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18. März 2022 / Kommentare (0)

Wie imprägniere ich Funktionsbekleidung richtig?

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Wer sich vor allem im Outdoor-Bereich neue Kleidungsstücke besorgt, muss oft damit rechnen, dass das neu erworbene Kleinod schnell verschmutzt.

Um dem vorzubeugen oder um den Dreck später leicht zu lösen, bietet das Unternehmen Hey Sports eine ganze Reihe von Waschmittel und Imprägnier Stoffen. Schon seit 1906 reinigt und imprägniert die Firma (auch bekannt unter dem Namen Effax Textilien) Leder oder auch Pferdehufe, was damals eine ungleich höhere Sparte wegen der damaligen Bedeutung für die Landwirtschaft darstellte.

Heute stellen Wasch- und Imprägniermittel von Hey Sport den wohl wichtigsten Teil der Produktpalette. Allerdings wird auch zu heutigen Zeiten auf hohe ökologische Standards gesetzt.

Zunächst ist zu empfehlen, das verschmutzte Kleidungsstück mit Tex Wash zu behandeln, damit der Schmutz verschwindet, dabei aber die feinen Membran- und Funktionstextilien nicht beschädigt werden. Damit wird die Kleidung fasertief gereinigt ohne die Wasserdichte zu gefährden.

Zur Intensivierung der Dichte und der Wasser abweisenden Wirkung muss danach nur noch das hocheffektive Impra Wash auf die trockenen Textilfasern aufgetragen werden und der rundum Schutz ist wieder vollständig gegeben. Es ist festzustellen, dass kaum ein anderer Imprägnierer solch eine Wirkung entfalten kann wie das verlässliche Impra Wash.

Mit diesem wirksamen Doppelpack geben sie Dreck- und Schmutzpartikel auf ihrer Kleidung keine Chance und können eine lange Haltbarkeit auch bei extremen Einsatzbereichen sicherstellen.

Skijacken richtig Waschen und Imprägnieren

 

Imprägnieren von Outdoorjacken und Textilien (3. Schicht)

Nach der Tragezeit von 2 bis 4 Wäschen sollte Oberbekleidung nachimprägniert werden. Die Fasern müssen sauber sein – vorher also das Kleidungsstück waschen.
Für eine Wasch-Imprägnierung einen erneuten, längst möglichen Waschgang bei korrekter Temperatur starten. Das Imprägnierungsmittel gut schütteln – sehr wichtig – und dann die erforderliche Menge in das Waschmittelfach einfüllen. Den Waschgang einige Minuten laufen lassen, um das Imprägniermittel gleichmäßig im Waschwasser zu verteilen und das Waschwasser auf die gewünschte Temperatur zu bringen.
Anschließend wird das Programm für ungefähr 15 bis 20 Minuten gestoppt, damit das Imprägniermittel ausgiebig auf die zu imprägnierenden Wäschestücke einwirken kann. Nach dieser Einwirkzeit das restliche Programm ablaufen lassen.
Die Sprayimprägnierungen werden auf die gewaschene, noch feuchte Jacke aufgesprüht. Hier ist ein punktuelles Arbeiten sinnvoll – Schultern, Kapuze, Front, Ärmeloberseiten stärker, Flanken und Ärmelunterseiten weniger.
Um das Imprägniermittel fest mit dem Gewebe zu verbinden, sollten die Bekleidung im Trockner möglichst heiß getrocknet werden. Aber unbedingt die Angaben auf der Pflegeanweisung beachten!

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Daunenpflege

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Jedes Textil, an dem Wassertropfen abperlen, ist ab Werk mit einer wasserabweisenden DWR als Textilveredelung ausgerüstet. Viele sind auch schmutz-, öl- und fettabweisend.
Die DWR verhindert, dass sich das Kleidungsstück bei Regen vollsaugt.

Weist eine DWR neben Wasser auch Schmutz, Fett und Öl ab, ist sie PFC-(Flourcarbon-)haltig. Mit dem bekannt Werden ihrer Gesundheits- und Umweltschädlichkeit suchten erste DWR-Hersteller nach PFC-freien Varianten: Silikon, Paraffin oder Polyurethan (PU) ist die jeweilige Basis dafür. Eine PFC-freie DWR weist zwar manchmal auch noch wasserlöslichen Schmutz ab, erreicht aber bei Fett und Öl ihre Grenzen.

DWR – die Imprägnierung „ab Werk“

Das bekannteste Verfahren, DWR auf den Oberstoff zu applizieren, ist das Tauch- oder Foulard-Verfahren, bei dem der Stoff in ein DWR-Flüssigkeitsbad getaucht und durchgezogen wird. Ist zu viel DWR auf dem Stoff, wird diese maschinell abgequetscht. Diese überschüssige DWR kann aber nicht mehr verwendet werden, da sie mit Chemikalien aus anderen Ausrüstungen versetzt ist.

