Schneeschuhwandern

Neue Begeisterung für einen Jahrtausende alten Sport

Die schon seit Jahrtausenden bekannte Tradition des Schneeschuhwanderns erlebt einen neuen Aufschwung und begeistert immer mehr Menschen. Die einzigartige Schönheit verschneiter Landschaften kann schließlich nicht nur auf Skiern oder innerhalb der Grenzen gut ausgebauter Wanderwege genossen werden. Was das Schneeschuhwandern so besonders macht und worauf es bei der richtigen Ausrüstung ankommt, haben wir hier für dich auf den Punkt gebracht.

Was macht den besonderen Reiz von Schneeschuhwanderungen aus?

Image Schneeschuh-WandernSchneeschuhwandern ist bei Weitem nicht nur erfahrenen Wintersportlern vorbehalten. Im Gegenteil, grundsätzlich kann jeder, der gehen kann, auch Schneeschuhwandern und braucht im Unterschied zu anderen Wintersportarten nicht einmal besonders viel Übung. So können sich zum Beispiel Wanderer, die auf rasante Abfahrten lieber verzichten, trotzdem bisher unerreichbare Landschaften erschließen und sind nicht nur auf die gut ausgebauten Wege angewiesen. Und auch erfahrene Wintersportler können ihr „Revier“ einmal völlig neu kennenlernen und sich neuen Herausforderungen in bisher unzugänglichem Gelände stellen.

Schneewandern ist dadurch ebenso wie „normales“ Wandern für jede Altersklasse und jedes Fitnesslevel geeignet. Alles, was du dafür brauchst, sind stabile und bequeme Winterstiefel, warme Winterbekleidung, bei Bedarf ein paar Stöcke und natürlich die Schneeschuhe selbst. Teure Ausrüstung wie Helme, Skier und Brillen oder Zusatzkosten für Skipässe fallen nicht an.

Die passende günstige Winterbekleidung und warme Winterschuhe, die du nicht nur zum Schneeschuhwandern verwenden kannst, findest du bei uns im Shop. Mit entsprechenden Schneetellern kannst du deine Trekkingstöcke ganz einfach und preiswert fit für den Wintereinsatz machen, sodass das winterliche Abenteuer auch eine Sportart für den kleinen Geldbeutel ist.

Zu guter Letzt ist das wandern im Schnee auch noch ein gutes Ausdauertraining, dass du im Unterschied zum Skifahren, Langlauf oder anderen Wintersportarten auch bei wenig Schnee ausüben kannst, ohne dir Gedanken um Hindernisse wie Steine oder Bäume machen zu müssen, die bei schnellen Abfahrten gefährlich werden könnten. Bei deinen ersten Gehversuchen wirst du feststellen, dass es im Unterschied zum klassischen Wandern ein paar Dinge zu beachten gilt, um sich sicher und zügig durch den Schnee zu bewegen.

Worauf es ankommt – vom ersten Schritt bis zu den großen Sprüngen

Ganz einfach ausgedrückt ist Schneeschuhwandern nichts anderes als eine Wanderung mit größeren Sohlen. Diese braucht es schließlich, um nicht in den Schnee einzusinken. Die spezielle Konstruktion erfordert eine leicht veränderte Wander-Technik, die jedoch intuitiv und schnell erlernt werden kann.

Ebener Untergrund

Nach den ersten Schritten in ebenem Gelände wirst du schnell die kleinen Besonderheiten merken, die es beim Schneeschuhwandern zu beachten gilt. Auf flachem Untergrund ist das Gehen mit Schneeschuhen intuitiv und einfach zu bewältigen. Der Stand und auch die Schritte sind jedoch etwas weiter auseinander, damit du nicht versehentlich auf den Rand der Schneeschuhe trittst. Dieser weitere Gang kann daher möglicherweise nach den ersten Touren ein wenig Muskelkater verursachen. Die meisten Schneeschuhe haben einfache Befestigungen mit Bändern, wobei du darauf achten solltest, dass sie fest am Schuh sitzen und die Bewegung ohne zu wackeln mitmachen.

