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23. Mai 2019 / Kommentare (5)

Rucksack Beratung- Der ultimative Outdoor-Rucksackguide

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Hier erfÀhrst du alle Infos zu Trekking-, Touren- und WanderrucksÀcken

Rucksack Beratung gibt es bei Renner XXL auch gerne via Telefon unter 08709-9430 136 oder per Mail unter service@outdoor-renner.de

1 . GrundsÀtzliches zu RucksÀcken

15.10.2019

Technische RucksĂ€cke, die fĂŒr verschiedene Einsatzzwecke konzipiert sind, (d. h. alle RucksĂ€cke jenseits von Daypacks!) sind das klassische Fachhandelsprodukt.

Trekking-, Wander-, und TourenrucksĂ€cke machen dabei den Großteil der verkauften technischen RucksĂ€cke aus. Zunehmend im Trend sind insbesondere Wander- und TourenrucksĂ€cke.

Bei den verschiedenen Rucksacktypen werden frauenspezifische Modelle angeboten, deren Vorteile der VerkÀufer einer Kundin erlÀutern bzw. im Vergleich Herrenmodell/Damenmodell demonstrieren sollte:

  1. DamenrucksĂ€cke besitzen eine kĂŒrzere RĂŒckenlĂ€nge.
  2. Die geschweiften Schultergurte sind an schmalere Schultern angepasst.
  3. Der konisch geformte HĂŒftgurt ist auf die weibliche Beckenform zugeschnitten.
  4. Ein guter VerkĂ€ufer wird natĂŒrlich berĂŒcksichtigen, dass gelegentlich Frauen ein MĂ€nnerrucksack besser passt - oder auch einmal umgekehrt.
  5. Der Rucksack sollte in der LĂ€nge unterteilt sein. Dabei ist es optimal, wenn das Trennfach herausnehmbar ist, sodass sich auch grĂ¶ĂŸere Teile im Rucksack transportieren lassen.
  6. Der Rucksack muss ein Deckelfach haben, das nach Möglichkeit auch höhenverstellbar ist, sodass je nach Packmenge variiert werden kann. Darunter muss am Rucksack eine verlĂ€ngerbare Manschette angebracht sein, die mit einem Schnurzug verschließbar ist. Das Deckelfach sollte möglichst vom RĂŒcken her zugĂ€nglich sein.
  7. Außen am Rucksack angebrachte Schlaufen sollten es ermöglichen, etwas daran zu befestigten.
  8. Stecktaschen an der Seite unten sind geeignet, um Skier, aber auch Trekkingstöcke oder ZeltgestÀnge an der Seite des Rucksacks anzubringen, sodass sie nicht nach unten herausrutschen können.
  9. Der gesamte RĂŒckenteil muss gut gepolstert und saugfĂ€hig sein.
  10. Das Volumen des Rucksacks muss mit Kompressionsriemen verÀnderbar sein. Dies ist vor allem wichtig, wenn der Rucksack nicht ganz vollgepackt ist.

Ein guter Rucksack wird, Ă€hnlich wie Schuhe, der Physiognomie des TrĂ€gers anpasst. Schuhe verleiht man auch nicht - das kann fast jeder nachvollziehen. Die AußenhĂŒlle muss aus atmungsaktivem Kunstmaterial bestehen, sonst schwitzen Sie darin.

Gleichzeitig muss das Material widerstandsfĂ€hig sein. Verschiedene Polyesterstoffe und Microfasergewebe leisten dies. Sie sind atmungsaktiv, wasserabweisend und winddicht. Das Innenmaterial muss Ă€hnlich beschaffen sein und sich zusĂ€tzlich angenehm auf der Haut anfĂŒhlen. Baumwolle scheidet aus, da sie zu schwer ist und sehr schnell verschmutzt. Es gibt Nylonstoffe, die diesen AnsprĂŒchen genĂŒgen.

X1 Tragesystem

X1 Tragesystem

Welche GrĂ¶ĂŸe brauche ich bei einem Rucksack?

15.10.2019

Das Tragesystem eines Rucksack lĂ€sst sich variieren, so dass ein Rucksack in dieser Hinsicht fĂŒr alle passt. Viel mehr sollte man auf das Gewicht eines Rucksacks achten...

Wie schwer darf der Rucksack eigentlich sein? NatĂŒrlich so leicht wie möglich, aber so schwer wie nötig. Was alles nötig ist, wird in den Kapiteln ĂŒber AusrĂŒstung, Kleidung etc. ausgefĂŒhrt. Die Erfahrung zeigt, dass es die verzichtbaren „LuxusgĂŒter“ sind, die den Rucksack unnötig schwer werden lassen.

Das Gewicht eines Rucksacks

FĂŒr eine Trekkingtour von mehreren Tagen sollte die Gewichtsobergrenze bei 15 kg liegen. Bis 20 kg geht der Spielraum, in dem man noch von angenehmem Tragen sprechen kann. Über 20 kg wird das Tragen zur Schinderei. Nach allen Erfahrungen ist ein Gewicht zwischen 15 und 20 kg realisierbar. Hier einige Regeln, ĂŒberflĂŒssiges Gewicht zu reduzieren:

