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20. November 2020 / Kommentare (0)

Skitouren-Ausrüstung kaufen – Ratgeber

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Skitourenausrüstung Kosten

Was kostet eine Skitouren-Ausrüstung für Anfänger und Beginner?

Eine gutes Starter Skitouren Equipment kostet rund 900-100 Euro. Dabei sind Ski, Bindung, Schuhe und Steigfell – sowie Notfallausrüstung.

 

Skitourenausrüstung Überblick

In einem kurzen Überblick stellen wir hier die wichtigsten Fakten zum Thema Touren-Equipment vor. Wir legen im Folgenden den Fokus besonders auf die Hartware:

1. Tourenski:
Gibt es von Anfänger bis Profi und für jeden Einsatzbereich. Lege beim Kauf das Augenmerk auf Leichtigkeit, perfektes Gleiten, Aufschwimmen und Laufruhe bei allen Schneearten sowie Drehfreudigkeit für alle Kurvenradien. All das spart Kraft.

2. Tourenbindung:
Eine gute Tourenbindung vereint geringes Gewicht mit dem Komfort einer Alpinski-Bindung. Für Aufsteiger, Abfahrer, Einsteiger und Könner gibt es verschiedene Bindungen

3. Tourenschuhe:
Die Schuhe sollen viel Bewegungsfreiheit für einen angenehmen Aufstieg haben und die Temperatur stabil halten. Gleichzeitig aber müssen sie einen guten Halt für die Abfahrt bieten.

4. Steigfelle:
Ein gutes Steigfell entscheidet über Lust oder Frust auf der Ski-Tour. Denn Felle, die nicht ordentlich am Belag haften oder beim Aufstieg durchrutschen, kosten unnötig Kraft und gehen zu Lasten der Sicherheit. Contour bietet eine breite Auswahl an hochwertigen Spann- und Klebefellen an.

5. Lawinenverschütteten-Suchgerät:
Das LVS-Gerät gehört abseits von Pisten zum zwingenden Equipment für jeden Skifahrer: einschalten, sich gegenseitig überprüfen, körpernah tragen.

6. Schaufel und Sonde:
Eine Lawinenschaufel und eine Lawinensonde gehören als Notfallausrüstung genauso wie die Erste Hilfe in jeden Rucksack. Nur mit dieser Ausrüstung besteht eine reelle Chance, dass man in adäquater Zeit von den Kameraden aus einer Lawine geborgen werden kann – oder selbst entsprechende Hilfe leisten kann. Der Umgang mit der gesamten Notfall-Ausrüstung sollte geübt werden!

7. Weiteres Notfall-Equipment:
Airbag-Systeme, meist mit dem Rucksack am Körper verbunden, können eine Vollverschüttung sowie mechanische Einwirkungen bei Stürzen teilweise verhindern. Der Lawinenball kann die Auffindung eines Verschütteten erleichtern. Die Avalung kann die Überlebensdauer eines Vollverschütteten in der Lawinen erhöhen.

8. Zusätzliche Ausrüstung:
Harscheisen, Teleskopstöcke, geeignete Touren-Kleidung samt Handschuhen und der passende Rucksack.

Anforderungen an einen Tourenski

Eine Tourenski muss mehr können als ein Alpinski: Laufruhe und Drehfreudigkeit, Flexibilität und Stabilität, optimales Gleiten und guter Kantengriff sind natürlich die Grundeigenschaften. Dazu kommt aber noch eine ganze Reihe weiterer Anforderungen dazu:

  • Der Ski muss auch im Tiefschnee oder Sulz oben auf schwimmen. Damit der Traum vom Pulver nicht in einem Alptraum von Ausgraben endet.
  • Der Ski muss auch bei Eis und Harsch gut greifen und darf nicht abschmieren. Gerade rund um zugige Gipfel und in der klassischen Tourensaison im Frühjahr mit hohen Temperaturunterschieden ist das besonders wichtig für die Sicherheit.
  • Der Ski muss selbst bei Bruchharsch und windverpresstem „Plattenpulver“ gut zu steuern sein. Problemschnee trennte früher ganz immens die Spreu vom Weizen. Mit modernen Skiern ist das einfacher – und kraftsparender.
  • Der Ski muss sowohl in Steil- wie in Waldstücken zuverlässig funktionieren und auf Flachstrecken Tempo machen können.
  • Der Ski muss vor allem auch leicht sein. Das hat oft oberste Priorität bei Tourengehern. Schließlich trägt bzw. schiebt man jedes Gramm bergauf und will noch Kraft für den Abfahrtsgenuss haben.

