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Abgesehen von winterfester, funktioneller und wasserdichter Kleidung und einem Paar robust gefertigter Teleskopstöcke (oder simple, aber sehr belastbare Skistöcke mit breiten Schneetellern) verlangt die Ausrüstung nur eine Besonderheit - die Schneeschuhe selbst. Hier ist bereits jetzt das Angebot an unterschiedlichen Modellen für jeden Zweck und jedes Gelände beinahe unübersichtlich geworden. Lassen Sie sich daher beim Kauf gut beraten. Grundsätzlich wird zwischen drei Modellarten...
Abgesehen von winterfester, funktioneller und wasserdichter Kleidung und einem Paar robust gefertigter Teleskopstöcke (oder simple, aber sehr belastbare Skistöcke mit breiten Schneetellern) verlangt die Ausrüstung nur eine Besonderheit - die Schneeschuhe selbst. Hier ist bereits jetzt das Angebot an unterschiedlichen Modellen für jeden Zweck und jedes Gelände beinahe unübersichtlich geworden. Lassen Sie sich daher beim Kauf gut beraten. Grundsätzlich wird zwischen drei Modellarten unterschieden:
"Originals" bestehen hauptsächlich aus einem mit Leder bespannten Holzrahmen. Sie sind, wie der schon der Name besagt, in Material und Herstellung den seit Jahrhunderten von Bergvölkern und Bewohnern der Polarregionen angefertigten Originalen nachempfunden.
"Classics" haben einen leichteren Alurahmen und eine durchgehende Kunststoffbespannung.
"Moderns" schließlich sind aus flexiblem Plastik ohne ausladenden Rahmen gefertigt und zeichnen sich durch gut fixierende Riemenbindungen aus.
Wegen des wesentlich geringeren Gewichts wählt der Schneeschuhgeher bisher meist zwischen den Modellen "Classics" und "Modems".
Einsteiger und Schneeschuhwanderer sind mit dem universell einsetzbaren Classics gut beraten (allerdings sind sie etwas teurer). "Modems" sind vor allem für sportliche Touren in hochalpinem Gelände oder für das anspruchsvolle Schneeschuhtrekking ausgelegt und empfehlen sich auch als Zusatzausrüstung für Expeditionsbergsteigen oder Hochtouren, da sie wesentlich besser am Rucksack zu befestigen sind und an steilen Anstiegen sicheres Einkanten ermöglichen. Dafür sinken "Modems" wegen der kleineren Fläche im Pulver- und Tiefschnee leichter ein und haben je nach Beanspruchung eine kürzere Lebensdauer.
Die Größe der Schneeschuhe richtet sich nach Schrittlänge, Körpergewicht und Einsatzzweck, das Gewicht sollte für die Statur des Sportlers angemessen sein.
Beachten Sie also beim Kauf der Schneeschuhe Zweck und Einsatzgebiet. So kann das Modell gewählt werden, dass Ihnen hilft, möglichst komfortabel, effizient und ermüdungsfrei vorwärts zu kommen. Für die ersten Schnuppertouren bieten Wintersportausrüster oder Vereine häufig auch den Verleih von
Schneeschuhen an.
Spezielle "Oberschuhe" sind nicht notwendig, Allwetter-Bergschuhe mit stabiler Sohle reichen in der Regel aus, schnee- und wasserdichte Winterstiefel erhöhen allerdings den Laufkomfort. Je nach Art der
Ausübung sind auch Plastikschalen-Bergschuhe angebracht, sie bieten in schwierigem Gelände genügend Festigkeit und sind mit Steigeisen nachrüstbar.
Garantiert keine nassen Füße bekommt man mit Gamaschen - sie schließen die Knöchelpartie sicher ab, so dass kein Schnee in die Schuhe eindringen kann. Vergessen Sie nicht eine Sonnen- oder Skibrille!
In von Lawinen gefährdeten Gebieten macht die Natur natürlich keinen Unterschied zwischen Skifahrern, Bergsteigern oder Schneeschuhgehern. Daher gehört in diesen Gegenden auf jeden Fall ein LVS-Gerät sowie die Lawinenschaufel und -sonde ins Gepäck. Rufen Sie vor der Tour den Lawinenlagebericht ab!
Vollständig wird die Ausrüstung - wie bei allen Alpinsportarten - durch die richtige und detaillierte Karte, das Mobiltelefon und ein Erste-Hilfe-Set.
Schneeschuhrouten
Die Devise beim Schneeschuh-„Gehen" heißt: Lassen Sie sich Zeit! Nur langsam und ohne Hast können Sie die wunderbaren Besonderheiten der Weglandschaft aufnehmen und die Tour richtig genießen.
In der Gruppe wechselt man sich im Spuren ab, um Kräfte zu sparen. Das erfolgt ähnlich wie beim "Kreiseln" der Radrennfahrer: Nach einiger Spurarbeit tritt der erste einen Schritt zur Seite, lässt die anderen vorbei und schließt sich hinten wieder an. Die Wechselfrequenz richtet sich nach Kondition, Schneeverhältnissen und der Größe der Gruppe, in der Regel wird alle sieben bis zwölf Minuten gewechselt.
