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1. Oktober 2014 Comments (1) Allgemein, Camping & Urlaub, Ratgeber, Reise, Reiseempfehlungen

Reisen nach Tibet – Was mitnehmen?

Wem gehört Tibet? Ist es Teil der Volksrepublik China oder ein souveräner Staat? Wer lebt in Tibet? Ist Tibet vorwiegend von Tibetern bevölkert oder nicht schon längst ein multikulturelles Land? Die Unruhen in Lhasa und die Proteste weltweit gegen die chinesische Tibet-Politik lenken unseren Blick auf ein noch immer rätselhaftes Land.

Tibet verlangt unsere Bewunderung, auch wenn unser Wissen viele Fragen bereit hält. Von der Entfernung liegt Tibet weit weg, doch die Tibeter sind uns erstaunlich vertraut – wie sie das Dach der Welt bevölkern, dem Weg der Weißen Wolken folgen und einen Glauben praktizieren, der uns im Westen fasziniert.

Als Kinder einer strengen Natur haben sie auf bewundernswerte Weise gelernt, zeitlebens ihrem Schicksal zu begegnen. So auch der Unterdrückung durch ein chauvinistisches Regime, das trotz internationaler Proteste immer noch die Menschenrechte verletzt.

Wie die blutigen Unruhen bzw. der Konflikt vom März 2008 zeigten, braucht Tibet unsere Bewunderung, aber mehr noch – unsere wissende Unterstützung. Tibet, das viele im Westen für ein zu beweinendes Land halten, ist die Heimat von großer Geduld und Willensstärke.

Wer dorthin reist, begegnet in vieler Hinsicht einer Tragödie, aber auch der Inszenierung einer kraftvollen spirituellen Kultur. Wegen der chinesischen Okkupation einen Besuch vor Ort abzulehnen, sich zu verweigern, hilft keinem, am wenigsten dem Verweigerer, der sich nur selbst zensiert.

Wer die Lage im heutigen Tibet verstehen will, muss seinen Geist sowohl für die tibetisch-chinesische Geschichte als auch für das moderne China öffnen, denn Tibets Zukunft entscheidet sich in Peking, Lhasa und im indischen Dharamsala.

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Die Tibeter sprechen Chinesisch – Sprache, Schrift und Kalender

Im Ursprung verfügt das Tibetische Bökäh über mehr Gemeinsamkeiten mit der birmesischen als mit der chinesischen Sprache, auch wenn es zur Großfamilie der sino-tibetischen Sprachen gehört.
Tibetisch, von sechs Millionen Menschen gesprochen, ist eine homogene Sprache, die nur drei Dialekte kennt: Amdokäh, Khamkäh und Lhasakäh, das Hochtibetische der Region Lhasa.
Das Tibetische wird als monosyllabische Tonsprache bezeichnet, weil es auf einsilbigen Wortwurzeln basiert, wobei die einzelne Silbe sowohl einen Laut als auch eine Bedeutung verkörpert.
Für fremde Ohren klingt die Sprache wie ein Singsang aus kehligen Lauten im Tonfall von du, la und gu.

Die tibetische Schrift mit dreißigstelligem Alphabet

Die gängigsten Wortgebilde des Tibetischen setzen sich aus zwei Silben, wie zum Beispiel böpa (»Tibeter«), zusammen.
Die tibetische Schrift Büjih führt gegenüber der Sprache ein Eigenleben mit einem Alphabet aus dreißig Grundbuchstaben. Im Gegensatz zu den Tausenden von Schriftzeichen des Chinesischen handelt es sich bei ihr um eine rechtsläufige Buchstabenschrift, die von einem Minister namens Tönmi Sambota in Anlehnung an die Guptaschrift der nordindischen Dynastie Gupta geschaffen wurde.

Im Jahre 632 wurde der Gelehrte vom Reichseiniger Songtsen Gampo nach Kaschmir geschickt, um eine einheitliche Schrift für ganz Tibet zu entwickeln. Mit diesem Auftrag suchte der Großkönig eine einheitliche Reichsschrift, um buddhistische Texte aus dem Sanskrit ins Tibetische übertragen zu können. Zwei Schrifttypen unterscheiden sich. Einmal die Kopfschrift Ucen, bei der die einzelnen Buchstaben wie Wäschestücke an einer Leine zu hängen scheinen. Dann die Kopflose Schrift Ume, die handschriftliche Variante, die viel verschlungener und lebhafter, mit lassoartigen Schleifen und Schlingen ober- und unterhalb  des Buchstabenzentrums auf dem Papier steht.