  • Proviant nicht in Dosen und GlĂ€sern lassen. Weithalsflaschen (Fachhandel) sind hierfĂŒr weitaus besser geeignet und leichter.
  • Nicht zu viel Ersatzkleidung. Man kann unterwegs auch mal WĂ€sche waschen.
  • Einkaufsmöglichkeiten unterwegs prĂŒfen. Proviantmenge darauf abstimmen.
  • Immer nur so viel Wasser mitnehmen, wie fĂŒr den Tag nötig ist.
  • Keinen wasserhaltigen Proviant mitnehmen. Trockenobst hat den gleichen NĂ€hrwert.
  • Die AusrĂŒstung den Bedingungen auf der Tour anpassen. Keinen schweren Hightech-Schlafsack, wenn es ein einfacher, leichterer auch tut.
  • Tourbeschreibung in Kopien mitnehmen, nicht das ganze Buch. Waschmittelmenge genau auf den Bedarf bestimmen und entsprechend abfĂŒllen.
  • Im Zweifel erst den „schweren“ Proviant verbrauchen.
  • AusrĂŒstungsgegenstĂ€nde fĂŒr die Allgemeinheit (Zelt, Kocher, Proviant) auf alle gleichmĂ€ĂŸig verteilen. Manche Dinge werden nur einmal in der Gruppe benötigt. Untereinander abstimmen, wer was davon mitnimmt.
  • Sei generell sparsam mit dem was du auf die Tour mit nimmst - Auf dem Berg zĂ€hlt jedes Gramm

2. Welche Rucksacktypen gibt es?

15.10.2019
  • Rucksacktyp
    FĂŒr das normale Trekking ist ein Innengestell-Rucksack geeignet, ob mit oder ohne Außentaschen hĂ€ngt vom Einsatzbereich ab. Je grĂ¶ĂŸer die nötige Bewegungsfreiheit ist (z. B. bei Klettersteigen etc.), desto schlanker sollte der Rucksack sein.
  • RucksackgrĂ¶ĂŸe
    Das Standardmaß fĂŒr einen Trekkingrucksack liegt bei etwa 60 Liter Fassungsvermögen. FĂŒr eine Tour ohne Zelt und Kochutensilien können auch 40 bis 50 Liter genĂŒgen. FĂŒr Tagestouren reicht eine GrĂ¶ĂŸe von 20 bis 30 Litern. Wer eine lĂ€ngere Tour mit Zelt, Proviant und allen notwendigen Utensilien unternimmt, wird bei 60 Litern kleinere Stauprobleme bekommen. 70 Liter sind hier sicherlich besser. Aber kaufe deinen Rucksack nicht zu groß. Ein kleiner Rucksack zwingt dich, bei der Auswahl deiner AusrĂŒstung sparsamer vorzugehen.
  • Passform
    Der perfekte Sitz ist bei einem Rucksack entscheidend. Das Gewicht sollte sich zu einem Drittel auf die Schultern und zu zwei Dritteln auf die HĂŒfte verteilen. Voraussetzung dafĂŒr ist, dass die RĂŒckenlĂ€nge des Rucksacks passt. Durch einfaches Verstellen der Trageriemen muss das ganze Gewicht entweder auf den Schultern oder auf der HĂŒfte getragen werden können. Achte darauf, dass der Rucksack fest sitzt und nicht wackelt, sonst fehlt die StabilitĂ€t beim Gehen. Lass den Rucksack im FachgeschĂ€ft mit 10–15 kg fĂŒllen und teste ihn mit diesem Gewicht. Wenn jetzt auch noch genĂŒgend Freiheit fĂŒr die Arme vorhanden ist (versuche beim Testen aus dem Stand etwas aus dem Regal hinter dir zu nehmen), passt der Rucksack.

2.1 Was macht einen Trekkingrucksack aus?

15.10.2019

TrekkingrucksĂ€cke besitzen als Lastesel unter den RucksĂ€cken ein Packvolumen zwischen 50 und 90 Litern und werden in der Regel mit 15-25 kg Gewicht beladen. Der klassische Trekkingreisende trĂ€gt sein gesamtes GepĂ€ck inklusive Schlafsack, Zelt, lsomatte und Kochgeschirr auf dem RĂŒcken, deshalb stellt die LeistungsfĂ€higkeit des Tragesystems das entscheidende Kriterium dar.

Das Tragesystem eines Trekkingrucksacks muss den Hauptteil der Last von den Schultern auf das Becken umleiten, um die WirbelsĂ€ule zu entlasten. Zentrales Element ist hier der HĂŒftgurt: Ist dieser möglichst steif mit dem eigentlichen Packsak verbunden, erreicht man zwar eine gute LastĂŒbertragung auf der HĂŒftbereich, schrĂ€nkt aber die natĂŒrliche Pendelbewegung der HĂŒfte beim Gehen ein. Die heutigen Tragesysteme schaffen mit hilfe flexiblerer Materialien und intelligenter Konstruktionen eine Ausbalancierung zwischen der notwendigen Steifigkeit und der dem Tragekomfort dienenden FlexibilitĂ€t.

Dabei gilt: Je höher die Last, auf die ein Tragesystem ausgelegt ist, umso mehr wird die FlexibilitĂ€t zugunsten der guten LastĂŒbertragung abnehmen. Tatonka bietet fĂŒr sehr hohe bis mittlere Lasten Modelle mit zwei unterschiedlichen Tragesystemen an, und es gibt in jeder Kategorie jeweils Damen- und Herrenmodelle. Die auf ein Tragegewicht jenseits der 20 kg ausgelegten TrekkingrucksĂ€cke Tana/Bison sind mit dem X1-Tragesystem ausgestattet, bei dem zwei ergonomisch gebogene X-förmig gekreuzte AluminiumstĂ€be in GestĂ€ngekanĂ€len einen Teil der Traglast seitlich in den HĂŒftgurt ein- und so auf das Becken umleiten. Der aus drei Teilen bestehende HĂŒftgurt bildet das zentrale Element fĂŒr die optimale Lastenverteilung:

Die mehrschichtig aufgebauten HĂŒftflossen sind durch eine PE-Platte verstĂ€rkt, das Lendenpolster in der Mitte ist durch einen dahinter liegenden, ergonomisch geformten Aluminiumstab der RĂŒckenform angepasst, ein gummierter Einsatz auf dem Polster verhindert das Verrutschen des Rucksacks.