Bergauf wandern

Wenn du bergauf gehst, kommt es auf den Untergrund an, welche Technik die beste ist. In lockeren, weichen Puderschnee solltest du dir mit den Zehen voran eine Stufe in den Schnee treten. Durch diese Technik bleibt der Fuß beim Aufstieg relativ gerade und läuft nicht Gefahr, nach hinten wegzurutschen, was auf Dauer einiges an Kraft spart. Die Eiszacken oder Stollen unter dem Fußballen graben sich fest in den Schnee, während der Fersenbereich weitestgehend unbelastet bleibt. Falls der Schnee so weich ist, dass du statt einer Trittstufe nur ein tiefes Loch produzierst, schau dich besser nach einer anderen Route um.

  • Auf hartem Gelände mit Schnee, Eis und Steinen kann das Treten höchstens zum Frustabbau, jedoch nicht zum Fortkommen beitragen. Hier solltest du dich auf die Steigeisen der Schneeschuhe und deine Stöcke verlassen. Bei zu steilen Aufstiegen solltest du jedoch nach einer moderateren Strecke Ausschau halten.
  • Viele Schneeschuhmodelle haben neben den Eiszacken auch eine ausklappbare Fersenerhöhung, auch Steighilfe genannt. Mit diesem ausklappbaren Bügel wird die Ferse höher gesetzt. Damit bleibt der Fuß bei moderaten bis steilen Anstiegen gerade, auch wenn der Schneeschuh sich der Neigung des Aufstiegs anpasst. Dadurch kannst du vor allem bei längeren Strecken bergauf Kraft sparen, da der Fuß nicht zu stark durchgestreckt wird und die Kraft besser übertragen kann.

 

Bergab wandern

  • Längere Strecken bergab belasten vor allem die Knie. Daher ist es wichtig, deine Stöcke zur Stabilisierung vor dich zu setzen und die Knie beim Abstieg leicht gebeugt und entspannt zu halten. Auch das Tempo sollte gemächlich und entspannt bleiben. Die Ferse wird hierbei immer zuerst aufgesetzt.
  • Je nach Schneeschuhmodell solltest du darauf achten, wo sich dein Körperschwerpunkt befindet. Instinktiv lehnen wir uns bergab immer ein wenig mit dem Körper zurück, was bei Modellen mit Steigeisen bzw. Eiszacken im Fersenbereich auch gut funktioniert. Ohne diese Eiszacken sollte dein Gewicht über dem gesamten Fuß bleiben, damit der Schneeschuh sich flächig in den Schnee eingraben kann. Unabhängig vom Modell sind Stöcke beim Abstieg immer sinnvoll, da sie die Knie entlasten und dir zusätzlichen Halt und Sicherheit geben.
  • Schwinge deine Beine nicht zu sehr nach vorne, da du auf dieser Art und Weise schneller ins Rutschen gerätst. Aber sollte das passieren, hilft ein ganz einfacher Rat: setz dich hin und fang langsam nochmal von vorne an.

 

Seitlich auf- und absteigen

Bei besonders steilen Auf- und Abstiegen ist es beim Schneeschuhwandern wie auch beim normalen Wandern empfehlenswert, sich seitlich heranzutasten. Statt sich direkt dem steilen Abhang zu stellen, solltest du dich seitlich im Zickzackkurs nach oben oder unten arbeiten. Zwar wird die Strecke dadurch etwas länger, aber bedeutend weniger anstrengend und gefährlich.
Dazu musst du die Seite des Schneeschuhs, die direkt am Anhang liegt, in den Schnee graben und dir so wieder kleine Stufen bauen. Nutze am besten die Spuren deines Vorgängers, sofern es möglich ist. Der bergab liegende Stock sollte dabei länger und der bergauf liegende entsprechend kürzer sein, damit beide auf einer Ebene liegen.

Wozu Trekkingstöcke?

Auf gerader, ebener Fläche sind Stöcke nicht zwingend notwendig, entlasten aber auch hier die Kniegelenke und trainieren gleichzeitig die Arme. Sobald es steiler bergauf und bergab geht, sind die Stöcke ein wahrer Segen, da sie deine Balance bewahren und die Füße und Beine in ihrer Arbeit entlasten.