Anforderungen an eine Tourenbindung

Eine Tourenbindung muss mehr können als eine Alpinbindung: Sie muss, genauso wie die rein alpine Bindung, eine solide Verbindung zwischen Schuh und Ski gewährleisten und bei Stürzen zuverlässig auslösen. Dazu kommen aber noch eine ganze Reihe weiterer Anforderungen dazu:

  • Ist der Gehmechanismus samt Drehpunkt der Bindung gut, lässt sie eine möglichst natürliche und kraftsparende Gehbewegung beim Aufstieg zu.
  • Sie sollte möglichst leicht sein, um Kraft und Kondition zu sparen.
  • Sie muss trotzdem stabil sein. Für den sportlichen Einsatz, für jedes Gelände, für jede Schneeart und für eine sichere Abfahrt.
  • Bei hartem Schnee sollten Harscheisen mit der Bindung kombinierbar sein. Sie verhindern kräftezehrendes Zurückrutschen und gefährliches Abrutschen insbesondere bei Querungen.

Hagan hat sich mit zwei leichten, komfortablen Bindungen mit einer 3-Stufen-Steighilfe etabliert: Bei der Z01 All Mountain wurden die Abfahrteigenschaften optimiert, die Z02 setzt auf bewährte Tourentechnologie.

 

Anforderungen an Tourenschuhe

Tourenschuhe müssen echte Alleskönner sein. Dazu müssen sie scheinbar gegensätzliche Anforderungen erfüllen (Egal ob Anfänger oder Profi):

  • Sie sollten möglichst leicht sein, um nicht unnötig viel Gewicht bergauf schleppen zu müssen.
  • Sie sollten für den Aufstieg flexibel sein, um die natürliche Gehbewegung möglichst wenig zu behindern.
  • Sie sollten wie Alpin-Boots auf der Abfahrt möglichst guten Halt bieten und die nötige Steifigkeit besitzen, um die Bewegungsimpulse vom Fahrer auf den Ski zu übertragen. Das ist besonders bei etwas breiteren, abfahrtsorientieren Skimodellen wichtig. Hier hat man vor allem die Wahl zwischen Dreischnallern und den abfahrtsorientierten Vierschnallern.
  • Sie sollten sich schnell und bequem an die Situationen Aufstieg und Abfahrt anpassen lassen.
  • Spezielle Damen- und Herrenmodelle gehen auf die unterschiedlichen Bedürfnisse ein. Anpassbare Innenschuhe ebenfalls.

Bekannte Hersteller im Bereich Tourenskischuhe sind:

  • Dynafit
  • Scarpa
  • Black Diamond
  • La Sportiva
  • Scott (ehemals Garmont Tourenskischuhe)

Einsatzbereiche und die verschiedenen Skitourengeher

Dynafit hat folgende Zielgruppen im Bereich der Tourengeher definiert:

  • Freeride Touring: für den Liebhaber der Abfahrten, optimale Abfahrtsperformance, Gewichtsoptimierung
  • Ski Touring: für klassische Tourengeher, sehr gutes Gewicht-Leistungsverhältnis und Allround-Performance
  • Speed Touring: für ambitionierte und leistungsorientierte Tourengeher, sehr leichtes und dennoch robustes Material
  • Ski Running: für den Skitouren-Rennläufer, extrem leichte Produkte, für den Einsatz bei Touren-Rennen

 

Anforderungen an ein Steigfell

Mit dem Skifell steht und fällt der Erfolg einer Tour. Ohne ein gutes Fell werden Aufstiege mühsam bis unmöglich. Folgende Punkte müssen beim Kauf berücksichtigt werden:

Grunderwartung: Felle müssen – auch bei kurzen Zwischenabfahrten und Flachstücken – besonders gut gleiten, zuverlässig im Schnee und am Ski halten und trotzdem leicht und auch leicht zu verstauen sein.

  • Fixiertechnik: Steigfelle werden auf den Skibelag aufgeklebt und zusätzlich vorne und hinten am Ski fixiert. Sie bieten sicheren Halt für alle Ansprüche.
  • Material: Mohairfelle sind erste Wahl, wenn es um kraftsparendes Gleiten geht. Der Widerstand ist generell geringer als bei Kunstfaserfellen. Synthetikfelle haben mehr Widerstand, halten sehr sicher und sind günstiger. Mixfelle setzen auf eine ideale Synthese aus beiden Fellarten.
  • Gewicht: Kaum Unterschiede zwischen Mohair und Kunstfaser. Das Gewicht hängt vom Trägerstoff ab.
  • Breite: Für guten Halt gegen das Zurückrutschen beim Aufstieg ist es wichtig, dass das Fell im Bereich unterm Schuh den Belag möglichst komplett abdeckt. Das Fell sollte hier höchstens 4 Millimeter schmäler als die Skitaille sein. Im Schaufelbereich und am Ski-Ende kann der Abstand des Fells zur Skikante größer sein.
  • Klebeleistung: Die Klebeseite der Felle bei der Montage nicht mit dem Schnee in Kontakt bringen, sonst lösen sie sich später leicht vom Belag. Die Klebeleistung kann im Laufe des Gebrauchs nachlassen. Dem Problem, dass sehr niedrige Temperaturen ebenso die Klebeleistung verringern, wird mit neuen Technologien entgegnet.
  • Anstollen: Gegen das Anstollen der Felle hilft Imprägnierwachs oder Imprägnierspray.
  • Sonne: Felle vor starker Sonnenstrahlung schützen. Die Klebeschicht kann sonst beschädigt werden. Folge: Kleberreste bleiben am Belag haften.