Die technische RĂŒckenpolsterung ist konkavausgeformt, damit sie gut am RĂŒcken anliegt, fĂŒr annehmbare BelĂŒftung sorgt die kammerförmige Anordnung der Polster. Ergonomisch geformte, gepolsterte Schultergurte können individuell eingestellt werden, ebenso können die Lastkontrollriemen verschieden positioniert werden.

Rucksack Beratung zu Tatonka

Tragesystem von Tatonka

FĂŒr mittlere Lasten bis zu 20 kg ist das V2-Tragesystem der Modelle lsis/Yukon ausgelegt. Es ist dank seiner Konstruktion flexibler als das X1-Tragesystem: Zwei zu einem umgekehrten V angeordnete AluminiumstĂ€be in GestĂ€ngekanĂ€len werden durch zwei im unteren RĂŒcken ansetzende, flexible, glasfaserverstĂ€rkte KunststoffstĂ€be (GFK-StĂ€be) ergĂ€nzt, die die Last seitlich in den HĂŒftgurt fĂŒhren. Der dreiteilige HĂŒftgurt entspricht im Aufbau dem X1-System, ebenso wie bei der RĂŒckenpolsterung wurde jedoch leichteres, flexibleres Material verwendet.

Ergonomisch geformte, gepolsterte Schultergurte und Lastkontrollriemen sind individuell einstellbar. Das System ist außerdem grĂ¶ĂŸenverstellbar und damit bei der Anpassung der RĂŒckenlĂ€nge sehr variabel, das heißt, es passt vielen unterschiedlich großen Kunden.

2.2 Was macht einen Tourenrucksack aus?

15.10.2019

TourenrucksĂ€cke sind mit einem Packvolumen zwischen 35 und 50 Litern fĂŒr eine Traglast von 10-15 kg ausgelegt. Im Gegensatz zu TrekkingrucksĂ€cken können sie fĂŒr eine breitere Zielgruppe das richtige Produkt darstellen. Sie eignen sich fĂŒr HĂŒttentouren, fĂŒr Wochenendtrekking mit leichtem GepĂ€ck, als Familien-Wanderrucksack, als Pilgerrucksack, fĂŒr Skitouren. Das Tragesystem ist flexibler als bei TrekkingrucksĂ€cken und damit auf höhere Beweglichkeit ausgelegt.

Die verwendeten Materialien sowohl beim Tragesystem als auch beim Packsack sind leichter, so dass das Eigengewicht der RucksĂ€cke deutlich sinkt. Da TourenrucksĂ€cke unterschiedliche Ausstattungsmerkmale besitzen können (Wanderstockhalterung, Eisaxthalterung, integrierte RegenhĂŒlle), sollte der Einsatzzweck vorher abgeklĂ€rt werden.

Tatonka stattet seine TourenrucksĂ€cke mit dem X Lite Vario-Tragesystem aus. Der Aufbau entspricht dem des X1-Systems fĂŒr TrekkingrucksĂ€cke, es werden jedoch leichte und flexible GFK-StĂ€be verwendet. Am oberen Ansatzpunkt der StĂ€be sorgt ein quer eingearbeiteter Stab fĂŒr seitliche Stabilisierung, so dass der Rucksack bei schnellen Bewegungen nicht hin und her rutscht. Bei der RĂŒcken- und HĂŒftgurtpolsterung sorgt Netzgewebe fĂŒr eine hohe Luftzirkulation, so dass der RĂŒcken trocken bleibt.

Dank der Verstellbarkeit in der GrĂ¶ĂŸe können die RucksĂ€cke an unterschiedliche RĂŒckenlĂ€ngen angepasst werden (sie passen verschieden großen Kunden). Mit den optisch ansprechenden Modellen Jaca 36/Leon 38 hat Tatonka zwei besonders leichte TourenrucksĂ€cke entwickelt, die speziell auf die BedĂŒrfnisse von Pilgern zugeschnitten wurden: Oftmals ist diese besondere Zielgruppe nicht sehr wandererfahren und/ oder konditionsstark - daher wird das mit 1,5 bzw. 1,6 kg Ă€ußerst geringe Eigengewicht der Modelle sicher ein gutes Verkaufsargument darstellen.

2.3 Was macht einen Wanderrucksack aus?

15.10.2019

WanderrucksĂ€cke eignen sich mit ihrem Packvolumen von 20-30 Litern fĂŒr Tageswanderungen. Sie können mit 4-10 kg Gewicht beladen werden. Kleinere Modelle sind eher fĂŒr Touren in der warmen Jahreszeit ausgelegt, in der kĂ€lteren Jahreszeit - oder wenn zu zweit nur ein Rucksack benötigt wird - empfiehlt sich ein grĂ¶ĂŸeres Modell. Die Tragesysteme fĂŒr WanderrucksĂ€cke legen den Schwerpunkt auf eine gute RĂŒckenventilation.

Dennoch muss das System kraftschlĂŒssiges Tragen gewĂ€hrleisten, d.h. fest am RĂŒcken sitzen. Die komfortable Ausstattung eines Wanderrucksacks stellt ein wichtiges Kriterium dar. Wichtige Pluspunkte sind eine integrierte RegenhĂŒlle, eine Trinksystemvorbereitung, eine Wanderstockhalterung, eine Lichthalterung - ganz abgesehen von den Standards wie dem Brustgurt mit Signalpfeife oder dem Fach fĂŒr die Erste-Hilfe-Tasche. Bei WanderrucksĂ€cken, die in der GrĂ¶ĂŸe oftmals einem großen Daypack entsprechen, wird der Kundin/dem Kunden eine ansprechende Optik wichtig sein.