Am besten sind hierfür Teleskopstöcke geeignet, die du auf das unterschiedliche Gelände anpassen kannst. Mit breiteren Tourentellern sinken sie zudem nicht den Schnee ein. Die Länge der Stöcke sollte dabei so eingestellt sein, dass dein Unterarm im rechten Winkel zum Oberarm steht. Bergauf solltest du sie kürzer, bergab länger und bei seitlicher Bewegung wie oben beschrieben unterschiedlich lang einstellen. Die meisten Stöcke besitzen außerdem Handschlaufen, damit sie nicht bei versehentlichen Fehltritten aus der Hand fallen und schlimmstenfalls den ganzen Abhang nach unten rutschen.

Fortgeschrittene Schneeschuhwanderer, die im felsigen Bergterrain unterwegs sind, sollten zusätzlich immer mit Eisäxten ausgestattet sein, um sich am Hang zu sichern. Dazu erfordert es jedoch im Unterschied zu Trekkingstöcken ein wenig Übung, Technik und Erfahrung. Eine andere sportlichere Version des Schneeschuhwanderns ist das Laufen, wobei zwar keine Eisaxt, aber besondere Schneeschuhe erforderlich sind. Wie man Trekkingstöcke richtig am Rucksack verstaut seht ihr hier

Im Falle eines Falles:

  • Auch wenn es nicht oft passiert, kann sich jeder irgendwann einmal unfreiwillig auf dem Allerwertesten wiederfinden, wenn ein Schritt daneben geht. Im Idealfall solltest du vorher ein wenig das Fallen üben, damit dein Körper in der Situation richtig reagieren lernt. Rolle dich dabei am besten über Beine, Hüfte und Rücken ab und versuche nicht, wie es der Körper oft instinktiv will, dich mit deinen Händen abzustützen.
  • Die empfindlichen Handgelenke sind im Unterschied zu den großen Muskelgruppen an Hüfte und Rücken nicht stark genug, um das ganze Gewicht zu stemmen, das bei einem Sturz auf sie wirkt. Ganz abgesehen davon, dass spitze Steine oder Äste für unschöne Schürfwunden sorgen können und oftmals auch die Trekkingstöcke noch im Weg sind. Im lockeren Puderschnee ist das Hinfallen hingegen meist kein Problem und ohne größeres Verletzungsrisiko.
  • Versuche nicht um jeden Preis, die Balance wiederzuerlangen, wenn du ins Taumeln gerätst, sondern setze dich im Zweifel direkt hin, wenn du merkst, dass dein Schwerpunkt sich gefährlich verlagert. So bestimmst du Ort und Geschwindigkeit des Fallens und behältst die Kontrolle. Um wieder auf die Beine zu kommen, rolle dich in eine Position, in der du deine Knie wieder unter dir hast und stehe langsam, vielleicht auch mit Hilfe der Stöcke, wieder auf. Bei Abhängen sollten deine Knie beim Aufstehen seitlich oder frontal zum Hang ausgerichtet sein, damit der Aufstehversuch nicht mit einem weiteren Sturz Richtung Tal endet. Es gibt darüber hinaus noch mehr Tipps, wie du die Sicherheit beim Schneeschuhwandern erhöhen kannst:

Sicherheitsgrundlagen

Damit du die Schneeschuhwanderung ohne unnötiges Verletzungsrisiko genießen kannst, solltest du bei deiner Ausrüstung und bei der Wahl deiner Strecke ein paar einfache Grundlagen beachten.

Die richtige Strecke

Grundsätzlich kannst du dir natürlich überall dort deine Schneeschuhe unter die Füße schnallen, wo ausreichend Schnee liegt. In Wintersportgebieten ist jedoch Vorsicht geboten! Achte unbedingt darauf, dass du keine Skipisten oder Rodelstrecken kreuzt, denn hier kann es zu gefährlichen Unfällen kommen. Für Schneeschuhwanderer ist es schließlich bedeutend einfacher, unterwegs anzuhalten oder auszuweichen.

Für einen freundlichen und höflichen Umgang miteinander solltest du entsprechend Rücksicht nehmen und die Strecken von Skifahrern, Snowboardern oder Rodlern meiden. Halte dich also entweder an ausgewiesene Schneeschuh-Wanderwege oder nimm dir deine Lieblingsstrecken vor, die du auch im Sommer gerne erwanderst. Auch beim Schneeschuhwandern ist es wichtig, keine abgelegenen Wege zu begehen, die eine Lawinengefahr mit sich bringen.