Die 5 Skitouren Typen

contour, der Spezialist für Skifelle seit 40 Jahren, hat eine Studie verfasst, die auch übertragbar ist für alle Segmente der Tourenausrüstung. Unterteilt wird in fünf Gruppen im Tourenbereich:

  • Einsteiger / Anfänger:
    Sie gehen vorwiegend auf der Piste oder stark frequentierte Standardtouren ohne alpinistische Herausforderungen – Kaufmotiv: günstiger Preis (Set- Angebote), leichte Bedienung
  • Freizeitsportler:
    Sie bewegen sich gerne in der freien Natur, gehen vorwiegend Standardtouren mittlerer Länge – Kaufmotiv: gute Allround-Eigenschaften, lange Lebensdauer
  • Alpinisten:
    Sie suchen alpine Herausforderung im steilen, teilweise unverspurten Gelände – Kaufmotiv: Top-Eigenschaften, Marke
  • Freerider:
    Sie nehmen einen Aufstieg in Kauf, um Pulverabfahrten genießen zu können – Kaufmotiv: Passform an breite Freeride-Ski, Marke
  • Fitness-Enthusiasten:
    Höhenmeterleistung zählt! Kaufmotiv: geringes Gewicht, sehr gutes Gleiten und Steigen

 

Ausrüstung Skitour: Was gehört noch dazu?

Perfekt gerüstet mit Tourenski, Tourenbindung, Tourenschuhen und Skifellen: Jetzt heißt es ab ins Vergnügen. Aber Halt! Damit es mit Sicherheit auch ein Spaß wird, gehört eine Notfall-Ausrüstung zwingend dazu. Unverzichtbar – und verpflichtende Ausrüstung auch bei fast allen geführten Touren – sind drei Dinge für das Fahren abseits gesicherter Pisten:

  • LVS
  • Schaufel
  • Sonde

Zahlreiche Tests haben bewiesen, dass diese Kombination die effizienteste Rettungschance bietet, sollte wirklich der Ernstfall Lawine eintreten.

Zum weiteren Notfall-Equipment zählt ein Airbag-System: Airbag-Systeme, meist mit dem Rucksack am Körper verbunden, können eine Vollverschüttung sowie mechanische Einwirkungen bei Stürzen teilweise verhindern. Der Lawinenball kann die Auffindung eines Verschütteten erleichtern. Die Avalung kann die Überlebensdauer eines Vollverschütteten in der Lawinen erhöhen.

Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS)

Hier sollten nur noch Drei- bis Vier-Antennegeräte mit akustischen und optischen Signalen verwendet werden. Ein sonnen-unemfpindliches Display und eine einfache Bedienbarkeit sorgen auch in Paniksituationen für die nötige Übersicht. Und ein gut einstudiertes Handling…

 

Geheimtipp von Renner: Probier es mal mit zwei Paar Socken.. .wirkt Wunder

Egal von welchem Hersteller Sie ein LVS kaufen, ohne die entsprechende Übung mit dem Gerät wird die Suche deutlich erschwert. Das A und O für ein schnelles Auffinden einer verschütteten Person ist der geübte Umgang mit dem LVS.

 

Schaufel und Sonde

Diese beiden Tools verkürzen ggf. die Zeit, in der das Opfer aus der Lawine gerettet werden kann, um lebenswichtige Sekunden. Schließlich kämpft man vorwiegend gegen den Erstickungstod in den Schneemassen an.

Beide Geräte sind leicht und auf Rucksack-Größe klappbar erhältlich und blitzschnell aufzubauen. Ganz abgesehen davon leistet die Schaufel auch sonst gute Dienste: Man denke nur an das eingeschneite Auto, den bequemen Rastplatz, eine Schneehöhle oder ein paar Kicker zum Springen.

Fazit:

Wer bei der Ski-Tourenausrüstung knausert, bezahlt das mit weniger Spaß und weniger Sicherheit. Konkret heißt das: Der richtige Ski gemäß dem Können und dem Einsatzgebiet sorgt für deutlich mehr Vergnügen und Stabilität beim Fahren. Ohne die richtige Bindung geht ohnehin gar nix. Bequeme Schuhe und ein zuverlässiges Fell machen auch das Gehen zum Vergnügen. Wer dann noch das Sicherheits-Equipment dabei hat, der braucht nur noch eines: Schnee.

 

Skitouren-Ausrüstung kaufen – Ratgeber Zuletzt aktualisiert: 20.11.2020 von

Last modified: 20. November 2020

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