Welche "Zutaten" zur Sicherheitsausrüstung gehören, hängt wie immer von den Schwierigkeiten des Geländes ab, in gewisser Weise auch von der vom Bergsteiger oder Kletterer für sich als optimal befundenen Kletter- und Sicherungstechnik. Hier können nur einige wichtige Grundbestandteile von alpinen Sicherungsmethoden angesprochen werden. Eine solide Ausbildung in Sicherungstechnik und -theorie ist für das Begehen entsprechender Touren unverzichtbar!
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Welche "Zutaten" zur Sicherheitsausrüstung gehören, hängt wie immer von den Schwierigkeiten des Geländes ab, in gewisser Weise auch von der vom Bergsteiger oder Kletterer für sich als optimal befundenen Kletter- und Sicherungstechnik. Hier können nur einige wichtige Grundbestandteile von alpinen Sicherungsmethoden angesprochen werden. Eine solide Ausbildung in Sicherungstechnik und -theorie ist für das Begehen entsprechender Touren unverzichtbar!
Seil
Kletterseile erfüllen heute alle praktischen Anforderungen wie Reißfestigkeit, eine begrenzte Dehnbarkeit sowie eine geringe Mantelverschiebung. Nur die Kantenfestigkeit konnte trotz hochmoderner Materialien und Fertigungsmethoden noch nicht abschließend optimiert werden, weshalb in wenigen bestimmten Situationen, etwa bei hoher Sturzbelastung über eine scharfe Felskante noch mit Seilrissen gerechnet werden muss. In der Praxis passiert das allerdings sehr selten. Sämtliche marktüblichen Seile werden in aufwändigen Normprüfverfahren getestet und klassifiziert. Je nach Schwierigkeit und Anforderungen der Tour werden verschiedene Seiltypen eingesetzt: das Einfachseil, das Halbseil und das Zwillingsseil. Nach heutigem Stand der Technik bieten Einfachseile bei Verwendung im Einzelstrang ausreichende Reißfestigkeit. Halbseile und Zwillingsseile müssen dagegen im Doppelstrang verwendet werden. Entsprechend weisen Einfachseile einen stärkeren Durchmesser (9,5-11,5 Millimeter) und ein höheres Metergewicht (60-85 Gramm) auf als Halb- oder Zwillingsseile. Bei den Einfachseilen empfehlen sich sogenannte Multisturzseile, die aufwändiger konstruiert sind und über eine hohe Lebensdauer und Verschleißfestigkeit verfügen.
Anseilgurt
Im Idealfall verfügt der Sitzgurt über einen breiten, gut gepolsterten Hüftgurt und ebensolche Beinschlaufen. Er sollte mindestens vier Materialschlaufen haben, damit Expressschlingen, Klemmkeile und Karabiner sofort und übersichtlich griffbereit sind. Soll der Gurt auch beim Bergsport im Winter zum Einsatz kommen, muss wegen der dickeren Kleidung auf verstellbare Beinschlaufen geachtet werden. In einigen Fällen kann zusätzlich ein Brustgurt vorteilhaft oder notwendig sein (zum Beispiel bei Kindern, da sie wegen des noch nicht ausgeprägten Beckens aus dem Gurt rutschen könnten oder bei Touren mit schwerem Gepäck).
Klettersteigset
Sie sind beim Begehen von Klettersteigen verpflichtend, da ein Sturz auf einem Klettersteig einen wesentlich höheren Sturzfaktor aufweisen kann als beim klassischen Felsklettern. Daher muss eine Klettersteigbremse (Seilbremse ) verwendet werden, eines der wichtigsten Bestandteile der Klettersteigsets. Unter Umständen lebenswichtig sind hierbei auch spezielle Sicherheitskarabiner. Das Klettersteigset wird mit einem einfachen Knoten (Ankerstich) am Klettergurt befestigt.
Karabiner
Karabiner aus Leichtmetall mit Schnappverschluss dienen als Verbindungsöse des Kletterers zur Seilsicherung. Vier Typen sind gebräuchlich:
Normalkarabiner: für alle gewöhnlichen Fälle, Karabiner mit Verschlusssicherung: einzusetzen
in allen Fällen, wo das unbeabsichtigte Öffnen des Schnappers Gefahren birgt. Hier gibt es Schraubkarabiner (relativ umständlich), Karabiner mit selbsttätig schließendem Schiebeverschluss, Karabiner mit Drehverschluss (wird mittels einer Vierteldrehung geöffnet und schließt selbsttätig) sowie Karabiner mit kombiniertem Dreh- und Schiebeverschluss. Letztgenannter gilt als sicherster Verschluss.
Klettersteigkarabiner: zeichnen sich durch hohe Bruchfestigkeit und selbsttätiger Verschlusssicherung aus und sind bei der Sicherung auf Klettersteigen notwendig.
HMS-Karabiner: birnenförmiger Karabiner mit Verschlusssicherung. HMS-Karabiner kommen bei der Halbmastwurfsicherung zum Einsatz, eine häufig angewandte Methode zur Kameradensicherung.