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Ratgeber Zeltmaterialien

Ratgeber Zeltmaterialien - Was gibt es?

Materialien für Außenzelte

Das Außenzeltmaterial muß wasser- und winddicht, aber nicht atmungsaktiv sein. Hohe Luftfeuchtigkeit und/oder schlechte Belüftung führt zwar zu Kondensation und Wasser sammelt sich an der Innenseite des Außenzeltes. Bei einer durchdachten Konstruktion des Zeltes ist das allerdings nicht tragisch, denn das Schwitzwasser läuft an der Innenseite des Außenzeltes herab. Bei zu flacher Konstruktion kann es allerdings auf das Innenzelt tropfen.

Für gute Außenzelte werden hauptsächlich Polyamid (Nylon) oder Polyester verwendet. Beide Materialien werden aber zusätzlich beidseitig mit verschiedenen Beschichtungen versehen, um für Zelte die gewünschten Eigenschaften wie Wasserdichtigkeit und Reißfestigkeit zu erhalten.


 

Nylon

Das leichte Gewebe ist reiß- und scheuerfest, nässeunempfindlich und verrottet nicht. Allerdings ist das Material UV-empfindlich, was die Lebensdauer verkürzt. Da es etwas Feuchtigkeit aufnimmt, dehnt es sich bei Nässe.

Ripstop-Nylon

Bei dieser besonderen Gewebeart werden in regelmäßigen Abständen stärkere Fäden eingewebt, um die Reißfestigkeit zu erhöhen und die Dehnung durch Nässe einzuschränken.

Polyester

Dieses Material hat ebenfalls eine hohe Reiß- und Scheuerfestigkeit, es verrottet nicht, hat eine hohe UV-Beständigkeit und dehnt sich kaum bei Nässe. Allerdings ist es schwerer als Nylon und erzeugt bei Wind etwas höhere Flattergeräusche.

Baumwolle (Cotton)

Sie ist luftdurchlässig und schafft ein angenehmes Klima im Zelt. Bei Regen saugt sie das Wasser auf. ohne dass es durchtropft. Baumwolle und Mischgewebe brauchen nicht beschichtet zu werden. Allerdings ist das Gewebe sehr pflegeintensiv und muß immer wieder nachimprägniert werden. Baumwolle ist schwer und nicht so reißfest wie die Kunstfasergewebe. Im nassen Zustand hat sie ein Vielfaches des Gewichts, sie trocknet langsam und kann verrotten. Hier findest du unsere komplette Auswahl an Baumwollzelten.

Gore-Tex

Das Material ist wind- und wasserdicht und trotzdem wasserdampfdurchlässig Einwandzelte). Allerdings funktioniert das Ganze nur, wenn ein Dampfdruckgefälle vorhanden ist. d.h., bei außen niedrigeren Temperaturen als innen. Steigt die Temperatur an, dann kondensiert die abgegebene Körperfeuchtigkeit an der Zeltinnenwand. Außerdem sind solche Zelte durch die notwendige spezielle Verarbeitungsweise entsprechend teuer.

Beschichtungen

Nylon und Polyester müssen immer beschichtet werden, damit sie wind- und wasserdicht sind. Aber nicht nur die Wasserdichtigkeit ist eine wichtiges Kriterium, sondern vor allem die Langlebigkeit der Beschichtung. Für Trekkingzelte kommen zwei hochwertige Beschichtungen in Frage.

Polyurethan

PU ergibt eine flexible und hochdichte Beschichtung. Die Nähte bei PU-Beschichtungen werden versiegelt, d.h. mit einem speziellen Tape verklebt. Zeltböden werden daher aus starkem Polyester- oder Nylongewebe gefertigt, das mit PU beschichtet wird. Allerdings muß die Beschichtung eine höhere Wasserdichtigkeit haben, als bei Außenzelten, weil der Boden durch das Körpergewicht zusätzlich belastet wird.

Silikon

Diese hochwertige Gewebebeschichtung ist elastisch, knickstabil, kältebeständig und sehr langlebig. Sie erhöht die Weiterreißfestigkeit und UV-Beständigkeit und verringert die Wasseraufnahme und damit die Feuchtigkeitsdehnung des beschichteten Gewebes. Allerdings sind Silikonbeschichtungen teurer als PU-Beschichtungen. Bei der Verarbeitung müssen Nähte mit Silikon (Nahtdichter) nachgedichtet werden.


Weitere Beschichtungen

Die folgenden Beschichtungen sind Qualitativ schlechter und werden hauptsächlich bei billigen Zelten verarbeitet.

PVC

Diese billige Beschichtung wird bei Kälte brüchig und löst sich schnell vom Trägermaterial ab. Durch den Chloranteil ist sowohl die Herstellung, als auch die Entsorgung nicht gerade umweltverträglich.

Acryl

Ist ebenfalls billig, bricht bei Kälte und löst sich schnell ab.

Alubedampfung

Diese preiswerte Beschichtung verringert den Lichteinfall und verwandelt so das Zelt in eine Dunkelkammer, also nichts für Leute, die es gern hell im Zelt haben.


Innenzeltmaterialien

Gute Innenzelte werden heute meist aus unbeschichtetem Nylon oder besser noch aus Ripstop-Nylon hergestellt. Wie schon erwähnt, ist das leichte Gewebe reiß- und scheuerfest, nässeunempfindlich, trocknet schnell und verrottet nicht. Allerdings ist das Material UV-empfindlich, was die Lebensdauer verkürzt. Das verstärkte Ripstop ist unempfindlicher und stabiler.

Polyester und Baumwolle, bzw. deren Mischgewebe, werden kaum noch benutzt, weil sie schwerer sind.

Eine Besonderheit sind Innenzelte, die bis auf den Zeltboden fast vollständig aus Moskitonetz bestehen. Solche Zelte sind noch leichter, allerdings wegen ihrer Luftdurchlässigkeit und der damit fehlenden Isolierung auch nur in wärmeren Trekkinggebieten einsetzbar.