Schriftbilder

Beiden Schriftbildern ist gemein, dass sie in ihrem Zentrum kantig und blockartig erscheinen. Der tibetische Kalender basiert auf dem Umlauf des Mondes um die Sonne. Demnach umfasst das Kalenderjahr zwölf Monate mit je dreißig Tagen, also insgesamt 360 Tage. Aus diesem Grund muss alle sieben bis acht Jahre ein Schaltmonat einfügt werden.

Tibetische Astrologen verfassen zu diesem Zweck einen überall erhältlichen Almanach für das Jahr, in dem die Schalttage auf Glück verheißende Tage gelegt und Unglück versprechende Tage vermieden werden. Der tibetische beginnt wie der chinesische Mondkalender im Februar.

Er basiert auf der Zeitrechnung Indiens, von wo aus er im Jahr 1027 eingeführt
wurde, enthält aber auch Elemente des traditionellen chinesischen Mondkalenders. Die wichtigsten Feste heißen Losar, Neujahrsfest, das den des neuen Mondjahres markiert, Mönlam das Große Gebetsfest vom 3. bis zum 25. Tag des ersten Mondmonats und Saga Dawa, Buddhas Geburts-, Todes- und Erleuchtungstag im Mai. Zu diesem vierzehn Tage andauernden Fest pilgert jedes Jahr halb Lhasa entlang der heiligen Umrundungswege Barkhor und Lingkhor.

 

Die Religion – “schnell zur Erleuchtung”

Der Diamantweg und seine Schulen Im tibetischen Vajrayana wird die Buddhanatur für ihre Klarheit und ihr edles Wesen mit einem Diamanten verglichen, und das diamantene Zepter Vajra (tib. Dorje) verkörpert das höchste Prinzip – die Leere oder Leerheit. Ursprünglich stammt dieses Zepter aus der indischen Ikonographie und ruht als Donnerkeilwaffe in der Hand der Himmelsgottheit Indra, Spender des Regens und Herrscher über Donner und Blitz.

Der Diamantweg, diese tibetische Variante des Großen Fahrzeugs Mahayana, bekennt sich zu dem Postulat, dass der streng praktizierende Buddhist innerhalb einer Lebensspanne erleuchtet werden kann. Die Grundvoraussetzung für das Erlangen ist das Einhalten der Fünf Gebote: Nicht zu töten, nicht zu stehlen, kein sexuelles Fehlverhalten auszuüben, nicht zu lügen und weder Drogen noch übermäßig viel Alkohol zu konsumieren.

Darüber hinaus muss der Adept sein gesamtes Leben nach zwei zentralen Prinzipien ausrichten. Zum einen nach dem Mitgefühl der Tat, Bodhicitta, zum anderen nach der Weisheit, Prajna, mit deren Hilfe der Geist erfasst werden kann. Um die Natur des Geistes zu erkennen, bedarf es der gelebten Erfahrung, nicht der Spekulation im intellektuellen Diskurs.

So lehnt das Prajna-Prinzip zum Beispiel Gedanken und Ideen über die Erschaffung und das Ende der Welt als metaphysische Spekulationen ab. Da nach buddhistischem Verständnis weder eine unsterbliche Seele noch ein monotheistischer Gott existieren, stellt sich die Frage, was die Natur des oben erwähnten Geistes als höchstes Erkenntnisprinzip charakterisiert?

Wege zur Erleuchtung

Tibet ist immer eine Reise Wert

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Es ist die Leere, die jenseits aller Dualität als das Absolute besteht und die zur Folge hat, dass Leben und Tod letztlich nur in der geistigen Vorstellungskraft, und nirgendwo sonst, vorkommen.  Verschiedene Schulen propagieren unterschiedliche Wege zur Erleuchtung, dem Verlöschen im Nirwana. Im Jahr 792 fand im Gründungskloster, im Flusstal von Samye, ein Konzil tibetischer und chinesischer Buddhisten statt. Es kam zum Disput über die  Wege zur Erleuchtung, bei dem die Abgesandten aus China unterlagen. Sie waren, wie die Anhänger des Zen-Buddhismus, von einem blitzartigen, spontanen Erleuchtungserlebnis ausgegangen und auf den Widerstand der tibetischen Kollegen gestoßen.

