu den größten Anbaugebieten.
Ist Baumwolle ein Baum oder eine Pflanze?
Baumwolle ist kein Baum, sondern eine bis zu 2 Meter hohe Strauch- oder Buschpflanze aus der Familie der Malvengewächse (Gattung Gossypium). Der Name „Baumwolle“ geht darauf zurück, dass die Pflanze beim Reifen wie ein kleiner „Baum“ voller weißer „Wolle“ aussieht.
Unsere Empfehlungen: Baumwoll-Bekleidung in Übergrößen
Wenn du Baumwolle für den Alltag oder die warme Jahreszeit suchst, findest du bei RennerXXL eine kuratierte Auswahl an Baumwoll- und Baumwoll-Stretch-Bekleidung in Übergrößen. Nicht jedes Modell schafft es in unser Sortiment – wir wählen bewusst nach Passform, Schnitt und Tragekomfort in großen Größen aus.
- 🥾 Wanderhosen für kräftige Oberschenkel & Waden – mit Baumwoll-Stretch für Bewegungsfreiheit
- 🧥 Sommerjacken für Damen in großen Größen – leichte Begleiter, je nach Modell mit Baumwollanteil
Du bist dir bei der Größe unsicher? Schreib uns deine Körpermaße – Bauch-, Hüft-, Brustumfang und Innenbeinlänge – und wir empfehlen dir gezielt das passende Modell. Diese Beratung ist bei uns kostenlos und seit über 20 Jahren das, was uns von Standard-Shops unterscheidet.
Ich trage fast nur Baumwoll-T-Shirts – gerade bei Hitze einfach angenehmer. Kein Schwitzen, auch nach mehreren Wäschen
Toller Artikel! Ergänzend: Baumwolle mit langer Stapellänge (z. B. ägyptische Baumwolle) ist deutlich strapazierfähiger und glatter – super für langlebige Shirts. Wird leider oft mit billiger Massenware verwechselt.
Ich habe sehr empfindliche Haut und reagiere oft auf synthetische Stoffe. Ist Bio-Baumwolle wirklich besser, oder reicht auch normale Baumwolle aus dem Discounter?
Hallo Sandra, danke für deine Frage! Tatsächlich enthält konventionell angebaute Baumwolle häufig Rückstände von Chemikalien aus dem Anbau oder der Färbung. Bio-Baumwolle wird ohne Pestizide und mit hautfreundlicher Verarbeitung hergestellt – ideal bei sensibler Haut. Achte zusätzlich auf GOTS-zertifizierte Produkte.
bin viel mit dem Rad unterwegs – ist Baumwolle da überhaupt geeignet, oder sollte ich besser auf Funktionsstoffe setzen? Ich schwitze schnell, brauche aber was Luftiges in Größe 6XL.