Maier Sports Trends 2017

Mehr Umweltschutz bei Outdoor Herstellern

26. Januar 2017 Comments (0) Outdoorbekleidung, Trends

Wintersport: Neue Materialkonzepte für Ausflüge ins Backcountry

Wenn es nach den Skiwear-Konfektionären geht, spielt sich der Sport auf den zwei Brettern in Zukunft abseits der Pisten ab. Freeriding und Skitouring sind die Stichwörter, die das Marketing und auch die Produktentwicklung beherrschen. Hier hat sich viel getan, neue Materialien und ausgeklügelte Hybride sorgen für die notwendige Atmungsaktivität, neue Isolationen für die bei der Abfahrt erforderliche Wärme.

Auch modisch ist einiges los. Während Freerider auf gedeckte Farben und Kombis Ton-in-Ton setzen, sind Tourengeher im kommenden Winter in körpernahen Modellen mit frischen Farben unterwegs.

Aktuelle Trends beim Wintersport

Wintersport Trends 2017Immer stärker segmentieren die Skiwear-Marken ihre Kollektionen für den alpinen Skisport. Neben den Linien für sportliche Pistencarver oder modische Skiladys legen die Konfektionäre für kommenden Winter vor allem großen Wert auf Linien fürs Backcountry. Off-piste-Skiing ist einfach im Trend, auch wenn diesen Winter an vielen Orten der Schnee dafür fehlte, Das hindert die Branche allerdings nicht daran, die Anzahl an Touren- und Tiefschneetauglichen Modellen für die kommende Saison noch einmal auszubauen.

Dabei werden die Einsatzbereiche immer spezifischer und die Funktionsmaterialien immer punktgenauer eingesetzt. So ist nicht nur die Rede von Linien für Skitouring, sondern auch für Skimountaineering,ja sogar für Speed- und Freetouring. Begriffe wie Allmountain, Big-Mountain oder Freeriding sind schon fast ein Must. Bei aller ausgeklügelter Begrifflichkeit und Segmentierung ist für den Einkauf wie für die Beratung im Laden aber erst einmal wichtig, ob der Skifahrer eher Aufstiegs- oder Abfahrtsorientiert ist. Denn dieser Unterschied führt auch zu unterschiedlichen Anforderungen an die Bekleidung.

Atmungsaktivität ist bei Touren Trumpf

Skitourengeher, die mehrere Stunden bergauf unterwegs sind, haben die gleichen Anforderungen an ihre Ausrüstung wie Sportler anderer hoch aerober Sportarten: Die Bekleidung muss in erster Linie extrem atmungsaktiv sein, dabei aber auch vor Wind schützen – sicherer Wasserschutz kann dann auch mal hinten anstehen. Auf diese Anforderungen haben die Skischneider aufs Beste reagiert: So wurde mit ausgeklügelten Materialien und Materialmischungen im Sinne des Bodymapping- Gedankens nochmals an der Atmungsaktivität beziehungsweise dem Feuchtigkeitstransport über alle Schichten des Bekleidungssystems hinweg gearbeitet. Ein Konfektionär mixt dafür in einer Jacke Gore-Tex und Softshell-Materialien und bietet dazu Pants aus Windstopper an. Diese Idee zieht sich durch die meisten Skitouren-Kollektionen, oft wird der 100 %-ige  Wasserschutz  zugunsten von Atmungsaktivität vernachlässigt. So auch bei einem Tourenspezialisten, der Windstopper mit hoch atmungsaktiven Stretchmaterialien kombiniert. Für die Freetourer allerdings darf es dann doch wieder etwas dichter sein – hier kommt das neue dreilagige Gore-Tex mit C-Knit-Futtertechnologie zum Einsatz.

Punktgenaue Funktionen in modernen Hybriden

Ein italienischer Sportkonfektionär bietet neben Hardshells aus NeoShell von Polartec vor allem Hybridjacken für aufstiegsorientierte Tourer an. Dazu noch eine Besonderheit in den Baselayern: Hier kommen Pontetorto-EKS- Stoffe zum Einsatz, die den Wechsel des Aggregatzustands von Wasserdampf zu Wasser (beim Schwitzen) nutzen können, um die dabei freigesetzte Energie in Form von Wärme zu speichern und dem Körper zurückzugeben, wenn er auskühlt, Berghaus setzt neben bewährten Gore-Tex-Modellen bei den Hybriden auf die Kombination der hauseigenen Materialien Hydroshell Elite Pro als Wetterschutz und Hydroshell Air für angenehmes Körperklima.