Wenn du dich dennoch in abgelegenen Regionen bewegst, gehe entweder nicht alleine oder stelle sicher, dass Bekannte oder Freunde informiert sind und entsprechend Hilfe holen, falls der schlimmste Fall eintritt und etwas schiefgeht. Für Anfänger ist es auf jeden Fall empfehlenswert, sich entlang der ausgewiesenen Strecken zu bewegen, wo andere Leute und schnelle Hilfe nicht zu weit weg sind.

Zur Wahl der richtigen Strecke gehört auch, dass du dir am Anfang nicht zu viel zumutest. Starte lieber mit einfachen Wegen und steigere dich langsam, als deinen Körper oder auch deine Ausrüstung zu überfordern. Die Ausrüstung sollte angemessen warm sein und auch ein kleiner Vorrat an Lebensmitteln und Wasser ist wichtig, falls die Wetterlage oder die Strecke einmal eine Pause erzwingt oder die Heimkehr verzögert.

Informiere dich vorher über die Strecke und die Umgebung, um auszuschließen, dass du dich ungewollt in Gefahr begibst. Dazu gehört es zum Beispiel, nicht leichtsinnig in Gebiete mit Lawinengefahr oder einem Risiko für Steinschlag, Erdrutsche oder einbrechenden Eisdecken zu gehen. Ein gesunder Menschenverstand ist dabei der beste Ratgeber.

Die richtige Ausrüstung
  • Je weiter du dich von anderen Menschen, Skihütten und Siedlungen entfernst, desto wichtiger wird eine entsprechende Ausrüstung. GPS-Geräte, topografische Karten und Kompasse sind wichtige Hilfsmittel, um den Heimweg wiederzufinden, falls du dich verlaufen solltest. Der Winter ist mit seinen wechselnden Wetterlagen, der bedrohlichen Kälte und der schlechteren Orientierungsmöglichkeit allerdings nicht der Ort, um zu lernen, mit diesen Hilfsmitteln umzugehen. Du und deine Begleiter sollten auf abgelegenen Strecken also entsprechend schon vorher in Navigation geschult worden sein und nicht unvorbereitet irgendwelche Risiken eingehen.
  • Warme, wasserdichte Bekleidung ist nicht nur eine Frage des Komforts, sondern auch der Sicherheit. Wenn der Rückweg länger dauert als gedacht oder die Umstände dich zu einem längeren Aufenthalt zwingen, kann Kälte eine ernsthafte Bedrohung für deine Gesundheit darstellen. Sorge dafür, dass deine Winterbekleidung den Anforderungen gewachsen ist. Weiter unten haben wir die wichtigsten Grundlagen für optimale Winterbekleidung für dich zusammengefasst.

  • Zur optimalen Vorbereitung gehört auch ein Vorrat an Trinkwasser. Mit isolierenden Schläuchen und Hüllen kannst du dein Trinksystem oder deine Trinkflaschen auch für eisige Temperaturen fit machen. Ausreichend zu trinken ist unverzichtbar, um deine Körperfunktionen zu erhalten und Unterkühlung zu verhindern. Eine Thermoskanne mit warmen Getränken ist dabei nicht nur im Notfall eine sinnvolle Ergänzung und wärmende Stärkung.
  • Je nach Strecke ist auch eine Sicherheitsausrüstung unbedingt erforderlich. Schneeschaufeln, Signalleuchten oder Erste Hilfe Sets sind dank technologischer Fortschritte nicht einmal mehr schwer zu tragen und passen in die meisten Wanderrucksäcke. Du und deine Begleiter sollten in jedem Fall im Umgang mit Notsituationen in Schnee und Eis geschult sein und nie alleine zu abgelegenen Strecken losziehen.
  • Unter Einhaltung dieser Tipps kannst du dich unbesorgt auf den Weg machen und das Schneeschuhwandern in vollen Zügen genießen. Die passende Ausrüstung und Bekleidung ist dabei nicht nur eine Frage der Sicherheit, sondern auch des persönlichen Wohlbefindens und Komforts. Es gibt auch hier ein paar Tipps, wie du dir deine Ausstattung sinnvoll zusammenstellen kannst:

 

Zubehör

Selbstverständlich gibt es noch viele weitere Produkte, die man für einen Ausflug in den Schnee brauchen kann. Sie bieten beispielsweise Wetterschutz oder Komfort. Ganz nebenbei bieten Sie eine hervorragende Gelegenheit für Zusatzverkäufe. Hier ein paar Beispiele:

  • Stöcke: Sehr wichtig fürs Schneeschuhwandern. Am besten eignet sich hier ein (verstellbarer) Trekkingstock mit speziellem Schneeteller.
  • Handschuhe: idealerweise wasserabweisende/wasserdichte Fingerhandschuhe oder Kombihandschuhe bestehend aus Fingerhandschuh mit darüber zu stülpendem Fäustling
  • Mütze, Schal, Sonnenbrille, Schaltuch (Buff o.ä.)
  • Thermoskanne: Heiße Getränke sind nicht nur angenehm, sie wärmen auch auf
  • Regenhose, alternativ Gamaschen
  • Rucksack: Mittlerweile gibt es spezielle Modelle mit Schneeschuhhalterungen und ausreichend Platz für Brotzeit, Extrakleidung und Lawinenausrüstung
  • Lawinenausrüstung, bestehend aus einem Verschüttetensuchgerät, einer Sonde und einer Schneeschaufel zum auseinandernehmen. Ggf. auch eine Snowcard
  • Literatur: es gibt zahlreiche Führer, die die schönsten Schneeschuhtouren in unterschiedlichen Regionen vorstellen


Welchen Schneeschuh brauche ich?

  • Sowohl beim Material als auch in der Bauart gibt es Unterschiede bei den Schneeschuhen. Die traditionellen Varianten aus Holz und Leder, die von der Form her an Tennisschläger erinnern, sind dabei eher selten und werden meist nur noch als Dekoration verwendet. Die modernen Varianten gibt es für Einsteiger wie Profis und sind je nach Gelände unterschiedlich aufgebaut.
  • Meist werden Schneeschuhe aus Aluminium, Carbon oder kältebeständigem Kunststoff gefertigt. Die einfachste Variante, manchmal auch klassischer Schneeschuh oder Classics genannt, ähnelt dem traditionellen Original und besteht im Grund nur aus einem Rahmen, der mit einer Kunststoffplane bespannt ist. Diese Bauart ist für einfaches und gerades Gelände mit tiefem Schnee geeignet, da die Füße kaum einsinken und das Gewicht großflächig verteilt wird. Für steile Hänge taugen sie jedoch weniger, da der glatte Untergrund schneller ins Gleiten und Rutschen gerät.
  • Die moderneren Varianten sind hingegen mit einer kleineren Auflagefläche ausgestattet und besitzen in der Regel kräftige Harscheisen, Steigeisen, Eiszacken oder Spikes. Auch die Steighilfe, also die ausklappbare Fersenerhöhung, ist hierbei häufig eingebaut. Dadurch sind diese Schneeschuhe vor allem für die Bewegung auf hartem Untergrund und steilem Gelände ausgelegt.
  • Die Abgrenzungen sind hier nicht immer zu 100% fest, sodass die klassischen und modernen Schneeschuhe jeweils in verschiedenen Ausführungen erhältlich sind. In jedem Fall solltest du darauf achten, dass dein gewünschtes Modell für dein jeweiliges Körpergewicht ausgelegt ist.

Der Schuh über dem Schuh

Das Schuhwerk, mit dem du dich auf die Schneeschuhe begibst, sollte vor allem wasserdicht, robust und warm genug sein. Dabei musst du nicht zwingend einen speziellen Winterschuh verwenden. Mit einer wärmenden Einlegesohle und entsprechend warmen Socken aus Wolle oder Kunstfaser kannst du auch deine normalen wasserdichten Wanderstiefel zum Wintermodell umbauen. Vollleder Stiefel, die keine wasserdichte Membran besitzen, müssen mit einem hochwertigen Schuhwachs behandelt und so gegen eindringende Feuchtigkeit geschützt werden.