Tatonka Trekkingrucksack

Tatonka Trekkingrucksack

Karema/Farou , die sportiven WanderrucksĂ€cke von Tatonka, sind mit dem X Vent Vario-Tragesystem ausgestattet. Der NetzrĂŒcken wird so gespannt, dass der RĂŒcken optimal belĂŒftet wird. Gekreuzte GFK-StĂ€be in GestĂ€ngekanĂ€len, die auf der RĂŒckwand des Rucksacks verlaufen, leiten die Traglast seitlich in den HĂŒftgurt ein. Die gepolsterten HĂŒftflossen sind fĂŒr eine hohe Luftzirkulation mit Netzgewebe ausgestattet, die ergonomisch geformten Schultergurte sind aus leichtem und flexiblem Gewebe gefertigt.

Auch das X Vent Vario-Tragesystem kann unterschiedlichen RĂŒckenlĂ€ngen angepasst werden und passt damit vielen verschiedenen Kunden. Der Packsack wird nach unten schmaler und erhöht damit die Bewegungsfreiheit beim sportlichen Ausschreiten. Die umfangreiche, wanderfreundliche Ausstattung und die schicke Optik machen die Tatonka-Modelle zu Prototypen eines gelungenen Wanderrucksacks.

3. Rucksacktypen und ihre Eigenschaften?

15.10.2019

TrekkingrucksÀcke:

  • ausgelegt fĂŒr Lasten zwischen 15 und 25 kg
  • geeignet fĂŒr Reisen und Trekkingtouren mit komplettem GepĂ€ck
  • LeistungsfĂ€higkeit des Tragesystem ist entscheidend: Umleitung des Hauptteils der Last von den Schultern auf das Becken zur Entlastung der WirbelsĂ€ule; steifflexibler Aufbau zur GewĂ€hrleistung des Tragekomforts beim Gehen

TourenrucksÀcke:

  • ausgelegt fĂŒr Lasten zwischen 10 und 15 kg
  • geeignet fĂŒr unterschiedliche Einsatzzwecke
  • flexibleres, leichteres Tragesystem mit guter LastĂŒbertragung auf das Becken sorgt fĂŒr grĂ¶ĂŸere Beweglichkeit
  • ggf. unterschiedliche Ausstattungsmerkmale

WanderrucksÀcke:

  • ausgelegt fĂŒr Lasten zwischen 4 und 10 kg
  • geeignet fĂŒr Tageswanderungen
  • Tragesystem legt den Schwerpunkt auf gute RĂŒckenventilation
  • Ausstattungsmerkmale und Optik sind ein wichtiges Verkaufskriterium

Eigenschaften eines "Daypack"-Rucksack fĂŒr die kleine Tour

15.10.2019

Deutschland hat eine wanderbegeisterte Bevölkerung. Nur jeder dritte Einwohner gibt an, nie zu Wandern und an dieser Gewohnheit absehbar auch nichts Ă€ndern zu wollen. Das sollte fĂŒr den Sport- und Outdoor-Fach-handel aber kein Problem darstellen. Denn die anderen 40 Millionen Kunden mĂŒssten die Herzen umso höher schlagen lassen.

Die Herausforderung fĂŒr den Handel dĂŒrfte aber sein, dass viele dieser Menschen mit den unglaublichsten - man ist hier geneigt, das Wort Rucksack zu vermeiden - Beuteln am RĂŒcken auf Wanderschaft zu gehen. Der Wandergenuss ließe sich fĂŒr extrem viele Wandersleut erheblich steigern, hĂ€tten sie richtige WanderrucksĂ€cke.

Der Wanderrucksack: Mehr als ein Daypack

WanderrucksĂ€cke haben ein Packvolumen von etwa 18 bis 35 und sind damit ungefĂ€hr so groß wie Daypacks - oder auch etwas grĂ¶ĂŸer. Sie sind fĂŒr Gewichte um 5-6 kg ausgelegt. Durch die moderne Light-Weight-AusrĂŒstung nutzen manche Pack- und Gewichtsakrobaten allerdings die WanderrucksĂ€cke auch fĂŒr Wochentouren, sofern sie weder Zelt- noch KochausrĂŒstung tragen mĂŒssen.

WanderrucksĂ€cke sind fĂŒr Tages- oder WochenendaktivitĂ€ten gedacht. Im Gegensatz zu Daypacks, die leider noch viel zu hĂ€ufig zum Wandern genutzt werden, sind WanderrucksĂ€cke aber speziell auf das Wandern abgestimmt.

Die Vorteile eines Wanderrucksacks gegenĂŒber dem Daypack:

LĂ€ngerer RĂŒcken:

Auch wenn Daypacks und WanderrucksĂ€cke manchmal ein vergleichbares Volumen haben, sind Daypacks kleiner geschnitten mit mehr Tiefe nach hinten, wĂ€hrend WanderrucksĂ€cke einen lĂ€ngeren RĂŒcken haben und weniger Tiefe aufweisen.

  • Der Rucksack sitzt durch die LĂ€nge besser ĂŒber den RĂŒcken verteilt und drĂŒckt mit dem unteren Ende nicht oberhalb der Nieren in den RĂŒcken.
  •  Der Schwerpunkt eines vollgepackten Rucksacks liegt dichter am Körperschwerpunkt. Man kann aufrechter gehen und er trĂ€gt sich leichter.