Bei einem neuen Verfahren wird die DWR über zwei gegenüberliegende Schlitzdüsen, durch die der Stoff läuft, aufgetragen. Damit ist eine präzisere Dosierung möglich.

Wärme frischt die Imprägnierung auf

DWR-Ausrüstungen büßen ihre Funktion mit der Zeit z.B. durch die Träger des Rucksacks ein. Nach dem Waschen sollten die Kleidungsstücke so lange abtropfen, bis sie nur noch feucht sind. Dann sollte man sie 30 bis 40 Minuten lang bei 60 ° C in den Wäschetrockner geben. Die Wärme stellt die durch das Tragen und Waschen niedergedrückten „Borsten“ der DWR wieder auf. Abgeriebene DWR ist allerdings für immer verloren. Hat man keinen Trockner, übernimmt das Bügeleisen diese Aufgabe. Wichtig ist dabei, dass man die niedrigste Stufe wählt und ein Tuch zwischen Stoff und Bügeleisen legt – ansonsten leidet die Membran.

Hilft Wärme nicht mehr, ist es Zeit fürs Nachimprägnieren

Imprägniermittel gibt es als Wash-in-Produkte oder als Sprays. Wash-in-Produkte sind wasserbasiert, Sprays können auch lösemittelbasiert (Alkohol, Benzin) sein.

Wash-in-Produkte (Tex-Wash)

Wash-in-Produkte gibt man in das saubere Fach des Weichspülers. Sauber deshalb, weil Reste des Weichspülers die Atmungsaktivität einschränken. Ihr Nachteil ist, dass sie auch die Innenseite der Textilie imprägnieren, wodurch die Atmungsaktivität beeinträchtigt werden kann. Aus dem Hause Gore ist zwar zu hören, dass selbst ihre mikroporöse Membran nicht darunter leidet. Doch bei Schweiß treibenden Aktivitäten bleiben Zweifel: Gerade Innenfutter, die explizit danach ausgesucht wurden, dass sie eine optimale Balance von hydrophilen und hydrophoben Eigenschaften bieten, sollten besser mit einem Imprägnier-Spray nachimprägniert werden.

Imprägnier-Sprays

Imprägnierer aufsprühen ist zwar zeitaufwendiger, hat aber den Vorteil, dass man punktgenau und besonders belastete Stellen intensiver imprägnieren kann. Den Imprägnierer sprüht man am besten auf die noch feuchte Kleidung auf, damit das Mittel tief in die Faser eindringen kann.

Bei den Sprays unterscheidet man zwischen Sprays mit und ohne Treibgas und Pumpsprays: Treibgashaltige Spraydosen standen lange im Verruf, dass die Verwirbelungen der Inhaltsstoffe Lungenschäden hervorrufen können. Viele neuere Produkte arbeiten deshalb mit einem niedrigeren Verteilungsdruck. Trotzdem sollte man im Freien imprägnieren und den Sprühnebel nicht einatmen. Spraydosen mit einer zweiten Druckkammer sind die Klima schonendere Variante. Hier wird das schädliche Treibgas durch Luft, die in der einen Kammer komprimiert wird, ersetzt. Noch umweltfreundlicher sind Pumpsprays.

Reibt man das Imprägniermittel mit einem fuselfreien, nicht saugenden Tuch ein, dringt es tiefer in die Faser ein. Ist das Kleidungsstück trocken, sollte es ebenfalls mit Wärme behandelt werden, damit sich die wasserabweisende Funktion vollends entfalten kann.

Imprägnierer, Mensch und Natur

Imprägnierer sind PFC-haltig oder PFC-frei, lösungsmittel- oder wasserbasiert. Die umweltfreundlichsten sind wasserbasiert und PFC-frei. PFC-Imprägnierer enthalten in der Regel C8- bzw. C6-Flourkarbonketten. Diese gelten als wasser-, schmutz- und fettabweisend. Befürworter der PFC-haltigen Imprägnierer argumentieren, dass die C6-Variante ungefährlicher als die C8-Variante sei und damit vertretbar. Kritiker beanstanden, dass C6-Ketten bisher kaum erforscht sind und es damit unzulässig sei, sie für ungefährlich und umweltverträglich zu deklarieren.

Die Alternativen zu PFC-Imprägnierern beruhen auf einer Silikon-, PU-Dendrimer- oder Paraffin-Basis. Sie sind biologisch abbaubar und bieten einen guten Schutz gegen Wasser. Defizite müssen bei der schmutz-, fett- und ölabweisenden Wirkung hingenommen werden, wobei PU-Dendrimer-Imprägnierer auch schmutz- und ölabweisend wirken.