Damit im Tiefschnee keine Feuchtigkeit und Kälte nach innen gelangen kann, solltest du deine Waden mit Gamaschen schützen oder gleich eine wasserdichte Winterhose anziehen, die auch den Knöchelbereich abdeckt.

Die passende Winterbekleidung – dein wichtigster Wärmespeicher!

Auch wenn es schon so häufig gesagt wurde, hier noch einmal die Erinnerung: Schichtsysteme sind am besten geeignet! Durch verschiedene funktionelle Lagen wird der Feuchtigkeitstransport von innen nach außen optimiert und gleichzeitig am meisten Wärme am Körper zurückgehalten. Die Basis bildet die funktionelle Unterwäsche. Darüber kommt eine oder mehrere wärmende Schichten und zu guter Letzt die wasser- und winddichte Außenschicht.

Auf die Art und Weise kannst du deine Bekleidung mit steigender Anstrengung oder steigenden Temperaturen anpassen und immer für ein ausgeglichenes Klima sorgen. Bei den Materialien der einzelnen Schichten haben natürliche und synthetische Fasern jeweils ihre eigenen Vor- und Nachteile. Vermeiden solltest du aber Bekleidung oder Socken aus Baumwolle, da diese langsam trocknet, stark auskühlt und schwer wird.

Die kleinen aber entscheidenden Dinge

  • Wenn wir frieren, bemerken wir das nicht an Rücken, Bauch, Armen oder Beinen. Der Körper zieht bei Kälte die Wärme zuerst aus den Extremitäten, weshalb wir zuallererst an Händen, Füßen, Ohren und Nase die kalten Temperaturen zu spüren bekommen. Entsprechend wichtig sind hier warme Accessoires.
  • Über den Kopf verlieren wir einen beachtlichen Teil der Wärme, weshalb du idealerweise eine ordentlich warme Mütze in Verbindung mit einer winddichten Kapuze deiner Außenjacke tragen solltest. Um Kältebrücken zu vermeiden, sollte der Halsbereich durch einen warmen Schal geschützt sein. Die multifunktionellen Schlauchschals sind hierbei von Vorteil, da die Enden nicht wie bei einem klassischen Schal herumflattern oder sich lösen können.
  • Die Hände werden in Fäustlingen am besten warmgehalten, jedoch erfüllen auch Fingerhandschuhe mit einer dicken Fütterung und einem winddichten Außenmaterial ihren Zweck. Die Füße gehören in warme Socken, das leuchtet jedem sofort ein. Ein hoher Wollanteil verlangsamt zwar die Trocknungszeit der Socken, jedoch wird die Feuchtigkeit von der Haut weggezogen und der Fuß auch dann noch gewärmt, wenn die Socke feucht wird. Kunstfasersocken wärmen ebenfalls zuverlässig und trocknen etwas schneller als Wollsocken, können jedoch nach einer gewissen Zeit Gerüche annehmen.
  • Wenn dein Schneeschuhweg dich nicht gerade durch dichte Wälder führt, ist eine Sonnenbrille sinnvoll. Wie auch beim Skifahren wird durch den Schnee schließlich ein Großteil der UV-Strahlen reflektiert, der dich ohne Brille blenden kann. Auch solltest du mit einer Sonnencreme deine Haut vor den UV-Strahlen schützen.

 

Fazit:

Schneeschuhwandern ist einfach, günstig und für jeden erlernbar. Du benötigst abgesehen von den Stiefeln nicht mehr Ausrüstung, als du ohnehin schon für jeden einfachen Winterspaziergang brauchst. Die Techniken lernst du intuitiv und wenn du die Sicherheitshinweise befolgst, kann dabei auch nichts schiefgehen.

Nach all diesen Informationen, Tipps und Hinweisen solltest du schließlich nicht vergessen, dass Schneeschuhwandern im Grunde nichts anderes bleibt, als normales Wandern im Schnee mit etwas größeren Sohlen. Nach den ersten Schritten wird dich sicherlich auch die Begeisterung für diesen einfachen aber unglaublich spaßigen Wintersport packen! Und nebenbei kannst du deine Lieblings-Winterlandschaft einmal aus einer völlig neuen Perspektive abseits der Pisten und Wanderwege kennenlernen.

 

Weiterführende Seiten bei Renner

 

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