HĂŒftflĂŒgel:

Durch den lĂ€ngeren RĂŒcken haben WanderrucksĂ€cke hĂ€ufig HĂŒftflĂŒgel, die tatsĂ€chlich auf Höhe des Beckens liegen. Daypacks haben maximal ein Gurtband, das vorne befestigt werden kann. Das sitzt meistens ĂŒber dem Bauchnabel und stört mehr, als es nĂŒtzt.

Brustgurt:

Gehört zu einem Wanderrucksack, fehlt aber in der Regel bei einem Daypack. Wanderspezifische Details wie Netztaschen, Stockhalterungen bis zur integrierten RegenhĂŒlle.

RĂŒckensysteme:

FĂŒr jeden das richtige GrundsĂ€tzlich lassen sich zwei RĂŒckensysteme bei WanderrucksĂ€cken unterscheiden: Der gepolsterte, flache RĂŒcken und der belĂŒftete, gewölbte (Netz-)RĂŒcken. FĂŒr beide Systeme gibt es gute GrĂŒnde.

Vorteile des flachen RĂŒckens:

Meist eine angenehme, festere Polsterung, teilweise mit Aussparung fĂŒr das RĂŒckgrat, gleichmĂ€ĂŸige Gewichtsverteilung ĂŒber den gesamten RĂŒcken, viel Kontrolle ĂŒber den Rucksack, da der Schwerpunkt dichter am RĂŒcken anliegt, unproblematisches Packen durch großes, leicht zugĂ€ngliches Innenvolumen.

Vorteile des gewölbten RĂŒckens:

  • Mehr Luftzirkulation zwischen RĂŒcken und Rucksack, sodass Schweiß besser abdampfen kann, folglich hat man einen trockeneren RĂŒcken.

Technisch gesehen ist der flache RĂŒcken das funktionellere System, aber viele Verbraucher mögen den belĂŒfteten RĂŒcken, der mehr Klimakomfort verspricht. WĂ€hrend der flache RĂŒcken lediglich den Nachteil hat, dass der Schweiß am RĂŒcken nicht abdampfen kann und der RĂŒcken dadurch nasser ist, hat der gewölbte RĂŒcken mehrere Nachteile:

  • Manchmal sind die gewölbten RĂŒcken zu kurz. Bei hoher Zuladung drĂŒckt der untere Rucksackabschluss in den RĂŒcken.
  • Potenziell ist das System anfĂ€lliger, z.B. wenn man den Rucksack als Sitzunterlage nutzt.
  • Das Innenvolumen ist deutlich kleiner und man hat Probleme, große GegenstĂ€nde einzupacken, weil sich der RĂŒcken nach innen wölbt. Dieses Problem tritt vor allem im Alltag auf, wenn man den Rucksack fĂŒr EinkĂ€ufe oder zum Transport von Ordnern/RingbĂŒchern nutzen will.
  • Wer regelmĂ€ĂŸig Klettersteige geht oder technischer (Scrambling) unterwegs ist, hat mit dem gewölbten RĂŒcken eine geringere Kontrolle ĂŒber den Rucksack, da der Schwerpunkt weiter vom RĂŒcken absteht.

Mittlerweile gibt es auch Luftzirkulierungssysteme, die individuell zu einer flacheren oder stÀrker gewölbten Biegung angepasst werden können.

Verstellbare RĂŒckenlĂ€ngen:

Die meisten WanderrucksĂ€cke haben eine FixlĂ€nge des RĂŒckensystems. Der Rucksack lĂ€sst sich deshalb nicht individuell auf eine RĂŒckenlĂ€nge einstellen, wie das beim Trekking-Rucksack ĂŒblich ist. Der Wanderrucksack sollte deshalb von Anfang an gut sitzen. Bei zu kurzem RĂŒcken oder zu langem RĂŒckensystem sollten Sie als VerkĂ€ufer den Kunden auf andere Modelle aufmerksam machen. Stellen Sie den Kunden seitlich vor einen Spiegel, damit dieser erkennt, wie kurz beziehungsweise wie lang der RucksackrĂŒcken ist.

Die meisten Hersteller bieten ein Modell mit unterschiedlichen Packvolumen an, sodass der RĂŒcken LĂ€ngenunterschiede aufweist. Gelgentlich haben Hersteller sogar eine Extralang-Version fĂŒr sehr große Menschen (ĂŒber 185/190 cm KörperlĂ€nge) oder Menschen mit ĂŒberproportional langem RĂŒcken.

Heute sollte es ferner ĂŒblich sein, dass es von jedem Rucksack auch ein entsprechendes Frauenmodell mit etwas kĂŒrzerem RĂŒcken gibt. Als FachhĂ€ndler sollten Sie mindestens eine Marke fĂŒhren, welche bei einem Modell diese unterschiedlichen RĂŒckenlĂ€ngen berĂŒcksichtigt, um Ihre Kunden richtig beraten zu können. Alternativ sollten Sie von diversen Modellen die Unterschiede der RĂŒckenlĂ€ngen kennen, um Ihren Kunden Alternativen schnell anbieten zu können.

Gelegentlich haben Hersteller bei WanderrucksÀcken in der LÀnge verstellbare SchultertrÀger. Vor allem bei krÀftig gebauten Menschen bietet eine solche Verstellmöglichkeit zusÀtzlichen Tragekomfort.

Die meisten RĂŒcksĂ€cke lassen sich individuell an den RĂŒcken anpassen


Gibt es spezielle Rucksackmodelle fĂŒr Frauen?

15.10.2019

Eigentlich mĂŒssten spezielle FrauenrucksĂ€cke mittlerweile so selbstverstĂ€ndlich sein wie Frauenleisten im Schuhbereich. Da dies aber aufwĂ€ndig ist und die Anzahl der Produkte (und Lagerkosten) erhöht, gibt es weiterhin zu viele Unisex-Modelle auf dem Markt.

