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27. Februar 2018 / Kommentare (0)

Sicherheit beim Skifahren

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Rund 42.000 – so viele verletzte deutsche Skifahrer weist die aktuelle „ASU Unfallanalyse“ für den Winter 2015/16 aus. Die von der Auswertungsstelle für Skiunfälle des Versicherers Arag in Kooperation mit der SIS (Stiftung für Sicherheit im Skisport) herausgegebene Untersuchung betrachtet jedes Jahr die Zahl der Skiunfälle, die eine ärztliche Behandlung notwendig machten.

Im Vergleich zur Basissaison 1979/80 beträgt der Rückgang an durchschnittlichen Unfällen pro 1.000 Skifahrer zwar insgesamt fast 59 Prozentpunkte, dennoch warnt man in der Auswertungsstelle für Skiunfälle in seinem Untersuchungsbericht ausdrücklich, dass „Skiunfälle nach wie vor nicht nur ein Einzelschicksal darstellen. Es bedarf der gemeinsamen Anstrengung aller beteiligten Institutionen und auch der Einsicht und Verhaltensänderung der Skifahrer, um die Zahl der Skiunfälle weiter zu senken.“

Einer der Gründe für die – trotz der immer noch hohen Zahl – positive Entwicklung: Mit Helm zu fahren ist längst in der breiten Masse angekommen. Mittlerweile hat es sich etabliert, mit Helm auf die Piste zu gehen. Oder man wird, wenn man ohne Kopfschutz unterwegs ist, darauf angesprochen, warum man nicht mit Helm fährt.

 

Skihelmpflich auf dem Vormarsch

Image Skihelm

Skihelme bald überall Pflicht?

Nicht zuletzt der tragische Unfall des ehemaligen Formel-1-Rennfahrers Michael Schumacher hat gezeigt, wie gefährlich Skifahren ist. Schwere Unfälle passieren zwar nicht oft, aber dennoch oft genug, sodass der Einsatz von Schutzausrüstung extrem wichtig ist. Schätzungsweise 80 % aller Kopfverletzungen ließen sich durch das Tragen eines Helmes vermeiden.

Während es in Deutschland und der Schweiz noch keine Helmpflicht gibt, müssen Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre in Italien per Gesetz einen Helm tragen, sonst wird ein Bußgeld riskiert. Auch in Polen existiert eine Regelung, hier reicht die Altersgrenze bis 16 Jahre. In Österreich gilt die Helmpflicht bis 15 Jahre, allerdings nur in einigen Bundesländern.

 

Heute sind Helme nicht mehr nur Schutz, sondern haben sich zudem auch als modisches Accessoire etabliert.

Skihelme werden dabei auch 2018 vor allem einem Trend folgen: dem steigenden Bedürfnis nach Sicherheit. Neue Materialien und Verarbeitungstechniken bei gleichzeitig leichtem Gewicht und schlanken, schlichten Designs sind zusammengefasst die größten Entwicklungen. Bei derzeit rund 7,4 Millionen Skifahrern und knapp zwei Millionen Snowboardern – so die aktuellen Zahlen des Deutschen Skiverbandes DSV – stehen die Hersteller allerdings vor der Herausforderung, für jede Kopfform und den passenden Helm zu haben.

Im hochpreisigen Bereich geht der Trend dabei in Richtung Hybrid-Shell- oder Inmold-Technologie in Verbindung mit Koroyd und MIPS (Multi-Directional Impact Protection System), um die Sicherheit zu erhöhen. „Koroyd ist ein Material, das die Aufprallenergie wesentlich effizienter und kontrollierter absorbiert als EPS-Schaum.

Bei Poc Sports setzt man bei der Konstruktion zudem auf die sogenannte Spin-Technologie, ein Konzept zur Reduktion der Rotationskräfte bei einem Sturz mit schrägem Aufprall. Ein gutes Beispiel für die aktuellen Technologien ist der neuer Racehelm ‚Super Skull Spin‘: EPP-Schaum, der auch nach mehreren Stürzen seine Form behält, im Vorder- und Rückbereich verarbeitetes, von unseren Protektoren bekanntes VPD-Material, eine Schale aus Carbon sowie Spin-Pads.

 

Protektoren sind wichtig und im Trend

 

Image Protektor

Protektoren der neuesten Generation sollen möglichst leicht und damit im Einsatz auch kaum spürbar sein.

Bei Komperdell setzt man insbesondere auf ein speziell entwickeltes Schaummaterial (adaptiver Dual Density Foam), welches sich vor allem durch seine Restkraftwerte und seine Mehrschlagfähigkeit auszeichnet: Das weiche und flexible Material dämpft die Aufprallkräfte nach Stürzen oder Kollisionen und verteilt diese großflächig. Neben den Dämpfungseigenschaften arbeiten die Schaummaterialien zudem nach dem Viskositätsprinzip: Das heißt, das Material gibt nach, verdichtet sich dabei und absorbiert die Aufprallenergie. Nach dem Sturz kehrt es wieder in die Ursprungsform zurück und ist wieder voll einsatzfähig.

Protektoren mit Softprotection

Insbesondere im Trend liegen im kommenden Winter nach wie vor Softprotektoren, also Protection Wear, die durch geringe Abstriche in Sachen Schutzwirkung mehr Bewegungsspielraum zulässt und gleichzeitig angenehmer zu tragen ist. Was vor Jahren noch sperrige ‚Hartschalenpanzer‘ waren, sind heute leichte, gut belüftete und bewegungsfreundliche Protektoren, welche die Sportler kaum noch spüren. Auch Helme müssen Protektoren dabei für einen optimalen Schutz perfekt sitzen. Mit dem neuen „VPD System Back“ geht Poc hier einen neuen Weg: Der Protektor ist durch spezielle Verankerungen für Schulter- und Hüftgurt komplett individuell einstellbar.

Neue, noch sicherere Technologien bei Helmen, angenehmerer Tragekomfort und bessere Stoßabsorption bei Protektoren – nach den aktuellen Entwicklungen der Hersteller dürften die Unfallzahlen im Skisport im kommenden Winter zumindest nicht ansteigen.

Sicherheit beim Skifahren Zuletzt aktualisiert: 09.04.2018 von Martin
Martin

Martin ist seit langem im RenenrXXL Team dabei und geht in seiner Freizeit am liebsten in die Berge oder fährt mit dem Rad.

Last modified: 9. April 2018

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