{"id":11231,"date":"2019-11-30T15:17:35","date_gmt":"2019-11-30T13:17:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.outdoor-renner.de\/blog\/?p=11231"},"modified":"2023-11-02T16:51:38","modified_gmt":"2023-11-02T14:51:38","slug":"pfc-bekleidung-gefaehrlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.outdoor-renner.de\/blog\/pfc-bekleidung-gefaehrlich.html","title":{"rendered":"Ist PFC Bekleidung gef\u00e4hrlich?"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\"><div class=\"aioseo-breadcrumbs\"><span class=\"aioseo-breadcrumb\">\n\tHome\n<\/span><\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n<p>PFC ist eine Abk\u00fcrzung f\u00fcr per- und polyfluorierte Chemikalien. Diese Stoffgruppe umfasst mehr als 800 Stoffe. Die bekanntesten und gef\u00e4hrlichsten Vertreter sind die Perfluoroctansulfons\u00e4ure (PFOS) und die Perfluoroctans\u00e4ure (PFOA). PFC kommen nicht in der Natur vor, sondern werden vom Menschen hergestellt. Chemisch gesehen bestehen PFC aus Kohlenstoffketten verschiedener L\u00e4ngen, bei denen die Wasserstoffatome vollst\u00e4ndig (perfluoriert) oder teilweise (polyfluoriert) durch Fluoratome ersetzt werden. Polyfluorierte k\u00f6nnen zu perfluorierten Stoffen abgebaut werden.<\/p>\n<div>\n<h2>Ist PFC gef\u00e4hrlich?<\/h2>\n<div>So oft PFC verwendet wird, stellt sich nat\u00fcrlich die Frage wie gef\u00e4hrlich oder sch\u00e4dlich diese Stoffe sind.<\/div>\n<div>\n<p>Sie sind faktisch ebenso gef\u00e4hrlich. Die Textilindustrie, auch die Outdoor-Industrie, verwendet PFC (auch C8- oder C6-Chemie genannt) derzeit teilweise noch wegen ihrer wasser-, fettund schmutzabweisenden Eigenschaften. Schon bei der Herstellung gelangen die PFC in die Umwelt. Aber auch fertige Bekleidungsteile geben noch PFC ab, wie die letztj\u00e4hrige Untersuchung von Greenpeace gezeigt hat.<\/p>\n<p>Beim Menschen reichern sich PFC wie z.B. PFOS in Blut, Leber und Niere an. Der Verdacht liegt nahe, dass Gesundheitssch\u00e4den wie Nieren- oder Blasenkrebs damit in Zusammenhang gebracht werden k\u00f6nnen.PFC auf wasserdichter Funktionskleidung und -ausr\u00fcstung. Doch es stehen nach wie vor viele Fragen im Raum.<\/p>\n<p>Wie sch\u00e4dlich sind sie? Welche Alternativen gibt es? Und ist die Textilindustrie wirklich ein so gro\u00dfer Faktor, wenn es um die Verschmutzung durch diese kaum abbaubaren Substanzen geht? Die realistische Antwort auf diese Fragen f\u00e4llt leider ern\u00fcchternd aus. Denn fest steht: Es ist dringend notwendig, auf diese sch\u00e4dlichen Chemikalien zu verzichten.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<h2>Gef\u00e4hrliche Substanzen in PFC Textilien<\/h2>\n<p><picture><source srcset=\"https:\/\/www.outdoor-renner.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/pfc-free.webp \"  type=\"image\/webp\"><img src=\"https:\/\/www.outdoor-renner.