Vor allem Discounter und Generalisten kĂŒmmern sich kaum um spezielle Frauenmodelle.

Das sollten Sie als FachhĂ€ndler als Chance sehen und Frauen immer wiederauf diese spezielle Möglichkeit aufmerksam machen. Die Erfahrung zeigt nĂ€mlich: Frauen, die schon einmal einen Frauenrucksack getragen haben, wollen nie wieder zu einem Unisex-Modell zurĂŒck. FrauenrucksĂ€cke unterscheiden sich durch Schnittunterschiede von Unisex- Modellen:

RĂŒckenlĂ€nge:
Frauen haben im Durchschnitt einen kĂŒrzeren RĂŒcken als MĂ€nner, vor allem auch im VerhĂ€ltnis zur KörperlĂ€nge. Die kĂŒrzeren RĂŒcken passen aber auch kleineren MĂ€nnern oder Jugendlichen besser.

SchultertrÀgeransatz:
Frauen haben eine geringere Schulterbreite als MÀnner. Die Ansatzpunkte der SchultertrÀger bekommen deshalb einen spitzeren Ansatzwinkel und liegen nÀher zusammen.

SchultertrÀgerschnitt:
Damit der Schultergurt nicht auf der Brust drĂŒckt, hat ein Frauenrucksack stĂ€rker geschlungene TrĂ€ger, weichere Kanten und schmaler auslaufende TrĂ€gerenden. Der Brustgurt sollte ĂŒber die Brust gezogen werden können.

HĂŒftgurtschnitt:
Die weibliche HĂŒfte ist stĂ€rker tailliert als die mĂ€nnliche. Der HĂŒftgurt muss so geschnitten sein, dass er im geschlossenen Zustand eine konische Form hat.

HĂŒftgurtansatz:
Die konische Form wird durch einen angewinkelten Ansatzpunkt des HĂŒftgurtes sowie eine geschwungene HĂŒftflossenform erreicht.


Die Elemente des Tragesystems von RucksÀcken

15.10.2019

Trageriemen, HĂŒftgurt, Brustgurt und Lastkontrollgurte hat jeder große Trekking-Rucksack, weil man im Zusammenspiel durch sie den Sitz des Rucksacks optimieren kann. Beim Wanderrucksack fehlen manchmal solche Elemente (Lastkontrollgurte) oder sind nur sehr rudimentĂ€r (HĂŒftgurt) vorhanden.

Tatonka Tragesystem

Das Tatonka Tragesystem

  • Trageriemen: Bei Light-Weight-Modellen reichen TrĂ€ger mit Perforation, da man davon ausgehen kann, dass der Rucksack nicht ĂŒberpackt wird. Sonst werden normale, nicht zu wuchtig gepolsterte TrĂ€ger genutzt - gelegentlich mit einer aufgesetzten Tasche fĂŒr einen Riegel, Gels oder das Taschenmesser.
  • HĂŒftgurt: WanderrucksĂ€cke haben meist keinen tragenden HĂŒftgurt. Bei einem Zuladungsgewicht von ca. 6 kg benötigen sie diesen auch nicht. Trotzdem ist ein etwas breiterer, gepolsterter HĂŒftgurt angenehmer als ein einfaches Gurtband.
  • Brustgurt: Ein Brustgurt ist nicht da, um ein Abrutschen der TrĂ€ger von den Schultern zu verhindern, sondern um die SchultertrĂ€ger zu stabilisieren. Dazu erhöht der Brustgurt den Komfort durch die Entlastung der Atemhilfsmuskulatur, die durch den Tragegurt belastet wird. Typisches Bild von Wanderern ohne Brustgurt: Sie haben die Daumen unter den TrĂ€gern und ziehen diesen nach innen, weil „es bequemer ist" (= man besser atmen kann). Ein Brustgurt ĂŒbernimmt diese Funktion und sollte unbedingt benutzt werden.

Lastkontrollgurte:
Die oberen Lastkontrollgurte verlaufen vom Sattelpunkt des Schultertraggurtes in einem ca. 45°-Winkel an die obere Kante des Rucksackhauptfachs.

Die unteren Lastkontrollgurt verlaufen vom HĂŒftgurt zum seitlichen Packsack. Über diese Lastkontrollgurte kann man das Gewicht/den Schwerpunkt des Rucksacks dichter an den Körper ziehen oder weiter entfernen. Durch die eher rudimentĂ€ren HĂŒftgurte haben WanderrucksĂ€cke selten die unteren Lastkontrollgurte. Mit den Lastkontrollgurten kann man beim Wandern das Gewicht des Rucksackes am Körper variieren und so fĂŒr Komfort sorgen.


Details und zusÀtzliche Features von RucksÀcken

15.10.2019

Reißverschlusszugang oder Deckeltasche („Toploader"): Das ist grĂ¶ĂŸtenteils eine Geschmacksache. Der Reißverschluss beschrĂ€nkt das Volumen des Rucksacks, wĂ€hrend man unter den Deckel Immer noch eine Jacke etc. klemmen kann. Bei einem nicht vollen Rucksack lĂ€sst sich die Deckeltasche in das Hauptfach stecken. So sitzt der Rucksack besser und die Deckeltasche schlackert nicht herum.

Seitentaschen:
Ein Unterscheidungskriterium zum Alpinrucksack, der möglichst „clean" ist, damit man am Fels nicht hĂ€ngen bleibt. Sie werden heute meist nach innen gebaut und nur selten aufgesetzt.