Wichtige Institutionen in Tibet

Als Resultat dieser Niederlage tritt der chinesische Oberbuddhist Hua Shang noch heute in klösterlichen Tanzspielen als Spottfigur  auf. Dreizehn Jahre vor dem Konzil von Samye war der Diamantweg im Jahr 779 von König Trisong Detsen als Staatsreligion inauguriert worden und unter der Herrschaft des dritten Religionskönigs Rälpacen (reg. 817–36) wurden auserwählte Lamas (»Höherstehende«) in höchste Regierungsämter berufen. Doch bis ein in sich geschlossener Kirchenstaat seine Macht formen konnte, sollten noch achthundert Jahre vergehen. Die »Schule der Tugendhaften«, Gelugpa, ist die größte der vier Schulen des Diamantwegs.

Der Dalai Lama fungiert seit dem 17. Jahrhundert als Oberhaupt dieser Gemeinschaft, die auch unter dem Namen Gelbmützen-Schule bekannt ist. Sie geht zurück auf Tsongkhapa (1357–1419), der in den Reihen der sittlich verkommenen Rotmützen- Schule den Zölibat erneuerte und durch eine weitgehende Reform die Schule der Tugendhaften schuf. Die Besonderheit von Gelugpa liegt in der Erörterung philosophischer Sachverhalte in Disputation entsprechend der buddhistischen Lehre Dharma. Diese
größte Gemeinschaft unterhält in Tibet, China und auf der ganzen Welt eine enorme Anzahl von Klöstern, Tempeln und Retreat-Centern.

Die “Schulen”

“Die das Wort überliefern”, Kagyüpa, ist die zweitgrößte Schule und ebenfalls massiv im Westen vertreten. Ihre Gründung geht auf den indischen Mystiker Tilopa (988–1069) zurück. Der »Mann, der Sesam zerstößt«, so die wörtliche
Übersetzung seines Namens, fungierte als Lehrer eines Tantrikers, eines Übersetzers und eines Yogi.

Die Karma Kagyü Schule begründete die Lehre der Reinkarnation im Jahr 1193. Ihr Oberhaupt trägt den Namen Karmapa. Seit vielen Jahren ist die Schule in zwei Linien gespalten. In Indien leben zwei junge Männer, die sich beide für die Reinkarnation des in Chicago verstorbenen XVI. Karmapa halten.

Der eine lebt in Neu Delhi, der andere in Dharamsala. Hierher floh im Jahr 2000 der als einziger vom Dalai Lama anerkannte Karmapa Urgyen Thinley Dordsche. In den Jahren seiner Jugend hatte er im Stammkloster Tsurphu, siebzig Kilometer westlich von Lhasa, gelebt.
»Die Schule der Alten« (Nyingmapa) sieht im Begründer des Diamantwegs, im Inder Padmasambhava (um 765), ihren Guru. »Der aus dem Lotos Geborene« überwand als Erster den Animismus des Bön-Kults (siehe S. 73 ff.) und inkulturierte den indischen Buddhismus auf dem Dach der Welt. Die Tibeter verehren ihn als “Kostbaren Lehrer”, Guru Rinpoche. Das besondere Merkmal von Nyingmapa besteht darin, dass sich diese Schule einer ausgeprägten Meditationspraxis als Pfad zur Erleuchtung widmet. Ihr Ausbreitungsgebiet ist im Wesentlichen auf Tibet, Indien, Nepal und Bhutan beschränkt.

 

Martin

Martin ist seit langem im RenenrXXL Team dabei und geht in seiner Freizeit am liebsten in die Berge oder fährt mit dem Rad.

Reisen nach Tibet – Was mitnehmen? Zuletzt aktualisiert: 10.12.2017 von Martin
 

One Response to Reisen nach Tibet – Was mitnehmen?

  1. Helgas sagt:

    würde mich nicht wundern, wenn es in Tibet bald auch wieder Aufstände gibt… wie in Hongkong

     

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