Die neue dreilagige Gore-Tex-Futtertechnologie ist auch bei Ziener zu sehen, Hier wird ebenfalls mit Materialkombis gespielt: An wärmebedürftigen Körperstellen verwenden die Oberammergauer wärmende Gore-Softshell-Backer. Bergsport-Spezialist Millet hingegen setzt auf Polartec und kombiniert in einer Skitouren-Kollektion einige Qualitäten der Amerikaner.
Neben aller ausgeklügelten Technik bei den Jacken verlangen sportliche Aufstiege auch besondere Hosen.
Hier ist der größte Unterschied zu den Onpiste-Kollektionen zu sehen. Leichte Softshells dominieren das Bild, hoch atmungsaktiv, aber nicht wasserdicht. Millet bringt beispielsweise eine Tourenhose aus Polartec Power Shield. Wasserfeste Materialien kommen allenfalls ab dem Knie abwärts zum Einsatz – als Gamasche und Kantenschutz. Besonderes Augenmerk haben viele Skischneider auf reflektierende Details gelegt, erfreuen sich doch Nachtskitouren immer größerer Beliebtheit.

Zum Freeriden muss es dichter sein

Für abfahrtsorientierte Freerider hingegen verschieben sich die Prioritäten ein wenig. Hier geht es nicht mehr um Atmungsaktivität um jeden Preis, hier wird gleichermaßen Wert auf wasser- oder zumindest schneedichte Ausstattungen gelegt, Denn nach einem „Aufstieg“ mit dem Lift oder einem kur¬zen Boothike soll der Freerider bei der Abfahrt nicht durch eindringenden Schnee von außen nass werden. Daher überwiegen in diesen Linien die reinen Membranjacken und -hosen, am besten dreilagig für gute Robustheit.
Besonderes Augenmerk legen die Konfektionäre auf tiefschneetaugliche Ausstattung. So sind koppelbare Jacken-/Hosen-Systeme Pflicht, viele Hosen haben als Bib zudem einen hochgeschnittenen Latz mit Trägern, der sich abnehmen lässt, wie etwa bei Eider.
Die Freeride-Schnitte kommen lässig daher, Jacken dürfen ruhig etwas länger sein. Newcomer und Hardware- Spezialist Black Crows, der soeben seine erste Softgoods-Kollektion vorstellt, setzt ganz jugendlich sogar auf Parka- Schnitte, allerdings aus dreilagigem Gore-Tex.
Auch in Sachen Farbigkeit heben sich die Freeride-Linien ab: Uni und sogar Overall-ähnlich Ton-in-Ton sind viele Kombis gehalten, ganz im Gegenteil zum frischen Colorblock der Touring-Linien.

Wärmeisolation in vielen Facetten

Nach dem Aufstieg oder auch nach dem Run im Backcountry beginnt die Zeit, in welcher der Körper abkühlt – und damit auch die Zeit der Isolationsschicht. Die neuen Wärmebringer aus dieser Kategorie sind so leicht und klein komprimierbar, dass sie sogar in Jackentaschen Platz haben. Neben den vielfältigen Oberteilen zum Darunterziehen fallen die immer häufiger auftauchenden Shorts und Röcke (meist aus Primaloft- Materialien) auf, welche die Oberschenkel bei der Abfahrt trotz dünner Aufstiegshose warm halten sollen. Das Thema Hybride wird übrigens auch bei den Isolationsjacken gespielt, Primaloft wird gerne mit Daune, Polartec Alpha mit anderen Polartec-Qualitäten im Mix verarbeitet. Neu von Primaloft ist in dieser Saison die Silver Insulation Active, die aufgrund ihrer Konstruktion mit fixierten Fasern nun auch mit offen strukturierten Stoffen verarbeitet werden kann. Derart kombiniert soll Feuchtigkeit noch schneller nach außen geleitet werden.
Auch Wolle hat beim Thema Isolation ein Wörtchen mitzureden. Neu und schon in der ersten Saison in vielen Kollektionen vertreten sind Jacken und Pullover aus Power Wool von Polartec, einem zweiflächigen Gestrick aus Merinowolle innen und Polyester außen. Wolle hat auch einen Auftritt als Füllung in Zweite-Lage- Jacken: Lavalan heißt das Material, das bei einigen schon länger, bei anderen erst jetzt verarbeitet wird. Wer möchte, kann sich erstmals auch ganz in Merino hüllen, denn die italienische Marke Revolution bringt Skijacken und Hosen aus 100 % Merinowolle.

 

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