NetzfÀcher:
Vorne fĂŒr Bekleidungsaccessoires, ein verschwitztes Shirt oder die Regenjacke. Seitliche Netztaschen sollten groß genug sein fĂŒr eine 1-Liter-Trinkflasche.

Trinksystemfach/Computerfach:
Praktische Doppelnutzung (Tour/Alltag). Oberhalb des Trinksytemfaches sollte ein Plastikkarabiner angebracht sein, um den Trinkbeutel einzuhÀngen, damit der Beutel nicht die Durchflussgeschwindigkeit des Ventils blockiert. Als Computerfach gerne gepolstert.

Brillenfach:
Gerne innen weich ausgeschlagen. So findet man seine Brille oder auch das Smartphone.

Bungee-Netz:
Einfache Befestigung fĂŒr eine Jacke, einen Helm oder andere AusrĂŒstung. Sollte unten eine Öse als „Rutschbremse" haben.

Stockhalterungen:
DĂŒrfen beim Wanderrucksack nicht fehlen, damit die teleskopierbaren Trekking-Stöcke befestigt werden können.

Signalpfeife:
Diese ist in der Schnalle des Brustgurtes integriert. Im Notfall schnell griffbereit.

RegenhĂŒlle:
Praktisches Detail und sollte idealerweise eine Befestigung zum Rucksack haben (Karabiner etc.), damit sie bei viel Wind nicht wegfliegt oder verloren geht. Die RegenhĂŒlle sollte selber auf der FlĂ€che nahtlos sein, damit sie tatsĂ€chlich absolut wasserdicht ist. Manche Hersteller nĂ€hen weiterhin ihr Logo drauf... Sitzkissen: Gelegentlich kann die RĂŒckenpolsterung herausgenommen und als Sitzkissen verwendet werden. Meist ist das mit viel Aufwand verbunden und unterwegs bei vollem Wanderrucksack recht kompliziert. Besser ein separates Sitzkissen mitnehmen.


Materialien und QualitÀtsunterschiede

15.10.2019

Die Grundmaterialien von WanderrucksÀcken unterscheiden sich nicht wesentlich von denen anderer RucksÀcke. Meist kommen Polyester (UV-resistenter) oder Polyamid (schwerer und robuster) in Frage. Im Vergleich zu AlpinrucksÀcken, bei denen es auf erhöhte Scheuer- und Abriebfestigkeit ankommt, wird bei WanderrucksÀcken seltener Cordura oder Dynema verarbeitet.

HÀufig versucht man, WanderrucksÀcke durch Ripstop-Materialien leicht und gleichzeitig robust genug zu machen. Immer beliebter werden Baumwollmischgewebe bei WanderrucksÀcken. Sie entsprechen dem Retro- Trend, haben aber auch Funktionsvorteile: Baumwollmischgewebe sind meist extrem wasserfest.

Auch durch die NÀhte kommt kaum NÀsse hindurch, weil diese und das Material bei NÀsse leicht aufquellen und die Nahtlöcher abdichten. Baumwollmischgewebe sind auch sehr UV- und alterungsbestÀndig. DÀmpfungs- und PolsterschÀume, GurtbÀnder und Schnallen unterscheiden sich in der Regel nicht von den Materialien, die Hersteller in ihren anderen Rucksackkategorien verwenden.

Allerdings gibt es große Unterschiede in der QualitĂ€t der Materialien - was auch erklĂ€rt, warum DiscounterrucksĂ€cke sehr billig sind. Billigpolyesterstoffe haben eine geringere Anzahl FĂ€den in Kette und Schuss.

FĂŒr den Laien ist das kaum zu erkennen. Trotzdem gibt es eine einfache Möglichkeit, die QualitĂ€t zu ĂŒberprĂŒfen. Billigstoffe haben auf der Innenseite eine sehr dicke PU-Schicht. Das hat weniger mit der Wasserdichte als mit der geringen Fadendichte des Materials zu tun. Die dicke PU-Schicht hĂ€lt das Material und gibt ihm einen stĂ€rkeren Griff durch das Verkleistern des Gewebes. Bei hochwertigen Materialien kann man die Webstruktur auch auf der Innenseite erkennen.

Bei GurtbĂ€ndern und Schnallen kann man die „Laufeigenschaft" ausprobieren. Gute GurtbĂ€nder sind fein gewebt und laufen gleichmĂ€ĂŸig, ohne dass man fest zurren muss. Billigere GurtbĂ€nder sind gröber, lassen sich verschieben (zwischen die zwei Daumen nehmen und vor und zurĂŒck bewegen) und sperren. Gute Schnallen sind weicher, biegsamer, wĂ€hrend Billigschnallen sehr steif sind.

Letztere sind schon durch geringfĂŒgige Überlastung bruchanfĂ€llig und haben eine geringe UV-Resistenz. Auch bei den SchĂ€umen zeigen erst die Nutzung und der Zeitfaktor, wie gut oder schlecht die Materialien sind. Aus Billigmaterialien lĂ€sst sich allerdings kein hochwertiger, langlebiger Rucksack machen.


Tipps zum richtigen Packen und tragen von RucksÀcken

15.10.2019

Wie trage ich den Trekkingrucksack richtig?