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/pfc-free.jpg\" height=\"278\" width=\"300\" class=\"alignleft size-full wp-image-11232 sp-no-webp\" alt=\"\" decoding=\"async\"  > <\/picture>Seit einigen Saisons bereits pr\u00e4sentiert Greenpeace zu den Sportmessen immer wieder Zahlen \u00fcber die Belastung von Outdoor-Bekleidung durch PFC. Besonders die Untergruppen PFOA und PFOS stehen im Fokus (Erkl\u00e4rung siehe Kasten rechts). Das gef\u00e4hrliche an diesen Substanzen: Gelangen sie einmal in die Umwelt, bauen sie sich kaum wieder ab und reichern sich in Gew\u00e4ssern, B\u00f6den und damit auch in Pflanzen und anderen Lebewesen an. Gelangen sie in den menschlichen K\u00f6rper, sind Folgeerkrankungen nicht auszuschlie\u00dfen.<\/p>\n<h3>Warum wird PFC trotz Gefahr verwendet?<\/h3>\n<p>Doch warum waren PFC f\u00fcr die Ausr\u00fcstung von funktioneller Bekleidung lange so beliebt? Die vermeintlichen Vorteile liegen auf der Hand: Durch PFC weisen Textilien Wasser, Schmutz und \u00d6l dauerhaft ab, der Sportler bleibt also zuverl\u00e4ssig trocken und sauber. Dass die PFC aber auch Gefahren in sich bergen k\u00f6nnen, ist mittlerweile bekannt. So wurde eine der sch\u00e4dlichsten Untergruppen (die PFOS) in die Stockholmer Konvention aufgenommen: eine v\u00f6lkerrechtlich bindende \u00dcbereinkunft \u00fcber Verbots- und Beschr\u00e4nkungsma\u00dfnahmen f\u00fcr bestimmte langlebige organische Schadstoffe. Auch der zweite h\u00e4ufig verwendete Stoff, PFOA, r\u00fcckt nun in den Fokus, denn das Umweltbundesamt UBA hat gemeinsam mit der norwegischen Umweltbeh\u00f6rde beantragt, diesen als besonders besorgniserregenden Stoff gem\u00e4\u00df der europ\u00e4ischen Chemikalienverordnung REACH zu kennzeichnen.<\/p>\n<p><blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"Xh5uRzgruF\"><a href=\"https:\/\/www.outdoor-renner.de\/blog\/outdoor-pfc-frei.html\">Outdoorbekleidung der Zukunft &#8211; ist PFC-frei m\u00f6glich?<\/a><\/blockquote><iframe loading=\"lazy\" title=\"&#8222;Outdoorbekleidung der Zukunft &#8211; ist PFC-frei m\u00f6glich?&#8220; &#8212; Renner XXL Magazin\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" src=\"https:\/\/www.outdoor-renner.de\/blog\/outdoor-pfc-frei.html\/embed#?secret=Xh5uRzgruF\" data-secret=\"Xh5uRzgruF\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h3>Hersteller stellen auf neue PFC Stoffe um<\/h3>\n<p>Mit dem Verbot dieser langkettigen Vertreter der PFC (die sogenannte C8-Chemie) werden derzeit vermehrt die kurzkettigen PFC (bis zu sechs Kohlenstoffatome, C6) als Alternative eingesetzt. Doch hier wird der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben. Dazu erkl\u00e4rt das UBA: \u201eNeue Studien zeigen, dass fl\u00fcchtige PFC aus Verbraucherprodukten entweichen und eingeatmet werden k\u00f6nnen. Der K\u00f6rper wandelt diese Vorl\u00e4uferverbindungen dann zu langlebigen PFC um.\u201c<\/p>\n<p>Der richtige Weg kann also nur sein, bei der Ausr\u00fcstung von wasserdichter Bekleidung komplett auf PFC zu verzichten, denn schlie\u00dflich wird der L\u00f6wenanteil der weltweit verwendeten PFC von der Textilbranche verbraucht. Ein Verzicht auf alle Fluorcarbone in der Bekleidung ist also notwendig und machbar, das betont auch ein Hintergrundpapier der Europ\u00e4ischen Chemikalienagentur ECHA, einer Beh\u00f6rde der EU: \u201eIn der Sportbekleidungsindustrie geht der Trend dazu, PFOA und verwandte Substanzen auf Druck der \u00d6ffentlichkeit aus den Kollektionen zu verbannen. Eine Substitution durch fluorfreie Substanzen ist f\u00fcr die meisten Einsatzbereiche auch technisch m\u00f6glich.