Ideal ist mäßig geneigtes Gelände, in dem die Route über sanfte Rücken, Mulden oder Almen führt. Auch ebenes Gelände kann interessante Touren bieten. Generell empfehlen sich Schneeschuhe nicht für
lange, steile Hänge ab 30 Grad Neigung - kurze Steilstufen sind dagegen für Modems oder sportliche Classics kein Problem, aber anstrengend.
Trotz hohem Erholungs- und Wellness-Faktor ist Vorsicht geboten: Im Winter liegen die meisten Markierungen unter Schnee vergraben, schneebedeckte Zweige verdecken Baummarkierungen und
Wegführungen lassen sich manchmal nur erahnen. Hier ist eine ordentliche Portion Orientierungssinn, Kartenlesetechnik und Gespür fürs Gelände gefragt. Hat man noch wenig Routine im Umgang mit Kompass und Höhenmesser, sollte man auch die Umkehr nicht scheuen, bevor man bei all dem weißen Schnee ins Blaue hinein geht.
Schneeschuhtechnik:
Die Technik des Schneeschuhgehens ist schnell erlernt. Allerdings verlangt die jeweilige Schneedecke nach Flexibilität - mal ist sie weich und pulvrig, mal harschig und vereist und das Spuren kostet einiges mehr an Kraft als das Wandern auf festem Grund.
Achten Sie darauf, die Bindungsriemen fest anzuziehen. Der Stiefel sollte mittig auf dem Schneeschuh sitzen (eventuell von der Bindungsart abhängig). Nach der Montage der Schneeschuhe sollte man, fast wie bei den Winterreifen für das Auto, nach kurzer Zeit nochmals stehen bleiben und sich vergewissern, dass auch alles fest sitzt.
Normales Gehen: In der Ebene, sanft bergauf oder bergab, unterscheidet sich das Gehen mit "Tellern" kaum vom Gang zum Bäcker. Setzen sie die Schritte gleichmäßig und parallel, die Spurbreite wird allein von der Breite der Schneeschuhe bestimmt.
Entengang: Im steilen Gelände wechselt man in den Entengang (Duck-Step), um sich nicht selbst auf die Schuhe zu steigen. Diese V-Stellung fällt umso breiter aus, je steiler das Gelände ist. Wichtig ist, bei jedem Schritt fest aufzutreten und die Stöcke außerhalb der Schneeschuhe aufzusetzen. So kann das Körpergewicht auch am Hang über den Schneeschuhen zentriert werden, was stabilen Halt ergibt.
Kick-Step: An Steilstellen steigt man mit dem Treppenschritt (Kick-Step), seitlich im rechten Winkel
zum Hang auf. Der Körper bleibt dabei aufrecht, der Gipfel des Hanges wird anvisiert. Auch hier wieder fest auftreten!
Line-Step: Beim Überqueren eines Hanges muss man sich mangels vorzufindender Spuren selbst die richtige Linie überlegen. Dabei geht man in S-Kurven: Je lang gezogener die Serpentinen, desto mehr Kraft spart man, je enger man sie spurt, desto anstrengender sind sie. Bei ausreichend tiefem Schnee setzt man dabei parallel zum Hang einen Schneeschuh linienförmig vor den anderen.
Glide-Step: Bergab geht man In leichte Rückenlage und lässt sich mit etwas angewinkelten Knien gerade bergab in die Schneeschuhe fallen - das ergibt einen schnellen und angenehmen Gleitschritt (Glide-Step). Allerdings ist diese Schritttechnik nur bei weichem Schnee dienlich. Ist die Oberfläche hart, setzt man kurze, kleine und feste Tritte. Ist es sehr steil, müssen die Schneeschuhe abgenommen und Steigeisen montiert werden.
Nach der Tour werden die Schneeschuhe mit lauwarmem Wasser abgespült und zum Trocknen aufgestellt, um die Eisenteile vor Rost zu schützen. Schneeschuhgeher schätzen die unberührte Winterlandschaft - sie sollte auch nach Ihrer Tour noch so sein!
Tipps für naturverträgliches Schneeschuhgehen (nach Empfehlungen des DAV)
- Markierungen und Hinweise beachten.
- Ruhezonen und Schutzgebiete für Wildtiere respektieren, Futterstellen umgehen, Lärm vermeiden.
- Lebensräume erkennen: Dem Wild nach Möglichkeit ausweichen. Wildtiere nur aus der Distanz beobachten.
- Richtige Zeitplanung: In den Lebensräumen der Wildtiere auf Gipfeln, Rücken und Graten nur zwischen 10 Uhr bis 16 Uhr unterwegs sein.
- In Waldgebieten auf Forst- und Wanderwegen bleiben. Auf keinen Fall kreuz und quer durch den Wald laufen. Nicht durch Aufforstungen und Jungwald gehen.
- Am besten im Bereich der üblichen Skirouten bleiben. Aufstiegsspuren der Skifahrer jedoch nicht beschädigen.
- Umweltschonend anreisen: Mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, Fahrgemeinschaften bilden.
- Wenn doch mit dem Auto: Ausgewiesene Parkplätze benutzen, keine Zufahrten blockieren.