15 kg sind nicht gleich 15 kg. Die Art und Weise, wie der Rucksack gepackt ist, macht einen immensen Unterschied. Ein gut gepackter und gut am Körper positionierter Rucksack gehört zu dir wie ein Körperteil, das du erst beim Absetzen vermisst. Aus diesem Grund sollten beim Packen einige Punkte beachtet werden:

  1. Kantige oder spitze GegenstĂ€nde besonders gut einpacken. Vorsicht, dass sie nicht durchscheuern. Im Rucksack so platzieren, dass sie nicht am RĂŒcken drĂŒcken.
  2. Leichte oder voluminöse GegenstÀnde tief unten oder weiter vom Körper entfernt einpacken (z. B. Schlafsack).
  3. Schwere GegenstĂ€nde nah am Körper und in die obere RucksackhĂ€lfte packen, aber nicht zu hoch, damit Sie in schwierigem GelĂ€nde kein Übergewicht bekommen.
  4. Gewicht symmetrisch nach rechts und links verteilen.
  5. Zusammengehörige GegenstÀnde wie Verpflegung, Regenbekleidung, Nachtutensilien jeweils in einem Packsack oder Nylonbeutel zusammenpacken.
  6. Farbige PacksĂ€cke erleichtern die Orientierung im Rucksack. Möglichst wenige Teile außen am Rucksack befestigen. Diese pendeln, machen den Rucksack instabil, bleiben hĂ€ngen oder werden nass.
  7. Den tĂ€glichen Bedarf (Tagesverpflegung, Kompass, Regenponcho) in den Außentaschen, im Deckelfach oder ganz oben im Rucksack unterbringen. Sperrige GegenstĂ€nde wie Wanderstöcke können außen am Rucksack befestigt werden.

Tipps zum richtigen Packen

  • Breite alle Einzelteile unverpackt vor dir aus. Gehe dann jedes Teil einzeln durch und ĂŒberlege, wie oft du dieses Teil benötigen, wie wahrscheinlich sein Gebrauch ist, wie notwendig es ist und ob es durch ein anderes Teil zu ersetzen ist. Sortiere jetzt schon mal einiges aus.
  • Bilde danach drei Gruppen von Utensilien:
    1. absolut Notwendiges wie Regenponcho, Zelt usw.;
    2. Dinge, auf die du ungern verzichten willst (Tagebuch, Ersatzpullover usw.);
    3. Utensilien, auf die man wÀhrend ein paar Tagen Trekking auch mal verzichten kann (Lieblingsbuch, MP3-Player, Kopfkissen usw.).
  • Packe die notwendigen Utensilien ein, nimm die wichtigsten der nahezu unverzichtbaren hinzu und wiege den Rucksack. Wie viel fehlt zu 15 kg?
  • WĂ€hle jetzt aus dem Rest das aus, was noch möglich ist, um im Gewichtslimit zu bleiben. Du wirst feststellen, ganz zum Schluss kommen sowieso noch ein paar Utensilien dazu. Du hast dann vielleicht 17 kg und damit lĂ€sst es sich gut laufen.

Den Rucksack richtig packen - das Wichtigste kommt nach oben

Den Rucksack richtig tragen

Wenn der Rucksack richtig gepackt ist, musst du ihn nur noch richtig an den Körper anschmiegen, damit der Tragekomfort optimal wird.

  • Stell den Rucksack mit der RĂŒckseite vor dir auf den Boden.
  • Nimm den Rucksack bei den Trageriemen und setze ihn auf dem leicht angewinkelten Knie ab. Ob links oder rechts, kommt auf dich an.
  • SchlĂŒpfe jetzt mit dem Arm der Knieseite durch den entsprechenden Trageriemen.
  • Mit einem kleinen Schwung bringst du jetzt den Rucksack auf den RĂŒcken und schlĂŒpfst mit dem zweiten Arm durch den zweiten Trageriemen.
  • Jetzt lagert das Gewicht auf deinen Schultern.
  • Lockere die Schnalle des HĂŒftgurtes so weit, dass du diese ohne großen Aufwand verschließen kannst.
  • Jetzt ziehst du den HĂŒftgurt so weit zu, dass er sich eng um deine HĂŒften legt.
  • Noch etwas mit den HĂŒften schaukeln und nochmals nachziehen.
  • Das Gewicht des Rucksacks muss jetzt auf deinen HĂŒften liegen.
  • Ziehe jetzt die Stellriemen an den Trageriemen, die den Abstand zum Körper regulieren. Dadurch wird der Rucksack zum Körper gezogen.
  • Beim AbwĂ€rtsgehen solltest du diese Stellriemen etwas lockern.

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15.10.2019

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Rucksack Beratung- Der ultimative Outdoor-Rucksackguide Zuletzt aktualisiert: 19.06.2020 von

Last modified: 19. Juni 2020

5 Kommentare zu :
Rucksack Beratung- Der ultimative Outdoor-Rucksackguide

  1. Avatar gear2014 sagt:

    sehr informative beratung, mir fehlen aber noch infos ĂŒber marken, zb deuter versus tatonka…

  2. Avatar toni sagt:

    Deuter mag zwar bei Wander-RucksĂ€cken die Nase vorn haben, aber bei großen TrekkingrucksĂ€cken hat Tatonka das bessere Tragesystem

  3. Avatar Alex sagt:

    Hey ihr habt wirklich ganze Arbeit mit diesem Artikel geleistet! Super ausfĂŒhrlich und toll geschrieben die Beratung!
    Ich habe vor kurzem selber einen Àhnlichen Wanderrucksack Guide verfasst und euch als Referenz angebenen hierzu!

  4. Avatar Nino sagt:

    das Tragesystem von Deuter ist meiner Meinung nach dem von Tatonka ĂŒberlegen. Habe beide Marken getestet und mir taugt Deuter viel besser

  5. Avatar Alex sagt:

    Sehr umfangreicher Beitrag, danke dafĂŒr. Wichtig ist natĂŒrlich auch, dass der Rucksack auf der Tour kein Probleme wie z.B. RĂŒckenschmerzen oder AbschĂŒrfungen verursacht…

    Gruß
    Alex

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