C8- bzw. C6-Flourcarbonketten – ein Vergleich

Gemeinsamkeiten:

– weisen Wasser, Schmutz, Fett und Öle ab
– chemische Verbindungen, die in der Natur nicht existieren
– werden von Mensch und Tier aufgenommen
– sind bioakkumulativ: reichern sich über Nahrung, Luft und Trinkwasser in den Organen an.
– wirken zellverändernd und gesundheitsschädlich sind persistent: nicht abbaubar

Unterschiede – C8-Fluorcarbonketten:

– C8-Fluorcarbonketen haben ein chemisches Gerüst aus 8 Kohlenstoffen

Unterschiede – C6-Fluorcarbonketten:

– chemisches Grundgerüst aus 6 Kohlenstoffen
– werden von Mensch und Tier wohl weniger stark aufgenommen als C8-Ketten
– weniger giftig als C8-Ketten,
– aber flüchtiger als C8-Ketten
– wasserlöslicher als C8-Ketten
– versickern schneller als C8-Ketten weniger leistungsfähig

Auch Imprägnierer auf Silikonbasis sind biologisch abbaubar, allerdings dauert der Abbauprozess sehr lange. Von ihnen hört man oft, sie würden sich nicht für Bekleidung mit mikroporöser Membran eignen, weil das Silikon die Poren verstopfen könnte. Verwirrend ist zudem, dass manche silikonbasierten Imprägnierer durch Wärmezufuhr ihre Funktion entwickeln, andere nicht. Bedenkenswert ist auch die Silikon-Eigenschaft, dass es Öle und Fette eher anzieht, als abweist. Um zu erfahren, warum trotzdem Silikon verwendet wird, muss man ins Detail gehen: Es kommt auf die Art des Silikons und auf die weitere chemische Zusammensetzung des Imprägnierers an. Deshalb gelten – nicht nur bei silikonbasierten Imprägnierern – immer zwei Regeln: Die Pflegehinweise in der Bekleidung und die Anwendungshinweise auf dem Imprägnierer entscheiden, was zusammen passt und was nicht.

Imprägnierer auf Paraffinbasis sind relativ selten. Sie sind nicht nur wasserabweisend, auch wässriger Schmutz perlt an ihnen ab. Generell stellt sich die Frage, ob Ihr Kunde eine High-Performance-PFC-haltige-DWR braucht. Da die Umstellung des Denkens gleichzeitig eine Abkehr von herkömmlichen Marketing-Strategien bedeutet, bieten derzeit noch alle Hersteller – außer Nikwax (nur PFC-frei) – PFC-haltige und PFC-freie Imprägnierer an.

Imprägnierer mit Substanzen in Nano-Größe galten vor zehn Jahren noch als das Nonplusultra. Inzwischen hat der Hype um Nanomaterialien, die 1000 Mal dünner als ein menschliches Haar sind, nachgelassen. Ihr Verbleib und Einfluss auf die Umwelt gelten als ebenso unklar wie ihre Lebensdauer. Kritische Stimmen haben dazu geführt, dass derzeit mehrere Forschungseinrichtungen Nano-Materialien unter die Lupe nehmen.

Was passt zu was?

Eine Befragung der Hersteller, welcher Imprägnierer auf welche Erstimprägnierung und – falls vorhanden – auf welche Membran passt, führte zu unterschiedlichen und widersprüchlichen Ergebnissen. Viele meinten, dies sei egal, andere waren skeptischer. Überzeugend erscheint das Argument, dass ein Urteil darüber schwierig ist, weil kein Hersteller weiß, welche Substanzen der Mitbewerber verwendet.

Ausblick – es bewegt sich was

Auf der Ispo 2016 stellte der „Bundesverband der Deutschen Sportartikel-Industrie“ (BSI) gleich zwei Umweltprojekte im Zusammenhang mit Imprägnierung vor: An dem einen Vorhaben arbeiten das Bundesumweltamt und die Universität Bremen: „Ziel dieses Projektes ist es, … Alternativchemikalien (PFC-frei und PFC-haltig) zu ermitteln, die sowohl optimale wasser- und schmutzabweisende Eigenschaften als auch nachhaltiges Umweltverhalten in sich vereinen“, heißt es dazu auf der universitären Internetseite.

Bei dem zweiten sogenannten REACH-Projekt geht es darum, die REACH-Listen der Europäischen Chemikalienverordnung für Hersteller transparent und verständlich zu machen. Um dies zu erreichen, arbeiten an der Universität Darmstadt Chemiker, Rechtswissenschaftler und Sozialwissenschaftler zusammen. In einem zweiten Schritt sollen dann umwelt- und gesundheitsschädliche Substanzen als Ersatzstoffe ermittelt werden.

Wie imprägniere ich Funktionsbekleidung richtig? Zuletzt aktualisiert: 18.03.2022 von

Last modified: 18. März 2022

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