Vaude Arctic 800 – der Testsieger unter den Schlafsäcken

Wandern in Sardinien

22. September 2010 Comments (1) Allgemein, Trends

Outdoorbekleidung – Für ein Leben in Bewegung

Outdoorbekleidung interessiert nicht nur Bergsteiger und Wanderer, sondern praktisch jeden, der die Natur und die Bewegung in ihr schätzt. Dementsprechend vielseitig muss sie sein und dementsprechend vielfältig sind die Ansprüche an sie

Unter der Überschrift „Helden des Alltags“ erschien im April im „Stern“ ein Artikel zum Thema Outdoorbekleidung, der wiederum Teil eines Outdoorspecials war. Ein solcher Artikel in einer auflagenstarken Publikumszeitschrift stellt ein deutliches Zeichen für die Bedeutung der Branche dar, die sich aus der Nische zu einem riesigen Lifestylesegment entwickelt hat. 2008 gaben die Deutschen für Outdoorbekleidung 1,66 Milliarden Euro aus, umso beachtlicher, wenn man bedenkt, dass einer Studie des Allensbacher Instituts zufolge nur zehn Prozent der Bundesbürger regelmäßig wandern gehen und sogar nur ein Prozent auf Berge steigt.

Wer Outdoorbekleidung trägt, muss nicht wandern, trekken oder klettern, sondern bekennt sich zu einer Form der Lebensführung, zur Natur, zu Umweltbewusstsein. Outdoorbekleidung befriedigt die Sehnsucht des Menschen nach Ursprünglichkeit, ein Bedürfnis, das mit der derzeitigen Krise noch stärker und drängender geworden sein dürfte. So sieht es auch Rolf Schmid, Präsident der European Outdoor Group: „Unsere Branche wird vom Wertewandel profitieren. Die Konsumenten investieren ihr Geld in Lebensfreude, Gesundheit und Freizeit.“ Ein weiterer Pluspunkt der Branche dürfte sein, dass Outdoorsport nicht viel kosten muss – auch ohne lange Anreisen ist großer Freizeitgewinn zu erzielen. So vielfältig wie die Zielgruppen für Outdoorbekleidung sind die Ansprüche, die an sie gestellt werden.

 

Um denen gerecht zu werden, gliedern viele Hersteller ihre Kollektion in verschiedene Segmente vom extremen Einsatz über Trekking bis hin zu Travel. Stets gefragt sind dabei Bewegungsfreiheit, Feuchtigkeitstransfer, Moskito- und Geruchschutz, leichte Materialien und kleine Packmaße sowie Pfleqeleichtiqkelt und schnelle Trocknungszeiten.

Ballast abwerfen

Haglöfs bietet beispielsweise mit der Intense-Serie ultraleichte Funktionsbekleidung für High-Pulse-Outdoorsportler an, für die jedes Zuviel an Ausrüstung unnötigen Ballast darstellt. Dazu gehört eine 155 Gramm leichte Damenjacke, eine in die integrierte Gesäßtasche verpackbare Shield Pant sowie ein Zip Top aus recyceltem, geruchsbindendem Dryskin Polygene Material mit extralangen, flachen Zippern und einem UPF von 50+. Helly Hansen hat Schnitte und Passformen weiter optimiert und zum Beispiel die Seitentaschen bei Jacken etwas höher angesetzt, damit sie auch beim Tragen von Klettergurten oder Rucksäcken mit Hüftgürtel nicht stören; das 4-Wege-Stretch-Material Helly Tech XP sorgt für uneingeschränkte Bewegungsfreiheit bei eng anliegendem Schnitt und verfügt über den vom Kunden bevorzugten weichen, angenehmen Griff. Schöffel macht die Damenwelt mit Travel-Modellen, wie sehr leichten Stretch hosen zum Krempeln oder als 7/8-Varianten, Reisekleidern und -blusen (mit UV- Schutz) fit für die Reise. Das Material ist eine sommerliche Funktionsware, bei der ein erhöhter Stretchanteil für Knitter- und Bügelfreiheit sorgt. Außerdem haben die Schwabmünchener die Everywear neu aufgelegt, die durch die Verwendung von Texapore Taslite 2.5, das über eine Schutzschicht auf der wasserdichten, atmungsaktiven PU-Beschichtung verfügt, weswegen auf ein Futter verzichtet werden kann.

