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15. Februar 2018 / Kommentare (1)

Paddle Tennis – der neue Trend-Sport aus Südamerika

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Was ist Padel Tennis?

Der Siegeszug von Padel (manchmal auch Pádel oder Paddle genannt) begann im noblem Marbella in Südspanien. Alfonso zu Hohenlohe, als Jet-Set-Adliger bekannt, begeisterte sich auf einer Mexiko-Reise für den Sport und führte ihn in seiner Hotelanlage ein. Zudem überarbeitete er auch Regelwerk und Spielfeldgestaltung.

Padel wird nur im Doppel gespielt und wurde der Sportwelt im Winter 2014 auf der ISPO vorgestellt. Von den rund zwölf Millionen Spielern weltweit gibt es alleine in Spanien über drei Millionen, dort rangiert Padel bereits auf Platz 2 der beliebtesten Ballspiele. Neben Spanien wächst Padel auch in den Niederlanden und Großbritannien stetig.

Wie viele Anlagen gibt es in Deutschland?

Paddle Tennis Image

Paddle Tennis boomt… die Schläger sind schwer und hart

In Deutschland ist der Sport noch ein zartes Pflänzchen, hier liegt die Spielerzahl bei unter 5000. Derzeit gibt es 35 Padel-Anlagen, Tendenz steigend. Alleine im Jahr 2016 wurden 14 neue Plätze errichtet.

Wer jemals Paddle gespielt hat, oder ein Spiel live oder vor dem Bildschirm verfolgt hat, der weiß, dass dieser Sport wirklich Laune macht. Das zeigen auch die Klicks für Videos von Padel-Spielen auf Youtube. Denn die besondere Dynamik, die entsteht, wenn bei den Schlägen nicht nur ein Netz zu überwinden ist, sondern auch die Rückund Seitenwände mit einbezogen werden können, sorgt für überraschende Wendungen. Spannend und amüsant ist der Sport, gleichermaßen für Zuschauer und Spieler.

Und so kann man auf den Padel-Plätzen in Spanien, in denen das Spiel längst Volkssport ist, viel Gelächter hören. „Padel macht wirklich Spaß, und man verlässt als Spieler meist sehr gut gelaunt den Platz“, erzählt auch Alfredo Hernandez, ein spanischer Rheinländer, der seinen Lieblingssport aus der Heimat nach Deutschland mitgebracht hat. Er spielt regelmäßig mit Landsleuten und findet es schade, dass es in Deutschland noch so wenige Padel-Anlagen und -Spieler gibt.

 

Der gleichen Meinung ist auch Michael Plehm, Präsident des Deutschen Padel Verbandes. Er glaubt, dass Padel ein großes Potenzial hat. Im Vergleich zu Tennis seien die Grundlagen leicht zu erlernen, da sich der Schläger näher am Körper befindet und die Technik nicht zu komplex ist.

Außerdem habe Padel ein hohes „Suchtpotenzial“ und eigne sich für alle Altersgruppen, schwärmt Plehm. Allerdings hält sich der Padel-Boom in Deutsch-land – im Vergleich zu Südeuropa – noch in Grenzen. Nicht mehr lange, so hofft Plehm.

Und so sieht Paddle Tennis aus:

Zu wenig Plätze

Das Hauptproblem: Derzeit gibt es zu wenige Plätze für Padel in Deutschland. Und das, obwohl auf einem Tennisplatz drei Padel-Plätze entstehen könnten. Doch die Umwidmung ist in Deutschland nicht so einfach. Zum einen ist der Bau des Courts inklusive Wänden und eventuell auch Dach relativ kostenintensiv, zum anderen gilt das Errichten eines solchen Platzes als bauliche Maßnahme. Nicht jeder Tennisverein kann sich das leisten.

Ein Dilemma, denn gerade die Tennisvereine könnten von Padel profitieren, um den Verein mitgliederstark zu halten. So macht sich auch der deutsche Tennisbund für den Ausbau von Padel stark und berät seine Mitglieder bei der Errichtung neuer Plätze.

Wie kommt der neue Trend in Deutschland an?

Ist Padel also noch zu klein, um für den deutschen Sporthandel relevant zu sein? Der Meinung ist Michael Plehm nicht. Derzeit sei es in Deutschland schwierig, eine gute Auswahl zu bekommen, stellt er fest. Es kommt also auf die regionalen Gegebenheiten an, ob sich Padel für den Sporthandel lohnt. Dieser Meinung ist auch die Industrie unisono. International agierende Multisport-Marken wie Rossignol, Head, Adidas oder auch Wilson und Dunlop, die einen Namen im Tennis haben, stehen bei Padel in den Startlöchern.

Vor Kurzem eröffnete beispielsweise Rossignol in Spanien seine europäische Padel-Produktion, um ins Schlägergeschäft einzusteigen. Deutschland-Verkaufsleiter Hilmar Bolle sieht in Padel auch für Deutschland ein Zukunftsthema, daher werden die Schläger ab 2018 auch hierzulande zu haben sein. Ähnliches gilt für andere große Player. Head sponsert beispielsweise die Weltranglisten-Ersten der Männer und Frauen, sowie Turniere, ebenso Adidas.

Dass Padel auch bei schlechtem Wetter eine Chance haben kann, zeigen Beispiele aus Großbritannien, Skandinavien und den Niederlanden. Hier greift der Padel-Boom ebenfalls um sich. Gespielt wird auf Hallenplätzen, die meist kommerziell betrieben werden. Einen weiteren Vorteil hat Padel im Gegensatz zu Tennis für den Sporthandel.

Da die Schläger eine Schlagfläche aus Kunststoff haben, können sie nicht neu bespannt, sondern müssen komplett ausgetauscht werden. Anstelle von Besaitungen kann so ein neues Sportgerät verkauft werden, und das meist jährlich, denn die Schagfläche wird im Laufe der Benutzung hart.

Padel kann außerdem eine größere Zielgruppe erreichen. Da der Sport nicht nur mit Kraft, sondern auch mit Taktik gespielt werden muss, steigen in den Padel-Hochburgen Spanien und Argentinien junge Leute in den Sport ein, und ältere, erfahrene Tennisspieler um, denn der mit Quarzsand belegte Kunstrasenplatz schont die Gelenke mehr als ein Tenniscourt.

Quellen und Nachweise:

Paddle Tennis – der neue Trend-Sport aus Südamerika Zuletzt aktualisiert: 09.04.2018 von Martin
Martin

Martin ist seit langem im RenenrXXL Team dabei und geht in seiner Freizeit am liebsten in die Berge oder fährt mit dem Rad.

Last modified: 9. April 2018

Ein Kommentar zu :
Paddle Tennis – der neue Trend-Sport aus Südamerika

  1. Gast sagt:

    Paddletennis ist echt lustig, konnte es selbst in den USA mal ausprobieren, leider kann man es nur im Doppel spielen

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