\u201c<\/p>\n<h3>Wasserdichte auch ohne PFC m\u00f6glich<\/h3>\n<p>In der Tat gibt es mittlerweile einige M\u00f6glichkeiten, Bekleidung auch ohne PFC wasserdicht zu machen. Bekanntester Impr\u00e4gnierer und Pionier auf diesem Gebiet ist der britische Hersteller Nikwax, dessen Chef Nik Brown schon lange auf die Gefahren durch PFC hinweist. Auch beim Textilspezialisten Schoeller sind PFC-freie Alternativen wie etwa Ecorepel im Programm. Der deutsche Membran- und Laminat-Spezialist Sympatex bietet alle wasserdichten Produkte nur noch PFC-frei an. Dass dadurch der Schutz vor \u00d6l und Schmutz verloren geht, sieht Sympatex-Chef R\u00fcdiger Fox nicht als Problem. Er fragt provokant: \u201eWie viele \u00d6lwechsel machen wir im Himalaya?\u201c<\/p>\n<p>Dieser Meinung schlie\u00dfen sich immer mehr Konfektion\u00e4re an. Absolut PFC-frei sind beispielsweise die Kollektionen von Paramo und Rotauf, die das Greenpeace-C0-Abkommen unterschrieben haben. Sehr weit ist auch Outdoor-Ausr\u00fcster Vaude. Die Tettnanger geben an, dass 2017 schon 95 % der Bekleidung PFC-frei sein wird. Als nachhaltige Alternative pr\u00e4sentiert sich das Material CottonShell, das Wasserdichte alleine durch seine Konstruktion erreichen m\u00f6chte. Und einige skandinavische Hersteller r\u00fcsten Teile ihrer Kollektion mit Impr\u00e4gnierungen auf der Basis von Wachs aus.<\/p>\n<h3>Immer noch erschrecken hohe Zahlen<\/h3>\n<p>Sch\u00e4tzungen zufolge werden f\u00fcr nach Europa importierte Textilien pro Jahr rund 5.000 Tonnen PFOA und verwandte Substanzen aus der Gruppe der PFC verwendet. Andere Branchen sind da bedeutend bescheidener: Zur Herstellung von Feuerl\u00f6schschaum werden pro Jahr rund 50 Tonnen ben\u00f6tigt, f\u00fcr die Papierbehandlung 150 Tonnen und f\u00fcr Beschichtungen und Farben 100 Tonnen pro Jahr.<\/p>\n<p>Seit der Jahrtausendwende wurden in Westeuropa, Japan und den USA die sch\u00e4dlichen Emissionen durch die Herstellung von PFOA bis gegen null reduziert. In Indien, Polen, China und Russland sind diese allerdings zur gleichen Zeit auf ein noch h\u00f6heres Niveau gestiegen als es vorher im Westen lag. Das bedeutet nichts anderes, als dass das Problem mit PFOA lediglich aus unserem Blickfeld ans andere Ende der Welt verlagert wurde. Nach wie vor wird in Asien und im Ostblock bei der Herstellung von Funktionskleidung mit giftigem PFOA gearbeitet, das in die Umwelt gelangt und sich sogar bis in die entlegensten Regionen der Erde verbreitet.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p class=\"teaser\">PFC ist eine Abk\u00fcrzung f\u00fcr per- und polyfluorierte Chemikalien. Diese Stoffgruppe umfasst mehr als 800 Stoffe. Die bekanntesten und gef\u00e4hrlichsten Vertreter sind die Perfluoroctansulfons\u00e4ure (PFOS) und die Perfluoroctans\u00e4ure (PFOA). PFC kommen nicht in der Natur vor, sondern werden vom Menschen hergestellt. 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