Arc’teryx bietet mit dem Theta SL Jacket eine lange und körpernah geschnittene Hybrid-Jacke aus Gore-Tex Pro Shell und Paclite, wie auch Löffler für eine Wanderjacke mit 28.000 mm Wassersäule, Schulterverstärkungen, Ventilationssystem, Netzfutter und 2-Wege-Zipper auf die Paclite-Technologie setzt. Innovativ ist der Einsatz von die Blutzirkulation stimulierenden Keramik-Memb- ranen bei zwei Modellen von Lafuma sowie das Wicking-Finish für schnellen Feuchtigkeitstransport zur Membrane, das Schöffel bei insgesamt drei Modellen einsetzt.

 

Luft zirkulieren lassen

Bewegungsfreiheit stellt auch bei den Hosen ein extrem wichtiges Qualitätskriterium dar: gleich sechsdimensionale Elastizität haben Long Pants und Shorts von X-Bionic neben anatomisch vorgeformten Knien sowie wasser-, sehrnutz- und ölabweisender Nano-Technologie im Angebot. Als Alleskönner bezeichnet Haglöfs die Lizard Shorts, die aufgrund schnell trocknender Eigenschaften auch als Badehose taugt. Mauls Modelle weisen drei bis fünf Prozent Elastananteil auf und setzen auf Wicking-Ausstattung sowie UV-Schutz von 40+. Lichtschutzfaktor, Luftzirkulation, Feuchtigkeitstransport, schnelle Trocknung, UV-Schutz und Anti-Smell-Ausstattung sowie Moskitoschutz sind bei Shirts B. Co besonders gefragt. Helly Hansen setzt zur besseren Luftzirkulation bei verschiedene Shirts am Rücken eine Waffelstruktur ein, durch die Belüftungskanäle entstehen, sowie unter den Armen Mesh-Einsätze.

Löffler sorgt durch das Zweischicht-Prinzip beim Transtex-Polohemd für gutes Klima, während bei Lafuma J-Shirts und Tops, bei denen für die Nähte Seidenfäden für weniger Reibung verwendet wurden, aus 3D-Mesh gefertigt sind.

Grün & Lila, Lirne & Orange

Vor allem Farbgebung und -kombination sorgt bei der Outdoorbekleidung für den modischen Aspekt. Grün und Lila sind für die Damenwelt sehr beliebt, bei den Herren sind’s abseits der Klassik eher Lime und Orange. Kontrastierende Akzente setzen bei den Jacken oftmals die Zipper. Inspirationen aus den 80er Jahren werden mit Farben und Grafiken deutlich, aber auch Anleihen aus Workwear und Kolonialstil sind erkennbar. Peak Performance setzt auf einen smarten, urbanen Casual Look, bei dem traditionelle Stoffe mit technischen Qualitäten gemixt werden, während Denim und Vintage die 50er wieder aufleben lassen, und Fußball, Rugby und Hockey ebenfalls ihre Spuren hinterlassen. Überhaupt sorgen auch die Stoffe, wie Crash-Looks, Changeants so wie Soft- und Wet-Coatings, für Fashionallüre. Karos zählen zu den Favoriten – sie kommen teils sehr britisch daher und finden sich nicht nur auf Blusen B. Co, sondern auch auf Jacken und Hosen.

Eher selten sind Prints, die, wenn überhaupt, meist platziert auftreten. Dafür sind unkomplizierte Stoffoberflächen wie Strick und Cord für Fleece angesagt, und Ringel kommen gut bei Polohemden. Eine perfekte Symbiose aus Fashion und Funktion stellen beispielsweise Strickjacken von Maloja dar, die mit einer Windblock-Membrane ausgestattet und wasserdicht sind. Das gleiche lässt sich aber auch vom wasserdichten und atmungsaktiven Women’s Marah Jacket, inklusive durchdachtem Taschensystem, aus dem Haus Vaude sagen, das es mit schimmernder Optik und Rüschen deutlich auf Mode anlegt, und vom Simcoe Jacket, das superleichten Wetterschutz in Karo-Look in der Optik eines Baumwollhemds bietet.

Weniger Müll produzieren

Unbedingtgehörtzum Bereich Outdoorbekleidung abschließend das Thema Nachhaltigkeit und Respekt vor der Natur. Viele Hersteller haben Öko-Segmente in ihre Kollektionen integriert, die der wachsenden Nachfrage in dieser Hinsicht gerecht werden sollen. Beispiel hierfür sind die Ekolab-Kollektion von Helly Hansen, bei der ausschließlich Materialien aus umweltverträglichem oder recyceltemMaterial eingesetzt werden, auf möglichst kurze Transportwege und umweltfreundliche Transportmittel Wert gelegt wird, Schnitte optimiert werden, um weniger Müll zu produzieren, und Reißverschlüsse und Membranen (übrigens aus ökologisch abbaubarem Polyurethan) nach dem Öko-Tex Standard 100 zertifiziert sind. Vaude hat eine ganze Palette „grüner Shirts“ aus Cocona im Angebot, einem Stoff der durch die Verwertung von Kokosnussschalen aus der Lebensmittel- und Filtrationsindustrie hergestellt wird. Daneben stehen Modelle aus Tencel, einer Faser, die zum Großteil aus Eukalyptus-Holz gewonnen wird, zur Wahl. Im Vergleich zu Baumwolle ist der Einsatz von Wasser und Pestiziden für die Produktion von Tencel weitaus geringer, die Faserausbeute aber um das Zehnfache höher als bei Baumwolle: Aus sechs Quadratmeter Boden können nur ein Baumwoll- dafür aber zehn Tencel-Shirts hergestellt werden. Auch Maul setzt für J-Shirts und Polos auf nachwach- sende Rohstoffe wie Bambus oder Kokos für modische Stretchjacken. Transparenz für den Endverbraucher ist Ziel von Lafuma. Diese soll durch Piktogramme auf der Innenseite der Styles hergestellt werden, die den Verbraucher über Funktion, Technologie und den ökologischen Hintergrund jedes Produkts informieren.

Um unnötig lange Transportwege zu vermeiden, produziert Lafuma so viele Produkte wie möglich in unmittelbarer Nähe, diese Styles werden mit dem Piktogramm „Fabrique a proximite“ versehen.

Zusammenfassung

Im Jahr 2008 haben die Deutschen etwa 1,66 Milliarden Euro für Outdoorbekleidung ausgegeben. Allerdings gehen, laut Allensbacher Institut, nur zehn Prozent regelmäßig wandern, nur ein Prozent besteigt Berge. Das Geld wird also in Lebensfreude, Gesundheit und Freizeit investiert

Für hohen Tragekomfort muss Outdoorbekleidung vor allem leicht – am besten ultraleicht – sein. Hier bietet sich die Kombination von Stretchmaterial, gerne punktuell eingesetzt für gute Bewegungsfreiheit, und robustem Gore- tex, für Wind- und Wetterschutz, an

Als outdoortauglich gilt die Kleidung darüberhinaus erst, wenn sie auch UV- Schutz bietet, schnell trocknet, vor Insektenstichen bewahrt, nicht unange- nehm riecht sondern eine erfrischende Luftzirkulation mitbringt

Jacken sind unifarben, bei den Damen in Grün und Lila, bei den Herren klassisch oder in Lime und Orange. Andersfarbige Zipper schaffen Akzente. Karo-Muster sind auf Jacken und Hosen, Blusen 6. Co präsent

Hersteller reagieren mit Öko-Kollektionen auf die wachsende Nachfrage nach umweltverträglichen Materialien und umweltschonender Produktion

Outdoorbekleidung – Für ein Leben in Bewegung Zuletzt aktualisiert: 31.07.2017 von RennerXXL
 

One Response to Outdoorbekleidung – Für ein Leben in Bewegung

  1. Herbertvix sagt:

    Hallo,

    interessante und informative Beiträge hier, super. Habe längere Zeit als stiller Gast nur mitgelesen und mich jetzt mal angemeldet.
    Ich würde mich freuen, wenn ihr bei Gelegenheit auch einmal auf meinem Blog zum Thema Textilreinigung vorbeischauen würdet.

    Alles Liebe

    Herbert

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